Freitag, 15. Oktober 2021

Daytime


Nachdem die 3 Nachtdienste vom Wochenende mal wieder ein Lehrstück darüber darstellten, wie wir werden, was wir sind und daß ein unzerstörbarer Kern der Menschen bis zum Ende erhalten bleibt, bin ich nun wieder zu Hause und habe, da mich in der letzten Nacht ein grippaler Infekt angeflogen hat, alle Termine für diese Woche abgesagt. 

Das war möglich und ich bin zufrieden, daß es geht. Wenn wir aus dieser Corona-Sache irgendwas gelernt haben, dann ist es die Erkenntnis, daß es nicht ehrenrührig ist, mit einem Infekt zu Hause zu bleiben, statt mit Taschentüchern, Kopfschmerztabletten und Nasentropfen bewaffnet, den Rest der Umgebung auch noch zu infizieren. Mit was auch immer.

Darüber hinaus muss ich allerdings sagen, das mir die unübersehbaren , sozialen und psychologischen Folgen der Corona-Regeln, ( die ich hier nicht diskutieren möchte ), zunehmend aufs Gemüt drücken und da bin ich nicht die Einzige.

Mit der, selbst verordneten Ruhe kümmere ich mich in dieser Woche um Haus und Tier, und bin, in der Tat dabei, alle meine Strickufos entweder fertigzustellen oder anderweitig darüber zu entscheiden. Eine irgendwie ebenso heilsame Entscheidung, einige Teile sind schon fertig geworden, darüber gibt es einen Extra-Post. Denn der Winter ist im anrollen und da sind wärmende Wollteile immer nützlich.

Glücklich bin ich mit unserem neuen Ofen. Wir hatten ja das wasserführende Koch-Heizmonster wieder entfernt, weil es für die zu beheizende Fläche einfach zu klein war und stattdessen einen einfachen, aber effektiven, dänischen Ofen installiert. Was soll ich sagen. Ein Unterschied wie... Tag und Nacht, um im Bild zu bleiben. Ich bin ja bekennender Ofenjunkie, ein Zimmer ohne Ofen ist irgendwie kein Zimmer für mich und der Zugewinn an Wohnlichkeit ist für mich enorm.

Dem Manne wäre das nicht so wichtig gewesen, er hat aber mir zuliebe den neuen Ofen gekauft und installiert, was eine ziemliche Schlepperei war und wofür ich ihm äußerst dankbar bin.

Vorgestern hatten wir unseren 31. Hochzeitstag, und wenn der auch ein wenig im Alltag untergegangen ist, ich bereue nichts. Als Geschenk bekam ich eine Miniausgabe des neuen Ofens, der erstmal niedlich aussieht und außerdem den winterlichen Tee bewärmen kann. Nett !


Mit dem Hund waren wir trotzdem in Wald und Feld, muss ja sein, dem ist immer total langweilig, wenn einer von uns krank ist und so bietet wenigstens das Wetter etwas Dramatik.

 Apropos Dramatik....




Samstag, 9. Oktober 2021

Verlässlich

 

 Allenthalben zu hören oder zu lesen. Das Gemüsejahr im Garten, der Totalausfall. Ganz so schlimm wars dann doch nicht, wobei die Ursachen, bei mir im Garten jedenfalls , nur zum Teil im nassen, heißen Regenjahr zu suchen waren. 

Teilweise muss ich die mangelnden Ernteerfolge einfach auf meine Kappe nehmen. Wie immer : zu wenig Erfahrung, zu wenig Konstanz ( nein, nicht die Stadt).

 Die so liebevoll gehegten Tomaten ( und die waren wirklich prachtvoll und neiderregend) , hat schon Mitte August die Braunfäule dahingerafft. Die unheilbare Tonatenkrankheit, von der mein Gartenvorbild, ein über 80 jähriger mit Selbstversorgergarten sagte, sie würde im Englischen " sudden death " heißen, was ich, zumindest für meine Tomaten sehr treffend finde.

Einzig positiv am plötzlichen Tomatentod : Unsere Hauswächterin hatte während unserer Urlaubes nicht so viel zu gießen. Man kann sich auch alles schönreden !

Überraschend aber und erfreulich, eine blaue Winde hat alles überlebt und blüht nun die Hauswand hoch, was das Zeug hält. Seit jeher habe ich eine Vorliebe für trichterförmige Blüten, es sah in diesem Jahr allerdings so aus, als hätte sich die weiße, "gemeine“ Ackerwinde durchgesetzt, deshalb erfreut mich der Anblick der fleißig , blühenden Blauen umso mehr. 

In diesem Jahr des beginnenden Berufsausstieges, und das ist einfach eine gravierende Veränderung, auch wenn ich so langsam in die Rente hineinschliddere, freue ich mich über alles , was bleibt.

Geblieben auch. Ab heute 3 Nachtdienste. Mal gespannt, wie sich das anlässt, mit den großen Pausen dazwischen. Immerhin : Corona-Patienten betreuen wir nicht mehr, erstens gibts nicht so viele ( ja, auch wenn es anders lautet in Bild und Funk ) . Und zweitens sind jetzt mal andere dran. 

Wer etwas Hoffnungssvolles, Erheiterndes, aber auch Nachdenkliches in filmischer Form braucht. Dem sei diese Kurzserie empfohlen. Ich habe sie nur so weggeschlürft !  Nur noch bis zum 30.10 in der ARD Mediathek online, also hopp ! 

 https://www.daserste.de/unterhaltung/film/filme-im-ersten/sendung/einfach-liebe-onlinedates-und-neuanfaenge-folge-1-100.html

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Urlaub und andere Dinge

 Nun ist er endgültig beendet, der Urlaub,  und der Alltag hat uns wieder. So richtig Urlaub war es ja dann doch nicht, zu viel ist in Haus und Garten zu tun... Und so wurde die Heizung umgebaut, der alte Ofen entfernt ( der Fehlschlag ) , die damit verbundenen Nebenarbeiten dauern noch an, es wurde das Laubendach des Sohnes gedeckt. Meine Zähne operiert und die neue Brille geholt ( samt Eingewöhnungsschwierigkeiten)... kurz gesagt, jede Menge Aktion.

Geradezu himmlisch ruhig die erste Urlaubswoche dagegen. Wieder in dem einsamen, alten Häuschen vom letzten Jahr. Da wir Ort und Haus schon kannten, Urlaub vom ersten Tag an. Fast schon ein wenig zu ruhig dieses Mal, was ich allerdings in den restlichen Urlaubswochen noch vermissen sollte, ebenso wie das Schreiben im Blog.

Also Dänemark. Entspannend die maskenlose Öffentlichkeit, nach über einem Jahr des Blickes auf halbversperrte Gesichter wieder Normalität. Erst jetzt merke ich, wie sehr ich das vermisst habe, wie sehr es die Stimmung draußen verändert und wie sehr die Masken meine Unternehmungslust schmälern. 

Wir entdeckten im nahegelegenen Haderslev ein schnuckelig, kitschiges Café, das nur glutenfreie Kuchen und Gebäcke anbietet. Ein echtes Highlight für den Mann, der seit 20 Jahren glutenfrei leben muss. Zwar ist das Cafechen reichlich vollgestellt, sodass man leidlich aufpassen muss, bei unbedachten Bewegungen nicht die Deko runterzufetzen. Für die Dauer wär das auch nichts für mich aber einen gemütlichen Kaffee mochten wir dort schon sehr gern trinken. Zumal die Besitzerin des Cafés, selber zöliakiebetroffen, unglaublich nett ist... Hat uns gut gefallen.

Am letzten Zipfel des Sommers gab es dieses Jahr viel Regen, die Jahreszeit ist schon in der ersten Woche in Richtung Herbst gekippt. Dennoch, die Ostsee genossen, der Strand wie fast immer , menschenleer, da nur zu Fuß auf unbequemem Weg erreichbar. Der Hund, wie immer begeistert vom Wasser, den Strandfunden ( manches essbar). Und für den Abend tut das Ofenfeuerchen im Haus sehr gut.

Ich bin ein ungeübter Urlauber, jahrzehntelang sind wir nicht in Urlaub gefahren und die ersten beiden Jahre waren meine Schritte in Richtung Erholung zaghaft und irgendwie ängstlich. Mittlerweile habe ich diese kurzen Urlaubswochen zu schätzen gelernt. Außerhalb der Alltagsumgebung kommt so manches zum Vorschein, das übers Jahr untergebuddelt wurde. Mehr als eine Woche wegzufahren geht leider nicht, da unser Haus mit allen Lebewesen verlässliche Wächter braucht. 

Ein wenig ausführlicher dann demnächst. Habe mir viele Gedanken gemacht über die  Rente, den Berufsausstieg und das Älterwerden.

  Zum Schluss nur noch eines meiner Lieblingsstücke von Sting, einer meiner musikalischen Ikonen...der unlängst 70 Jahre alt geworden, längst auch kein junger Hüpfer mehr ist.

 Irgendwie tröstlich, unangefochten. Und gleich zweimal !


 






 




 

Donnerstag, 9. September 2021

go north


 Jedes Jahr so ungefähr um diese Zeit : Präparationen für die einzige Reise im Jahr. Innen wie außen ein ortsfester Mensch, auch weil das Haus voller Lebewesen ist, die nicht unversorgt bleiben können, freue ich mich auf die kommenden Tage in Dänemark. 

Die Vorfreude beginnt mit dem Packen meines " Entertainment und Handarbeitskoffers " . Es wandern hinein : Hoffnungslose Strickteile, über deren Weiterbestehen unter dem Reetdach entschieden wird , ein oder zwei Bücher und etwas Wolle zum Beginn eines neuen Strickteils. Meist wird das dann in der Woche fertig, währen das hoffnungslose Teil ein weiteres Jahr schmort. Aber ist halt so. Überall gibt es Regeln, Vorschriften... bei den Strickereien kann ich machen was ich will. 


Eine arbeitsreiche Woche liegt hinter mir. Vieles wollte ich noch gut in Schwung bringen, damit die " Kinder" ein aufgeräumtes Haus übernehmen. An manchen Ecken allerdings vergaloppiere ich mich und das Ganze artet in leichte Renovierungsarbeiten aus. Schließlich stoppte mich der Gedanke, dass unsere Tochter, die im Berufsleben für Menschenleben verantwortlich ist, wohl in der Lage sein wird, die Katzen, Enten, Hühner und Schafe über die Woche zu bringen. Wohl wahr.

Kleine Überraschung am Rande. Nette Menschen aus dem Dorf schoren ihr Lama und fragten mich, ob ich das Vlies haben wolle. Versuchsweise sagte ich zu und konnte ein wunderbares, saubereres Vlies abholen, das ich nach dem Urlaub bearbeiten werde.  Danke. 

Heute ein weiterer vollgestopfter Tag, denn ich möchte nach dem Urlaub hier frisch starten können.