Donnerstag, 18. Juni 2015

Holla die Waldfee


Darüber, was ich mit diesen Tannenspitzen angestellt habe, bin ich noch einen Post schuldig. Das hat aus Zeitmangel vor dem Urlaub nicht mehr geklappt.

Jetzt aber : 

 Meine Hunderunde führt an einer stillgelegten Tannenbaumplantage vorbei. Längst sind die Bäume einer wohnzimmertauglichen Größe entwachsen und ein reges Leben hat sich dort entwickelt.

Manchmal schleiche ich mich zwischen den Tannen durch und genieße das Biotop Wald. Junger Wald. Im Herbst wachsen dort viele Pilze. Stein und Butterpilze.


Fuchs und Hase sagen sich hier gute Nacht, und an Tagen ohne Termine sitze ich am Rand der Plantage und genieße einen Moment das Waldleben, während der Eichelhäher sich furchtbar aufregt und die anderen Tiere warnt, daß da schon wieder diese komische Tante mit ihrem Hund ist.

Von jeder Tanne habe ich nur 10 Triebe genommen, um den Baum nicht zu sehr zu schädigen.
So auch vor ein paar Wochen. Die frischen, neuen Tannenspitzen waren gerade gesprossen und ich hab einfach mal eine probiert ... den harzig-säuerlichen Geschmack fand ich interessant und so hab ich mir ein Rezept aus dem Netz gesucht und einen Tannenspitzensirup gekocht.  

Viel erwartet hatte ich, ehrlich gesagt, nicht, aber das Ergebnis hat mich mehr als überrascht.


"Holla die Waldfee" Sirup ist etwas ganz besonderes. Schmeckt ganz toll im Tee, kann auch verdünnt mit Mineralwasser genossen werden. Und soll sogar Heilkräfte haben bei Husten und Heiserkeit.

Und so habe ich das gemacht : 

Auf 500 Gramm Tannenspitzen etwa einen Liter Wasser. 
Das Ganze eine gute Stunde köcheln lassen. 
Dann den Sud durch ein Tuch gießen, den Tannenspitzen noch im Tuch ausdrücken. 
Den milchigen Tannensaft mit 500 Gramm Zucker ( oder Honig, oder Rohrzucker... ) vermischen und bei kleiner Flamme so lange köcheln lassen, bis ein dickflüssiger Sirup entstanden ist. Den fertigen Sirup heiß in geeignete Flaschen füllen ( Twist-Off ), die Flaschen sofort verschließen.  Wahrscheinlich hält sich dieser Sirup bei entsprechender Lagerung ca. 1 Jahr....


Eine ganz spezieller Sirup ! 

Den mache ich sicher nochmal. Nun ist aber die Erntezeit für Tannenspitzen vorbei, so das ich mit meinen Vorräten bis zum nächsten Mai sparsam haushalten muss. 

etwa 900 Gramm Tannenspitzen haben diese Menge an wirklich aromatischem Sirup ergeben

Passend dazu zeige ich Euch noch ein paar ganz bezaubernde Zeichnungen aus einem antiquarischen Buch, das ich in Dänemark in einem der vielen Charity-Läden gekauft habe.  


Wald - und andere heimische Wildtiere, auch sehr gut zur Reproduktion geeignet, sehen gerahmt als Farbkopie sicher wunderbar aus....


Holla die Waldfee !

Kommentare:

  1. Das klingt interessant, liebe Gitta,
    werde ich mir für nächstes Jahr vormerken. Da ich fast ausschließlich Wasser und Tee trinke, verfeinere ich beides gern mit Sirup. Im Garten habe ich viel Pfefferminze, davon habe ich im letzten Jahr Sirup gekocht. Schmeckt gut, aber eine Abwechslung wäre schön!
    Herzliche Grüße
    Regina

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  2. Das hört sich lecker an.Hab schon viel davon gehört aber es noch nie ausprobiert.
    Holunderblütensirup hab ich gestern angesetzt.
    LG
    Nicole

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  3. in das buch hab ich mich sofort verliebt!! soo schöne bilder! jetzt hoffe ich mal darauf, dass ich im urlaub auch so etwas schönes entdecke!
    den geschmack des fichtennadelsirups kann ich mir nicht so richtig vorstellen. irgendwie denk ich dabei immer an badesalz ;-)!
    liebe grüße von mano
    ...und danke für deine kommentare. ich lese deine posts immer und schreibe leider viel zu selten etwas dazu.

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  4. Hmmm, das ist wirklich ganz was Feines. Erinnert mich ein wenig an meine Kindheit. Meine Omi hat auch Sirup aus Fichtentrieben gemacht. Und das Buch ist ja nur schön. Ich liebe diese alten Zeichnungen. Wundervoll.
    Hab eine feine Zeit
    Elisabeth

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