Freitag, 4. März 2016

Ernst Böckle


Zuerst einmal : Vielen Dank an meine feine Leserschaft für Trost und Zuspruch nach meinem letzten, etwas deprimierten und deprimierenden Post. Auch eine sehr liebe Mail habe ich erhalten, und es ist immer wieder toll zu merken, daß da "Draußen" nette Menschen sind, die meinem Blog lesen und auch mögen.  

Danke dafür. Das könnte ich mir dann auch gleich mal hinter die Ohren schreiben, denn ich bin nicht der große Kommentator, dabei ist Rückmeldung beim bloggen unersetzbar wichtig.

Ich werde einfach weiterschreiben. Und über Dinge berichten, die mich glücklich machen, kann und möchte dabei aber weiter über den Tellerrand sehen.

 Leider ist die Welt eben nicht in Ordnung und wir wohnen nicht in Bullerbü... 
Es mögen mir also die verzeihen, die durchgängig Fröhlichkeit und gute Laune erwarten. 

 Immerhin, heute konnte ich ein paar kleine Erfolge für meine "Flüchtlingsfamilie" erreichen. Nicht die Welt, aber sinnvolle Hilfen im Alltag. 

An dieser Stelle möchte ich als Reaktion auf Lisas Kommentar unter dem letzten Post schreiben.  

 Liebe Lisa : Du schreibst, Du kümmerst Dich um die "Deinen". Solange es Menschen gibt, die sich um die " Ihren" kümmern, und damit nicht nur ihre Familie meinen, sondern geflüchtete Menschen mit einbeziehen, so lange wir nicht unterscheiden zwischen " Uns" und den " Anderen", so lange gibt es noch eine Hoffnung in diesem Land, die Aufgabe von Integration und Hilfe für Menschen in Not zu bewältigen.


So.
  Während der zurückliegenden Krankheitstage hatte ich Zeit, ein wenig zu ordnen, meine Wollvorräte zu sichten und zu planen. Ich bin dabei auf den Gedanken gekommen, per Anzeige Hobby-Schafhalter anzusprechen, und um die Wolle Ihrer (gehüteten) Hausschafe zu bitten.  
Ja, und ich hatte Erfolg. Die liebe Lisbeth hat mir geantwortet und wir sind uns einig geworden, daß sie mir ein paar Vliese ihrer kleinen Schafherde zusendet.  


Und da stand er nun, der riesige Karton mit sorgsam zusammengerollten Vliesen der gehegte Blöker aus dem Wendland (auch noch aus dem Wendland).  

" Ernst Böckle "

Ich habe schnell die Reste der Coburger Füchse weggewaschen und das erste Vlies der liebevollen Lieferung, das einmal einen Schafbock namens Ernst Böckle gewärmt hat, gewaschen und getrocknet.  

da mag auch der Mufti mal reinschlüpfen
Die Leidenschaft für das Material Wolle lässt und lässt mich nicht los. Es ist ein herrliches Vlies, das der Ernst Böckle da getragen hat. Weich, fluffig und nach dreimaligem Bad, nur in warmem Wasser, wunderbar sauber. 


Der Anspruch an meine Wollarbeit ist deutlich gestiegen. 
Hatte ich am Anfang nur das Ziel, irgendeine Faser zu erzeugen, möchte ich jetzt gern sortenrein verspinnen und dabei die, meist nur graduellen Unterschiede der einzelnen Schafrassen kennenlernen.

 Ich lerne eben ein Handwerk.

Beim Thema " Sticken" fange ich ganz von vorn an.....


Zugefallen sind mir gestern ein paar wunderbar abgeliebte Herrenhemden, allesamt verwaschen, aus Leinen oder Baumwolle.
 Sollten weg, wären auch fast in der Tonne gelandet. Ich bin auf die Idee gekommen, diese Hemden für meine ersten Stickversuche zu nutzen. Mal sehen , ob ich es durchhalte, pro Quadrat jeweils einen Stickstich zu üben und am Schluss etwas Brauchbares daraus zu fertigen. Ich bin aber ganz optimistisch. Insgesamt.

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende und bedanke mich für Eure Geduld .

Kommentare:

  1. Jetzt mal im Ernst : Ist Ernst Böckle nicht eine stattliches Böckle ?
    Ich glaube seine Vorfahren wohnten zwischendurch mal im Schwäbischen....
    Ich teile deine Leidenschaften für Wollvliese, fürs Sticken und Spinnen.
    Bin sehr gespannt wie die Stickerei weiter geht.
    Herzliche Grüße,
    Angela

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  2. SO schöne Wolle, liebe Gitta! Eine tolle Idee eine Anzeige aufzugeben. Ich wünsche Dir gutes Gelingen für Dein Vorhaben :) Auch Deine Stickarbeit ist schön. Glückwünsche zu Deinem Durchhaltevermögen!
    Liebe Grüße
    Erika

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  3. Hallo Gitta,
    ich habe eben gelacht als ich Mufti in dem Vlies liegen sah. Herr Fuchsberger hat auch so eine Schwäche für Merinofilz. Noch lieber liegt er aber in der groben Filzwolle. Da kommt er mit seiner Nase gar nicht mehr raus. Die muss ja besonders gut duften.
    Liebe Grüße von der kalten Küste und lass Dich nicht unter kriegen.
    Sandra

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  4. Liebe Gitta, Du Fleißige!
    Danke für Deine Antwort, ja Ermutigung.
    Toll, wie Du Dein Wissen, mit Hand und Kopf, über das Thema Wolle immer mehr erweiterst und dranbleibst. Man spürt da viel Leidenschaft und Beharrlichkeit.
    Hab ein schönes Restwochenende!
    Lieben Lisagruß!

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  5. Ich finde es gut, wie du dich engagierst, hilfst. Nein, es ist nicht jeder Tag fröhlich. Es git auch Momente, wo man glaubt, dass es nicht weiter geht. Du bist tätig, tust ganz viel. Und genau das macht Mut.
    Ich habe mich auf deinem Blog durchgelesen. Mir gefällt es hier und ich komme dich bestimmt wieder. Eine Frage habe ich auch noch.
    Wie schaffst du es, ein zusammenhängendes Vlies zu waschen? Ich habe die Wolle bisher immer gezupft und gewaschen, hätte aber für die Nadelfilzerei gern einganzes Vlies. Ich würde es man versuchen wollen.
    Liebe grüße non der Gudrun

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