Sommer lässt weiter auf sich warten. Darüber zu meckern, hat keinen Sinn, ändert nichts und zu heiß ist auch nichts für mich. Zeit, mal eins meiner jüngsten Werke vorzustellen. Passend zum Wetter.
Nachdem ich einen Sack ältere Alpaca
Rohwolle in meinen ( reichlichen ) Vorräten entdeckt habe, noch
kurz vor Winterschluss etwas davon gesponnen und einen einfachen
Pullunder gestrickt. Nicht so lang, wie meine üblichen, sackartigen Langpullover, erstaunlich bequem und nett anzusehen.
Einfach, aber gut.
Davon werde ich sicher noch einen stricken. Super warm. Alpaca eben.
Euch einen schönen Sonntag noch und einen guten Wochenstart.
In der vergangenen Woche hatte
ich ... Schafstage !
Schurtermin der Blökenden, 5. Juni, passend
zur Schafskälte, deren Beginn auf 4. Juni fiel.
Einmal im Jahr müssen die
Wolligen ihre dicken Winterjacken ausziehen, und mit der Auswahl
des Schurtermins kann ich mir keine Pingeligkeiten leisten, denn es
gibt erstens kaum noch Menschen, die als Schafscherer arbeiten und
zweitens habe diese keine Termine. Schafhaltung ist eben kein Ponyhof.
Wie es der Zufall und die
Berufstätigkeit meiner Lieben so wollte, konnte mir auch niemand
helfen und so wollte die Aktion gut geplant und sorgsam von mir
allein vorbereitet werden. Durchaus eine Herausforderung !
Die vierfache Fußpflege am Montag
zuvor konnte ich noch mit Hilfe des Gatten durchführen. Ich war recht zufrieden mit dem Verlauf, es übt sich ein und war nun auch
nicht mehr das erste Mal. Ob die Schafe das auch so sehen, ist nicht
überliefert, aber mit ein paar Lekkerlis anschließend kann man ja
so einiges regeln.
Da ab Donnerstag Regen angesagt war, (der auch stattgefunden hat), mussten der Schafstall ausgemistet,
dick eingestreut und die vier Schafe anschließend aufgestallt
werden. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Bis auf Manfred, den
schwarzen, etwas scheueren Bock ließen sie sich aber gut überreden.
Auf das Böcklein habe ich eine halbe Stunde eingewirkt, zum Schluss
brachten eine Portion Haferflocken und ein beherzter Griff
auf die imposanten Hörner des lieben Manfreds die entscheidende
Wendung.
Die Felle der Schafe müssen zum Scheren trocken sein
und promt begann es nach der Einstallung ergiebig zu regnen. Gut
gemacht, grad noch so geschafft !
Am Freitag dann die beiden Schafsdamen
und die Böcklein, ( alle natürlich kastriert), nach vorne zwischen
die Häuser bringen, damit der Scherer mit seinen Gerätschaften vom
Bus aus arbeiten kann. Schön der Reihe nach, habe ich die aufgeregten
Wesen die 50 Meter transportiert, zum Teil getragen, zum Teil
geschoben, den weißen Bock, der 30 Kilo wiegt, konnte ich zum Glück
überzeugen, als letzter zu seiner blökenden Familie zu laufen und
sich zu ihnen zu gesellen.
Ja, zu zweit ist dieser Veranstaltungsteil
besser zu schaffen, aber ich war schon sehr stolz, es allein
hinbekommen zu haben. Da ich frühzeitig begonnen hatte, konnten die
aufgeregten Schafe sich noch eine Stunde lang beruhigen,
denn ein gestresstes Schaf zu scheren ist keine reine Freude.
Für
niemandem.
Bei der Schur selbst kam mir mein
Nachbar zu Hilfe, das hat gut geklappt und hat die ganze Sache
wesentlich vereinfacht. Danke dafür.
Nach den ganzen Scherereien sind die Blökis
dann etwas frierend, jedoch unbeschadet, selbstständig auf ihre Wiese
zurückgekehrt.
Offenbar hat auch keines der Schafe ein Trauma erlitten, denn sie waren anschließend gleich wieder bereit, ein Häppchen Kraftfutter aus der Hand zu fressen.
Vorher und nachher : Monika hat fast das schönste Vlies. Das gibt ein tolles Tuch !
Mir blieb noch die Aufgabe, die
geschorene Wolle zu sichern und vor dem aufkommenden Regen erstmal im
Schuppen zu verstauen. Die Wolle von weiteren vier Tieren, die mein
Scherer noch im Wagen hatte, bekam ich geschenkt, Merino, feines
Zeug.
Insgesamt ist das Unterfangen prima gelaufen. Ich bin froh, so einen netten
und routinierten Schafscherer gefunden zu haben. Ich hoffe, daß er,
der Anfang 70 jährige und wirklich ein kerniger Typ, diese Arbeit noch
lange machen kann. Und ich auch.
Bei aller Erleichterung und Zufriedenheit, nach den insgesamt drei Schafstagen hatte ich meine körperliche Leistungsgrenze erreicht. Aber immerhin, ich
bin auch fast 70 Jahre alt !
Diesen
Hühnerkindern habe ich , glaube ich jedenfalls, das Leben
gerettet.
Schon eine ganze Weile war ich auf der Suche nach
Zwerghennen, um damit meine Gartengruppe zu erweitern. Nur noch ein
Zwerghühnchen war übrig geblieben und die gute Ida, die überall
herumläuft. Ein bisschen klein für eine Gruppe.
Über eine Anzeige
fand ich vor ein paar Wochen die Möglichkeit, zwei federfüssige Zwerghühnchen zu
erwerben. Wir sind dann hingefahren zu dem Züchter, der eine Unmenge
an winzigen Hühnchen ausgebrütet hat. Und die schönsten bei
seinem Züchterverein zeigen wollte.
Und die anderen 48 ? Konnte er
auch nicht sagen.
Ich habe vier statt nur zwei gekauft, und erst auf dem
Rückweg ist mir gedämmert, dass das wohl die einzigen Überlebenden
sein werden. Noch richtige Hühnerbabies waren das, piepsend und
verängstigt, viel zu klein um allein durch den Garten zu laufen,
zudem mit blutigem Durchfall ( Kükenruhr, gut behandelbar, wenn man weiß wie es geht. ) .
Ja, da ist viel
Unverständnis darüber, diese Küken nur wegen irgendeiner „
Züchterehre " ins Leben gebracht zu haben und wenn ein Federchen quer
sitzt ...
Ganz
helle Kämme, blasse kleine Gestalten, ich glaube, die Sonne hatten
sie bis dato noch nicht wirklich gesehen.
Seit
sie unter meiner Aufsicht und Fürsorge sind, laufen sie im
Kükengehege herum, haben sich sehr gut erholt, fressen wie kleine
Scheunendrescher und werden langsam neugierig auf die Welt. Die aber
vorerst aus Sicherheitsgründen noch klein bleiben wird.
Von
ihrem Erwachsenengewicht ( 650 Gramm ) , haben sie etwa die Hälfte
erreicht und ein bisschen muss da noch draufkommen.
So
schön , die Neugierde der kleinen Wesen zu sehen. Wenn ich einen
abgeschnittenen Zweig ins Gehege lege oder es etwas neues, spannendes
zu essen gibt.
Happy Ending, zumindest für diese Vier.
P.S. Es gibt sicher viele verantwortungsvolle Züchter. Ich möchte Diese hier ausdrücklich von meinem kritischen Bericht ausnehmen. Was ich schreibe ist eine Einzelbeobachtung und hoffentlich nicht repräsentativ.
Mittelbare
Folge der 10 Tage ohne Internet: Da wichtige, aber nervige
Kleinigkeiten erledigt sind, hatte ich Zeit, mein schnuckeliges und
wirklich winziges Gartenhaus aufzuräumen und zu putzen. Vor ein paar
Jahren war es mir zugefallen, weil uns ein bis dato verpachteter
Grundstücksteil zurückgegeben wurde.
Baulich
noch immer ok, hat das Haus im letzten Jahr brach gelegen, dabei ist
es einer meiner , wenn nicht der allerliebste Rückzugsort. Keine 50
Meter vom Haus entfernt, aber ab von allem weltlichen. Sozusagen
hinterm Mond. Daneben der Gemüsegarten, in dem ich dieses Jahr
tatsächlich etwas gebacken bekomme.
Als
ich vorgestern begann, Spinnweben und Staub zu entfernen, überzählige
Deko zu entsorgen und das Hüttchen gründlich zu putzen, hatte ich
nur eine Stunde arbeiten wollen. Dann hat es mir aber so einen Spaß
gemacht, zur Musik der alten CD s, die dort liegen geblieben sind,
weiterzumachen, dass an zwei Nachmittagen ein bewohnbarer Raum
wiedererstanden ist.
Ein altes Bauernbett, mit 1,40 m Breite genug
Platz für zwei kurze Menschen ( nicht größer als 1,80 ), eine
geschenkte Kommode und, hinter Vorhängen, ein wenig Platz für
Gartenzubehör. Mehr passt nicht rein, in den kleinen Raum, muss aber
auch nicht.
Den
Fliegenvorhang habe ich im vergangenen Jahr schon genäht, aber jetzt
erst aufgehängt. Die Polster fürs ( gefundene ) Korbgestühl müssen
noch ein bisschen warten, sind aber in Arbeit. Zur Beschattung werde
ich noch ( vorerst ) zwei Vorhänge an der kleinen Veranda anbringen.
Längerfristig soll ein kleiner Baum die Hütte ein wenig beschatten.
Am
Abend war ich so zufrieden und glücklich...
Das
hellbraune Huhn aus einem der letzten Posts hat inzwischen einen
Namen bekommen, sie heißt jetzt Ida. Das ist schon etwas Besonderes,
eigentlich haben meine Hühner keine Namen, aber Ida ist zahm, kommt
auf Zuruf, frisst aus der Hand , und …... sie hat Ihre Schwester
Hedvig angelernt, den Zaun zu überwinden und ÜBERALL herumzulaufen.
Kommt mich besuchen. Das ist das jetzt so. Nett.
Wiedergefunden,
aber nie ganz vergessen. Sehr, sehr gern würde ich diese Gruppe mal
live sehen.
Treten
nur in der Schweiz auf, chronisch ausverkauft. Soll ich es wagen ?
Mit dem Nachtzug nach Zürich ? Wäre ein schönes Abenteuer.....