Freitag, 8. Juni 2018

Vierzehn Tage...


... nachdem die kleine Fundkatze Layla in meine Obhut geraten ist, hat sich das hilflose Wesen schon fast zu einer "richtigen" Katze gemausert. Stracks wird der Wohnraum erkundet, erstes festes Futter wird mutig zermatscht, wenn auch die Flasche der Kleinen immer noch am liebsten ist.


Sie ist ein wirklich goldiges Kätzchen mit einem sonnigen, ausgeglichenen Gemüt. Ein richtiger Glücksfund. 


Für uns Beide...

In diesem Zusammenhang : Ich bin eher wenig esoterisch geprägt. Ich sehe den Fund der Katze nicht als schicksalshaft an.

Wir waren nur beide zu richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Katze und ich. 

Allerdings glaube ich an Bereitschaften und an Intuition. Daran, das sich Prozesse unbewusst vollziehen und dann, wenn alle Bedingungen stimmen, zum Vorschein kommen.

 So habe ich nur auf den Wink zum Neubeginn der Katzenwelten gewartet. 

Ich wusste es nur nicht.

 Der Rest ist die grundsätzliche Liebe zu Mensch und Tier und Mutterinstinkt einem hilflosen (Tier)Baby gegenüber. Das ist ja auch schon mal ermutigend.


Soviel dazu.

Die Hälfte meiner Termine dieser wirklich vollen Woche liegt hinter mir.

 Es waren Termine in Zusammenhang mit meiner Freundschaft zu der arabischen Familie, der ich seit 3 Jahren helfe, hier Fuß zu fassen und zu einem selbstständigen Leben zu kommen.

 Nun wird das Kind der Familie eingeschult, das bringt  wieder viel Neues. Vermittlung und Hilfe sind notwendig ist, denn die Schulsysteme unterscheiden sich doch sehr. ( Kleine Frage nebenbei... hat noch jemand von Euch einen "Mädchenranzen"  pretty in pink , für Schulanfänger, die Dinger sind so teuer, daß wir auf etwas Gebrauchtes zurückgreifen müssen, einfach per Mail bei mir melden, vielleicht kriegen wir was hin ?)

Für mich war es Wandeln auf alten, erinnerungsträchtigen Wegen, denn meine Kinder sind in die gleiche tolle Schule gegangen und ich bin sehr oft dort gewesen... 

 Alles ist positiv verlaufen, was mich wirklich freut und mir zeigt, daß geduldiges , beharrliches Handeln sehr erfolgreich sein kann. 

Glück und Geduld sind oftmals eins.

 Und ich lerne durch die Arbeit mit der Familie ständig dazu...

Ein weiteres  unverhofftes Geschenk ist mir in dieser Woche noch über den Weg gelaufen.
 Diese Tasche, hergestellt in der Türkei, habe ich von einer Freundin bekommen.


 Die Farben und die Machart sind so sehr meins und ich freue mich jedesmal, wenn ich das Muster anschaue, das ich überlege, es als Inspiration für etwas Gestricktes zu verwenden.


 Eben diese Tasche werde ich heute Abend packen und in den Nachtdienst verschwinden.


Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende zu Hause oder anderswo.





Montag, 4. Juni 2018

Sonntagsglück, Kätzchenkitsch und Scherereien

Am Ende der vergangenen, sehr entspannten, Woche, gab es auch noch ein Wochenende wie aus dem Bilderbuch.


Wegen der kleinen Fundkatze hatte ich mich entschieden, meine Termine, soweit möglich, abzusagen. Ich wollte dem Tier hier in unserem Haus einen guten Start ermöglichen und alle paar Stunden Füttern etc., das geht nicht gut, wenn man total im Stress ist. Hat mir auch gut getan, ein paar Tage Pause zu haben.

 Hier noch ein paar weitere, kitschige Kätzchenbilder...



 Gestern nun war Schafschur bei Bekannten im Dorf angesagt.


Die 7 munteren Quessant-Schafe und ihre Lämmer haben ein Leben, wie es sich Schafe nicht besser vorstellen können.


Dementsprechend ist die Qualität der Wolle. Der Scherer hatte gute Laune und insgesamt war die Prozedur nicht ganz so zappelig, wie im vergangenen Jahr.


Im Anschluss ist auch noch unsere Skudde " Schaf" ihre Kutte losgeworden, und so hatte ich ein schlappes Stündchen damit zu tun, die Vliese zu sortieren und bis zur Weiterverarbeitung anständig zu verwahren.


Schön getrennt nach einzelnen Vliesen, werde ich versuchen, einen Teil der weichen "Schafsjäckchen" roh zu verspinnen, das heisst, ungewaschen und aus der Flocke. 

Das ist eine Arbeit , die ich wirklich liebe, das ist nicht zuviel gesagt....

Unter der blühenden Linde Wolle sortieren !

 Und überhaupt, die Linde, es summt und wuselt, der Duft der Blüten ist unbeschreiblich. Wir haben die Linde vor 25 Jahren gepflanzt und ich war zu Anfang gar nicht begeistert ( warum eigentlich nicht ?).


 Und jetzt ist sie Sommers wie Winters ein Haus für tausende Insekten und Vögel. 


In der kommenden Woche werde und will ich dann wieder über den Tellerrand gucken. (Nacht)dienste, viele Ehrenamtstermine, ein recht voller Terminkalender sorgen dafür, daß mir neben den üblichen Routinen wohl kaum Zeit für anderes bleiben wird. 


Um so besser, die vergangenen Tage ruhig verbracht zu haben. Überhaupt habe ich das Gefühl, viele Dinge kommen langsam wieder ins Lot.

Euch allen eine gute Woche. Übernehmt euch nicht ! ( und das ist nicht ironisch gemeint...)

Mittwoch, 30. Mai 2018

Gewöhnungsbedürftig

ist sie schon. Die Brühe, die entsteht, wenn man Rohwolle bei ausreichenden Temperaturen ( und die Temperaturen reichen aus !!!) in einen Kübel mit Regen- ( wo gibt es Regenwasser ? ) oder Brunnenwasser steckt und einfach abwartet.


Ein paar Tage oder auch Wochen ( die Wolle ist da sehr tolerant). Dann mit klarem Wasser ausspülen und trocknen. Kein Waschmittel, kein Spülmittel, kein Soda oder sonstiges.


Die Wolle wird wunderbar : weich , sauber, chemiefrei. Nur mit der Kraft der wolleigenen Bakterien. Fermentieren nennt sich die Methode, die ich seit dem letzten Jahr nur noch verwende, um die Rohwolle zu waschen, wenn denn notwendig. ( Die Suppe riecht allerdings etwas streng, deshalb ist diese Methode nicht für Balkone oder so geeignet ). Nach dem Trocknen der Wolle ist der Geruch aber komplett verschwunden. 



  Der Fermentationssud wird übrigens immer weiter verwendet, das Spülwasser erfreut die Tomaten und andere Gartenpflanzen und überhaupt ist es eine tolle Zeit, um in Gärtnerischem zu schwelgen.


Wer ganz hardcore drauf ist ( und das bin ich): die Brühe ist auch bestens
zum Hände - oder Füßewaschen nach der Gartenarbeit geeignet. Also mutig hinabgetaucht, besser als jede Handwaschpaste !

 Selbstverständlich habe ich in den letzten Monaten konstant am Abbau der Rohwollberge gearbeitet.


 Hier die Ergebnisse bis April. Inzwischen sind es noch ein paar Stränge mehr.


Kätzekind hat sich gut eingewöhnt. In 5 Tagen hat das halbverhungerte Tierchen 130 Gramm zugenommen. Sie ist schon ein ganz besonderes Kätzchen, lieb, furchtlos und immer guter Laune. Völlig unproblematisch.


Mir ist völlig bewusst, was für ein Luxus es ist, dieses Kätzchen pflegen zu können. 
Ich habe im Moment frei, habe also Zeit, mich gut zu kümmern. Wir haben eine tollen Tierarzt, der die kleine Miez für kerngesund befunden
und uns über ein paar Anfangsschwierigkeiten hinweggeholfen hat. Platz ist genug da und die finanziellen Mittel für die Versorgung sind auch vorhanden. 


Und ich freue mich so sehr über das kleine, muntere Leben...

 Die anderen Tiere sind ein wenig eifersüchtig,. Der gute Mufti hat sogar ein bisschen Schiss vor dem 400 Gramm Wesen. Ich bin aber sicher, daß sich alle aneinander gewöhnen werden und daß hier wieder Frieden einkehrt. 


 
Übrigens : Mütze geht es wieder ganz gut. Ich hoffe, sie hat noch einen geruhsamen, sonnigen Sommer. In der Sonne zu liegen, sei es draußen oder auf der Fensterbank ist eines ihrer liebsten Vergnügen und das sei  ihr noch eine Weile gegönnt.

Montag, 28. Mai 2018

Kätzchen am Morgen....

...vertreibt ?

 Erstmal den Schlaf ! Und Langeweile und unnötige Zeitkapazitäten.


Viel um die Ohren hatte ich im Mai. Etliche Nachtwachen, einen ordentliche Happen Gartenarbeit, viel Organisatorisches und ein paar Sorgen.

Zum Beispiel über die alte Katze Mütze, die krank geworden ist und vierzehn Tage alle möglichen Therapien bekam. 16 Jahre ist sie alt, das bunte Mädchen, das nach einer Trennung als heimatloses Scheidungskind bei mir gelandet ist und seither ein Dasein als Küchenkatze führt, denn Mütze geht ungern raus und wenn, dann ist sie immer ein wenig desorientiert und hat schon ein paar Mal nicht wieder zurückgefunden.

Am letzten Mittwochabend, als ich zum Nachdienst fuhr, schien jedenfalls alles wieder auf dem Weg der Besserung, Mütze im Hause, hat gut gegessen, schien wieder gesund zu werden.

 Im Autoradio läuft "Layla" von Erich Clapton und ich denke darüber nach, ob ich mir jemals wieder eine junge Katze " gönnen " werde, weil sie so bezaubernd sind, diese Wesen.

 Und ich denke , ja !  Und Layla, wär ein schöner Name für ein sandfarben, gestromtes Kätzchen.
Dann habe ich Nachtdienst und muss mich um andere Dinge kümmern als um hellgelbe Kätzchenwünsche.
Am nächsten Morgen komme ich nach Hause und der Gatte ist bereits dabei durch das Unterholz unseres Geländes zu streifen. Die Mütze wäre weg. Er würde schon eine Stunde suchen...

Mist, denke ich, suche noch eine Weile weiter und lege mich dann aber doch hin, denn son Nachtdienst macht sich nicht ohne Schlaf.
 Am Freitagmorgen ist der Nachtdienst zu Ende. Ich kann mich kümmern, drucke Suchzettel für Mütze und gehe zum Bäcker um auch dort Beschied zu sagen...
Dann lege ich mich aufs Daybed. Aber nicht lange, als das Telefon klingelt, Sturm, mehrmals, unablässig. Ich wanke also halb im Koma hin und hab die Bäckereidame dran, sie brauche Hilfe, sie habe ein Kätzchen.

 Mütze ? Nein, ein Baby !!! ???

Im Halbschlaf torkele ich zum Bäcker und da steht I. und hat ein winziges Katzenwesen in der Hand. Es ist etwa 3 Wochen alt und schreit verzweifelt.

 Die ganz Nacht wäre es schon allein an der Straße herum getappst und hätte um sein Leben gebrüllt.


Die kleine Katze ist hellgelb gestromt, es ist ein weibliches Tier und ich nehme es mit nach Hause.


Nach dem Genuss eines Fläschchens, schnell herbeigeschaffter, Katzenaufzuchtmilch, schläft das kerngesunde Tierchen erschöpft in meiner Rohwolle ein und auch ich gönne mir noch ein paar Stunden Schlaf.


Ich nenne sie Layla.


Sie ist putzmunter, kann alles, was eine kleine Katze in diesem Alter können muss und sie bleibt hier.


Am Samstag nachmittag ist Mütze wieder aufgetaucht. Hungrig und durstig , aber unverändert und nicht verletzt.
 So habe ich gottseidank die Möglichkeit, mich weiter um sie zu kümmern, denn es scheint, als ob ihr Leben langsam zu Ende geht. Wir sind heute nochmal beim Tierarzt gewesen und offensichtlich hat sie einen großen Tumor.

 Gute, arme Mütze...




Die kleine Layla werde ich in den nächsten Tagen zu allen Terminen möglichst mitnehmen ( sie hat ein Reisekörbchen bekommen ), denn ich möchte die winzige Kleine (  290 Gramm) ungern allein zu Hause lassen. 


Sie macht das auch ganz prima und schläft meist sofort ein,wenn ich sie in ihren Korb setze.