Sonntag, 2. Juli 2017

Woanders

waren wir an diesem Wochenende.



Nämlich in Einbeck. Und ohne Grund wären wir dort nicht hingefahren. Schon in unserer " aktiven" Elternzeit haben wir uns hin und wieder einen Konzertbesuch in einer anderen Stadt gegönnt. Meist, weil der gewünschte Künstler nicht in der Nähe spielte. Und wenn an schon mal dort war, woanders, dann hat man auch gleich ne Hotelübernachtung drangehängt und ein wenig den Ort erkundet.


So begaben wir uns nach Einbeck. Nicht weit, aber weit genug. Nette, kleine, gut erhaltene Fachwerkstadt. Größtenteils  restaurierte 400 !!! Fachwerkhäuser unterschiedlicher Couleur ( naja, so unterschiedlich dann auch wieder nicht ).


Zwei sehenswerte Ausstellungen haben wir besucht. Den PS-Speicher, eine Ausstellung historischer Fahrzeuge von größerem Format, hatten wir im letzten Jahr schon gesehen, die dazugehörige Nutzfahrzeughalle ( Lastwagen, ) war beim letzten Besuch geschlosssen. Die Ansicht der motorisierten Arbeitstiere haben wir nun nachgeholt.  Nicht so sehr mein Interessengebiet, aber beim Anblick unrestaurierter Laster aus den 30iger Jahren kann man sich schon vorstellen daß das Führen einer solchen Maschine Schwerstarbeit gewesen ist.


Klein aber fein, das Stadtmuseum, und darin besonders bemerkenswert eine Ausstellung historischer Fahrräder. Klar, natürlich ein Sahnestückchen für den Mann, der sich mit historischen Fahrrädern beschäftigt.


Ein schönes Fundstück aus dem Museumsshop ist der Faksimilekatalog des ersten Versandhauses, gegründet vom Einbecker Unternehmer August Stukenbrock. 
Von dort aus verschickte er seine Alltagswaren in die ganze Welt.


Von Beginn des vorigen Jahrhunderts bis in die frühen 30iger Jahre konnte der geneigte Käufer aus dem, jetzt kulturhistorisch bedeutsamen Katalog Waren wählen, die heute größtenteils nur noch auf Flohmärkten zu finden sind und dort  ganze Vintage-Fraktionen zum Glückskollaps bringen würden.
 Es gibt den Katalog auch noch in der Ausgabe von 1912 und 1926. Vielleicht mal als Geschenktip .

....hier hätt sich auch der Schorsch Ringswandl, der eigentliche Grund der kleinen Reise seine Zither bestellen können.

 Nach Vorerfahrungen der eher desillusionieren Abteilung, war meine Euphorie bei Beginn des Konzerts verhalten. Picke-packe voll besetzter Konzertort, dicke Luft herinnen im alten Gasthaussaal.
Was, wenn der spinnerte Kardiologe im neonbunten Anzug auf der Bühne  gaggerfidel versucht zu springen und zu tanzen ?  Oder er zeigt, wie andere Ikonen meiner frühen oder späteren Jugend einfach mal ne tolle Diashow...,
kann sein, du !

Tat er nicht ! 
 Angetan mit überwiegend schlichtem Gewand, noch immer scharf in Profil und Geist, begleitet von netten, jungen Musikanten, hat Ringswandl immer noch Herz und Verstand , müht sich redlich, die teilweise sehr mundartlichenTexte verständlich zu singen...
Glaubwürdig, gemildert und immer ehrlich am Wesentlichen des Menschseins, konnte der Abend mich sogar in die Gefilde des Rythm and Blues entführen. ( Das heisst scho was.)

 Fazit : Unbedingt empfehlenswert. 

Wer eine aufrecht gereifte Persönlichkeit und kein Abziehbild des eigenen Erfolgs auf der Bühne erleben möchte :

auf gehts  Madln...( und Buam )* 1


Obacht,  einfach mal woanders hinfahren und den Schorschi anhören !


* 1 :   bairische Vokabeln

 * 2 : https://ps-speicher.de/

* 3 : http://www.stadtmuseum-einbeck.de/

Kommentare:

  1. Was für schöne Fratzen und Ornamente an den Häusern! Ringsgwandl mag ich ja vor allem in der "Staffabruck"-Phase, die neuen Sachen erinnern da ja auch wieder dran. Muss ich mir gleich mal genauer anhören.
    Liebe Grüße, Andreas

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  2. Ringsgwandl in Einbeck - muss man drauf kommen! Beides schön & interessant.
    Eine gute neue Woche!
    Astrid

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  3. Augenschmaus! den Ohrenschmaus gönn ich mir später.
    Lieben Lisagruß!

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  4. Auf dem ersten Blick dachte ich, ach Goslar. Da gibt es auch so wunderbare alte Fassaden, verwinkelte Gassen, Aufschriften... Solche Ausflüge sind doch wunderbar.
    Lieben Inselgruß
    Kerstin

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  5. Ja ! - wir ziehn woanders hi.
    In den Bayernwald, das rollende errr kann ich Gott sei Dank ! von Geburt an.
    Dann treff ich vielleicht Schorschi.
    Liebste Grüße,
    Angela

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