Donnerstag, 23. Februar 2017

Falsches Filzen, falsche Grippe und echte Hühner

Vor dem Filzen

Schon länger steht es auf meinem inneren Planungszettel, das Filzen zu erlernen, daran kommt wahrscheinlich auch niemand auf Dauer vorbei, der sich mit der Herstellung von Wolle beschäftigt.
 Nur scheint mir die Jahreszeit für das Matschen mit Wollvliesen nicht so recht geeignet, das abendliche Handarbeiten auf dem Sofa  ist da wesentlich gemütlicher.

 Grund genug, ein paar Versuche mit dem Waschmaschinenfilzen von Gestricktem oder Gehäkeltem zu unternehmen. Hier eher Gehäkeltes. 


Diese Gurken sollen in der Waschmaschine eingeschrumpft, ein paar chillige Hauspuschen  ergeben.
 
Nach dem Filzen

Das hat auch recht gut geklappt, mit dem Schrumpf-und Verdichtungseffekt bin ich nach zweimaliger Heissbehandlung der Klumpen in der Waschmaschine recht zufrieden.



Leider ist der eine Schuh etwas größer, als der andere, wofür das Filzen nichts kann,  eher ist mein " nach Schnauze" Häkeln dafür verantwortlich.


 Weil es so schön gefilzt und geschrumpft ist, hier noch Sitzkissen-Rohlinge für Gartenbank, Baumstumpf und Stuhl.



 Die runden Dinger werden noch ordentlich heiss gewaschen, bekommen eine Rückseite und werden mit Rohwolle II. Sorte gefüllt.

 Zeige ich dann. Auch wenn es nicht gut geworden ist. 

Teilweise gute Neuigkeiten aus der Hühnerecke !

  Die verdammte Stallpflicht ist hier zwar vorbei, weiterhin gibt es leider ein ewiges Generve mit der angeblich so virulenten Vogelgrippe in anderen Regionen.

 Mein Urteil zu der ganzen Sache : Haltet eure Tiere gesund und artgerecht, dann werden solche Virenzüge kein Problem sein. Denn Tiere, die ein Immunsystem haben, werden mit Infektionskrankheiten auch fertig.




 Das ist " tiny" Tim, wie mein Mann die kleine Henne getauft hat. Tiny ist im letzten Jahr mit fast 2-tägiger Verspätung  als Letzte aus meinem großen Zwerghuhngelege geschlüpt. 
Tiny ist nur halb so groß, wie ihre Schwestern und ein bisschen behindert. Die anderen passen aber gut auf sie auf, sodaß sie immer genug zu essen findet. 
Anlässlich der aktuellen Lage für private Geflügelhalter habe ich natürlich überlegt, ob ich die Hühnerhaltung nach über 20 Jahren aufgeben sollte.
Ich habe überwiegend Spaß an den Hühnern und habe mich entschieden, weiterzumachen. Das hat auch durchaus emotionale Gründe... guckst Du hier.http://gitta-diemiesi.blogspot.de/2015/07/he-ho-spann-den-wagen-an.html


Und wo wir gerade bei Thema sind. Zu guter Letzt hat mich auch noch ein spätwinterlicher Infekt erwischt. Nicht ganz so schlimm, wie die " richtige " Influenza, gegen die ich mich in diesem Jahr habe rechtzeitig impfen lassen.

  Aber unangenehm ist auch so eine " falsche" Grippe...und mir Rechtfertigung mich häkelnderweise aufs Sofa zu begeben...

Mittwoch, 15. Februar 2017

Basecamp


Unsere Kinder sind erwachsen und mehr oder weniger ausgezogen. Die eine oder andere kleine Ehrenrunde im Elternhaus , umständehalber, mal nicht eingerechnet.  So hatten wir uns gerade auf ein Zweierleben eingegroovt, als unsere Tochter im elterlichen Hause wieder vorstellig wurde, um  einen Zwischenstopp einzulegen, die Reserven aufzufüllen und anschließend ins WG-Leben zu starten. Was ich nicht unangenehm finde, und von mir aus auch noch ruhig ein paar Wochen dauern darf.

 Am Spülsaum des selbstständigen Lebens bleibt  dann so manches an Kram liegen, will sagen, beim Erstauszug haben die Kinder Wichtigstes mitgenommen und Restlichstes, wenn es hochkommt, zum Verbleib in Kisten verstaut.  


 Drei Mal habe ich nun schon einen Erstauszug eines " Kindes" erlebt und, ungeachtet guter Vorsätze, in des Trümmern eines Jugendzimmers ein paar  Tränen der Melancholie, aber auch der Erleichterung vergossen.

Überhaupt nicht nach meinem Geschmack ist das Errichten eines Mausoleums einer Kindheit, wie es gelegentlich gern in Filmen als Ausdruck des Stillstandes der Eltern oder der Kindseite verwendet wird.
Kurz gesagt : Da das jeweilige Zimmer nicht als Pubertätsdenkmal bestehen bleiben soll wird es ausgeräumt, je nach Kapazität renoviert und zumindest zeitweise einer neuen Bestimmung zugeführt.
 Der herausgeräumte Kram der Kategorie " minder wichtig" wird in Kisten auf den ( großen)Dachboden verbracht. 

 Da schmort es nun, das Zeug aus jeweils 20 Jahren jungen Lebens.

Im Zuge der allgemeinen Sortimentsbereinigung gibt es nun eine wöchentlichen Termin mit Sohn II zwecks gefälligen Beschauens der liegengelassenen Ressourcen und, wie erwartet, anschließendem Weggwerfen eines großen Teils davon.
 Denn die Geschichtsklausur oder der Spickzettel aus der 9.Klasse sind ebensowenig interessant, wie nur noch zur Hälfte vorhandene Hörbücher oder eine Kollektion ausgemergelter Flummis....
Allerdings findet sich auch manch anrührendes Dokument früher Liebe und Hoffnung, von Lebensideen und Plänen.

Und ganz nebenbei passiert beim Sortieren so etwas wie ein Auszug 2.0  

Das geht natürlich nur in kleinen Einheiten, spätestens wenn die Protagonisten bei "Alles weg" oder "Alles wieder einpacken" angekommen sind, ist die Session vorbei.

Nicht nur für das "Kind", sondern auch für mich. Immerhin sind nicht nur wichtige Jugendjahre meiner Kinder in den Zettelchen, Heften, Fotos , Notizen dokumentiert, auch meine Lebenszeit steckt in all dem.

 An viele Dinge kann ich mich erinnern, natürlich aus Muttersicht. 

Auch dieser wichtige Prozess ist Bestandteil einer, meiner jetzt wichtigen Lebensphase. Der Prozess des Älterwerdens, des Loslasssens ist mir an dieser Stelle besonders bewusst, wenn auch notwendig. 

Und auf eine erfüllende Art anstrengend. 





Und letztendlich ist mir klar.

 Das Basecamp lagert nicht auf dem Dachboden unseres Hauses. 
 
 Das Basecamp für unsere Kinder befindet sich in unseren Herzen. 
 

Ich wusste nicht, das ich Bosse mag. Aber ich mag Bosse !

Freitag, 10. Februar 2017

#nohumanisillegal!: Adventsaktion 2016 zu Gunsten von Sea-Watch

Während ich dieser Tage, als ich an einem sperrigen Februar-Post saß, ( der immer noch in der Leitung festhängt),
klonkerte eine Nachricht der Organisation Sea-Watch in meinen Postkasten.

 Wichtig ! wichtig ! wichtig !

 Die offizelle Bestätigung, daß unsere Spende gut angekommen ist und ich mich mit dem Geld nicht vom Acker gemacht habe....

Liebe Gitta,

vielen lieben Dank für Deine/Eure freundliche Spende in Höhe von 375,00 EUR an unsere Seenotrettung und alle Mühe bei Deiner tollen Aktion!!!
Anbei sende ich dir die Spendenurkunde. Hoffe, ist so okay?!

Gerade jetzt können wir jede Spende gut gebrauchen, da wir ja mit der Sea-Watch 2 in der Winterwerft sind und nach dem einsatzreichen Jahr 2016 zur Überholung des Schiffes auch ne Menge Geld eingesetzt werden muss. Auf Malta wird gerade an der Sea-Watch2 gehämmert, lackiert und geschweißt. Einige bauliche Verbesserungen und Wartungsarbeiten werden das Schiff noch effektiver auf unsere Rettungsmission vorbereiten. Ehrenamtliche Aktivist*innen aus ganz Europa arbeiten zusammen, einige bleiben zwei Wochen, manche helfen sogar mehrere Monate. Wir freuen uns sehr, dass vielen helfenden Hände mit dabei sind. Besonders auch, dass wir dank zahlreicher Spenden die notwendigen zusätzlich in der Werft in Valetta eingekauften Bau-Leistungen bezahlen können!
Bleibt uns gewogen und immer auf den Fersen. Grad im Superwahljahr wird viel gewettert und ideologisch und tatsächlich gemauert (siehe Malta-Treffen der EU-Regierenden). Wir ziehen uns grad warm dafür an und brauchen jede/n, die/der weiß und laut sagt: #nohumanisillegal!

Nochmals lieben Dank und herzliche Grüße!






Ich danke Allen, die mitgemacht haben, Allen, die mitmachen wollten und allen Wohlwollenden.

 375 Euro sind eine schöne Summe für die Arbeit der Organisation und doch ein Tropfen...

  Deshalb wird es auch weitergehen mit ähnlichen Aktionen, spätestens zur Adventszeit 2017.  

Im Besonderen danke ich :  Almuth  , Anette, Conny, Gabi, Irmtraud,  Elke, Lisa, Monika, Mirjam, Sabine, Petra und  Ruth für die konkrete Hilfe....

No human is illegal !

Freitag, 3. Februar 2017

Arbeitspullover oder " Working class hero "


Mein Pullover ist etwas voll in den Hüften mit ziemlich kurzen Armen.
 Frei nach Loriot , wohl eine treffende Beschreibung für meinen neuesten, selbstgemachten, und zwar von Grund auf, Pullover.


 Arbeitstauglich sollte er sein, eigentlich eine Art Weste für die kommende Frühjahrsarbeit im Garten.


Auf alles freue ich mich, auf die Gartenarbeit, auf das Frühjahr, auf den Pullover.

Eigentlich hatte er ein Teppich oder eine Decke werden sollen. Gestrickt aus der Wolle eines der Bergschafe, dessen Vliese ich im letzten und vorletzten Jahr erstehen konnte.


Wolle, der man die gute Haltung, das glückliche Schafsleben anmerkt und die ich supergern verarbeite. Und die ich auch in diesem Jahr wieder kaufen werden. Weil sie so toll ist ...


Und dann wollte das Gestrick doch ein Kleidungsstück werden. Der Pullover ist sehr leicht, sehr warm, sehr robust und... überhaupt nicht kratzig, auch wenn ich den Kragen mit etwas Baumwollfleece gefüttert habe ( von dem mein Mann jetzt behauptet, ich hätte seinen besten Pullover zerschnitten ). Dabei liegt der schon ewig in meinem Vorrat aufgehobener, alter Kleidung zum Verarbeiten ( der Pullover, nicht mein Mann !).


Und da ich noch etliche Gramm von dieser schönen Wolle im Vorrat habe, werde ich daraus noch ein weiteres Kleidungsstück fertigen. Meine Tochter hat einen Pullover bei mir vorbestellt.
Die Wolle habe ich unkardiert, direkt aus der Flocke gesponnen, weil ich die unregelmässige Färbung erhalten wollte. Das unkardierte Verspinnen gelingt mit der Wolle dieser mischwolligen Rasse sehr gut und schnell. Auch das noch vorhandene weisse Vlies werde ich unkardiert verspinnen, es dann aber mit Naturfarben einfärben.


Und sonst. Naja, eben Februar. Grau, bisschen schmutzig. Da braucht man Pläne und was Kuschliges zum Wärmen.


Und einen Schmutzhund der einen raustreibt, trotzdem. 

 Und ohne Musik gehts auch nicht.

Hier meine neueste musikalische Liebe.


Scheens Wochenende !

kleines P.S. Den Erlös der Adventsaktion habe ich an an Sea-Watch überwiesen.
Ich warte nun nur noch auf die schriftliche Bestätigung, dann werde ich das Ergebnis posten !