Samstag, 18. Oktober 2014

Jetzt aber hopp


Der September und auch der Oktober haben es bisher mit uns richtig gut gemeint. Immer noch sommerliche Temperaturen, schön zum Draußensitzen, oder, wie für mich,  zum Wollewaschen.


 In diesem Jahr habe ich die Vliese von ungefähr 30 Schafen sortiert, gewaschen und getrocknet.  Das ist schon eine ganze Menge Holz ! 
Ein Teil davon ist schon versponnen, eine ganze weitere Menge habe ich mottensicher eingelagert.  
 Rohwolle von verschiedenen Schafrassen ist nun in meinem Wolllager vertreten. Milchschaf-, Texel- und Moorschnuckenwolle, Merino und eine Menge schöner Wolle vom pommerschen, rauwolligen Landschaf. 

Jedesmal, wenn ich einen neue Sorte Wolle unter den Händen hatte, habe ich gedacht, dies ist jetzt die schönste... und dann bekam ich noch etwas tolleres angeboten.


 Ungefähr 5 Kaffeesäcke Texelwolle muss noch gewaschen werden. Ich hatte die Wolle schon gar nicht mehr nehmen wollen, die Schafhalter hatten den Wollankauftag verpasst, und wollten die Wolle nicht einfach wegwerfen.

Ich habe mir das schöne Material dann angesehen und bin nun froh, daß ich wenigstens einen Teil mitgenommen habe, so wunderbar weich und fluffig ist die Wolle. 
Also werde ich mich ranhalten und diese Wolle auch noch vor dem Winter waschen und trockenen.


 Jetzt aber hopp, hat heute morgen auch unser Schaf gedacht, und sich mit einem eleganten Sprung über den Elektrozaun auf den unbeweideten Teil unserer Wiese begeben, weils dort einfach leckerer ist.


Bereits gestern war der Ziegenbock in Richtung Hühnergehege fortgehopst , hat erst ein paar Körner gegessen und sich an dem dort gelagerten Heu dick und rund gefressen.  Ein sicheres Zeichen dafür, daß der Elektrozaun eingewachsen ist, freigemäht und umgestellt werden muss. Weils nicht mehr brizzelt, wenn der Zaun eingewachsen ist, und Schaf und Ziege dann stiften gehen.

  
 Für die Tiere ist das immer in Fest, denn alle dürfen raus, für meinen lieben Gatten aber einen echte Knochenarbeit..., dann gabs noch ein paar Bäume zu beschneiden, also Futter und Blätter satt für alle.


  Hier ist eins von den Rupfis, sieht doch schon viel besser aus, und wirkt irgendwie selbstbewusster.


 Die drei zuletzt gekauften Zwerglein haben sich kugelig gefressen und sind immer noch unzertrennlich, können fliegen wie die Adler, und deshalb auf allen Schauplätzen anzutreffen.


Und weils grad so passte, noch ein Foto von der Tochter mit meinem Erstlingswerk aus selbstgesponnener Wolle. 


Hatte sie sich schnell übergeworfen, und ich fand, daß Mädchen und Weste hier echt gut reinpassen, in diese Landkulisse. Ein bisschen wie aus einer der beliebten Landzeitschriften weggelaufen.


 Und so von außen betrachtet, finde ich die Weste echt schön, ein wirkliches Unikat. Und das Kind sowieso, hat letzte Woche den Führerschein bestanden..... 


 Naja, und hier sind  meine letzten Spinnergebnisse.  Ungefähr 2 Kilo grauer pommersche Landwolle ( nicht rauh ) und etwas feinere, dunkelbraune Wolle von einem Schafbock der gleichen Rasse.


 Die Wolle ist so toll zum spinnen, teilweise lässt sie sich aus der Flocke spinnen ,  ich brauch sie also vorher nicht zu kämmen.


 Macht mir immer noch wirklich Spaß und ich lerne ständig dazu.


Unsere Umräumaktionen sind nun fast beendet, viel Überflüssiges ist zum Vorschein gekommen, das dieses Haus in Kürze verlassen wird. Aber auch einige unvollendete Werke  (Asche auf mein Haupt), habe ich wiedergefunden, die sich zu beenden lohnen. An die mach ich mich jetzt dran, sind zu schade zum Wegwerfen.   

Freitag, 17. Oktober 2014

Inventur


ist, wenn man guckt, was man hat. Genau das tue ich im Moment.

 Ausgehend von Urlaub und Umräumerei im Haus, schaue ich mir jedes Teil, sei es nun materiell, oder  ideell   ( Musik ? ) genau an...
 und entscheide dann, ob es bleibt oder geht.

  Eine große Veränderung. 

 Heute flatterte mir eine Mail ins Haus, die ein Konzert von Joan Armatrading bewarb. Sogar in der Nähe.  Wie sehr habe ich diese Musik geliebt !!! 

Und ich habe mich entschlossen, es zu wagen.  Entweder, meine Ikone gehört hinterher der Vergangenheit an, oder ich habe jemanden erlebt, der lebendig älter wird. 

So, wie ich mir das für mich wünsche.   

Das Video gibt zu den schönsten Hoffnungen Anlass.

Montag, 13. Oktober 2014

Begleitet


Hat mich in den vergangenen 2 Tagen dieses Lied der frühen Susan Vega. 
Mein Mann fand die CD auf dem Flohmarkt. Sie ist von 1985 und ich kannte die Stücke , bis auf eins , nicht. Ich war sofort verliebt. Eine gelungene Mischung aus verletzlicher Lyrik,  80 er Jahre Synthie-Pop und einigen Reminiszenzen an die 70 er, vorgetragen von einer zerbrechlichen Mädchenstimme.  

Passt gut in meine Stimmung, passte gut zum Nachtdienst ... 

 Mal reinhören ?



 Today I am, a small blue thing.... und das muss nicht jung sein. 
( für meine Patienten in Zimmer 1, Zimmer 11, Zimmer 10 und Zimmer 8....)

Freitag, 10. Oktober 2014

Federvieh aktuell


In diesem Jahr habe ich etliche Federtiere aus unterschiedlicher Herkunft, zum Teil notfallmässig, aufgenommen.  Ein buntes Grüppchen ist dadurch entstanden.
Erstmals habe ich aus einer Haltungaufgabe ein paar Zwerghennen bekommen. Noch ein paar dazugekauft, und nun habe ich 7 von diesen schlauen und agilen Wesen.  Die 7 Zwerge dürfen im Garten laufen, denn sie richten kaum Schaden an.


Meine anfängliche Sorge, sie könnten von den großen Hennen untergebuttert werden, hat sich als unbegründet erwiesen. Die kleine Federmädels sind wendig und haben offensichtlich ein paar Zellen mehr in ihren Hühnergehirnen. Einige können fliegen wie junge Adler, sodass eher die "Großen" aufpassen müssen. 
Und der Hahn hat mit seinen gleichgroßen Damen genug zu tun.
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Drei völlig verrupfte, weil federfressende Hennen habe ich von der Initiative " Rettet das Huhn"  übernommen, und zuletzt kam noch die Gans Liese, eine verlassene Pommerngans zu uns. 


 Liese ist nun die dritte Woche bei uns, hat sich gut eingelebt und ist eigentlich recht lebensfroh. Weil sie nun verlässlich und gern in den Gemeinschaftsstall zurückkehrt, darf sie tagsüber mit den 7 Zwergen in den Garten, und weidet dort fleissig den Rasen kurz.



Leider hat sich ein schon vorbestehendes Humpeln verstärkt, am ehesten ordne ich dieses als Gicht ein, sodass ich mir grad ein wenig Sorgen mache.  Wie gesagt,  sonst sie ist munter und frisst wie ein Scheunendrescher....
Wie beim Menschen, ist auch bei Tieren die Gicht eine Zivilisationskrankheit. Die gute Liese bekommt also für ein paar Tage kein eingeweichtes Brötchen zusätzlich, sondern Haferflocken mit extra gesammelten Kräutern  (Brennnessel)
 Fand sie nun nicht so toll, aber wenns nichts anderes gibt, nimmt man das auch.


Die anderen Flügeltiere erfreuen sich bester Gesundheit. Die verrupften Dinger aus der Batteriehaltung sind sehr agil und bekommen gerade neues Gefieder. Gleichzeitig zu ihren vorhandenen kahlen Stellen, sind sie jetzt auch noch in der Mauser. Mit gutem Futter und frischer Luft wird das aber bald überstanden sein, und außerdem habe ich heute noch extra Hühnervitamine zum zufüttern gekauft.
  
die neuen Federkiele sind schon gut zu sehen
Der Gockel sieht im Moment aber auch nicht besser aus.


 Soeben hat er die letzte seiner langen Schwanzfedern vom Vorjahr verloren. Eine stolze Mannespracht kann man das kurze nachwachsenden Gestümpel noch nicht nennen. 


Wird auch weniger gekräht im Moment und die ehelichen Pflichten ( 10 girls are waiting for you !)  werden vernachlässigt.
 Von ganz klein ( 400 Gramm ) bis groß ( 9 Kilo wiegt die Gans ), von jung bis alt, ist alles in meinem Hühnervolk vertreten. Eine zusammengewürfelte Patchworkfamilie, die sich insgesamt ganz gut versteht.



  Zwar haben meine Federtiere keine Namen...jedenfalls nicht durchgängig, aber ich kenne sie alle. Sie sind unterschiedlich in Temperament und Verhalten und ich versuche, sie artgerecht und mit Respekt zu behandeln. 


Und jeden Morgen, wenn ich den Stall aufmache, freue ich mich darüber, das ich die Möglichkeit habe, meine Gackerelsen und Schnatterliesen zu halten.