Dienstag, 11. August 2020

Aufgeräumt...

...in die Rente.
Unter dieser Prämisse habe ich heute den dreiviertel Tag damit verbracht, meine Rentenunterlagen zu sichten, von denen einige schon so altsind, daß die vergilbten Papiere zerbröseln, wenn ich sie aus den Schutzhüllen nehme ( das ist natürlich übertrieben, aber fast. ). 


Es war mir am Morgen gelungen, die Rentenkasse telefonisch zu erreichen,
nachdem ich ungefähr hundert Mal in der Warteschleife gelandet und 99 mal wieder dort rausgeflogen war. Nun gibt es einen Beratungstermin, am Telefon. 


Besser als gar nichts.

Immerhin habe ich mich heute in den frühen Morgenstunden aufraffen können,
um mit diesem attraktiven Herrn zum ebenso attraktiven Kiesteich zu fahren.



Das erste Mal in diesem Jahr, ja ehrlich, denn Wasser ist nicht so meins.

 Danach hatte ich genügend Energie, meinen Garten in 1,5 Stunden Gießarbeit
ein weiteres Mal vor der Versteppung zu bewahren, bevor mich die Sonne ans Sortieren der Rentenpapiere getrieben hat. 


Schade, dass ich das nicht schon mal eher gemacht habe. 

Beides, Rentenpapiere sortieren und Schwimmen gehen am Morgen.


In diesem heißen August ist es 45 unglaublich lange Jahre her, dass ich
begonnen habe, in meinem kleinen Krankenhaus am Rande der Stadt zu
arbeiten.


 Einen Großteil meines Berufslebens habe ich dort verbracht.

 Die Geschichten, die ich dort erlebt habe, würden Bücher füllen.

 Lustige, traurige und stressige Geschichten. Geschichten von Freud und Leid, von Tod und Vergessen, von Liebe, Dreck und Gewalt. Und letztlich vom "Book of love", denn ich habe in diesen Hallen meinen Mann kennen- und lieben gelernt und unsere Tochter arbeitet mittlerweile dort als geschätzte Kollegin auf der Intensivstation. 

ich bin das "Kleine" links...
Ja, so ists...und das wird im kommenden Jahr ein Ende haben. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Morgen geht es wieder in den Nachtdienst.

 Ich arbeite fleißig an meinen unvollendeten Wollprojekten und die wunderbare Jakobsschafwolle von der gestrigen Waschung ist auch schon trocken. 


Was für eine Wolke.



Beschlossen habe ich, im kommenden Jahr unser altes Hauszelt im Garten aufzustellen, um solche heißen Augustnächte, wie zur Zeit, dort verbringen zu können, aber heute Nacht geht es dort erst mal Sterne kucken.... es soll viele Sternschnuppen geben und ich werde mir wünschen, daß diese Corona-Sache zu Ende ist !( und einen neuen Ghettoblaster !)
 
heute auch : der Tag der vergilbten Polaroids

Kühlt Euch ab und gehabt Euch wohl....

Sonntag, 9. August 2020

Hotter than july

In der Ferne grummelt ein Gewitter, es ist noch immer brüllwarm und ich hoffe, daß es heute doch noch regnen könnte. Mit Ausnahme der Pflanzenbewässerung ( immerhin 1,5 Std. ) und einer Wollwasch-und Spülaktion ( parallel, denn ich gieße mit dem Wollwasser aus dem Brunnen die Pflanzen ), heute den freien Tag im Haus verbracht. Mir war draußen einfach zu heiß.
 


Wollwaschbecken und Wassertretstelle : Leiter ranstellen, auf den Rand setzen, Füße rein. Freut sich Pfarrer Kneipp !

Noch reicht das Wasser aus unserem Brunnen, um Tomaten und Gemüse zu bewässern. Noch. 
  Zum Wollewaschen ( fermentieren) und Trocknen ist die Hitze allerdings ideal, zwar sagen manche Wollwerkerinnen, daß Wolle nicht in der Sonne trocken sollte, aber ich habe bisher keine nachteiligen Erfahrungen gemacht. Trocknet ohne Schäden wie Hulle.


Immerhin ließ es sich im Haus gut arbeiten, die alten Kästen halten die Kühle ganz gut ( auch im Winter ) und so bin ich bei meinem Sortieraktionen ( aufgeräumt in die Rente !!! ) , gut voran gekommen. 

Macht Spaß .

Fest vorgenommen habe ich mir, angefangene Projekte entweder zu beenden oder zu entsorgen. Heute wurde ein kuschliges Kissen aus Resten der Leibchenproduktion fertig.


Ich habe einen Farbverlauf mit Naturfarben ausprobiert und bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis. 


Ist natürlich etwas unzeitig, bei der Hitze. Ein Wollkissen. Aber der nächste Winter kommt bestimmt und es ist wieder ein Teil fertig.


Sodele... die Woche wird wieder recht belebt sein. 


Dienst ( ja alles dabei, Spät, Früh, Nacht, dank Corona) . Da ich die " positive " Schwester bin/war, muss ich mich im Laufe der Woche testen lassen, bin aber bei den harten Schutzmaßnahmen wenig ängstlich, daß ich mir etwas eingefangen haben könnte.

 Außer einem Hitzestau, den man unter den Schutzkitteln nach ein paar Minuten entwickelt, auch ohne sich zu bewegen. Was solls. Augen auf und durch !



Da ich das Album " Hotter than july " nicht mag (ich fand nur den Titel passend ), hier etwas von der wunderbaren LP.

 Passt auch. 

Immer wichtiger wird mir das Musikhören. Leider ist mein Ghettoblaster kaputt gegangen.( Ja, ich hatte einen Ghettoblaster mit wunderbaren, wummerigen Bässen). Damit konnte ich den Garten und das Gartenhaus beschallen.


  Schöne Woche Euch Allen.



Freitag, 7. August 2020

August 2020

Scheint so, als ob mein August davonfliegt und durchjagt. Einer der Gründe sicher, daß mein Dienstplan wegen der Corona-Regeln völlig zerfieselt ist, Immer mal ne Nacht zwischendurch, dann zwei Tage frei, wieder Tagdienst, zwei Nächte...  die übliche Regelmässigkeit der Dienste kommt da nicht zustande. Dabei haben wir kaum etwas zu tun... und ich hoffe, trotz der biorhythmusstörenden Situation, daß es so bleiben möge. 

Und sehr, sehr gern würde ich wieder normal mit den Patienten arbeiten können, besonders für demente, alte Leute ist die Schutzkleidung ein großes Problem.
 Kontakt, Kommunikation lässt sich kaum herstellen, dabei ist der Umgang mit verwirrten Menschen eine meiner großen Stärken. 

Überhaupt : das Jahr 2020 wird als "Jahr vor der Rente" in meine persönliche Geschichte eingehen, gar nicht so sehr als große Corona-Bedrohung. Abschließend beurteilen lässt sich das Ganze natürlich jetzt noch nicht, denn es ist noch nicht abgeschlossen.


Sehr viel lieber würde ich mir den August auf der Zunge zergehen lassen, der beginnende Spätsommer ist immer meine schönste Zeit. Ich bin dann besonders gut gelaunt und glücklich. Das ist in diesem Jahr auch so. Die Fülle in der Natur, trotz der Dürre, und meine bescheidenen Gartenerfolge erfüllen mich mit Dankbarkeit und Freude. 
die " Ersten" , immer wieder besonders gefeiert

Zwar vermisse ich die üblichen Flohmärkte ein bisschen und auch ein maskenfreies Konzert wär mal nett, meine persönliche Situation hier zu Hause wiegt jedoch fast alles auf.
Insgesamt also eher Luxusgeheul von meiner Seite...

Im September werden wir, wie schon im letzten Jahr, für eine Woche nach Dänemark fahren. Das Häuschen haben wir schon im Dezember 19 gebucht und ich sehe auch nicht, was dagegen spräche, dorthin zu fahren. 

Auf die Ostsee und die kleinen, dänischen Orte freue ich mich schon sehr...

 
Als Vorgeschmack hier eine Gemeinschaftsproduktion intelligenten Liedgutes mit dänischem Einschlag. 

 Felix Meyer habe ich im vergangenen Jahr mal wieder live gesehen. Immer wieder nett !



Freitag, 31. Juli 2020

Mit Maske

Bullerbü-Gequassel aus dem Zuhause-Kurzurlaub.


 Mit dem Ausmisten des Hühner-und Schafstalles ( mit Maske, denn das ist hier absolut sinnvoll, da der Hühnerfedernstallstaub leider nicht besonders heilsam für meine Atmungsorgane ist),  haben wir gestern unseren kurzen Urlaub vollendet. 


Eine kleine Fahrradtour am Mittellandkanal inclusive.

Ab heute Abend habe ich drei Nachtdienste. Noch immer sind wir Corona-Verdachtsstation und das wird sicher noch eine Weile so bleiben. Also auch hier mit Maske. FFP 2 oder 3.
Dann lieber noch ein wenig Büllerbü.


  Das Färben meiner handgesponnenen Wolle habe ich bis auf weiteres aufgegeben.

Die Fasern möchten keine Farbe aufnehmen. Vielleicht liegt es daran, daß ich sie fermentiere, statt sie mit Seife zu waschen. Dann sollte ich das Gute daran sehen (und das tue ich auch). 

Die Wolle ist absolut schaf-und naturbelassen. Das werde ich nicht mit irgendwelchen grob entfettenden Maßnahmen zerstören. Ohnehin bietet Schafwolle eine reiche Palette von Weiß bis zu fast Schwarz mit allen Stufen und Varianten. Und als Farbtupfer gibt es noch ne Menge farbiger Wollreste in diesem Haushalt. 


Mit den Überbleibseln der Leibchenproduktion habe ich angefangen, Kissenbezüge zu stricken. Mit Farbverlauf. Ein bisschen zum Experimentieren.

 Gefällt mir ganz gut. 

Einzig die gesammelten und getrockneten Walnussschalen ( die grünen, die jetzt braun sind), habe ich behalten.
 Daraus lässt sich eine wunderschöne, lichtechte Tinte kochen. Das habe ich schon vor Jahren mal machen wollen um die Tinte zu Weihnachten an die Künstlerinnen und Künstler der Familie verschenken. Vielleicht schaffe ich das dieses Jahr mal umzusetzen.


Nebenbei verspinne ich gerade Annchens diesjähriges Vlies, ( Anneliese ist die braune Ouessant-Aue, die wir im letzten Jahr als Gesellschaft für Maggie gekauft haben) .
Gesponnen sieht ihre Wolle viel heller aus, als im ganzen auf dem Schäflein, das gestern seine Vorliebe für geschnittene Zuccini entdeckt hat. ( Gut so, denn die Zucciniproduktion ist außer Kontrolle geraten. )

 Seit der Stall gestern gemistet ist, liegen die drei Wolltiere noch lieber darin... schöner Wohnen auch für Schafe.

Es ist das pure Glück, nicht nur für die Schafe. Das Hier sein.


Auch nebenbei habe ich im letzten Jahr den Anbau von Stangenbohnen begonnen.
 Eigentlich waren die roten Blüten und die himmelhohen Ranken als Zierde gedacht, denn die blauen Winden, die ich so mag, wollten im letzten Jahr nicht so recht gedeihen. Ein oder zwei Bohnenmahlzeiten haben wir schon im letzten Jahr abgeerntet. In diesem Jahr habe ich den Anbau der Wunderpflanze ausgeweitet.


An verschiedenen Ecken des Grundstückes haben wir jetzt Beides, schön und lecker. Und ein Pfündchen Brombeeren ist auch alle zwei Tage reif. Die geben eine wunderbare Marmelade.

So meine Lieben. 

Ich wünsche Euch ein wunderschönes und entspanntes Wochenende und verabschiede mich mit einem etwas härteren, aber gut getroffenen Brocken zum Hinhören. Denn leider besteht mein Leben nicht nur aus Bullerbü. Und das Erige sicher auch nicht. 

Immer wieder überlege ich, etwas zur Corona-Situation zu schreiben, aber alles, was ich dazu sagen könnte bleibt stückhaft, stimmungsabhängig und schwierig. 

Manfred Maurenbrecher, (von dem ich schon lange nichts mehr gehört hatte),  hat das, finde ich, mit seiner Litanei gut getroffen. Aber recht kantig, der gute Manfred.


Kopf hoch !