Montag, 13. Mai 2019

Einmal


Zwischen den Nachtdiensten die Beerdigung des alten Nachbarn. 27 Jahre  haben wir Zaun an Zaun gelebt, hochbetagt ist er gestorben, kommen jetzt viele Erinnerungen.

 Wie Du, an hellen Tagen, mit dem Spankörbchen vor der Tür standst und fragtest ob Du Lindenblüten pflücken dürftest, von unserem Hausbaum.

 Das sei das Beste, im Winter, bei Erkältung. 


Wie Du, dastandst , an dunklen Tagen, ein altes Fotos in der Hand, weinend und ich froh war, nicht erschreckt zu sein vor der Trauer und der Verwirrung des Alters. 

Und eine Hand zu reichen. 

Von Mensch zu Mensch.

Du wirst fehlen, ich denk oft an Dich, wenn ich des nachts durch den Garten gehe, um die Hühnerstalltür zu schließen und in Dein dunkles Küchenfenster sehe. Wo Du nicht mehr am Tisch sitzt. Den Kopf gesenkt und ich nicht mehr aufpassen muss und nochmal nachsehen, ob du doch noch zu Bett gegangen bist.

Du bist zu Bett gegangen !

Für Josef....




" Und findet sich ne fremde Katze ein.

 Manchmal.

 Wirst Du das sein ! "( Zitat : Gerhard Gundermann)

Freitag, 10. Mai 2019

Umtriebig

Wie es sich für den Mai anschickt, bin ich recht umtriebig. Arbeit, Tiere, Leben und Wolle.


Gestern über Land unterwegs gewesen, um eine Menge schöner, recht unterschiedlicher Rauhwollervliese abzuholen, nicht zum ersten Mal aus dieser Herde, die ich mir dann auch endlich mal ansehen konnte. 


Hätte ein schöner Ausflug werden können, wenn ich mich anschließend nicht so grottendämlich in Braunschweig verfahren hätte, weil mein Navi ausgefallen ist und das Handy kein Netz hatte. Ich musste lange suchen, bis ich eine Karte der Stadt entdeckte und den Weg wiederfand. So nützlich diese elektronischen Lotsen auch sind, ich habe das Gefühl, mich dadurch gar nicht erst auf die Orientierung in fremden Städten einzulassen. Ich werde das Teil jetzt gelegentlich mal wieder aus lassen und nach Karte fahren. Finde ich irgendwie besser.

da guckste... just naked, die Skuddenböcke der Herde

Trotz der anhaltenden Maikühle wächst und gedeiht die Pflanzenwelt in meinem Garten ( die empfindlichen Pflanzen bleiben bis nächste Woche noch im Gewächshaus) . Fast täglich bin ich auf meinem neuen Gartenstück beschäftigt und dabei kommen mir immer mal wieder neue Ideen.

"häusliche" Mitbewohner im Garten
 

Gut, das nicht alles so schnell umzusetzen ist, wie ich es mir ausdenke, denn erst mit dem Kennenlernen der Gartens sehe ich, was ich anpflanzen möchte und was dort gut hinpasst. Es macht mir wirklich Spaß und es ist ein großes Stück Ruhe für mich.


Der beantragte Wolfschutzzaun ist auch bewilligt und bestellt, denn Anneliese verträgt die nächtliche Stallhaltung überhaupt nicht. In 400 Meter Luftlinie ist ein Wolf gesichtet worden, der ein Reh gerissen hatte, eine räumliche Nähe, die ich nicht besonders beruhigend finde und mit dem hohen, neuen Zaun gibt es mehr Schutz für die drei Wolligen. Hörnchen entwickelt sich prächtig, aus 1,5 Kilo Neugeborenem sind 3 Kilo Jungböckchen geworden, auch die Hörnchen wachsen schon.


Beide Alttiere kümmern sich um den Kleinen, der zuweilen recht respektlos mit den "Müttern " umgeht. Es ist eine gute , friedliche Stimmung auf der Weide und ich freue mich jeden Tag über die Drei. 


Das allerschönste Schnäppchen der letzten Tage ist dieses Prachtexemplar einer historischen 
 Bettstatt ( mit komfortabler Breite von 1,45 m), die als Gelegenheitsschlafgelegenheit ins Gartenhaus einziehen soll.

 Romantic ! 



Und : Bester Musikfund der letzten Tage :   nachdem ich den Film gesehen habe, mir das Werk eines, mir noch nicht bekannten, Liedermachers angesehen, der wohl posthum doch noch die gebührende Anerkennung erfährt.

 Das vorgestellte Stück " Linda " hat er für seine Tochter geschrieben... zu Tränen rührend. Ich arbeite mich erst in das Werk ein, aber bisher ist dies mein Lieblingsstück.

Freitag, 3. Mai 2019

Schneckenpost


Mitunter bekommt meine Kamera die Aufgabe, ein Mikroskop zu sein.

Kleine Lebewesen oder Dinge, aus der Nähe aufgenommen, zeigen in der großen Ansicht auf dem Bildschirm erst ihre ganze Schönheit....


Dieses Weinbergschneck glitt unbeeindruckt von allen Gefahren, die es umgaben, über eine vielbefahrene Straße. Schon sah ich es zerknirscht unter einem Autoreifen und deshalb habe ich das Schneck aufgenommen und in meinem Garten wieder freigelassen.


Auf dem Transport eingehäust, hat sich das Wesen schnell wieder entfaltet, mit seinen, am Ende der Fühler liegenden Augen die neue Umgebung erkundet und ist dann bald im Grün verschwunden. Es kann gerne bleiben. Ein schönes Wesen. Und überdies stehen Weinbergschnecken unter Artenschutz !



Ich hoffe, es findet Gefährten, denn da, wo ich es fand konnte es nicht bleiben.

Das Innenteil eines Nestes fiel mir auf einer anderen Hunderunde buchstäblich vor die Füße, so gut gewebt, daß es den Flug unbeschadet überstand.

Ich hoffe, es musste lediglich einer Neueinrichtung weichen, jedenfalls konnte ich keine sonstigen Bewohner, Eierschalen oder ähnliches finden, sodass ich denke es war einfach eine Nesteinlage vom Vorjahr. 


Die Mätze hatten verwendet, was sie in nächster Nähe gefunden haben. Moos, Gräser und ein paar Kuhhaare, sogar ein wenig Roßhaar ist erkennbar. 


Manchmal habe ich keine Lust, auf die Hunderunde zu gehen. Ohne die Verpflichtung, dem Hund täglich Gelegenheit zum Laufen zu geben, würde ich mich nicht so oft in Feld und Wald hinausbegeben. Mein Unwillen verfliegt aber meist sofort, wenn ich mich aufgerafft habe.


Keine große Reise und kein spektakuläres Ereignis ist notwendig um Neues zu sehen,  gerade die Wahrnehmung der kleinen Dinge und der jahreszeitlichen Veränderungen schärfen meinen Blick und meine Dankbarkeit.



Ein Grund mehr, einen Hund zu halten. Und der Muffi ist ja an sich schon Grund genug.





Mittwoch, 1. Mai 2019

Hallo Mai !


Das Nachtwachenfrei ist in dieser Woche nur ein kurzes Vergnügen, so kurz, daß es kaum lohnt, den Tageslauf umzustellen. Gestern lag der Restumzug der Tochter an, gut organisiert und fleißig vorbereitet, was die Sache mächtig erleichtert hat.


Trotzdem sind Umzüge irgendwie anstrengend, auch die Umstellung, die " Kinder" gedanklich wieder neu zu verorten. Denn auch der Sohn ist in der vergangenen Woche umgezogen. Nun ja, will ich mal nicht meckern.

 Ich bin in 17 Hannover-Jahren 12 mal umgezogen... das ist ja auch nicht gerade wenig.



 Der Regen der vergangenen Tage hat meinen Tagesschlaf begleitet und die Wasserkammern unter unserem Brunnen angefüllt, eine irgendwie beruhigende Vorstellung.



Nach den Eisheiligen werde ich die frostempfindlichen Gemüse auf mein kleines Gartenstück pflanzen , natürlich habe ich viel zu viele Pflanzen, aber manches lässt sich ja auch noch verschenken und weitergeben.


Ein großes Glück hatte ich in der vergangene Woche noch : Ich bekam 7 tolle Gartenstühle fast geschenkt ( getauscht gegen Eier und Marmelade ), die mein klappriges Sammelsurium an Freiluft-Sitzgelegenheiten trefflich ersetzen.  

 Zwar brauchen sie ein wenig Oberflächenkosmetik, aber sie sind stabil und werden noch viele Jahre ihren Dienst tun können. Passend dazu bekam ich   vier Gartenstuhlauflagen , und  wenn ich Zeit habe, werde ich diese mit dem, in Massen vorhandenen, uralten Ikea-Stoff beziehen und dann habe ich eine Takko-Sitzgruppe.
Schön , diese alternativen Waren-Wirtschaftskreisläufe... !


Apropos: die Fotos stammen zum Teil aus einem heutigen Flohmarktfund. Den traditionellen 1.Mai-Flohmarkt haben wir uns nochmal gegönnt und auch ein paar nette Kleinigkeiten gefunden..
Aber die große Flohmarktliebe ist bei mir vorbei, ich bin froh über die Übersicht, die in diesem Hause bald komplett Einzug gehalten hat und verbringe meine Zeit lieber mit anderen Beschäftigungen.


Zum Beispiel mit der Versorgung der Tiere und des Gartens.... 


Ein Lied zum Schluss. Euch Allen noch einen schönen Maibeginn. Für mich gehört dieser uralte
Song irgendwie zu diesem Frühlingsmonat ! ...deshalb hier zum gefälligen Ohrengenus...