Und das ist gut so. Die
Sommerhitze ist einer angenehmeren Version von Wetter gewichen. Schon
allein deshalb regen sich meine Lebensgeister wieder.
Aber das ist es nicht allein, dieser
Sommer war nicht nur wegen der Hitze und Dürre eine weniger schöne
Zeit. Es gab Verluste, Veränderungen, Abschiede in den letzten
Monaten. Vielleicht berichte ich noch darüber in der Nachschau,
erfahrungsgemäß überholt die Gegenwart jedoch oft die Motive, das
Vergangene noch nachzuschreiben. Wir werden sehen.
Trotzdem oder vielleicht deshalb, war
ich fleißig, habe geräumt und sortiert. Übersicht geschaffen und
Pläne geklärt.
Und Vorräte angelegt.
Eine Hochzeit und die Geburt eines
Enkelkindes stehen uns bevor. Ich merke, daß ich mich darauf
vorbereite, eine neue Rolle in der Familie zu übernehmen. Ein
spannender Prozess. Den kleinen Menschen willkommen zu heißen, die
Tochter als Mutter zu erleben.
Vorerst häkele ich Babydecken und
Mützchen.
Handwerkliches Tun ist über den Sommer
mein Begleiter gewesen.
Dabei habe ich meine alte Liebe für die
Herstellung von geflochtenen Teppichen wiederentdeckt.
Und erst jetzt
fällt mir die Symbolik dieser Teppiche auf, denn sie sind allesamt
aus, zum Teil von in der Familie getragener Kleidung entstanden. Nun
sind sie der Boden auf dem wir stehen.
In diesem Sinne, ich lass mich hier
wieder blicken.
Der ursprüngliche Post ist verschwunden, deshalb nochmal und abgekürzt. Seit fast 3 Jahren bin ich in Rente. Bewege mich ausschließlich in privaten Bezügen, ein kurzer Ausflug ins " Ehrenamt" endete mit verschiedenen Einsichten. Und dem Ausstieg aus selbigem. Und überhaupt, der alte "Krankenschwesternethos " ist verschwunden und damit ging gleichzeitig auch das " Helfersyndrom ". An anderer Stelle einmal vielleicht mehr darüber.
Nun brauchts neue Ziele und Fähigkeiten.
Die Ausrede : Keine Zeit ! Gilt nicht mehr. Wenn ich etwas nicht kann, sollte ich es tunlichst lernen. Dazu gehört auch eine ehrliche Bestandsaufnahme.
Strümpfe stricken ? Konnte ich nicht ! Ja, ich hab schon mal Fußbekleidungsgebilde gestrickt. Aus meiner handgesponnenen Wolle.
Aber.
Die waren viel zu dick und passten nicht in normale Schuhe. Die Wolle ist zu weich, deshalb laufen sich die Fersen schnell durch.
Ja, meine Socken sahen cool und rustikal aus, waren aber wenig brauchbar.
Da brauchte es Veränderung.
1. Handgesponnene Wolle ist für Socken nicht geeignet, es sei denn, man möchte sie im Bett anziehen.
2. Füße sind individuell. Was dem einen passt, ist für den anderen ungeeignet.
3. Aufwändige Muster sind sekundär.
4. Im besten Fall sollten die Socken maschinenwaschbar sein.
Ich habe geübt. Geduld gelernt. Sockenwolle der bekannten Firmen hatte ich reichlich in meinem Bestand. Es hat 3 Paar mißlungene Socken gebraucht, bis ich einen passenden, robusten und tauglichen Prototyp zustandegebracht hatte.
Jetzt habe ich ein Referenz-Exemplar in Größe 40, fertiggestrickt, für passend befunden, dokumentiert.
Alle weiteren Sockenpaare werden davon abgeleitet. Ich gehe nun in die Serienproduktion, das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt. Damit trete ich innerfamiliär die Nachfolge meiner Mutter an, einer Meisterin der Sockenfertigung.
Socken, die passten und hielten, viele Maschinenwäschen überstanden, die nun aber nach langen Jahren des Tragens aufgebraucht sind.
Die Weihnachtsbeleuchtung und Beschmückung ist abgebastelt und verräumt. Die diesjährigen Sterne habe mir besonders gut gefallen, fast hätte ich sie noch länger hängenlassen.
Mit einem grauen " Betonwinter" nähern wir uns dem Februar. Ich bin froh über die Möglichkeit zum Rückzug, zur Pause. Trotz der niederschmetternden Weltnachrichten einigermaßenn auf Reihe zu bleiben.
Unser eigener Stand beim letzten, leider nur mäßig besuchten Dorfflohmarkt
Nach dem Winter schießen jetzt die
Flohmärkte, allerorts und fast inflationär, aus dem Boden. Ein paar
Jahre hatte ich keinen Spaß daran, es gab andere Prioritäten und
außerdem habe ich wahrlich genug Zeug.
Nun bin ich in der "Rente" angekommen, habe meine
Klümpchen sortiert und gehe gern wieder auf den einen, ( auf den
besonders), aber auch auf die anderen, wunderbaren Dorfflohmärkte. So auch
gestern. Dort laufen mir dann vergangene Träume und
Erinnerungsgegenstände über den Weg und manche dürfen für kleines
Geld sogar mitkommen.
Zum Beispiel diese beiden Tassen ( nein es sind keine Vasen !),
von KMK, die sich bestimmt gut im Gartenhaus machen und dort das
Kaffeetrinken zu einer Erinnerungsfahrt an die anfangs-80er Jahre machen.
Ein paar Blümchen und Pflanzen sind auch immer dabei. Bei
allem Wildwuchs, und der zahlt sich jetzt nach Jahren mit einer
reichlichen Flora und Fauna aus, dürfen es auch ein paar
Gärtnerblumen, ( ich sag nur Petunien), sein.
Die Gemüsepflanzenkinder habe ich allerdings nochmal ins Haus
verfrachtet, weigerten sie sich, ob der nächtlich, tiefen
Temperaturen, die nötige Wachstumsenergie aufzubringen. Ein paar
Hokkaido- und Tomatenpflanzen wohnen schon im Gewächshaus, gedeihen
dort gut und sorgen hoffentlich für eine frühe Ernte.
was für ein Unterschied, gleicher Aussaattermin, aber die unteren Pflanzen stehen im unbeheizten Gewächshaus ! Bringt was.
Es tut mir gut, den Garten wachsen zu sehen, den Tieren geht es
weitgehend prächtig, ich kann mir Zeit nehmen für all das, was ich
zu betreuen habe und das ist eigentlich das Schönste:
Die Erkenntnis... das, was ich umsetzen möchte, jetzt auch tun
zu können.
Gefreut habe ich mich über Eure Kommentare, hätte gar nicht
gedacht, dass es doch etliche Menschen gibt, die den Blog noch lesen.
Vielen Dank dafür !
Ich werde die Kommentare in den nächsten Tagen
einzeln beantworten, bin bisher nicht dazu gekommen.
Bei der braunen Matsche handelt es sich natürlich um Wolle, dazu
schreibe ich aber noch einen extra Post.
Die blaue Lagune ist eine tolle Sandmuschel, die, neu im Garten
eingegraben, ein weiteres Wasserbecken für die Enten darstellt.
Jeden Tag sind die Beiden fleißig auf Nacktschneckensuche und um
diese auch verspeisen zu können ( ja sorry, ihr Nacktschnecken !) ,
benötigen sie unbedingt Wasser in erreichbaren Gefäßen.
Die
Sandmuschel habe ich von Freundin Petra bekommen, die das völlig
neuwertige Exemplar einem Herrn auf dem Recyclinghof vor der
Entsorgung abgeschwatzt hat.
Danke auch dafür !
Musikalisch war ich in den letzten Tagen hier, eine Entdeckung aus
einem anderen Blog ( ja, es gibt noch Blogs). Die Gruppe Wilco ist
völlig an mir vorbeigegangen. Besonders dieses Stück hat sich sofort in meinen Gehörgängen angesiedelt, ist ein paar Tage auf
Dauerschleife gelaufen und hat dafür gesorgt, die Musik der Gruppe
einmal näher nachzuhören.
Lasst Euch nicht verdrießen, durch die unübersichtliche,
schlechte Weltlage. Wer deprimiert und mutlos ist, verliert die
Kraft, etwas zu tun, für sich und für Andere.
April, Mai und Juni und August fast vergangen und ich lass mich hier einfach nicht blicken. Aber gestern bin ich mal wieder durchgeschlichen ! Ich will auch gar nicht aufhören, zu schreiben, aber es hat irgendwie nicht gepasst
Ich danke den netten Kommentatorinnen für die Nachfragen und reiße mich jetzt zusammen.
Ja, meine Lieben... in diesem Jahr kams bisher dicke.
Immer , wenn ich den Vorsatz, mich hinzusetzen und etwas aufzuschreiben, in die Schrift umsetzen wollte, kam irgendeine weitere Aktualität, die mich zum sofortigen Reagieren gezwungen hat. Die Zeit und Aufmerksamkeit absorbierte. Und wenn man den Faden erstmal verloren hat, dann ist es gar nicht so einfach, wieder anzufangen.
Mit vollem Schwung war ich in die Gartensaison gestartet, habe 170 Gemüsepflanzen heranwachsen lassen, nach dem Auspflanzen kamen dann mindestens so viele Schnecken und waren restlos begeistert.
Der Dauerregen hat ein Übriges getan, Als das Wetter wieder pflanzgeeignet war, sind dann Hund , Katz und Schaf nacheinander und zum Teil mehrfach krankgeworden.
Und wer möchte hier von Anaplasmose ( das ist diese Zeckenkrankheit beim Hund), hämorrhagischer Enteritis ( auch beim Hund), wer möchte von FORL ( das ist diese doofe Zahnkrankheit bei Katzen und der Lotte mussten deshalb 14 Backenzähne gezogen werden ), lesen. Hat jemand Bock auf Blauzungenkrankheit ( das arme Schaf Helga ist am vergangenen Montag daran gestorben, trotz Impfung).
Und zur aktuellen Situation : Jetzt haben der Mann und ich ( mal wieder ) Corona und das ist wirklich nicht nett. Vom Karma.
Aber : Der Hund ist wieder gesund ( ja, er ist alt, er ist empfindlich und wie lange er uns noch erhalten bleibt, weiß ich nicht. ) Er bekommt jetzt teilweise selbstgekochtes Futter für den empfindlichen Bauch und wird schonend aber regelmässig bewegt ( ich sag nur, Fahrradanhänger ! )
Erstaunlich auch, wie Lotti den Verlust von 14 !! Backenzähnen weggesteckt hat. Bereits am 2. Tag nach OP wollte sie Trockenfutter fressen. Wenn sie sich auch mit Irmi nicht immer super verträgt, es ist gerade relativer Frieden in der Katzenwelt. Auch gut.
Die Irmi hat sich prima eingelebt, ein echter ADHS-Wirbelwind. Freilauf komplett, hat sie sich mit der Nachbarskatze angefreundet und es ist nett zu sehen, daß die pelzige Freundin öfter an der Grundstücksgrenze auf Irmi wartet.
Zwar haben die Gemüsepflanzen sich weitgehend verabschiedet ( bin ich ein Gemüseversager ?), die Tomaten, die Physalis, ein paar Beerensträucher und Obstbäume tragen vortrefflich. Da hat sich die ganze Arbeit gelohnt. Und im nächsten Frühjahr mache ich einen neuen Gemüseanfang.
Die beiden verbliebenen Schafe sind putzmunter, sie sind nochmal mit einem neuen Impfstoff gegen Blauzungenkranheit geimpft und mit jedem Tag steigt ihre Immunität gegen diese, um sich greifende, für Menschen ungefährliche, für ein Drittel der infizierten Schafe jedoch tödliche Krankheit.
Gruppenbild , noch mit Helga, im Juni vor der Schur...
Jetzt muss noch diese doofe Corona-Infektion abflauen, dann fahren wir unser schlappes Wöchelchen nach Dänemark und anschließend bekommen Hörnchen und Anneliese neue Gesellschaft auf der Weide. Zwei von diesen winzigen Schäflein sind einfach zu wenig. Die finden wir ja im hohen Gras gar nicht wieder.
Das war nur ein kurzer Abriss der letzten Monate. Natürlich habe ich gesponnen, gestrickt, sogar ein wenig genäht, viel geräumt... Ohne diese Tätigkeiten wäre ich, glaub ich, ganz unglücklich. Und zwei schöne Konzerte habe ich bisher in diesem Jahr besucht. Davon berichte ich dann mal die Tage...
Kleines Bonbon zum heutigen Abschluss... diesen tollen Künstler habe ich im Februar diesen Jahres , sogar in Hannover, sehen können. War einfach wunderbar. Gerne nochmal.
Die zurückgebliebene Gefährtin eines verstorbenen Nachbarn zog in eine kleinere Wohnung und weil ich gerne sortiere und Struktur schaffe, habe ich ein wenig mitgeholfen.
Anders als zu meinen jüngeren Zeiten spüre ich bei solchen Gelegenheiten sehr deutlich die sanfte Traurigkeit, die im Abschied von den Dingen liegt.
Hier und da taucht dann doch ein Gegenstand auf, der mich berührt, den niemand mehr braucht und der dann zu mir wandert.
Gelebte, liebevolle Geschichte, wenn auch nicht die meinige.
Dennoch, ich möchte nichts horten.
Es sind nur wenige Dinge, die ich für mich mitgenommen habe : Ein paar Kinderbücher von F.K.Wächter, ganz im Stil der antiautoritären Stimmung der frühen Kinderläden und unbefangen anarchistisch.
Ich hatte diese Zeiten vergessen.
Und ein meisterliches Foto einer Gruppe Schafe ( und Ziegen), das ich sehr mag.
Schafe und Ziegen
Unschaf und manchmal zickig
Bin
leidlich gesund und gehe wieder meiner Alltagsroutine nach. Das kleine
Katzentier erfreut mich wirklich mit ihrer Lebensfreude. Ein Glücksgriff
!
Zugegeben – das hat jetzt gedauert.
Wochen-, monatelang konnte ich mich nicht aufraffen, einen Post für
den Blog zu verfassen.
Einen wirklich fassbaren Grund dafür gab es
eigentlich nicht. Vielleicht habe ich die Umstellung von einem
bisschen zu gar nicht berufstätig unterschätzt, oder es war zuviel Anderes, gemischt mit den Zweifeln, ob so ein Blog überhaupt eine
Berechtigung hat ?
Es bei all dem krisenhaften Weltgeschehen
überhaupt legitim ist, kleinen Privatkram zu posten ?
Wie dem auch sei. Da bin ich wieder.
Auf jeden Fall gibt es jetzt mal,
hitverdächtig spät, endlich die Auflösung der Adventsaktion.
Denn das Ergebnis ist
wirklich großartig, großartig, großartig gewesen.
Danke
Insgesamt konnten wir 1500 Euro an die
Organisation Restore Hope überweisen. Das bisher beste Ergebnis der,
mittlerweile 10. , Adventsaktionen auf meinem Blog.
Schon toll, was man so auf die Beine stellen kann.
In OPs gerechnet, könnte man davon 10
einfache Operationen bezahlen.
Ich danke allen Beteiligten ( Elke,
Christiane, Ingrid, Roswitha, Silke und Wolfgang, Annette, Monika,
Petra, Mirjam, Angela, Ursula, Renate, Helga, Irmgard und allen , die
sich ebenfalls interessiert und mir geschrieben haben. ). Es sind, wie
immer, über 200 Mails zu der Aktion eingegangen.
Ganz besonderen Dank möchte ich erneut
an Ruth aussprechen, die mit einer großen Spende erheblich zum
Erfolg beigetragen hat, sowie Christiane und Roswitha, die mit Geld
bzw. Spendenzuwendungen dabei waren. Uneigennützig und
vertrauensvoll.
Mein Dank geht auch an Birgit Schippel
von der Organisation Restore Hope, die unsere Aktion logistisch und
wieder ausgesprochen motivierend begleitet hat.
Ihr seid großartig, bleibt wie Ihr seid.
Und noch
mal Entschuldigung für mein langes Schweigen.
Was den Blog angeht : Ich verspreche nichts. Vielleicht ist der Knoten, der vor weiteren Posts gesessen hat, jetzt geknackt. Ich werde es sehen. Zu schreiben gäb es schon das eine oder andere. So langsam gewöhne ich mich an die veränderten Vorzeichen des "Ruhestandes", dämmert mir die Bedeutung dieser neuen Lebensphase. Vielleicht beim nächsten Mal mehr darüber.
Und danke für Euer Interesse an meinem Verbleib. Macht Euch keine Sorgen, es geht mir gut.
Immerhin hat es geregnet.
Und ohne musikalischen Abschluss gehts nun mal nicht .
Die
unbequeme Seite des Herbstes. Mit Regen, Sturm, Regen Sturm und vor
allem seit gestern Regen !
Érsehnt, erwartet und dann
noch ungeliebt. Sogar der Hund schaute gestern beleidigt aus der Tür,
fragte mich kurz, ob ich das wegmachen könne und verzog sich wieder
aufs Sofa.
Bitter nötig, der Regen,
unser Brunnen schon seit Wochen trocken. Das erste Mal seit wir hier
wohnen, fördert die Pumpe kein Wasser. Weil keines da ist. Nur
unwesentlich mildert der Regen das allgemeine Bedrohungsgefühl.
Verstärkt bin ich mal wieder
dabei, mein Haussortiment zu bereinigen, auszusortieren und zu
ordnen. Mein endgültiger Arbeitsausstieg hat sich nun auf den
31.3.23 datiert, sozusagen " Rente retard". Aus
vertraglichen Gründen. Damit kann ich leben, hat doch die
Corona-Zeit auch unser jahrzehntelang bestehendes Team gerupft und
ein paar " versöhnliche" Monate wären schön.
Highlight des gestrigen Tages
: Ein geschenkter Schülerschreibtisch, den ich für " mein "
syrisches Mädchen abholen konnte. Aus dem Kleinkind ist ein Teenager
geworden. Die Familie, die ich seit 2015 betreue, ist mir sehr ans Herz gewachsen und gehört
mittlerweile zu meinem engsten Freundeskreis.
.. ist immer. So auch in diesem
fordernden und nicht allerbesten Jahr. Das erste Jahr " echte "
Rente, zwar noch mit ner viertel Stelle, aber doch schon deutlich auf
neue und sich intensivierende Projekte gerichtet.
Gefühlt habe ich im Garten fast den
ganzen Sommer gegen die Trockenheit und Hitze angekämpft, war
manchmal schon nahe daran, das Ganze aufzustecken, weil es mir nicht
leistbar erschien, und war dann doch im Herbst über die Ergebnisse
erfreut und überrascht.
Meine radikale Mulchkultur hat sich bewährt,
der ständig bedeckte Boden hat sich feucht und fruchtbar erhalten.
Ein Konzept, das ich auf jeden Fall weiterführen werde. Es wimmelt
im Boden nur so von Kleinstlebewesen, sogar Eidechsen habe ich im
Garten schon gesehen ( an meinem kleinen Teich ). Ich bin wirklich
begeistert darüber, was sich in nur einem Jahr Permakultur
entwickelt hat.
So ist der Sommer hingegangen, und der
Herbst auch schon zur Hälfte und der Blog lag still unter dem
Mulch der vergangenen Posts.
Nun ist es nicht nur die mangelnde Zeit
gewesen, die mich zum Schreibstopp bewegt hat, insgesamt hat mich
dieses Jahr gerupft. Aus verschiedenen, äußeren Gründen ( die uns
allem bekannt sein dürften ) , aber auch aus ganz speziellen,
persönlichen Gründen. Die zu berichten, würde in Jammerei ausarten
und außerdem die Persönlichkeitsrechte anderer Menschen berühren.
Deshalb gibt es jetzt ein Fazit. :
Ich komme wieder aus meiner Ecke zum
Vorschein, das Bloggen hat mir gefehlt.
Trotz Katastrophenmeldungen und
Krisenstimmung darf ich mich über persönliche Kleinkram freuen und
darüber berichten. ( das war mir über längere Zeit nicht klar )
Übrigens : Ich habe meinen
Restarbeitsplatz gekündigt, werde ab dem Jahr 2023 wahrscheinlich
nicht mehr in der Pflege arbeiten. Nach anfänglicher Trauer darüber
( und mittelgradiger Verunsicherung) bin ich jetzt heilfroh, entlastet und befreit
und freue !!! mich über den Ausstieg aus der Berufstätigkeit (
hätte ich niemals gedacht, wie man sich täuschen kann ) .
Ich danke allen netten Leser/Innen, die
bei mir nachgefragt haben, wie es mir geht, die sich Gedanken und ein
bisschen Sorgen gemacht haben. Das hatte ich nicht beabsichtigt, habe
mich aber dennoch über das Interesse gefreut. Gesundheitlich geht es mir gut,
ich habe meine Energie wieder und freu ich auf die Adventszeit, in
voller Dankbarkeit für unser gutes, gesichertes Leben.
Das mag fürs erste genügen. Ich
wünsche Euch ein schönes Wochenende. Endlich ist es ein wenig kalt
geworden, irgendwie beruhigt mich das.
Seit mehr als einem Monat habe ich hier nichts mehr von mir hören lassen, aber seit Tagen schon schleiche ich um den Blog herum und ich muß zugeben, daß es mir schwerfällt, die Fäden wieder aufzunehmen.
Zu der, für uns alle erschütterlichen, Weltlage, kombiniert mit Corona-Verwerfungen haben sich zwischenzeitlich im Familien-und Bekanntenkreis mittlere bis mittelschwere Krisen gesellt und ich war schlicht nicht in der Lage, etwas zu schreiben. Zum einen, weil mir die Worte dafür fehlen, was in der Ukraine passiert, zum anderen, weil ich so sehr jede Menge zu tun bekommen habe, daß ich keine Zeit zum Schreiben hatte und die möglichen Erklärungen darüber haben sich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes verboten. Und ich muss gestehen, daß mir vieles, was meine Inhalte ausmacht völlig belanglos vorgekommen ist.
Zum guten Schluss habe ich mich dann auch noch mit Omicron angesteckt, war die üblichen 10 Tage zu Hause, zeitweise recht schlapp und krank. Seit gestern darf ich wieder raus, aber bin noch nicht voll genesen, ein paar Tage werde ich dafür wohl noch brauchen und dann geht es mit der Krisenbewältigung munter weiter.
Allerdings : Mir hat die Bloggerei samt Kommunikation schon gefehlt, und so versuche ich, wieder einzusteigen und weiterzuschreiben. Vielen Dank an Alle, die mich angeschreiben haben, weil sie sich Sorgen gemacht haben. Ich danke Euch für Euer Interesse.
Auch noch schuldig bin ich Euch das Ergebnis der Adventsaktion. Der Erhalt der Urkunde fiel schon in die schwierige Zeit und ich wollte den Rückkehrpost jetzt auch nicht so riesig lang gestalten. Das kommt dann also demnächst.
So langsam gelingt es mir auch wieder, mich über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen, gestern Morgen saßen zum Beispiel zwei Meisen auf einem handgestrickten Pullover, der auf der Wäschespinne zum Trocken hing , und zupften Wollflusen zum Polstern ihrer Nester aus dem Gestrick. Die wissen auch, was gut ist...
Zum guten Schluss noch ein Stück Musik. Was wäre ich ohne sie. Es depressives Fädchen, eine Hülle zuweilen..
Leider fällt das entsprechende Konzert mal wieder aus, bzw. wird verschoben. Auf ein Neues
Fast frühlingswarm da draußen, erwacht die Vorstellung eines neuen Gartenjahres. Aus ein paar Fehlern habe ich gelernt ( bitte keine Zucchini ! ), bin ab Donnerstag dienstfrei und kann schon mal überlegen, was ich in diesem Jahr so Gärtnerisches erreichen möchte.
Ne große Hilfe ist dabei diese junge Frau, immer wieder gern gelesen und gehört. Vielleicht auch was für Euch.
Ein wenig vorbei, der goldene Herbst und
zwar in mancherlei Hinsicht. Ehrlich gesagt, hatte ich
geglaubt, die Corona-Situation würde in diesem Winter entspannt
bleiben, so entspannt wie im Frühherbst.
Statt dessen habe ich mir bereits die
dritte Impfung abgeholt und sehe mich genötigt, Strategien zu
entwickeln, bei Laune zu bleiben... mich irgendwie darauf
einzustellen, wieder in die soziale Distanz zu gehen, kaum dass sie
etwas aufgeweicht war. Nun ja, wir haben ja schon Übung. Und
es gibt ja auch das Internet. Und die Musik.
In den letzten Wochen habe ich wie eine
Wilde aufgeräumt und sortiert und dabei schon so etwas, wie die
Systematik meines Sammelns entdeckt. Ich habe etliche Organisationen
und Aktionen kennengelernt, die Stoffspenden, ausgemustertes Bastelmaterial und die Walnüsse vom Vorjahr gebrauchen können. Es
gibt einfach viele Menschen, die sich um kranke Tiere, arme Menschen,
bastelnde Kinder, überhaupt um soziale Projekte kümmern. Und es
sind nette und gute Leute. Das stimmt mich hoffnungsvoll.
In der vergangenen Woche bekam ich ein
Karre voller Shropshire Wolle geschenkt, eine Faser, die ich in den
Anfangszeiten meiner Spinnerei verschmäht hatte, da sie für mich
noch zu schwierig zu spinnen war ( zu kurz) und die jetzt eine zweite
Chance bekommt.
Zum Fotografieren ist es im Moment draußen
einfach zu trübe... deshalb zeig ich Euch meine immerwährenden
Freude aus den hellen Tagen Anfang November. Einfach schön, nett und
lebendig. die beiden Ententiere Schmette und Gake, die sich wunderbar
eingelebt haben, statt im zarten Alter von 6 Monaten im Kochtopf zu
landen. Zahme Mädels, über die ich mich jeden Morgen freue.
Und darüber freue ich mich auch jeden Tag
: Musik, die , wiederentdeckt, meine Stimmung hebt und meine Seele
wärmt.
Nun wird es aber mal Zeit, einen Ton von mir zu geben. Noch bis zum 15. November werde ich hier weiter relativ ungeplant, Pause machen.
Die Veränderungen im Außen und Innen, die durch den Rentenbeginn ausgelöst worden sind, ziehen in Haus und Verstand so weite Kreise, daß ich im Moment kaum Zeit für etwas anderes finde. Ich krempele das Haus um, in viel größerem Maß als in vorherigen Zeiten.
Beschaue mir jeden Gegenstand und bin bemüht, durch Ausmisten und Weggeben Platz und Zeit für die kommenden Jahre und Projekte zu finden. Zwar tue ich das schon lange... aber im Moment bin ich dabei endlich am Grund der Dinge angekommen. Und es geht mir sehr gut dabei.
Grundsätzlich vermisse ich aber das Schreiben hier und den Kontakt sehr, auch einen Adventskalender wird es in diesem Jahr wieder geben ( ich arbeite daran). Nur hat der Tag leider nur 24 Stunden und außerdem steht mein Arbeitsturn bevor.
Also : Habt ein wenig Geduld mit mir. Ich komme wieder....
Allenthalben zu hören oder zu
lesen. Das Gemüsejahr im Garten, der Totalausfall. Ganz so schlimm wars dann
doch nicht, wobei die Ursachen, bei mir im Garten jedenfalls , nur
zum Teil im nassen, heißen Regenjahr zu suchen waren.
Teilweise muss
ich die mangelnden Ernteerfolge einfach auf meine Kappe nehmen. Wie
immer : zu wenig Erfahrung, zu wenig Konstanz ( nein, nicht die
Stadt).
Die so liebevoll gehegten Tomaten ( und die waren wirklich
prachtvoll und neiderregend) , hat schon Mitte August die Braunfäule
dahingerafft. Die unheilbare Tonatenkrankheit, von der mein
Gartenvorbild, ein über 80 jähriger mit Selbstversorgergarten
sagte, sie würde im Englischen " sudden death " heißen, was
ich, zumindest für meine Tomaten sehr treffend finde.
Einzig positiv am plötzlichen Tomatentod
: Unsere Hauswächterin hatte während unserer Urlaubes nicht so viel
zu gießen. Man kann sich auch alles schönreden !
Überraschend aber und erfreulich, eine
blaue Winde hat alles überlebt und blüht nun die Hauswand hoch, was
das Zeug hält. Seit jeher habe ich eine Vorliebe für
trichterförmige Blüten, es sah in diesem Jahr allerdings so aus,
als hätte sich die weiße, "gemeine“ Ackerwinde durchgesetzt,
deshalb erfreut mich der Anblick der fleißig , blühenden Blauen
umso mehr.
In diesem Jahr des beginnenden
Berufsausstieges, und das ist einfach eine gravierende Veränderung,
auch wenn ich so langsam in die Rente hineinschliddere, freue ich
mich über alles , was bleibt.
Geblieben auch. Ab heute 3 Nachtdienste.
Mal gespannt, wie sich das anlässt, mit den großen Pausen
dazwischen. Immerhin : Corona-Patienten betreuen wir nicht mehr,
erstens gibts nicht so viele ( ja, auch wenn es anders lautet in Bild
und Funk ) . Und zweitens sind jetzt mal andere dran.
Wer etwas Hoffnungssvolles, Erheiterndes, aber auch Nachdenkliches in filmischer Form braucht. Dem sei diese Kurzserie empfohlen. Ich habe sie nur so weggeschlürft ! Nur noch bis zum 30.10 in der ARD Mediathek online, also hopp !
Als wir uns kennenlernten, war ich kaum
mehr als ein verzweifeltes Kind, hineingestopft in einen Berufsweg,
der nichts, aber auch gar nichts mit dem zu tun hatte, was mich
ausmacht, was ich erträumte und wünschte.
Na klar, die Texte
zusammen mit der Musik schlugen ein wie eine Bombe, ich ging mit Rio
zu Bett ich stand mit Rio auf. Pausenlos gedudelt auf dem kleinen
Dual-Plattenspieler, der neben meinem Bett stand, auf dem kurz zuvor noch ein Zug nach nirgendwo gefahren war.
Ja, es gab auch die
passenden Menschen zu dieser Musik, die mehr war als Musik, eher ein
Grundton, ein Tages, Nachts, Nachmittagsbegleiter. Wir schlossen uns
zusammen und besetzten die Dorfdisco und tanzen nach dieser, unserer
Musik. Wir wollten einen Platz für uns, wollten lieben, wen wir
wollten, uns nicht einer konservativen Ordnung unterwerfen, die uns
zwar arbeiten, aber nicht frei leben ließ.
Ich war einem besonders scharfen Lehrherrn
ausgeliefert. Nicht nur Arzt, sondern auch Rechtsanwalt, forderte
dieser Einfluß bis ins Private, schrieb vor, wohin ich in meiner
Freizeit zu gehen hatte und welche Kleidung angemessen sei . Geschützt hat mich niemand.
Leider hatten wir unterschätzt,
dass der Kampf für unsere Ideale eine harte Gegenreaktion provozieren musste und leider,
leider, die Reichweite der Lehrherren länger war als unsere
Möglichkeiten.
Arme Kinder, es gab jede Menge Repressalien , denen
ich nur mit Verstellung und List entgehen konnte.
Knapp bin ich
vorbeigeschlittert, an der Einweisung in eines der berüchtigten
Mädchenerziehungsheime, indem ich die Verlobung mit einem Sproß
reicher Eltern vorgab.
Wir haben uns dann immer wieder getroffen,
der Rio und ich. Der Rückzug ins Private, der tägliche Kleinkram
und immer wieder der Traum, nicht allein zu bleiben. Rio hat ihn
begleitet („ ich fang den blauen Murg für dich") .
Als Rio Reiser, der irgendwie haltlos
Liebende starb, war mein jüngstes Kind gerade geboren. Ich war
gedämpft und ins Mutterglück gehüllt, und nahm dies nur am Rande
war.
25 Jahre und ein bisschen, ist das
her, ein trauriges Jubiläum, die Musik von Rio Reiser und den
Scherben höre ich bis heute und ... je nach Situation, bin ich dann
wieder in dem Damals-Film, dem Gefühl und auch der Kraft dieser
Musik.
Grund genug für eine Danksagung an eine
lebenslange Liebe !