Samstag, 10. April 2021

23 Ins Hintertreffen


 geraten sind in dieser Woche meine Gartenaktivitäten. Einerseits wegen des Winternachschlages, andererseits wegen der anderweitigen, reichlichen Arbeit...

Also warten die Gemüsepflanzen mehr oder weniger gut entwickelt in verschiedenen Saatschalen und Pötten auf allen verfügbaren Fensterbänken. Bei einigen Gemüsesorten muss ich mir eingestehen, daß der Saattermin zu früh gewählt war ( die Tomaten) , andere vertragen die Zimmerkultur recht gut ( die Zuccini ), aber irgend etwas wird schon aus meinen Ambitionen werden. 

Am Wochenende habe ich nochmal zwei Dienste, etliche Termine in der kommenden Woche und meine Freunde brauchen in ihrer Isolation Versorgung ( Einkauf) aber spätestens am übernächsten Wochenende werde ich Zeit finden, den Garten weiter zu bestellen. 

Euch ein schönes Wochenende mit wieder milderen Temperaturen. 

Ruhe bewahren !

P.S. Zur Ehrenrettung der niedergelassenen Ärzte möchte ich anfügen, daß ich heute in den beanspruchten Arztpraxen freundlich und routiniert behandelt wurde und alles bekommen habe, was meine Freunde brauchen. Geht doch !

Freitag, 9. April 2021

24 der Kater röchelt


 Es war nicht so gedacht, diese 100 Tage als Wettbewerb um den schönsten, den nervigsten oder den berührendsten etc. Tag zu führen.

 Wär es so, dann wäre dieser Tag nominiert: Worst, worster, worstest !

Verzeiht mir, ich bin kein Meckerer, ich habe viel Verständnis für Menschen und Situationen und dies ist auch keine Klagemauer . Aber :

Meine Freunde haben C., dank Schnelltest selbst festgestellt und sofort in Iso begeben. Vorbildlich.

Ich bin ein Kümmerer, ich kümmere mich ! Brav !

Wo jetzt den PCR-Abstrich herbekommen, wenn Ärzte keine Hausbesuche machen. Wenn ich jemanden Infektiöses nicht im eigenen Auto transportieren will, kann, darf. 

Also Ärzte abklappern, blöd, wenn der Hausarzt noch im Urlaub ist und ich nicht jedesmal meine komplette Berufsbiografie mitteilen möchte. Nicht zuständig...

Also Gesundheitsamt anrufen ! 

 Die kennen sich aus, die helfen.

 Ich habe auf die Uhr gesehen. Ich habe an 2 Tagen insgesamt 6 !!! Stunden in der Warteschleife am Telefon gehangen.

 Sehr schöner Text. Ohne Erfolg. Ohne. Es ging niemand ran. Am Ende der Anrufzeit wurde das Band automatisch umgestellt : " bitte beachten Sie unsere Servicezeiten !" Hab ich , Alter. Aber Du nicht !

Dann versucht, einen unmöglichen Termin bei einem Arzt abzusagen. Es standen ca. 15 Leute im Treppenhaus, telefonisch war kein Rankommen und alle paar Minuten kam eine Dame aus der Tür und rief etwas wie : " Abstand, Warten, es dauert ".

"Halt " ,  wollte ich der Dame zurufen, "ich bin eine von Euch", aber ich blieb ungehört. Wenn ich einen Termin absagen wolle, solle ich eben anrufen.

 Ich möchte jetzt nicht mehr brav sein. Ich gehe. Der Termin ist mir wumpe.

Ja. Ich habe andere Lösungen gefunden. Ich kenne das System. Was aber widerfährt Menschen, die dieses Wissen nicht haben, die nicht aus der Wohnung können, für die niemand einkauft...nicht jeder hat eine Tante Gitta.

Zwischendurch war ich noch selbst beim Zahnarzt. Über Ostern hat sich ein Teil einer Füllung aus einem sehr reparierten Zahn verabschiedet. Das wollte ich flicken lassen, um anschließend nach einem Gesamtkonzept ( Krone) zu forschen. 

Nein ! Man wollte mir für das Wrack eine teure Zuzahlungsfüllung verkaufen, die dann in sechs Wochen sowieso wieder entfernt worden wäre. 

Wie gesagt: Ich bin ein Herzchen, ich bin keine Querulantin, ich habe viel Verständnis. Und Geduld. Höflichkeit ist meine letzte Instanz. Aber meine Stimmung hatte sich da schon gen Nullpunkt bewegt.

Nach den ganzen Aktionen, ( wie gesagt, ich habe alles geregelt bekommen), bin ich völlig alle zu Hause angekommen. Jetzt eine kleine Pause....vorher den Katzen einen Spätmittagssnack gegeben. 

Als ich wieder hinsehe, sitzt der Kater auf der Anrichte, lange Schleimfäden hängen aus seinem Maul. Der Kater röchelt und ich bin jetzt kurz vorm Nervenzusammenbruch. 

Termin beim Tierarzt um 17 Uhr ( ich danke dem Universum für diesen Tierarzt),  ergibt nichts, Kater geht es gut, röchelt nicht mehr. 

Also beobachten. Keine Maßnahme. 

Jetzt ist früher Abend. Ich möchte mich ablagern, ich möchte röcheln, ich möchte am Rad drehen.

Was bitte ist hier los ?

 Ja, Corona kann eine schlimme Krankheit verursachen.

 Ja, es ist ansteckend. Aber wo sind die gepriesenen Systeme, die Nachverfolgungen, die Obhut.

 Angst und Panik waren schon immer ein schlechter Ratgeber. Und einmal auf der " anderen" Seite zu stehen ist sehr lehrreich.

Ich habe es nicht glauben können, daß wir Menschen auf die Station bekamen, in prekären Situationen, die auf sich allein gestellt, wohlgemerkt ohne Arztkontakt, in ihren Wohnungen gelegen haben. Alte, Kranke, Alleinstehende.

Jetzt glaube ich das. 

Ich danke Allen , die auf ihre Vernunft hören und die Nerven behalten. Auch davon habe ich heute einige erlebt. Seltsamerweise sind das diejenigen, die am dichtesten mit dem Infektionsgeschehen beschäftigt sind.

 Wir haben alle eine Einzelverantwortung und wir können damit Situationen zu Gunsten der Patienten gestalten. Am Wochenende stehe ich wieder auf der " richtigen " Seite. Auf der Seite der Handlungsfähigkeit.


 Danke. Dranbleiben !

Und morgen gibts wieder was Nettes. Hoffentlich !


Donnerstag, 8. April 2021

25 ...und weiter gehts

 mit ungemütlichem Spätwinterwetter. Mir geht es etwas besser, der Hund muss  sowieso bei jedem Wetter raus und so werden aus dem angestrebten Stündchen gerne mal 2 Stunden. 

Sehr gerne halte ich dabei die Augen auf und nehme das eine oder andere Fundstück mit. So auch heute. Von der Grüngutstelle kam eine Amaryllisknolle in die Fahrradtasche und der Wind hat jede Menge alte Nester heruntergefegt. Vielleicht kann ich die Blumenzwiebel nochmal zum Blühen bringen und die Nester finde ich einfach schön und ich nehme sie niemandem weg.

Das letzte Stück war ein schweres Teil. Die Steinröhre ist mitgewandert, weil ich im Garten verschiedene Plätze und Schlupfwinkel für kleine Tiere eingerichtet habe und weiter einrichten will. Die Röhre findet sicher einen Platz an dem geplanten, kleinen Feutbiotop im Garten. Daß es ganz sinnvoll sein kann, allerlei geeignete Fundstücke im Garten auszulegen habe ich im vergangenen Herbst gesehen. Ein zerbrochener, großer Blumenkübel aus Ton bietet einer Haselmaus ein regendichtes Dach für ihr Nest, ebenso, wie ein einfach stehengelassener alter Holzkorb, der mit Zweigen gefüllt ist. Über solche Gäste freue ich mich immer sehr. 

Daß bereits so viele kleine Tierchen hier gesiedelt haben, war auch der Grund, aus dem wir der Anfrage des NABU nicht entsprechen konnten, der auf unserer Wiese eine Nisthilfe für ein Storchennest errichten wollte. Ich hatte einfach Angst, daß ein eifriges Storchenpaar die Kleinsäuger und Frösche aus unserem Garten leerräumen würde. 

Nun sind dreiviertel der hundert Tage bis zur Rente vergangen. Lächerliche 24 Tage sind noch übrig, das hat schon etwas von einem richtigen Endspurt. 

Trotz Ambivalenz freue ich mich, dann kann ich in aller Ruhe verwildern und zwischen meinen Tierlein im Garten wuseln.

 




Mittwoch, 7. April 2021

26 Platt

 


Ein fieberhafter Infekt hat mich heute nacht lahmglegt. Nee, kein Corona, das ist getestet. Aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten. Dann heute Sparflamme mit Tee und viel Schlaf. Auf dem Rückweg vom Arzt der Blick auf die Trauerweide mit unvorstellbarem Grün. Ich kann mich erinnern, daß wie in der Uni mal raus geschickt worden sind, um dieses Grün zu malen ( Lehrfach Kunst ). Keiner hats hingekriegt. 


Nur der Baum.