Donnerstag, 4. Februar 2016

Zwischendurch


Eben Februar. Nicht gerade erhebend für die Stimmung. Nicht richtig Winter, aber auch noch kein Frühling in Sicht. Die allgemeine Lage auch nicht gerade freundlich.
Ich fühle mich genauso unentschlossen wie die Schneeglöckchen in unserem Garten.


Konstant und verlässlich läuft mein neues Spinnrad. Vor ein paar Tagen entdeckte ich ein  Skudden-Quessant-Mix-Vlies vom letzten Jahr und habe es mal angesponnen.


Farblich wirklich mein Geschmack, aber in gesponnener Form hart und fest . Dann werden das wohl Hausschuhe. 


Mein neues Spinnrad ist ein Traum. Diese Garne habe ich bisher darauf gesponnen.


Schnurrt wie ein Kätzchen und lässt sich sehr fein regulieren ( Einzug, Drall).


 Ein wenig fehlt mir noch die Übung mit dem 2-fädigen Spinnen aber wir werden uns schon noch gut kennenlernen, das Rad und ich. 
 
Unser Kater findet jede Rohwolle toll, egal von welcher Schafrasse.

 Für Morgen und Übermorgen plane ich einen kleinen, skurrilen Ausflug, deshalb nur mal ein Lebenszeichen in Kürze.
 Und in der nächsten Woche finde ich auch hoffentlich die Zeit, um die Adventsaktion ordentlich abzuschließen.

PS. Der Koffer aus dem letzten Post hat tatsächlich eine Liebhaberin gefunden...

Helau !

Mittwoch, 27. Januar 2016

Tantentratsch

Dieses" Dings "ist ein alte Gürtelschnalle. Die darf beilben, weil sie wirklich schön ist....

Noch hat es sich nicht bis in den allerletzten Winkel meines Bekanntenkreises herumgesprochen:

Ich sammle nicht mehr. Ich will keine unnützen Dinge mehr geschenkt bekommen, für den Flohmarkt, um es auf die Halde zu legen oder sonstwas.

 Ein mühsamer, aber heilsamer Prozess...

Ja, ich halte weiter Ausschau nach tragbaren Klamotten für Bedürftige, wer auch immer es sei. Ich bin sozusagen ein Auffanglager für sinnvolle und guterhaltene Kleidung. Die wird dann aber umgehend nach Erhalt weiterverteilt. 

So weit, so gut.

So erreicht mich immer mal wieder ein Anruf einer alten Dame, die an der Schwelle zum 9. Lebensjahrzehnt stehend, nun ihre Habe auf Überschaubarkeit reduziert. Und zwar alles, was ihr so in die Hände fällt. Nicht nur Brauchbares.

So weit so gut.

An dieser Stelle versagt immer wieder das Wörtchen "Nein" seinen Dienst. Ich möchte der Dame helfen, denn es ist wirklich an der Zeit und so fit ist sie auch nicht mehr. 
 Also hole ich den Krempel ab, um ihn.... naja, Ihr wisst schon. Zumindest Teilweise


So stand  dieser Tage ein Koffer auf der Diele, gefüllt mit brokatenem Gelumpe, und weil ich wegen des Nachtdienstes keine Zeit hatte, die Puffs den Weg allen Irdischen gehen zu lassen, hat sich kurzerhand eine unserer Katzen hineinbequemt.
 Grund, das historische Ensemble näher zu beschauen, auf Brauchbarkeit, auf Geschichtsträchtigkeit, auf Schönheit.


Und ja, hätte ich einen Loft mit rohen Wänden und den dazugehörigen Palettenmöbeln. Wäre ich knapp über Dreissig und ein Hipster, dann würde ich mir das Exponat, auf Haarnadelbeine geschraubt, in meine Bude stellen. (Und selbstgemacht ist sowieso immer toll, nichts für ungut !, und manchmal, echt, finde ich es schade, daß es nicht so ist)

 Ich würde die Skulptur mit Katze " Tantentratsch " nennen und sicher würden einige meiner Freunde auch so was haben wollen. Die Katze dürfte weiter darin wohnen und das Teil wäre das fünfte Möbel in meiner leeren Kemenate.


Aber so : Da wird das Objekt den Weg alles Irdischen gehen.  Natürlich ohne Katze. 


 Und wenn die Dame das nächste Mal anruft ?

Dann fahre ich hin und hole die Sachen ab. Und lasse sie den Weg... (zumindest teilweise...)


Und grundsätzlich sollte man alte Damen nicht unterschätzen !

P.S. Bevor sich hier ein Sturm der Entrüstung erhebt, weil ich alte Damen übers Ohr haue.

1. Ich darf mit den übereigneten Dingen nach Belieben verfahren. Die Dame und ich sind uns da einig.
2. Etliches findet glückliche, neue Besitzer.
3. Ich mag die alte Dame, sie ist eine Lebenskünstlerin und in vielem ein Vorbild. 
 
 Ich karikierte hier meine eigene Ex-Sammelwut, denn noch vor ein paar Jahren hätte ich das skurrile Ensemble unbedingt behalten wollen.



Übrigens : wer möchte, dem schicke ich den Koffer, mit oder ohne Kissen gegen Portokosten gerne zu !!! Kontakt bitte über email :
gitta.misera@gmx.de


Freitag, 22. Januar 2016

Stand up...

.... in a clear blue morning.


Nachdem der gestrige Himmel in ältestem Abwaschlappengrau deprimierte, ist heute wieder alles im Lot.


 Da wird sogar die Ortsausfahrt eines niedersächsischen Dorfes zum Winterwunderland.

 Unsere 80er Jahre-Küche ist teileingebaut und wird nun mit der dazuhörigen Musik beschallt. Die Feinheiten fehlen noch, aber durch eine etwas krumme Urlaubsplanung habe ich den gesamten Februar berufsarbeitsfrei. Kann ich ja Gardinen nähen und sonstigen Schnickschnack machen. 


Ab heute sind erst nochmal 3 Nachtdienste angesagt. Die Koffer sind schon gepackt, und diese Geduldsprobe geht für die (eventuelle) Pause mit auf die Reise. Gehört auch in die Gruppe der Unfertigkeiten, die meine Schränke verstopfen.


 Zweihundert von diesen fitzeligen Grannysquares brauche ich, um das Deckenprojekt auf das gewünschte Format zu bringen. Fünfzig von diesen Atomen habe ich erst. 


Zu viel um aufzuhören, zu wenig, um schon eine wirkliche Motivation zu entwickeln, dieses Mammutprojekt,  (für den ältesten Sohn), fertig zu stellen.
Weil es für ihn mit seinen 33 Jahren für eine Krabbeldecke, ( nein, so lange arbeite ich noch nicht daran, ich bitte Euch !), eindeutig zu spät ist, soll diese Decke ein abgeranztes Ledersofa aus den 70ern zeittypisch gemütlicher machen. Soll ! Naja, das Jahr ist ja noch jung !

    und diese Spitzengardine hat der Frost ans Hühnergehege gebastelt.

In zwei Ansichten : von Draußen nach Drinnen...






 ...und umgekehrt. Ein vergängliches Werk.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Voll bunt, Alter

Hier ein weiteres Exponat aus der Reihe : Ewig gärt das Strickzeug.

 
Die Weste aus sehr rauhem Material hat eine mehrfache Metamorphose durchlaufen. Sollte ursprünglich ein Pullover werden, hat dann aber trotz Raglan-von-Oben-Gestrick so was von überhaupt nicht gepasst, daß ich sie in den Aggregatzustand fädig zurückversetzt habe, um die Weste zu stricken. 


Das Garn ist mein allerzweitestes selbstgesponnenes Garn, voller Anfängerfehler          ( knotig, überdreht). Es war kurzfädig, schwer zu spinnen, jedenfalls für eine Anfängerin, die ich vor 2 Jahren noch war...

 Mir war es zu schade um es wegzuwerfen, ein Zeichen dafür, daß man selbstgesponnenes Garn höher schätzt, als gekauftes  (bei mir ist es jedenfalls so). Das Zackenmuster ist mit einem Rest Fair-Isle-Garn gestrickt. Ich schleppe seit 30 Jahren eine ganze Menge von dem umwerfend bunten Zeug bei jedem Umzug mit. 


Das Garn hat bisher auch alle Aufräumaktionen überstanden, aber noch keine Verwendung gefunden ( zu dünn, zu wenig von einer Farbe). 

Zusammen mit dem Selbstgesponnenen finde ich die Farben nun ganz phantastisch.

Das ist dann das zweite Projekt aus der Abteilung  "mach mich fertig in 2016" und obwohl es mich immer mal wieder in den Fingern kribbelt, etwas Neues anzufangen, denke ich, daß ich durchhalten werde, und den größten Teil der angefangenen und liebengebliebenen Dinge tatsächlich zu Ende bringe.


 Es ist nämlich ziemlich bescheuert, dauernd schöne Dinge anzufangen und sie nicht zu beenden.
 Man bringt sich ja selbst um den Erfolg, ein fertiges Stück zu haben, an dem man sich freuen kann. 


Bisschen schwierig ist es mit den Fotos im Moment. Hier und da habe ich die Weste drapiert, um sie ins rechte Licht zusetzen. 


Die kleine Bibo ist heute mal wieder im Garten auf Wanderschaft gegangen, weil der Schnee hier über den Tag anfing zu tauen. 
Den Hühnern ist unter der Voliere oder auf ihrer Heuveranda langweilig, und da guckt man schon mal gern, was da für ein komisches Ding hängt.