Freitag, 30. Oktober 2026

Kleine Hühnergeschichte


 Um die Hochzeitsfeierlichkeiten von Tochter und Schwiegersohn herum ist dieses junge Hühnertier auf dem Hof der Tochter durch einen Raubvogel zu Schaden gekommen. Das passiert, trotz Maßnahmen, öfter mal, liegt doch das Grundstück zwischen Feld und Wald, abseits und für Bussard und Co. störungsfrei zu erreichen.

 

Der wenige Wochen alte Vogel erlitt weitreichende Verletzungen, die sich besonders durch neurologische Defizite bemerkbar machten. Trotz wenig Hoffnung auf Genesung machte die Tochter einen Behandlungsversuch, das Tier wohnte dann wochenlang in ihrem Gästebad, kein besonders geeigneter Ort für ein krankes Hühnerchen. 

Aber, "Fiepsi" wollte nicht aufgeben, fraß mit großem Appetit die hingestellte Krankenkost und fiepte den ganzen Tag nach Gesellschaft.  Lernte wieder Stehen und Gehen und wie man sich langweilt. Grundsätzlich braucht so ein Hühnertier ja Gesellschaft ihres oder seinesgleichen, aber das war über Wochen nicht möglich... weil, ja, die Hühner vom Heimathof waren garstig zu dem genesenden Wesen und wollten überhaupt keine Rücksicht auf seine/ihre Empfindlichkeiten nehmen. Zudem : Raubvogel von oben !!!

Als die Tochter dann Anfang Oktober in Urlaub fuhr, habe ich das handzahme, ( nicht gut ), und menschenbezogene ,( auch nicht gut ), Hühnchen übernommen und in unsere Gartenhuhngruppe integriert. 

Und was sehe ich ?  Bereits am zweiten Abend findet sich Pechvogel in einer kuscheligen Abendruhegruppe mit den unfassbar sozialen Buschis wieder.


Kein Generve, kein Gehacke, friedlich zieht die Gruppe mit der letzten, verbliebenen Zwerghenne, ( doll in der Mauser !),  über das gut geschützte, weil bewachsene Gelände.

 Bleibt noch die Frage, Hahn oder Henne ?

 Als Hahn hätte es zurück gemusst auf den Herkunftshof, denn a) möchte ich keinen Hahn und b) wäre er viel zu groß für die Buschis und würde diese mit seinem Paarungs-Verhalten gefährden. Punkt. 

Also geht das Rätseln weiter und auch das Hoffen, denn ich mag den netten Vogel. Vor zwei Tagen kamen wir der Auflösung ein Stück näher, im Heu fand sich ein kleines, braunes Ei, ein Erst-Lege-Werk eines Junghuhns und ich glaube es stammt von Fiepsi . Stand kein Name dran, aber wäre ja schön.

 Vielleicht doch ein Happy-End ? 

 


Mittwoch, 14. Oktober 2026

Jacob Collier - Light for days - Tour, Berlin


Zwischen den beiden Hochzeitsfeiern meiner Tochter und ihres Gefährten,  ( Standesamt und ein paar Tage später das Fest zu Hause beim Brautpaar ), bin ich auf eine kleine Reise nach Berlin gegangen

 Das war lange geplant, bevor von Hochzeit und Enkelkind etwas zu sehen war. Jacob Collier gab sein einziges Konzert in Deutschland, auch noch im stimmungsvollen Admiralspalast in Berlin. Ein, für Jacob Collier, kleines Konzert, ungefähr 1500 Leutchen passen in die edle Halle. 

Ich bin nicht unbedingt eine große Reisende, aber alles war wohlorganisiert und so bin ich dann allein und frohen Mutes mit dem Zug losgetuckert. Seit einiger Zeit bietet Flix auch Bahnreisen an, unschlagbar günstig und vielleicht sogar ein wenig zuverlässiger als die Deutsche Bahn. 

Die Züge sind alt und ein bisschen unbequem, aber wir legten  pünktlich ab, nachdem verschiedene Ansagen einen dreimaligen Bahnsteig-und Gleiswechsel performt hatten. Für mich kein Problem ( jetzt aber hopp !) und dank sehr freundlicher, junger Menschen auch für eine mitreisende gehbehinderte Frau machbar. Allerdings sind die Billigzüge gut ausgelastet, es empfiehlt sich, mit kleinem Gepäck zu reisen und etwas stressfest und mobil zu sein. Dafür hat es aber auch nur 35 Euro für Hin- und Rückfahrt gekostet. 

Das Konzert selbst war der absolute Hammer. Ich bin wahrlich oft auf Konzerten. Live Musik meiner Lieblingskünstler/Innen zu erleben, ist mir oft eine große Freude. Das Konzert von Jacob Collier hat allerdings meine schönsten Erwartungen übertroffen. 

 Es ist schwer zu beschreiben, abgesehen von der genialen Musikalität des Künstlers, der sich unbefangen unterschiedlichster Musikrichtungen bedient,  bietet Jacob Collier ein unfassbar hohes Maß an Lebensfreude, Lebenskraft und Menschlichkeit, ohne arrogant oder abgehoben zu sein. Mit einem Publikum von 1500 Menschen ein unbekanntes Lied zu singen und damit Jedem zu ermöglichen, seine Stimme zu finden, das ist zutiefst anrührend und bewegend.

Ich fand mich heulend in einer Menge singender, summender Menschen wieder, die allesamt durchgewärmt, beseelt und glücklich nach guten drei Stunden in die Realität entlassen wurden. 

 

Ja, es war schön, sogar der nächtliche Fußmarsch zurück ins Hotel hat mir nichts ausgemacht.  Mich bestärkt in meinen Möglichkeiten und in einer angenehmen Form von Selbstständigkeit.

 

Jederzeit wieder, dieses Konzert war jeden Euro wert.  Guckt selbst ! 

 

... dieser Song war der erste, den ich von J.Collier im Netz gehört habe. der Tipp stammte von Kate Jackson auf dem bemerkenswerten YT.Kanal    the last homely house

 

... und " Little blue " ist eines meiner Lieblingsstücke von J.C., hier in einer verspielten und improvisierten Version. Im Netz gibt es noch viele weitere Versionen, aber ich wollte die Athmosphäre des Konzertes haben. 



Light for days ?   --- das war mehr Licht als nur für Tage !



Freitag, 9. Oktober 2026

Kein Bein ...

...anne Erde gekriegt habe ich, seit wir vor knapp 14 Tagen aus Dänemark wieder zu Hause angekommen sind.

 Immerhin hatte der Mann nach unserer Reise noch eine Woche Urlaub und das war auch gut so. Unser Sohn hat in unserer Abwesenheit ein gigantisches Projekt in unserem Haus veranstaltet ( immersives Theaterstück mit unfassbar tollen Kostümen und Requisiten.) Leider gabs hinterher noch ganz ordentlich was zu räumen. ( Und ein paar Tage durchhängen wegen der Mufti-ist–gestorben Trauer war auch noch dabei ). 

Gestern nun habe ich das erste Mal einen kleinen Woll-Workshop für 15 SchülerInnen hier abgehalten. Ich bin da zwar völlig unerfahren, aber voller Freude am Wollhandwerk und die jungen Leutchen(Fachochschule, 17 bis 19 Jahre alt) zeigten sich überwiegend begeisterungsfähig. Waren total nett und geben mir ein bisschen den Glauben an die Menschheit wieder. Die Aktion wird im kommenden Frühjahr, ( mit einer anderen Klasse ) , wiederholt, dann hoffentlich draußen, was uns erheblich mehr an Bewegungsfreiheit erlaubt hätte ( und die Möglichkeit, mit Wasser zu patschen). Hat Spaß gemacht !

Draußen ist jetzt der Vollherbst eingetroffen, der dicke Vorhang vor der Küchentür ist schon wieder installiert und morgen hänge ich meinen alten Laternenmond unter den Vorschauer.

Bevor wir in die kühleren Zeiten starten, möchte ich noch zwei neue Mitbewohner unserer kleinen Tier-WG vorstellen. Leider war während der Sommerhitze eines unserer Schafe, der liebe, sanfte und hübsche Manfred ,( das schwarze Böcklein) , krank geworden und trotz intensiver Bemühung meinerseits und des Tierarztes gestorben. Schade !

Und schnell stellte sich heraus, dass die verbliebenen Schafe es nicht schaffen werden, die Wiese kurz zu halten und so entschlossen wir uns ein oder zwei neue Tiere aufzunehmen.

 Nach einem Facebook-Aufruf bin ich sehr rasch fündig geworden, hatte schon fast für zwei jüngere Tiere zugesagt ( junge Böckchen will niemand haben ) , dann aber das Verkaufsangebot für zwei alte Schafsmädels hier ganz in der Nähe gesehen. 

Verliebt, telefoniert und hingefahren, haben wir die beiden alten Auen übernommen. Zehn Jahre sind sie schon, geliebte, ein wenig verpäppelte Hausschafe, übriggeblieben aus einer kleinen Herde von 5 Tieren.

 Die Familie war froh, dass ihre beiden Seniorinnen ein neues Zuhause gefunden haben und wir waren sehr zufrieden mit unserer Entscheidung. Eben doch eine Art Gnadenhof. In ihrem alten Zuhause hießen die Beiden Moon und Star, pellen sich aber ein Ei darauf und weil sie ein bisschen dick waren und eben schon älter, heißen sie bei uns die Geri­Moppels. Und weil es bei uns nicht Kraftfutter ad libitum gibt, sind sie auch gar nicht mehr so moppelig, sondern wieder ein bisschen wie wilde, junge Schafsmädchen.

 Um die 15 Jahre kann ein Ouessant-Schaf alt werden und ich hoffe, wir haben noch ein paar Jahre Spaß an den Beiden und sie an uns.

P.S. Ein neuer und richtig toller Schaf/Hühnerstall ist im Bau. Gut durchdacht, mit Futterkammer und der Möglichkeit Werkzeuge zur Schafpflege übersichtlich zu lagern. Wie schön, dass mein Mann so etwas kann.

Das Häuschen war gegen Abbau geschenkt und musste aber für unsere Zwecke angepasst werden, was nochmal viel Arbeit macht. Ich zeigs mal, wenn es fertig ist.


...und auch hier. Besser spät als nie. Ich habe diese Band erst jetzt entdeckt, obwohl es sie schon dreissig Jahre gibt. Skandalös ! 

 



Donnerstag, 24. September 2026

Dänemark 2026



Schon halb rum ist unsere kleine Dänemark-Woche. Nach all den aufregenden Ereignissen ersehnt, als lang geplante Ruhepause. Ein bisschen bin ich beeinträchtigt durch einen grippigen Infekt, kein Wunder, so was taucht ja immer in Entlastungszeiten auf.

Trotzdem, das Land ist mir, ohne zu idealisieren, vertrauter geworden. Auch weil der Mann die Sprache seit einem halben Jahr lernt und sich schon ganz gut verständigen kann und ich damit auch nicht mehr wie die Kuh vorm Scheunentor stehe.



Wir sind wieder in unsere Lieblingsgegend gefahren, (nach dem Abstecher vom letzten Jahr in die Molsbjerge ,Ferienhaussiedlung , nicht meins !), konnten das kleine, alte Reetdachhäuschen noch mal mieten, alte Gewohnheitstiere, die wir sind. 

 Jetzt ist die kleine, alte Fischerkate endgültig verkauft und das Haus sieht, mehr als vor zwei Jahren, nach Abschied aus.

 Hier und da tauchen Erinnerungen an die Urlaube mit unserem Hund auf... wie er sich über die Ostsee gefreut hat und darüber, angeschwemmte Krustentiere am Strand zu finden, immer ein willkommener Snack.  Und natürlich darüber, ein  Bällchen aus dem Wasser zu holen.

 Sentimentaler Einwand : Viele Lieblingsdinge von unserem Hund habe ich entsorgt,  aber seine schönsten Bällchen aufgehoben . Vielleicht freut sich ein anderer Hund darüber ? ( Oh je, ich wiederhole mich, aber die gleichen Gedanken tauchen auch immer wieder in meinem Gefühl auf !)


 Das sind schöne Erinnerungen und ich glaube, ich möchte nochmal einen Hund aus dem Tierschutz in unserer Obhut so glücklich sehen . 

Touristisch ist das Umland von Haderslev wenig erschlossen, sehr erholsam. Noch dazu ist Nebensaison, das Wetter mittelmäßig, der Herbst ist hier deutlich sichtbar eingezogen. Hier ist absolut nichts los. Kann gern so bleiben. 



Und noch liegen drei Tage Pause liegen hier vor uns, das ist trotz Schnupfen gut.

 Euch auch ein ruhiges Herbstwochenende, wo immer Ihr seid. 

Meine " Neuentdeckung " :   Lambchop, ein umfangreiches Klang-und Textwerk. Genau richtig für den Herbst.