Freitag, 11. Oktober 2019

Erst oder schon ?


Seit einer Woche sind meine Kräfte wieder aufgetaucht.

 Nach dem Tod des Freundes habe ich mich in einer Art Autopilot-Funktion befunden. Das Gefühl von Verlust ist jetzt erst in meinen Alltag eingezogen und lässt mich paradoxerweise die eigenen Pläne wieder verfolgen.

Ich sehe, was alles an Arbeit unter den vergangenen Monaten liegengeblieben ist, vieles lässt sich nicht nachholen.

 Der Garten hat seine Zeit und jetzt im Oktober ist alles auf Rückzug gerichtet. 


Nun gut.. sowieso bewerte ich vieles neu und überlege, ob es denn wirklich so wichtig ist, wie zunächst gedacht.

 Immerhin habe ich gestern das große Zimmer zu Ende gestrichen. Das hatte ich im Frühjahr angefangen und dann hat sich die Farbe, weil billig, unter der Sommerwärme aufgewölbt und war geplatzt wie kranke Haut. So musste ich denn die losen Teile mit einem Spachtel entfernen und die Ränder überschleifen.

 Eine Sauarbeit , die viel Dreck macht, denn es ist Kalkfarbe, die reichlich staubt und dann alles mit einem Grauschleier belegt.
Aber das Streichen ist nun erledigt und hinterlässt bei mir ein zufriedeneres Gefühl, nun kann ich die Fotos und Bilder wieder aufhängen und stellen. Auch da wird einiges neu sein....


Was mir immer und immer hilft, in solchen und anderen schwierigen Zeiten, ist Musik.
 Musik, laut, überlaut und in fast manischer Art. Im Moment haben es mir die Patent Ochsner Leute sehr angetan. Die Mischung ihrer Musik, von anarchistisch-durchgeknallt bis tieftraurig melancholisch... einfach gut passend.

 Verstimmte Klaviere, die Stimme von Büne Huber, manches ein wenig elegisch und genau so, wie ich mich im Moment fühle.

Kreatives kann ich im Moment eher wenig präsentieren, also fertige Dinge.
 Ich stricke konstant und eine ganz schön, weiche Babydecke ist fertig geworden.


 Die will ich demnächst verschenken. Entstanden ist sie aus einem Rest Alpaca, natürlich handgesponnen von mir, liebevoll behandelt, damit sie auch wirklich sauber und schmiegsam sein wird...

Es sind eher einfache Muster, die ich da stricke... sozusagen als Beschäftigung der Hände. Die Kopfarbeit kann ich kaum wenig zeigen, aber die ist im Moment die Hauptsache.

Und wie so oft... noch ein Lied für Euch. Gehabt Euch wohl. Ich gehe jetzt in den Nachtdienst und bin damit erstmal ein paar Tage weg vom Fenster. 


Samstag, 28. September 2019

Zuhause


sind wir schon ne knappe Woche. 

Eigentlich ist es auch die letzte Urlaubswoche gewesen, aber schon am Montag klackerten die Dienste und Anforderungen ins Stübchen und so wurden noch drei freie Tage aus den ehemals acht.

 Haus und Tiere sind während unserer Abwesenheit liebevoll betreut worden und haben alles gut überstanden. Die kleine Anneliese hat dank Kraftfutter ordentlich zugenommen, nachdem sie durch Tragzeit und Säugeperiode ihres dicken Sohnes Hörnchen doch ordentlich abgemagert war. 

Anne-Moppel

Hörnchen ist inzwischen größer als seine Mutter, er hat ein wunderbares Vlies, auf dessen Verarbeitung im nächsten Jahr ich mich schon freue.
 Trotz seiner Größe versucht der dicke Kerl ab und zu, sich an Mutters Milchtankstelle zu bedienen....

Die kleine Schafsgruppe scheint sich gut zu verstehen , das Hörnchen darf natürlich bleiben, mittlerweile ist er kastriert, damit es keine weiteren Schäflein gibt. 

rechts der dicke Po, das ist Hörnchen

Die Hühner sind kräftig in der Mauser. sie dürfen jetzt im mittleren Garten Gras und Kräuter fressen, was im Sommer nicht erlaubt ist, denn sie machen schon so ziemlich alles platt.



Im Herbst ist das aber nicht schlimm und so können sie noch zusätzliche Vitamine picken, um Mauser und Winter gut zu überstehen.

Fundstücke von der Grüngutstelle : Pfundweise Sonnenblumenteller

Genauso wie über die Hühner und Schafe, freue ich mich über die große und schöne Lotte, die ein relativ unabhängiges Leben führt, aber am Abend einem warmen Sesselplatz nicht abgeneigt ist.

Eine wache, gesunde Katze... an Vielem interessiert und immer aufmerksam.



 Unser sensibler Emo kommt langsam in die Jahre, er wird deutlich ruhebedürftiger, und fordert endlose Streicheleinheiten . 
Er ist schon immer ein zarter, schlanker Kater gewesen, die regelmässige, reichhaltige Futterversorgung hindert ihn allerdings nicht daran , allerlei Nagetiere und auch mal einen Vogel zu verspeisen. Hat halt einen hohen Grundumsatz, der Kerl...

es täuscht : er ist ein Weichei !

Leider kann ich mein Strick- und Handarbeittempo aus dem Urlaub nicht halten, kein Wunder, denn hier gibt es noch jede Menge anderes zu tun.
 In den kommenden Wochen muss der Garten ein wenig für den Winter vorbereitet werden.

Denn eigentlich beginnt das Gartenjahr im Herbst und so werde ich mich nach den Nachtdiensten in den freien Stunden dort tummeln.
Aber erst liegen noch zwei Dienste vor mir, davon einer gemeinsam mit meiner Tochter, die ja im Frühjahr ihr Pflegeexamen bestanden hat.
 Und das, liebe Leute, freut mich so außerordentlich. Ich habe erst heute Nachmittag davon erfahren, das sie für einen erkrankten Kollegen einspringt und ich platze fast vor Vorfreude...


 Ganz herzliche Grüße an meine neuen Leserin Frauke  und die glutenfreie Bäckerin aus Finnland und an alle, die so treu kommentieren ( Annette !) .
Habt ein schönes Wochenende und bleibt so, wie Ihr seid.

Noch zu Schluss meine derzeitige Lieblingsband ( ihr wisst schon, sie könnten das Telefonbuch singen, ich fänds trotzdem umwerfend.)

Freitag, 20. September 2019

Dänische Woche...


...und schwupp : Schon wieder zu Ende...



Wenn ich erstmal warmgeworden bin mit einer Gegend, einem Häuschen und der freien Zeit, dann fallen mir immer viele Dinge ein, die ich noch machen möchte und für die ein paar Tage viel zu kurz sind. 

Auch noch und doch warmgeworden bin ich mit den zahlreichen Gebrauchtläden, etwas überlegter zwar, aber doch mit viel Spaß. 



Dieses schöne Strickbuch von Marianne Isager habe ich zu einem guten Preis kaufen können. ( Ja, ist in dänischer Sprache... aber die Musterzeichnungen sind international )



Es enthält so tolle Muster, die wunderbar mit naturfarbenen Garnen umzusetzen sind. 
Ein paar kurze Rundstricknadeln habe ich dort auch noch gefunden und einen ganze Schuhkarton mit selbstgemachten Stempelmotiven aus Linolschnitten. 

Oh, wie mich das prickt, die Dinger auszuprobieren.


Auch nicht widerstehen konnte ich den knackig, reifen Hagebutten und den Unmengen an Schilfblüten. Zum Teil waren die Halme bereits umgeknickt, sodass ich es verantworten konnte, eine gute Menge sorgsam zu schneiden und zum Wollefärben mitzunehmen. 
 Morgen werde ich zu Hause aus den, dieses Jahr besonders schmackhaften Früchten, Hagebuttenmarmelade zubereiten, vielleicht mit etwas Holunder, wenn der noch brauchbar sein sollte.

Und wenn ich ganz gut drauf bin, weiche ich auch noch die Schilfblüten fürs Wollefärben ein.

 Wie schon im Vorjahr habe ich es als sehr produktiv empfunden, KEIN Spinnrad mitzunehmen, sondern mal wieder mehr zu stricken. 
Etwas, das ich zu Hause unbedingt fortsetzen sollte, denn die fertigen Teile machen doch sehr zufrieden.


 Als da sind : Weste Nummer 2 aus ganz festem und sehr robustem Garn, ein ausgesprochen stapazierfähiges Material gesponnen und fest verzwirnt aus einem Vlies eines Rauhwoller-Schnucken-Mix-Schafes.


Die Weste ist zum Arbeiten im Garten etc. gedacht und sie ist deshalb so groß, damit sie über einen dicken Pullover passt. Verdammt warm das Ding. 

Ganz viel Freude macht mir im Moment die Herstellung von Babykleidung aus meiner schönen, wiederentdeckten Milchschafwolle. Ein lieber Arbeitskollege und seine Frau erwarten das erste Kind , dies war der äußere Anlass.


 Es machte mir so viel Spaß, die kleinen Teile zu stricken, daß zwei Windelhosen in unterschiedlichen Größen fertig geworden sind, zu Hause wartet noch eine kleine Jacke und eine Weste ist in Arbeit...


Ja, die Tage hier haben mir gut getan, mein Infekt ist nur noch in lächerlichen Restbeständen vorhanden und in der kommenden Woche habe ich noch ein paar Tage frei, um die neuen Ideen umzusetzen.



Wirkt Wunder.... Ostsee und ein paar Tage Zeit. Gerne nächstes Jahr wieder !

Mittwoch, 18. September 2019

Inselchen, Tag 4


Erst langsam tauche ich aus der Versenkung der letzten Wochen wieder auf. Und aus meiner Bronchitis...

 Tag 4 auf Kegnaes, schon Halbzeit und erst jetzt angekommen, siehe oben. Eigentlich ist eine Woche Urlaub außer Haus zu wenig, um sich richtig heimisch zu machen in den Übergangsheimen und Ferienhäusern.
 Aber mehr ist zur Zeit nicht möglich, weil Haus und Hof nicht allein gelassen werden können, mit all dem lebendigen Bewohnern und Anwohnern,  und die Ersatzbäuerin nur für eine Woche zur Verfügung steht. Dann ist es eben so.


 Den Hund nehmen wir immer mit, der würde zu Hause auch vor Gram ohne uns eine Woche auf dem Teppich liegen bleiben, weil er schon sehr gebunden ist, an uns.

das gestrickte Westenteil, vor dem Zusammennähen natürlich

Eine weise Entscheidung war die Mitnahme einiger meiner Ufos zwecks Fertigstellung im dänischen Haus.
 So haben es zwei Westen zur Anziehreife gebracht. Eine aus sehr weicher und schmiegsamer Quessant-Wolle, von der ich noch reichlich im Vorrat habe. Die Wolle ist schwierig zu spinnen, aber wunderbar für Tücher und Schals... und weil ich Schultertücher so gerne mag, habe ich den Versuch gemacht, eine Weste aus einem Stück zu stricken und dann zusammenzunähen. 


Es sollte so anliegen wie ein Schultertuch, von denen ich einige habe, aber sitzen wie eine Weste, ohne das Herumgebaumel der Spitzen, die mich beim Arbeiten stören.
 Die Arbeit an dem Teil stagnierte, weil das Kraus-Rechts-Muster, ( garter stitch !, ha ) ewig lange dauert und weil ich mir nicht sicher war, ob mein Konzept überhaupt funktioniert. Da hab ich dann erstmal aufgehört, daran zu arbeiten...Vermeidungsstrategien gelingen auch in Wolle !


So gab es in DK nur noch einige Reihen zu stricken, bevor ich mich an die Fertigstellung machen konnte und ich bin recht erfreut über das Ergebnis.


Es ist eine Weste mit Schultertuchfeeling, wegen des verwendeten Garns sehr leicht und elastisch und sicher nicht das letzte Strickstück dieser Art. Bestimmt ist dieser Schnitt auch gut zur Resteverwertung geeignet, und bestimmt ist er nicht neu, er erinnert mich an einen Kimono, aber ich habe das jetzt hier für mich erfunden. ( belehrt mich gerne eines Besseren !)


Das dunkle, warme Braun habe ich ein nur wenig mit einer türkisen Kante aufgefrischt. Überhaupt bin  ich recht sparsam mit der Verwendung von Farbe. Auch die zweite Weste, die hier fertig geworden ist, hat nur eine schmale Farbkante. ( zeige ich im nächsten Post).


Ich glaube und spüre, daß die letzte Zeit mich verändert hat. So auch in der Auswahl meiner Fotomotive zu bemerken.


Beim gestrigen Besuch der Stadt Nordborg, die an einigen Stellen einen etwas heruntergekommenen Eindruck macht, hatte ich kein Interesse, verfallene Ecken zu fotografieren, sondern eher Lust mich an Schönheit und Natur zu erfreuen.
Auch ein wunderschönes Waldstück, das direkt an die Ostsee grenzt, bot dazu  reichlich Gelegenheit.


Gleichzeitig haben sich unsere Besuche in den, sonst so favorisierten Genbrugs , ( Gebrauchtläden, hier zu Hauf) , minimiert. 
Ein bisschen Stöberlust ist noch vorhanden, aber deutlich weniger als vor ein paar Jahren. 


Diese  5 ( 3 sind noch im Stapel versteckt) Bücher kaufte ich für 25 Kronen ( insgesamt ) dann doch. 
Zeichnungen nach der Natur liebe ich sowieso und das Patchworkbuch von Kaffe Fassett ist mir vor ein paar Jahren abhandengekommen. Schöne Bilder zum ansehen....allemal. 


  .... so, nun wieder raus in die Seeluft.