Dienstag, 9. Juni 2026

Projekt : Jacke aus !

 In der vergangenen Woche hatte ich ... Schafstage !

 Schurtermin der Blökenden, 5. Juni, passend zur Schafskälte, deren Beginn auf 4. Juni fiel.

 Einmal im Jahr müssen die Wolligen ihre dicken Winterjacken ausziehen, und mit der Auswahl des Schurtermins kann ich mir keine Pingeligkeiten leisten, denn es gibt erstens kaum noch Menschen, die als Schafscherer arbeiten und zweitens habe diese keine Termine. Schafhaltung ist eben kein Ponyhof. 

 

 Wie es der Zufall und die Berufstätigkeit meiner Lieben so wollte, konnte mir auch niemand helfen und so wollte die Aktion gut geplant und sorgsam von mir allein vorbereitet werden. Durchaus eine Herausforderung !

Die vierfache Fußpflege am Montag zuvor konnte ich noch mit Hilfe des Gatten durchführen. Ich recht zufrieden mit dem Verlauf, es übt sich ein und war nun auch nicht mehr das erste Mal. Ob die Schafe das auch so sehen, ist nicht überliefert, aber mit ein paar Lekkerlis anschließend kann man ja so einiges regeln.

Da ab Donnerstag Regen angesagt war, (der auch stattgefunden hat), mussten der Schafstall ausgemistet, dick eingestreut und die vier Schafe anschließend aufgestallt werden. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Bis auf Manfred, den scharzen, etwas scheueren Bock ließen sie sich aber gut überreden. Auf das Böcklein habe ich eine halbe Stunde eingewirkt, zum Schluss brachten eine Portion Haferfloccken und ein beherzter Griff auf die imposanten Hörner des lieben Manfreds die entscheidende Wendung. 

 Die Felle der Schafe müssen zum Scheren trocken sein und promt begann es nach der Einstallung ergiebig zu regnen. Gut gemacht, grad noch so geschafft !

Am Freitag dann die beiden Schafsdamen und die Böcklein ( alle natürlich kastriert) nach vorne zwischen die Häuer bringen, damit der Scherer mit seinen Gerätschaften vom Bus aus arbeiten kann. Schön der Reihe nach habe ich die aufgeregten Wesen die 50 Meter transportiert, zum Teil getragen, zum Teil geschoben, den weißen Bock, der 30 Kilo wiegt, konnte ich zum Glück überzeugen, als letzter zu seiner blökenden Familie zu laufen und sich zu ihnen zu gesellen.

 Ja, zu zweit ist dieser Veranstaltungsteil besser zu schaffen, aber ich war schon sehr stolz, es allein hinbekommen zu haben. Da ich frühzeitig begonnen hatte, konnten die aufgeregten Schafe sich noch eine Stunde lang beruhigen, denn ein gestresstes Schaf zu scheren ist keine reine Freude. 

 Für niemandem.

Bei der Schur selbst kam mir mein Nachbar zu Hilfe, das hat gut geklappt und hat die ganze Sache wesentlich vereinfacht. Danke dafür.

 

Nach den ganzen Scherereien sind die Blökis dann etwas frierend, jedoch unbeschadet selbstständig auf ihre Wiese zurückgekehrt. 

Offenbar hat auch keines der Schafe ein Trauma erlitten, denn sie waren anschließend gleich wieder bereit, ein Häppchen Kraftfutter aus der Hand zu fressen.


Vorher und nachher : Monika hat fast das schönste Vlies. Das gibt ein tolles Tuch !

Mir blieb noch die Aufgabe, die geschorene Wolle zu sichern und vor dem aufkommenden Regen erstmal im Schuppen zu verstauen. Die Wolle von weiteren vier Tieren, die mein Scherer noch im Wagen hatte, bekam ich geschenkt, Merino, feines Zeug.

Insgesamt ist das Unterfangen prima gelaufen. Ich bin froh, so einen netten und routinierten Schafscherer gefunden zu haben. Ich hoffe, daß er, der Anfang 70 jährige und wirklich ein kerniger Typ, diese Arbeit noch lange machen kann. Und ich auch.

 Bei aller Erleichterung und Zufriedenheit, nach den insgesamt drei Schafstagen hatte ich meine körperliche Leistungsgrenze erreicht. Aber immerhin, ich bin auch fast 70 Jahre alt !

... so wie dieser nette Sänger ! 


 





Sonntag, 31. Mai 2026

Die Kleinen

 


Diesen Hühnerkindern habe ich , glaube ich jedenfalls, das Leben gerettet.

 Schon eine ganze Weile war ich auf der Suche nach Zwerghennen, um damit meine Gartengruppe zu erweitern. Nur noch ein Zwerghühnchen war übrig geblieben und die gute Ida, die überall herumläuft. Ein bisschen klein für eine Gruppe. 

Über eine Anzeige fand ich vor ein paar Wochen die Möglichkeit, zwei federfüssige Zwerghühnchen zu erwerben. Wir sind dann hingefahren zu dem Züchter, der eine Unmenge an winzigen Hühnchen ausgebrütet hat. Und die schönsten bei seinem Züchterverein zeigen wollte.

 Und die anderen 48 ?  Konnte er auch nicht sagen.

 Ich habe vier statt nur zwei gekauft, und erst auf dem Rückweg ist mir gedämmert, dass das wohl die einzigen Überlebenden sein werden. Noch richtige Hühnerbabies waren das, piepsend und verängstigt, viel zu klein um allein durch den Garten zu laufen, zudem mit blutigem Durchfall ( Kükenruhr, gut behandelbar, wenn man weiß wie es geht. ) .

 Ja, da ist viel Unverständnis darüber, diese Küken nur wegen irgendeiner „ Züchterehre " ins Leben gebracht zu haben und wenn ein Federchen quer sitzt ...

Ganz helle Kämme, blasse kleine Gestalten, ich glaube, die Sonne hatten sie bis dato noch nicht wirklich gesehen.

Seit sie unter meiner Aufsicht und Fürsorge sind, laufen sie im Kükengehege herum, haben sich sehr gut erholt, fressen wie kleine Scheunendrescher und werden langsam neugierig auf die Welt. Die aber vorerst aus Sicherheitsgründen noch klein bleiben wird.

Von ihrem Erwachsenengewicht ( 650 Gramm ) , haben sie etwa die Hälfte erreicht und ein bisschen muss da noch draufkommen.

So schön , die Neugierde der kleinen Wesen zu sehen. Wenn ich einen abgeschnittenen Zweig ins Gehege lege oder es etwas neues, spannendes zu essen gibt.

Happy Ending, zumindest für diese Vier. 

 


P.S.    Es gibt sicher viele verantwortungsvolle Züchter. Ich möchte Diese hier ausdrücklich von meinem kritischen Bericht ausnehmen. Was ich schreibe ist eine Einzelbeobachtung und hoffentlich  nicht repräsentativ. 


Montag, 25. Mai 2026

Gestern hinterm Mond, Teil 2


Mittelbare Folge der 10 Tage ohne Internet: Da wichtige, aber nervige Kleinigkeiten erledigt sind, hatte ich Zeit, mein schnuckeliges und wirklich winziges Gartenhaus aufzuräumen und zu putzen. Vor ein paar Jahren war es mir zugefallen, weil uns ein bis dato verpachteter Grundstücksteil zurückgegeben wurde. 

Baulich noch immer ok, hat das Haus im letzten Jahr brach gelegen, dabei ist es einer meiner , wenn nicht der allerliebste Rückzugsort. Keine 50 Meter vom Haus entfernt, aber ab von allem weltlichen. Sozusagen hinterm Mond. Daneben der Gemüsegarten, in dem ich dieses Jahr tatsächlich etwas gebacken bekomme. 

Als ich vorgestern begann, Spinnweben und Staub zu entfernen, überzählige Deko zu entsorgen und das Hüttchen gründlich zu putzen, hatte ich nur eine Stunde arbeiten wollen. Dann hat es mir aber so einen Spaß gemacht, zur Musik der alten CD s, die dort liegen geblieben sind, weiterzumachen, dass an zwei Nachmittagen ein bewohnbarer Raum wiedererstanden ist.


Ein altes Bauernbett, mit 1,40 m Breite genug Platz für zwei kurze Menschen ( nicht größer als 1,80 ), eine geschenkte Kommode und, hinter Vorhängen, ein wenig Platz für Gartenzubehör. Mehr passt nicht rein, in den kleinen Raum, muss aber auch nicht.

Den Fliegenvorhang habe ich im vergangenen Jahr schon genäht, aber jetzt erst aufgehängt. Die Polster fürs ( gefundene ) Korbgestühl müssen noch ein bisschen warten, sind aber in Arbeit. Zur Beschattung werde ich noch ( vorerst ) zwei Vorhänge an der kleinen Veranda anbringen. Längerfristig soll ein kleiner Baum die Hütte ein wenig beschatten.

Am Abend war ich so zufrieden und glücklich...


Das hellbraune Huhn aus einem der letzten Posts hat inzwischen einen Namen bekommen, sie heißt jetzt Ida. Das ist schon etwas Besonderes, eigentlich haben meine Hühner keine Namen, aber Ida ist zahm, kommt auf Zuruf, frisst aus der Hand , und …... sie hat Ihre Schwester Hedvig angelernt, den Zaun zu überwinden und ÜBERALL herumzulaufen.

Kommt mich besuchen. Das ist das jetzt so. Nett. 


 

Wiedergefunden, aber nie ganz vergessen. Sehr, sehr gern würde ich diese Gruppe mal live sehen.

 

Treten nur in der Schweiz auf, chronisch ausverkauft. Soll ich es wagen ? Mit dem Nachtzug nach Zürich ? Wäre ein schönes Abenteuer.....


 

Donnerstag, 21. Mai 2026

Damals hinterm Mond


oder : Abgetaucht !

10 Tage hatten wir kein Internet. Also das halbe Dorf nicht.

Bedenklich, welche Auswirkungen dieser Umstand auf mich hatte. Am ersten Tag war ich relativ aufgeschmissen, hatte ein echtes Beschäftigungsdefizit. Dann zwei Tage Entzugserscheinungen ( ha! Dopaminmangel vom Feinsten ), dann war Ruhe.

Im Kopf. 

Ein bisschen geschockt war ich darüber schon. Ich bin keine 15 mehr, ich hänge nicht ständig am Handy und ich mag das Internet. Ich schätze es als Informationsquelle, hab unfassbar viel dadurch gelernt, offenbar ist es insgesamt aber doch ein Happen zuviel an Information. Und ja, das hat Suchtstrukturen ! 

Ich habe ein paar Halden abgearbeitet, am Abend die eine oder andere alte DVD geschaut. Zwei wichtige Amtsbriefe mit Tricks und außerhalb kopierten Unterlagen geschrieben. Meine CD s wiederentdeckt und war insgesamt recht produktiv.

Und bitte, so kann das gerne weitergehen. Seit heute läuft die Verbindung wieder und ich muss feststellen, ich hab nichts verpasst. Weder habe ich mir den irren Präsidenten von Amerika ansehen müssen, noch Medizinpodcasts gehört. Musik gab es vom CD-Spieler.

Abgetaucht war ich aber vorher schon. Die nette Mail einer Leserin hat mich erreicht, die sich eher traurig über mein, nun schon wieder wochenlanges, Schweigen hier äußerte und mit neu erwachter Offenheit und Motivation hätte ich gern gleich etwas geschrieben. 

Ging ja nicht und über Handy zu posten, das ist wirklich nicht mein Ding.  

Danke für den Anstoß, liebe Elisabeth.  

Ja, ich habe viel zu tun, unser großes Grundstück samt Tieren fordert viele Arbeitsstunden. Da werd ich mich mal daran erinnern, nicht so viel Zeit vor der Kiste zu verdaddeln und wieder mit dem Schreiben anfangen .

Ich hoffe, daß mir das gelingt. 

Und ganz bestimmt werde ich nicht weniger Musik hören. Hörst Du hier !