Dienstag, 2. September 2014

Take a walk on the wild side

Überall auf meinen Hundespaziergängen locken Wildfrüchte. Holunderbeeren, Vogelbeeren, Wildkirschen.
Was liegt da näher, als diese kostenlosen Gaben für die Marmeladenküche zu verwenden.


Vogelbeeren standen schon lange auf meiner Wunschliste. So schön rot leuchten sie mir entgegen. 
Sehen bei näherer Betrachtung aus wie kleine gesunde Äpfelchen. Und was für die Vögel gut ist ... ???
Also pflückten Tochter und Freund am Sonntag ein kleines Eimerchen voll von den hübschen Beeren.  Nach Vorschrift zubereitet und mit Holunder gemischt, vorher noch gesüßt und zu Marmelade verarbeitet...  Toll sieht es aus, mein Werk. 


Aber trotz eines nur geringen Anteils an Vogelbeeren ist die Fruchtzubereitung recht bitter geworden... und damit leider nicht mein Geschmack. Ich hab es bei 2 Gläsern belassen, vielleicht findet sich ja ein Liebhaber der eher bitteren Note.

Aus den am Sonntag geernteten Holunderbeeren ließ sich leider keine Konfitüre mehr machen. Zu schnell verderblich sind diese Dolden.


Und zwar habe ich diesen Sommer kaum Wolle mit Pflanzen gefärbt  (zum 
einen weil ich die schweren Pötte nicht heben konnte, zum anderen, weil einige meiner Ergebnisse vom Frühsommer alles andere als berauschend waren.)


Mit den nicht mehr für den Verzehr geeigneten Holunderbeeren habe ich aber dann doch zwei Stränge Milchschafwolle eingefärbt. Die warteten schon fertig gebeizt auf genau diese Farbe.


Und dieses Ergebnis gefällt mir  gut. Sicher sieht es sehr schön aus, die altrosa Stränge  mit dem Rauhwollergrau zusammen zu verstricken.

Die Vogelbeeren werde ich in Zukunft tunlichtst da lassen, wo sie sind, nämlich an den Bäumen. Heissen ja auch Vogelbeeren und nicht Menschenbeeren..... 

 Wieder was gelernt !!!


Sonntag, 31. August 2014

Komm ins Mützenland



Zugegeben. Die Ähnlichkeit mit "Platz für die Katz" ist unübersehbar.


 Und fast hätte ich das Bändchengarn wegen Überwollung verschenkt.


Dann habe ich doch eine Häkelprobe gewagt, fand das Garn sehr geeignet und leicht zu verarbeiten. Überdies die Farben doch schön, und so ist doch noch was draus geworden. 


 Denn die Mützenzeit naht, Köpfe möchten bewärmt werden, aber auch geschmückt. 


Ein bisschen sieht die Haube aus wie vom Mittelaltermarkt weggelaufen, aber sie sitzt gut und ist lustig und niedlich.


 Finde ich jedenfalls.  Eine schöne Woche Euch Allen ! 

Freitag, 29. August 2014

Kleines Haus mit blauer Tür


Vor fast 20 Jahren sind wir hierher auf unser Dorf gezogen.  (Unser Dorf ?) , ja inzwischen schon.
Seitdem kenne ich das kleine Haus mit der blauen Tür. Damals in jenem ersten Herbst saß noch ein altes Ehepaar vor dem Häuschen, und schaute einem Wurf junger Katzen beim Spielen zu. 
 Kurze Zeit später schon, war das Haus leer, die Bewohner verstorben oder ins Heim gebracht... ich weiß es nicht. Viel zu sehr waren wir mit unserer eigenen Fachwerkruine beschäftigt.
  

Jemand hat die Tür ungefähr zu diesem Zeitpunkt nochmal gestrichen, in knallblau, was ich damals, ganz im Denkmalschutz verhaftet, empörend fand... Es war das letzte Pöttchen Farbe, der letzte Verschönerungsversuch, den das Haus bislang gesehen hat. 


Seit Jahrzehnten unbewohnt, drängt sich der Efeu ans Haus, schmiegt sich an, fordert an manchen Stellen Einlass. 


 Die knallblaue Farbe ist verwittert, und die Tür, mit ihren Zeichen der Zeit, eines meiner absoluten Lieblingsmotive geworden.


Langsam bröckelt der Lehmputz an vielen Stellen, der Wandaufbau wird sichtbar, das Haus baut sich sozusagen selbst wieder zurück.  


Das Außen passt sich dem Innen an.



Dekaden der Farbgestaltung werden an der Tür sichbar, jede Schicht, die aufplatzt, legt eine 20 Jahre ältere frei.


Tritt man näher an das Haus heran, kann man deutlich die Feuchtigkeit riechen, die aus dem Lehmgemäuer aufsteigt, aber vor dem Haus wächst ein frischer Teppich federweichen, wilden Oreganos.

  Prächtige Holunderbüsche wachen seitlich, und ein paar rosa Blümchen tummeln sich am Zaun.


Schade, altes Haus, wirst wohl nicht mehr zu retten sein.


 Aber ein wenig von dem wunderbaren, duftenden Oregano habe ich mir mitgenommen, vielleicht wächst er in meinem Garten weiter.


Mittwoch, 27. August 2014

Das mach ich doch mit links


Zuerst einmal :

Habt herzlichen Dank für Eure Anteilnahme an meiner verrotteten Schulter, und für alle guten Wünsche. Es hat mir echt gut getan und mich auch freudig überrascht.

Nebenbei bin ich dankbar dafür, das ich überhaupt die Möglichkeit habe, meinen Einschränkungen die Aufmerksamkeit und Therapie zukommen zu lassen, die sie im Moment braucht.

So groß die Kritik an Schulmedizin auch ist, immerhin gibt es sie und die Möglichkeit sich behandeln zu lassen, und je nach Kenntnisstand und Einstellung stehen uns ja auch noch andere Möglichkeiten offen.

 Das ist nicht für jeden, nicht in jedem Land, und nicht in jeder Situation möglich. Ein kurzer Blick in die Nachrichten zeigt das.... !

Überrascht hat mich aber auch, das so viele von Euch ebenfalls Probleme mit der Schulter hatten oder haben.

Dies ist zwar ein werbefreier Blog und das soll auch so bleiben, aber heute mache ich mal eine Ausnahme.  Als ich am Anfang meiner Schulterstory relativ im Regen stand, habe ich im Netz nach Behandlungsmöglichkeiten gesucht und dabei diese Seite gefunden. 
 Ich habe mir das Übungsgerät bestellt, den Vertreiber des Geräts auch mehrmals ratsuchend angerufen, und habe jedesmal eine freundliche und sehr kompetente Auskunft auf meine Fragen bekommen.

Schaut mal in die Seite rein, auch die Videos sind sehr gut und erhellen die ganze Systematik. 100 Punkte !!!!

Mich hat die Übung mit der Schulterhilfe auf den richtigen Weg gebracht... 
Es ist anstrengend, erfordert Disziplin, ist aber effektiv.  Soviel dazu. 

.... und was mach ich jetzt noch mit links. 



Fotografieren zum Beispiel.  Meine kleinen Hühnerchen ( ja, die aus der anderthalb Quadratmeter-Voliere, lichtlos und überfüllt)  haben sich zu hübschen und aufmerksamen Zwerghennen gemausert.


Sie dürfen im Garten frei laufen und ich hoffe, das sie sich im Laufe des Herbstes den anderen Zwerghennen anschließen. Noch möchten sie lieber zu dritt bleiben. 



Leider gibt es hier auf unserem Grundstück keinen wirklich guten, alten Obstbaumbestand....also Äpfel und Birnen aus eigenem Anbau ist im Moment eher Mau. 

Ein kleiner Apfelbaum hat Ziege und Schaf überlebt, trägt aber dieses Jahr nicht viel, und die geplante Apfelmusfallobstaktion im Dorf muss aus Schultergründen unterbleiben. 


 Dafür sind dieses Jahr die Früchte des alten Mirabellenbusches in meinen Blick geraten. Wunderbare Marmelade und einiges an Saft habe ich mit Hilfe meiner Mitkommunarden daraus gekocht.( Ich sag, Du trag !!)
 In früheren Jahren schmählich verachtet, habe ich in diesem Jahr die Mirabellenmarmelade mit Rosmarin gewürzt, was dem ganzen ein feines, ungewöhnliches Aroma verleiht. 



Rezept ist ganz einfach: 

 Marmelade wie üblich, nach Geschmack mit Gelierzucker 2 zu 1 zubereiten, und auf 1 Kilo Masse 2 kleine Zweige frischen Rosmarin mitköcheln lassen, vor dem Abfüllen den Rosmarin entfernen. 

Umwerfend.