Donnerstag, 6. Februar 2014

Hand und Kopf


Gebastelt, gesammelt, gestrickt oder genäht, habe ich schon immer. Mal mehr, mal weniger. Seit ich denken kann, habe ich Gegenstände, Materialien, darauf überprüft, ob sie noch etwas anderes werden können. Vorzugsweise waren das Dinge, die niemand mehr haben wollte. Abfall, Sperrmüll, Weggeworfenes. 
Und manchmal ist auch noch etwas daraus geworden. Manchmal.

 Im Moment ist Recycling ein beliebtes Thema, und alle finden das toll. 
Und letztlich ist es unumgänglich, denn die Abfallberge, auf denen wir sitzen sollten wirklich nicht höher werden. 
 Aber auch meine eigenen Halden sollten das nicht ! Es ist schön, Dinge zu finden, Dinge geschenkt zu bekommen, oder auf dem Flohmarkt zu erstöbern . 

Aber : Es gibt eine Diskrepanz zwischen der Geschwindigkeit meiner Hände, und der meines Kopfes. So schnell, wie die Ideen da sind, können sie nicht umgestzt werden. 
Also hebt man das Material in Haus und Hof auf, und behält die Idee im Kopf, oder bestenfalls in einer Notizkladde.  Und so entstehen Berge, ... die ich in meinem Leben nicht mehr verbrauchen kann !!!



Und dann kommt der Tag, an dem man sich bei Glatteis derart aufs Mett packt, daß man nicht mehr in der Lage ist, eine Kiste mit Stoffen selbst auf den Dachboden zu tragen . NICHT MEHR IN DER LAGE !

Ich arbeite in der Krankenpflege. Dort sehe ich Menschen, die ihren Trinkbecher nicht mehr halten können, oder die es nicht mehr allein aufs Klo schaffen.  Ich weiß, daß meine Kräfte, meine Lebenszeit, irgendwann eine natürliche Begrenzung finden werden. Eine Binsenweisheit ist es, Dinge nicht ewig aufzuschieben, sie anzupacken. Jeder Ratgeber betet uns das vor.  Aber in den vergangene Wochen habe ich es GESPÜRT, es ERFAHREN, wie es ist, nicht mehr das tun zu können, was man will.  

Vieleicht war es deshalb so still hier... Es hat im Untergrund gearbeitet, und so nett handgestrickte Dinge, und gesponnenen Wolle auch sein mag. Es traf für mich grad mal nicht den Kern der Dinge. 
 Meine Aufgabe ist es im Moment, herauszufinden, was ich wirklich von meinen Ideen umsetzen will. Alles, was ich nicht mehr brauche, loszuwerden, und dann konsequent an die Umsetzung meiner Pläne zu gehen. 

Und ich bin schon kräftig dabei, habe in den letzten Tagen viel geschafft, und bin sehr stolz darauf.  


Habe Gardinen genäht, viele Sachen weggeworfen, verschenkt, verkauft. Irgendwie nix fürs Foto, aber trotzdem produktiv.


So, das musste ich mal loswerden. 


 Das Frühlingswetter draußen hebt meine Laune, heute war ich das erste Mal wieder so richtig mit dem Muftithund fahrradfahren, und jetzt gehts weiter mit ausmisten.

Ich werde Euch berichten !!!

Kommentare:

  1. Hach, ich kann deine Gedanken so gut nachvollziehen! Wenn ich an die Sachen in meinem Secondhandladenrestekeller denke...
    Gut, dass du die Sachen so weiterzugeben versuchst, dass sie noch jemandem nützen können. Und das ist ja sowieso nützlicher als in Kellern oder auf Dachböden rumzuliegen.
    Liebe Grüße
    und weiterhin gute Besserung!
    Christiane

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  2. Das hört sich doch gut an. Ich finde es immer wieder befreiend, wenn ich von meinen "Ich wollte doch noch... ich müsste noch... ach, das ist ja auch noch da... Sachen" wieder etwas abbaue. Mich davon wieder löse. Irgendwie kosten diese nicht begonnenen und unvollendeten Projekte Energie.

    Liebe Grüße
    und gute Besserung weiterhin!

    Nula

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  3. Ich kann das so gut verstehen - ich sortiere mein Leben auch gerade wieder ein bisschen und trenne mich von Dingen, die ich nicht (mehr) brauche. Irgendwie ist das auch befreiend, finde ich.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und grüße dich herzlich
    Regina

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  4. Manchmal muss das einfach sein, das man die Notbremse zieht. Ich habe das in den letzten Jahren meinens Lebens schon öfter gemacht. Und der Schaffner meines Lebens hätte mich wohl schon aus dem Zug meines Lebens geschmissen, wegen dieser Notbremsentour, wenn er könnte. Kann er aber Gott sei dank nicht.
    Es ist immer wieder gut mal auszumisten. Und hin und wieder kann man dabei anderen Leuten eine Freude machen. ;)
    LG
    Sandra

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  5. Ich bin immer froh, wenn ich was los bin. Die das Leben vereinfachende Reißleine habe ich schon lange gezogen. Mein Mann, der beruflich auch mit Altenheimen und deren Bewohnern zu tun hat, denkt schon an betreutes Wohnen. Meint, man müsse sich zeitig kümmern. Seit wir unfreiwillig zu den vielen Katzen gekommen sind, will er hier aber doch weiter ausharren. Was sein wird, wenn einer von uns total ausfällt, mag ich mir gar nicht ausmalen.
    LG Christiane

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  6. Solches "Anpacken", gedanklich und real, befreit und setzt auch wieder neue Kräfte frei. Vielleicht hat sich beides befruchtet, das gesund Werden und das Trenne.
    Schön, dass es dir besser geht! Gib auf dich acht.
    Birgit

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