Dienstag, 24. Dezember 2013

Meine Weihnachtsgeschichte


 
Vor 25 Jahren, also 1988, erlebte ich mit meinem 5jährigen Sohn das erste Weihnachten als alleinerziehende Mutter. Mein damaliger Gefährte hatte sich im Frühjahr überraschend schnell und herzlos von mir getrennt.


Eine einfache Wohnung mit Ofenheizung und Klo halbe Treppe,  dafür mit 120 DM Miete bezahlbar, war gottlob schnell gefunden . Ich hatte keinen festen Job, arbeitete als Studentin auf Honorarbasis, und musste ganz von vorn anfangen. Psychisch hatte ich an diesem Weihnachten schon das Gröbste überstanden.

 Allerdings waren meine finanziellen Mittel so begrenzt, daß ich die Wohnung mit kleingemachten Gemüsekisten heizen musste, die mir der Gemüsehändler von gegenüber, auf meine  Situation aufmerksam geworden, immer sorgsam zur Seite stellte.

Ja, mir manchmal sogar über die Straße bis in meinen Keller brachte.
 
Nun, so ein Kistchen brennt schnell herunter, hält aber nicht lange vor...die Wohnung blieb meist kalt.

 Einige Tage vor Weihnachten standen plötzlich zwei ältere Damen vor der Tür. 
" Ob ich die alleinerziehende Studentin sei " ?
Mein nicht gerade gut genährtes, und konfliktmüdes Nervenkostüm vermutete schon eine Beschwerde wegen Kinderlärms, hatte doch die blutleere Nachbarin neben mir schon des öfteren über die Lebensäußerungen meines Sohnes geklagt. 

Nein, das wäre es nicht, aber die Tante der beiden Damen wäre gerade ins Pflegeheim gekommen, und man müsse Wohnung und Keller räumen.  Nun habe die Tante sich aber im Sommer noch Heizmaterial für ihren Ofen gekauft. Anmachholz und 10 Zentner Briketts. Ob ich die gebrauchen könne ?

 Ich habe sehr verhalten reagiert, sagte, daß ich kein Geld habe, um Kohlen zu kaufen. 
Die Damen haben mir spontan das gesamte Heizmaterial geschenkt !!!

Einzige Auflage war, daß ich die Briketts und alles andere in angemessener Zeit aus dem Keller der Tante räume.  

Das habe ich getan, jeden Abend, wenn mein Kind schlief, habe ich Kohlen von dem einen in den anderen Keller geschleppt.

 Überglücklich und zutiefst dankbar...

Ein Regal mit einigen weggestellten Dingen fand sich noch im Keller. Ein paar alte Bilderrahmen und eben jener Karton.  Dieser Karton enthielt die Weihnachtskrippe der Frau H. 


Ich durfte sie behalten. Ein wackeliges Häuschen, einige wenige , zumeist angeschlagenen Gipsfiguren und viele, viele Schafe. 


Ja, das passte schon: Eine angeschlagene Maria, den Josef hatte ich kopflos in der Kiste gefunden, hatte ihn erst kleben wollen, ihn aber dann doch weggeworfen. Er wurde durch einen Hirten ersetzt. Eine rührende, und ein wenig traurige Sammlung. 


Diese Weihnachtskrippe ist noch heute ein Symbol für die grosse Hilfe, die mir die beiden Frauen damals gegeben haben.


 Es war ein schönes, friedliches und warmes Weihnachten. Es gab Pellkartoffeln 
mit Quark, wir haben bei Kerzenschein am Ofen gesessen.


 Und ich denke noch immer dankbar daran zurück, daß mir in wirklich schwieriger Situation, in diesem Jahr 1988 so viele Leute geholfen haben... und diese beiden Frauen meine Weihnachtsengel gewesen sind.


 

In meinem Hilfsadventskalender sind noch einige unverkaufte Dinge. Vielleicht schaut Ihr nochmal.


Bis 29. Dez. sind die Angebote noch da.

 Euch Allen noch eine frohe Weihnacht !!

Kommentare:

  1. Liebe Miese,

    was für eine schöne, wahre Weihnachtsgeschichte!

    Ich wünsche dir frohe Weihnachten
    und finde deinen besonderen Weihnachtskalender eine tolle Sache.

    Liebe Grüße
    Nula

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  2. Hallo meine liebe Gitta,
    vielen Dank für deine kleine persönliche Geschichte, die mich sehr rührt. Ich umarme und drücke dich... auch aus anderen Gründen!
    Ganz liebe Grüße, Petra

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  3. Liebe Gitta,
    es sind die kleinen Dinge des Lebens die Weihnachten oder einen anderen Tag zu etwas besonderem machen. Ich habe wirklich gerne für Deinen gute Sache gespendet. Wir haben dieses Jahr für das Tierheim Schlage eine großes Paket mit Leckerlis und Spielsachen gepackt. Und ich wurde von der Ehrenamtlichenmitarbeiterin des Tierheims auf Arbeit ganz fest gedrückt. Ich würdes immer wieder so machen.
    Auf Arbeit war es gestern nicht anders. Ich hatte Frühschicht. Ich einfach mal schnell einen Bratapfelpunsch gezaubert und den ganzen Vormittag mit meinen Bewohnern Filme geschaut. Ja, man soll die lieben Alten nicht vor dem Fernseher parken. Keiner weiß das so gut wie ich. Aber ich musste sie aus dem Weg haben, damit ich die Weihnachtsgeschenke für sie zu Ende einpacken konnte. Mittags das gleiche Spiel. Wir habe alle aufs Zimmer gejagt und verboten heraus zu kommen. ;) Zwei Stunden lang habe ich eine große Weihnachtstafel mit Deko, Stollen, Gebäck, Likör, Glühwein, Kaffee und Tee aufgebaut. Natürlich kamen dann doch ein paar neugierige vorher aus ihren Zimmer. Nur mal gucken woll. Diese glänzenden Augen über den schönen Tisch. Wenn die gewußt hätten das da noch Geschenkepäckchen auf sie warteten, dann hätte es wohl schon vorher Tränen gegeben.
    Mal sehen was sie mir heute Nachmittag noch erzählen werden, wie es war.
    Jetzt muss nur noch ein kleines Weihnachtswunder für Deine Trudel passieren.
    In diesem Sinne frohe Weihnachten.
    Sandra

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  4. Liebe Gitta, eine wunderbare Geschichte, die auch vom Sinn der Hoffnung erzählt. Irgendetwas passiert immer, irgendeine Tür öffnet sich. Man muss dann aber auch durchgehen.
    Ich hoffe, Dein Hund muss nicht leiden! Habt eine lichtvolle liebevolle sternenverzauberte Zeit!
    Herzlichst
    Lisa

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  5. Oh das ist wirklich rührend und erzählt den eigentlichen Sinn der Weihnachtstage!
    Fernab von den Tagen heute, an denen es "größer, schneller, lauter" heißt.

    LG
    Angela

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  6. Liebe Gitta,
    Deine/Eure Geschichte berührt mich sehr ! Du bist ein besonderer Mensch Gitta und deshalb werdet Ihr auch immer besonderen Menschen begegnen !
    Drück Dich ganz doll und wünsche Dir und Deinen Lieben ein schönes Weihnachtsfest,
    Deine Birgit

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  7. Würde gerne irgendetwas schreiben, muss mir aber noch die Tränen noch wegwischen...
    Frohe Weihnachten, liebe Gitta, sendet dir und deiner Familie, diesmal aus Allgäu -
    Kasia

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  8. Hallo liebe Gitta,
    eine sehr schöne Weihnachtsgeschichte hast Du erlebt, ich wünsche Dir noch viele schöne Geschichten in Deinem Leben.
    Alles Gute auch für Deinen Hund, ich hoffe er wird wieder gesund.
    Viele Grüsse von Conny mit dem roten Eimer ;-)

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