Freitag, 7. Juli 2017

Mittlerweile im Sommerloch


das ich überwiegend in Garten und Haus verbringe...

Inständig hoffe ich, das dieses wunderschöne, graue Wesen eine Henne sein möge.


Selbstbewusst bewegt sich das junge Tier durch den Garten und hat eine besondere Vorliebe für schwarze Johannisbeeren.Der Umstand, das sich der Zwerghahn dem Federtier in eindeutiger Weise genähert hat, bestärkt mich in der Hoffnung, es mit einem Federmädel zu tun zu haben. 


Johannisbeeren sind zu allerlei Marmelade verarbeitet worden. Schwarze, rote und ein paar Stachelbeeren in unterschiedlichen Kombinationen und Geschmacksvarianten. Ein kleiner, süßer Schatz. Zum Selberessen und verschenken.

Ein Sommerglück ist es, einen Brunnen zu haben. Nicht nur zum Füllen der Tiertränken, auch zum Wollewaschen und für die Pflanzen.


 
Des Wahnsinns fette Beute: Ein oder zwei Schnuckenvliese ( die verschmähten ) wollte ich haben.
Stattdessen brachte mir mein Schäfer des Vertrauens die Wolle von 19 Tieren !!!
 " sind auchn paar Pommern dabei ".
 Zu zweit konnten  wir den Sack mit der Wolle gerade so ins Auto heben. Netter Schäfer !!!


Immer noch die Claudia, eine unserer drei verbliebenen Katzen. Claudia ist ein altes Mädchen. Verwirrt und taub. Immer noch schön ! 


Und morgen... da pack ich die Kisten für ne große Flohmarktaktion, denn so viele Dinge sind aussortiert und möchten weiterwandern.

Sonntag, 2. Juli 2017

Woanders

waren wir an diesem Wochenende.



Nämlich in Einbeck. Und ohne Grund wären wir dort nicht hingefahren. Schon in unserer " aktiven" Elternzeit haben wir uns hin und wieder einen Konzertbesuch in einer anderen Stadt gegönnt. Meist, weil der gewünschte Künstler nicht in der Nähe spielte. Und wenn an schon mal dort war, woanders, dann hat man auch gleich ne Hotelübernachtung drangehängt und ein wenig den Ort erkundet.


So begaben wir uns nach Einbeck. Nicht weit, aber weit genug. Nette, kleine, gut erhaltene Fachwerkstadt. Größtenteils  restaurierte 400 !!! Fachwerkhäuser unterschiedlicher Couleur ( naja, so unterschiedlich dann auch wieder nicht ).


Zwei sehenswerte Ausstellungen haben wir besucht. Den PS-Speicher, eine Ausstellung historischer Fahrzeuge von größerem Format, hatten wir im letzten Jahr schon gesehen, die dazugehörige Nutzfahrzeughalle ( Lastwagen, ) war beim letzten Besuch geschlosssen. Die Ansicht der motorisierten Arbeitstiere haben wir nun nachgeholt.  Nicht so sehr mein Interessengebiet, aber beim Anblick unrestaurierter Laster aus den 30iger Jahren kann man sich schon vorstellen daß das Führen einer solchen Maschine Schwerstarbeit gewesen ist.


Klein aber fein, das Stadtmuseum, und darin besonders bemerkenswert eine Ausstellung historischer Fahrräder. Klar, natürlich ein Sahnestückchen für den Mann, der sich mit historischen Fahrrädern beschäftigt.


Ein schönes Fundstück aus dem Museumsshop ist der Faksimilekatalog des ersten Versandhauses, gegründet vom Einbecker Unternehmer August Stukenbrock. 
Von dort aus verschickte er seine Alltagswaren in die ganze Welt.


Von Beginn des vorigen Jahrhunderts bis in die frühen 30iger Jahre konnte der geneigte Käufer aus dem, jetzt kulturhistorisch bedeutsamen Katalog Waren wählen, die heute größtenteils nur noch auf Flohmärkten zu finden sind und dort  ganze Vintage-Fraktionen zum Glückskollaps bringen würden.
 Es gibt den Katalog auch noch in der Ausgabe von 1912 und 1926. Vielleicht mal als Geschenktip .

....hier hätt sich auch der Schorsch Ringswandl, der eigentliche Grund der kleinen Reise seine Zither bestellen können.

 Nach Vorerfahrungen der eher desillusionieren Abteilung, war meine Euphorie bei Beginn des Konzerts verhalten. Picke-packe voll besetzter Konzertort, dicke Luft herinnen im alten Gasthaussaal.
Was, wenn der spinnerte Kardiologe im neonbunten Anzug auf der Bühne  gaggerfidel versucht zu springen und zu tanzen ?  Oder er zeigt, wie andere Ikonen meiner frühen oder späteren Jugend einfach mal ne tolle Diashow...,
kann sein, du !

Tat er nicht ! 
 Angetan mit überwiegend schlichtem Gewand, noch immer scharf in Profil und Geist, begleitet von netten, jungen Musikanten, hat Ringswandl immer noch Herz und Verstand , müht sich redlich, die teilweise sehr mundartlichenTexte verständlich zu singen...
Glaubwürdig, gemildert und immer ehrlich am Wesentlichen des Menschseins, konnte der Abend mich sogar in die Gefilde des Rythm and Blues entführen. ( Das heisst scho was.)

 Fazit : Unbedingt empfehlenswert. 

Wer eine aufrecht gereifte Persönlichkeit und kein Abziehbild des eigenen Erfolgs auf der Bühne erleben möchte :

auf gehts  Madln...( und Buam )* 1


Obacht,  einfach mal woanders hinfahren und den Schorschi anhören !


* 1 :   bairische Vokabeln

 * 2 : https://ps-speicher.de/

* 3 : http://www.stadtmuseum-einbeck.de/

Donnerstag, 29. Juni 2017

Abendstimmung mit Schafen und...



Galläpfeln. 

Mein Begehr war es, die vor ein paar Tagen so stressig geschorenen Quessants zu 
besuchen und den wiedergewonnenen, schäflichem Gleichmut abzulichten.

 
Also hab ich mich am Rand der Weide niedergelassen und harrte der Schafe die da kommen. Kamen aber nicht.


Nach kurzer Neugier : Hat das Ding was zu essen ? ,  zog die Bande wieder ihrer Wege und war den Rest der Zeit eher ein Motiv für graphisch Interessierte.


Und das bin ich ja auch. Also hier also der graphische Beweis: 
 Den Schafen geht es gut und sie haben die Prozedur längst vergessen.

Auf dem Rückweg entdeckte ich unter drei gewaltigen Eichen diese Bömpel und mir fielen meine ersten Recherchen nach Färbematerial pflanzlicher Herkunft ein. Sollten das ?  Ja, sind es !



 Galläpfel, die ausgedienten Kinderstuben einer bestimmten Schlupfwespenart. 

 Aufmerksam geworden, habe ich die braunen Schrumpel unter etlichen Eichen entdeckt. Ist doch unser Dorf auch das Dorf der tausend Eichen. Und offenbar auch der Millionen Galläpfel.
 Also werd ich die Dinger mal sammeln und damit einen Färbeversuch starten. Verlautbarungen aus dem Internet konnten sich nicht einigen, welche Farbe es ergibt.
 Eher ein violettes Gräulich, oder ein schwärzliches Violett... ? 

Bei der PflanzenFärberei gibt es ja immer Überraschungen und ich werde es in diesem Sommer mal ausprobieren, möglichst ohne vorher in beizender Absicht eine ganze Chemiefabrik auf die Wolle zu kippen.

Apropos kippen : Diese drei Holzgenossen sollten in den Rechyclingcontainer gekippt werden.



Da ich ja kräftig am Ausmisten bin, habe ich, als häufiger Gast auf dem Wertstoffhof, die Klassiker der Gartenstuhlkultur einem älteren Paar abgeschwatzt .
 Zwar habe ich damit die selbstauferlegte Grundregel ( nur ein Teil wieder mitnehmen), gebrochen, aber hier sei mir das verziehen...

Im April erstanden : Erdbeerpflanzen der Sorte : " Mieze Schindler " und heiß erwartet, die erste Beere, die tatsächlich ungewöhnlich anders schmeckt. Und die sich hier kräftig vermehrt....

Im Moment haben wir so etwas wie Urlaub. Zwar fahren wir nicht weg, aber die freie Zeit ermöglicht die Extended-Hobby-Version ( Wolle, Fahrräder für den Mann), kombiniert mit gärtnerischer Betätigung, die mir zunehmend Spaß macht.


Trotz meiner dilettantischen Anbauweise wächst alles wie bekloppt und muss dann natürlich auch verarbeitet werden ( Beeren, Gemüse) .
 Beim konstanten Aufräumen fand ich zudem Ur-uralte Textilprodukte, die halbfertig in Schränken moderten.


Dieses Gestrick sollte einmal eine Weste werden. Da hatte ich wohl eine sehr bunte Zeit . Unglaublich und auch irgendwie bezeichnend, was ich schon alles an Textilem hergestellt  und dann vergessen habe.


Aus den bunten Baumwoll-Läppchen werden jetzt Topflappen. Ein paar kann ich selber brauchen und dann habe ich noch etliche zum Verschenken.


Schön, wie sich alles ordnet !

 


 der gute, alte Hannes.... " so vergeht Jahr um Jahr. Und es ist mir längst klar, daß nichts belibt wie es war "



Sonntag, 18. Juni 2017

Chaotic gardening


 Zehn Tage nach dem letzten Post, wird es mal Zeit, das virtuelle Gespräch mit Euch fortzusetzen, finde ich. An Willen hat es nicht gefehlt, aber es kam immer irgendetwas dazwischen.

 

Wie auch sei, hier bin ich wieder.

 Berichten möchte ich heute von einem eher unrühmlichen Kapitel dessen, was sich hier " mein Landleben " nennt, nämlich dem größtenteils uneingelösten Vorhaben, mal eigenes Gemüse anzubauen.
 Etliche Versuche sind während der letzten 25 Jahre im Sande verlaufen oder eher im Kraut untergegangen
 Ich habe einige Bücher studiert, die mit unterschiedlichen Konzepten die eigenen Ernten priesen und dabei regelmässig Minderwertigkeitsgefühle bekommen.


Fort nun damit. In diesem Jahr baue ich das Grünzeug nach dem Konzept " chaotic gardening " an. Die Erdbeeren habe ich auf der Grüngutstelle gefunden. Sie blühten schön und tragen nun die ersten Früchte.


Mindestens drei verschiedene Sorten habe ich auf meinem Gemüse/Obsteckchen... Gartenbücher rieten mir, die Erdbeeren jedes Jahr an einen anderen Standort zu pflanzen. Hab ich nicht gemacht, wachsen trotzdem. Dazwischen erschienen einzelne Möhrenpflanzen ( vor zwei Jahren hat es hier mal einen Möhrenversuch gegeben, der nicht eine einziges Rübchen hervorbrachte ).

 Nun sind sie da, etliche Möhren, die wohl nur auf den richtigen Moment gewartet haben. Zucchini, Salat und Erbsen wachsen ganz wunderbar nur die Bohnen zieren sich noch sehr ( vielleicht nächstes Jahr ? ).


Auch die Kartoffelblüte ist heuer wunderschön ( ich habe diese Kartoffeln nur teilweise dort gepflanzt, wo sie jetzt wachsen, aber egal ). 
 Regelmässig gehe ich nachschauen, was sich so tut, Wildkräuter werden immer mal dezimiert ( die schmecken den Hühnern ) und ich habe auch nur grob darauf geachtet, welche Pflanzen nebeneinander stehen sollten und welche nicht.


Über etliche Jahre Erfahrung verfüge ich in Sachen Tomatenanbau, sorgsam hege ich die sortenreinen " schlesischen Himbeeren ", wohlschmeckende Monstertomaten, die eher schlesische Melonen heißen müssten.

das ist gemogelt, dieses Foto ist vom letzten Jahr...
Warum ich allerdings bei der Anzucht der Pflanzen so einen Zutsch veranstaltet habe ( raustragen, bei Kälte wieder eintragen, auf dem Fensterbrett drehen, damit sie nicht einseitig wachsen etc.) , weiß ich nicht.


 Diese kräftigen Jungpflanzen der 2. Generation 2017 sind ohne mein Zutun zwischen den Erdbeeren gesprossen und sichern wahrscheinlich die Ernte bis in den November.


Ich bin eigentlich mit den bisherigen Ergebnissen ganz zufrieden und harre der Gemüse, die da kommen.


Im Hühnerland hat das schwarze Schöpfchen ihre Brutgeschäfte aufgegeben. Irgendetwas wird nicht richtig gewesen sein. Sie hat sich wieder zu den anderen gesellt und tuckert mit der Flattergruppe geschäftig durch den Garten. Gestern war für alle, die da gackern, krähen und scharren, Fußpflege angesagt. Ein Umstand, der die Federtiere nicht erfreut hat.


Interessierten Lesern sei zur Krallenpflege bei Hühnern das Produkt " Ballistol-animal" Öl empfohlen. Es pflegt die empfindlichen Hühnerbeine und verhindert Milbenbefall, wenn es auch etwas streng riecht. Das ist übrigens kein Witz, sondern ein ernstgemeinter Tipp. Ich bekomme aber kein Geld von der Firma....

Huiuiui... da hat sich aber einiges an Plaudereien angesammelt.

Gestern und vorgestern traf ich mich nach längeren Zeit mal wieder mit meinem alten Freund Flohmarkt.
 Flohmarkt und ich haben viele Jahre lang viele schöne Stunden miteinander verbracht, besonders im Sommer war er mir das Highlight an so manchem Wochenende.

 Dass es zwischen uns nicht mehr so läuft wie früher, war schon mal aufgefallen, wurde aber auf äußere Umstände geschoben. Man kennt das : zu viel Arbeit, gerade aus dem Nachtdienst gekommen, Kopfschmerzen, schlechtes Wetter. 

Gestern aber gab es kein Vertun. Der Flohmarkt war in Ordnung, ich hatte Zeit, das Wetter war prächtig und es gab auch nicht nur semiprofessionelle Möchtegern-Antiquitätenhändler.
 Flohmarkt und ich schauten uns tief ins Gerümpel und mussten feststellen.
 Es ist aus. Wir gehören nicht mehr zusammen. Wir haben uns komplett auseinandergelebt. Wie es so schön heisst, wir bleiben Freunde, ich werde Flohmarkt ab und zu besuchen und sein Angebot wohlwollend prüfen. Aber nicht mehr so rigoros und fast süchtig, wie ich es viele Jahre betrieben habe.

Sicher und sicher gehört diese Veränderung zur großen Bilanz, die ich im Moment erlebe. Was will, was kann ich  anfangen mit der Zeit die mir zur Verfügung steht. 
Ich habe selbst nicht damit gerechnet, das die Veränderung, das Nachdenken, jetzt nach dem Ende der Familienzeit so ausführlich und tiefgreifend sein wird.

  Aber ich bin frohen Mutes und sehr gespannt, was da noch so kommen mag...


Ausgebuddelt habe ich hingegen dieses Relikt aus meiner Jugend.

 Ich war sehr, sehr erstaunt über den Flashback, den ich beim zufälligen Hören erlebt habe und ich habe mich total darüber gefreut, den ich hatte dieses Lied für viele Jahre vergessen. 

Auch fast vergessen habe ich die Möglichkeit, am Abend in die Glotze zu gucken. Seit der Einführung dieses neuen HDT2 Dingens Anfang April haben wir keinen Fernseher mehr und ich vermisse nichts !


Zum Schluss noch kurze Antworten auf zwei Kommentare zum letzten Post : Anke : Das Projekt
" Selbstgesponnen an den Fuß " ist kein richtiges Projekt. Ich fand den Namen nur irgendwie nett, bisher gibt es auch erst 3 selbstgstrickt/gesponnene Socken, aber der Sommer ist ja noch lang.
 Und Birgit, natürlich hast Du recht mit dem Erscheinungsjahr des Stückes " seven seconds " . Ich habe mich geirrt, Ende der 80 ziger war das Stück " manchild " erschienen, was ich teilweise auch wunderschön fand. Teilweise. 

So, Euch Allen eine schöne Woche und vergesst mich nicht,
auch wenn ich mich hier so dünne mache !