Mittwoch, 26. September 2018

Plaudern mit Fotos

Schon länger als eine Woche sind wir nach unserem kleinen, aber feinen Urlaub wieder auf dem heimischen Hof. Ich kann schon sagen, das ich mich ein wenig in die Halbinsel Kaegnes verguckt habe.


Es findet sich dort zuallererst jede Menge Ruhe und Weite,  merkwürdig bei der relativen Überschaubarkeit der Halbinsel. Und an meinen Füßen befinden sich bereits ganz zarte Würzelchen, was diesen Landstrich angeht. Wahrscheinlich war dieser nicht der letzte Besuch dort. Hier vielen Dank an Suza für die netten Insider Tips...sicher werde ich bei kommenden Aufenthalten das eine oder andere Ziel mal ansteuern.


Es ist schon erstaunlich, was so eine kurze Erholungszeit an Energie für neue und alte Aufgaben bewirken kann. Wir haben dann in der verbliebenen Zuhausewoche richtig viel geschafft in Haus und Garten, ein alter Kirschbaum( morsch !) wurde gefällt, im Garten aufgeräumt, die Austellung des Sohnes besucht.. ( zwei Flohmärktchen waren auch dabei) , eingekocht ( Wildfruchtgelee) , Integrationsarbeit wieder aufgenommen... and so on.


Im Urlaub sind , weil ich das Spinnrad nicht mithatte, zwei Strickstücke fertig geworden. Eines davon zeig ich hier mal :
 Gaaanz warme, fingerlose Handschuhe aus Quessant-Wolle ( zum Spinnen nichts für Anfänger).



Die Wolle habe ich ungewaschen und unkardiert versponnen und die Handschuhe sind unheimlich weich und warm geworden. Nach Schnauze ( sind ein bisschen groß, aber das Richtige für die kommenden, kalten Tage).

Den fertiggestellten Pullover zeige ich ein andermal, ich hatte jetzt weder ein Modell, noch jemanden der Tragefotos machen kann und auf dem Bügel gibt das einfach nicht so viel her.

Am letzten Kaegnes -Tag habe ich mich auf der Suche nach Hagebutten ( Wildfruchtgelee !) verfahren und gelangte an einen, immer unwegsamer werdenenden, Steinstrand.



In der vagen Annahme, irgendwann würde dieser schon mal wieder auf den verlorenen Weg münden, schob ich also tapfer das Fahrrad ungefähr 3 Kilometer über den immer schmaler werdenden Streifen .
 Ich konnte dabei die Erfahrung machen daß a ) 3 Kilometer ganz schön lang sind b )meine neuen und wunderbaren orthopädischen SuperSchuhe aus dem Genbrug ( umgerechnet 5 Euro ) 

" Gesundheitsschuhe " für Problemfüsse aus dem Genbrug  für ganz billig,( Gebrauchtläden zu Hauf), Leidensgenossinnen werde meine Euphorie verstehen.

zwar saubequem, aber nicht wasserfest sind) und c ) die Trendssportart "Fahrrad-Tragen am Strand " nicht unbedingt für mich geeignet ist.



Ach ja und d) Bauschutt kann im Wasser recht dekorativ wirken !

Allerdings neigten sich große Mengen an Schilf ( teilweise schon abgeknickt ), auf meinen Weg und wollten mitgenommen werden. Ich habe dann das Ziel Hagebuttenpflücken aufgegeben und Schilfblüte zum Wollefärben mitgenommen.

Zu Hause hat das ein großes Wolle-mit-Pflanzen-Färbe-Revival ausgelöst.

Hier die Ergebnisse der Färbeaktion ( mit Alaun vorgebeizt ).
Dieses Mal mit zufriedenstellenden Ergebnissen, die mich zum Weitermachen ermutigen.
von links nach rechts : Bergschafwollemit Schilfblüten gefärbt, Liguster in drei Zügen, gesponnen : Rauhwoller, Blue Texel, Alpaca, Reste-Garn ( Überraschung aus Spulenresten !), recht unten : schwarzer Kater, ungefärbt !

Das war nochmal ein kleines Urlaubssplitterchen. Nun steht mir der Dienstplan mit ein paar Nächten ins Haus. In dieser Zeit werden die größeren Arbeiten hier im Haus ruhen ( so wie ich gleich, denn ein bisschen Vorschlafen tut gut).


In der kommenden Woche geht es dann im Garten und Haus weiter. Wie schön, das es endlich etwas Regen gegeben hat, denn wir wollen einen Baum pflanzen und mit der Anlage der Beete im neuen Garten weiterkommen.
  



Maaht et jut !

Donnerstag, 13. September 2018

Lands end - Kaegnes




Ein paar Tage sind wir schon hier. In Dänemark, auf Kaegnes.

 Eigentlich ist der Urlaub schon wieder fast rum und es hat diese Zeit gedauert, in den Chill-Modus zu kommen.

Die Rippe ist wieder besser und wenn ich anfange, überall etwas zu entdecken, etwas, das sich lohnt anzusehen, weiterzuverfolgen, dann weiss ich, daß ich mich gerade bestens erhole.


Also jetzt.

Ganz froh bin ich damit, diesem Landstrich noch eine Chance gegeben zu haben nach dem letztjährigen Desaster in der billigen Schimmelbude, die irgendwie schon das Urlaubsvergnügen geschmälert hat.


Konnte ich da nur noch nicht zugeben.

 Und um dem Fass die Krone aufzusetzen, haben wir in diesem Jahr sogar noch eine ruhigere Gegend gewählt, falls das überhaupt geht.


 Auf der kleinen Halbinsel Kaegnes ist so gar nichts los.

 Nicht mal einen Laden gibt es hier. Dafür jede Menge Küste, jede Menge Äpfel und etliche Häuser " til salg". 


Die Besuche in einigen Genbrug-Läden ( jedes noch so kleine Kaff hat eine Handvoll dieser Läden) auf Als ( das ist die größere Mutterhalbinsel, die über einen Damm erreichbar ist ), haben mir schon einige überraschende Käufe spendiert, abends bullert der Ofen in unserem richtig schönen Ferienhaus .

 Ich nehme ein paar wirklich gute Ideen mit nach Hause. Zum Beispiel die, ein oder zwei der tollen Wildapfelbäume, die wir hier gesehen haben in unserem Garten anzupflanzen.


Und es ist Zeit zum Fotografieren. In der kleinen Stadt Nordborg zum Beispiel, deren Bürgermeister ob des vielen Leerstands nicht zu beneiden ist, das aber jede Menge Motive für meinen Fotogeschmack bietet. 



Oder in dem etwas weniger verlassenen Augustenborg. wo eine Prise Opulenz vergangener Tage erhalten geblieben ist, Zumindest in Schlossnähe...


Und es ist auch Zeit, darüber nachzudenken, wie ich meinen Alltag zu Hause etwas weniger stressig gestalten kann. Das wär nämlich auch mal ganz schön. 

Musik könnte da eine gute Hilfe sein... hier ein Fund der letzten Tage, dank Internet Radio.





Eigentlich fehlt mir hier mal so gar nichts... nur ne Katze im Haus, das wäre das Tüpfelchen auf dem i.



Die Tüpfelchen werden übigens von unserer Tochter zu Hause bestens betreut, ein Umstand für den ich sehr dankbar bin, denn anders ist ein Urlaub nicht möglich. Alle unsere Tiere können wir nun mal nicht mitnehmen und so weiß ich die Miezen, die Federtiere und Schaf und Ziege gut versorgt.


Montag, 3. September 2018

Nach Hause


Unlängst ist in der Nachbarschaft eine alte Bauersfrau, hochbetagt, gestorben. Ein hoffentlich glückliches Leben ist friedlich zu Ende gegangen. 

 Ich kannte sie kaum, und dennoch verbindet uns etwas.

Denn geboren wurde sie vor fast 103 Jahren in dem Haus, das wir viele Jahre später kauften und noch immer bewohnen. Wohl wird sie hier aufgewachsen sein und unsere Weide ist später noch lange von ihr als Gemüsegarten bewirtschaftet worden.

Als wir hierher zogen, gab es kaum Geschichte über dieses Haus.

Es war schon lange kein Familienwohnsitz mehr gewesen, etliche Mieter hatten es zeitweise bewohnt, auch daran herumgebaut, ohne so etwas wie gute Spuren zu hinterlassen.

Nun sind Dinge aus dem Leben der hier geborenen Bäuerin, die nach iherer Heirat auf einen anderen Hof gezogen war, übrig geblieben. 

 Obwohl ich im Moment darauf bedacht bin, nicht zu viel an Sachen aufzuhäufen, eher einen Prozess der Reduktion verfolge : auf meiner Datsche werde ich mir weiterhin Verspieltheit und Schnörkel gestatten.


Deshalb sind diese zauberhaften Möbelchen im Urzustand zu mir gelangt.
Sie sind, sozusagen, nach Hause gekommen.
 Ich denke, ich werde sie himmelblau streichen und im nächsten Jahr mein
 Gartenhäuschen damit bevölkern. 

Und so schliesst sich ein kleiner Kreis der Dinge...

Und weil ich gerade beim Greifbaren bin : Vor zwei Wochen fand ich diese Handkarden, die mir ein unbekannter Spender freundlich vor die Tür gelegt hatte. Vielen Dank dafür !




Wie von der Arbeit ruhende Hände scheinen sie mir, die alten Wollbürsten, die ich gut gebrauchen kann, denn meine Karden sind schon etwas klapperig.

Und noch etwas, von irgendwie rührender Bedeutung, ist klapprig geworden. Der hölzerne Bär, mit der seltsame hilflos - freundlichen Ausstrahlung, ist mir beim Putzen heruntergefallen und hat sich ein Ohr gebrochen.



Heute wurde er vom Tischler meines Vertrauens geheilt, braucht aber bis zur Aushärtung des Leims noch einen mittleiderregenden Stützverband.

 Gekauft haben wir den Holzbär vor etlichen Jahren auf einem Flohmarkt.
 Für 3 Euro.
 Der junge Verkäufer berichtete uns, sein Großvater habe die Figur selbst geschnitzt. Er hätte dem Bär sehr ähnlich gesehen.


Wir mochten die Figur sofort und nun ist er schon lange unser "Familienbär"... der aus dem Fenster schauend, für gute Stimmung sorgt.


Die Nachtdienste habe ich einigermaßen überstanden und nun freue ich mich.



Denn Ende der Woche wartet ein kleines Ferienhaus an der dänischen Ostseeküste auf uns !!!

Freitag, 31. August 2018

Vor den Bug...


In den letzten Tagen musste ich leider wegen einer ausgesprochen dämlichen und schmerzhaften Rippenprellung ein wenig Tempo aus meinen Machenschaften herausnehmen. Durch den schmerzbedingten Schlafmangel war ich auch nicht so recht bei Trost, was mir aber erst heute bewusst geworden ist. So habe ich mal wieder etwas für meine Arbeit im Krankenhaus dazugelernt, denn viele Patienten leiden derart unter Rippenprellungen, das sie, völlig alarmiert, häufig klingeln und gar nicht so recht glauben können," nur" Prellungen zu haben.
 Ich kann das jetzt besser nachvollziehen... !

Weiterhin bin ich konsequent dabei, all meine aufgehobenen Materialien durchzusehen und auszumisten. Vieles habe ich schon verschenkt, anderes für die nächste Flohmarktaktion beiseite gelegt und manches auch einfach weggeworfen.
Jedes verschwundene Teil macht Entscheidungen, noch mehr wegzugeben, möglich oder zumindest leichter. Es ist fast schon eine Art Dammbruch und ich bin echt gespannt, wie weit mich das noch führen wird.


Endlich war es auch möglich, auf meinem neuen Gartenstück zu beginnen. 
In diesem knochentrockenen Sommer wäre es äußerst unklug gewesen, irgendwelche Pflanzen zu versetzen .
Von einer Freundin habe ich etliche, zu groß gewordene Büsche und Bäumchen geschenkt bekommen, die den Rahmen ihres Vorgartens gesprengt haben, zum Teil im Kübel vor sich in kümmerten, und die nun eine bessere Zukunft in meinem neuen Garten bekommen.



Auch eine Aronia-Hecke ist mit Hilfe meiner Tochter gepflanzt. Ich beginne zu ahnen, daß mir mein neuer Garten eine Menge Freude bereiten wird. 


Diesen gehäkelten Flickenteppich habe ich beendet, nachdem er Jahre im Korb vor sich hin gefristet und lediglich auf das Vernähen der Fäden gewartet hat. Er ist aus sehr dünn geschnittenen , ausrangierten T-Shirts gehäkelt und er passt gut ins Badezimmer.


Nun habe ich noch drei Nachtdienste vor mir. Ich werde es zumindest versuchen, trotz der Rippenmaleschen , die Nächte zu überstehen. Wir haben eine solche Personalknappheit, daß ich mich aus kollegialen Gründen nicht krank melden möchte. 


Dem Lottchen geht es gut. Ich habe sie gestern gewogen, sie wiegt mittlerweile 2,5 Kilo.... !kleines, glückliches Moppelchen !