Freitag, 9. Oktober 2026

Kein Bein ...

...anne Erde gekriegt habe ich, seit wir vor knapp 14 Tagen aus Dänemark wieder zu Hause angekommen sind.

 Immerhin hatte der Mann nach unserer Reise noch eine Woche Urlaub und das war auch gut so. Unser Sohn hat in unserer Abwesenheit ein gigantisches Projekt in unserem Haus veranstaltet ( immersives Theaterstück mit unfassbar tollen Kostümen und Requisiten.) Leider gabs hinterher noch ganz ordentlich was zu räumen. ( Und ein paar Tage durchhängen wegen der Mufti-ist–gestorben Trauer war auch noch dabei ). 

Gestern nun habe ich das erste Mal einen kleinen Woll-Workshop für 15 SchülerInnen hier abgehalten. Ich bin da zwar völlig unerfahren, aber voller Freude am Wollhandwerk und die jungen Leutchen(Fachochschule, 17 bis 19 Jahre alt) zeigten sich überwiegend begeisterungsfähig. Waren total nett und geben mir ein bisschen den Glauben an die Menschheit wieder. Die Aktion wird im kommenden Frühjahr, ( mit einer anderen Klasse ) , wiederholt, dann hoffentlich draußen, was uns erheblich mehr an Bewegungsfreiheit erlaubt hätte ( und die Möglichkeit, mit Wasser zu patschen). Hat Spaß gemacht !

Draußen ist jetzt der Vollherbst eingetroffen, der dicke Vorhang vor der Küchentür ist schon wieder installiert und morgen hänge ich meinen alten Laternenmond unter den Vorschauer.

Bevor wir in die kühleren Zeiten starten, möchte ich noch zwei neue Mitbewohner unserer kleinen Tier-WG vorstellen. Leider war während der Sommerhitze eines unserer Schafe, der liebe, sanfte und hübsche Manfred ,( das schwarze Böcklein) , krank geworden und trotz intensiver Bemühung meinerseits und des Tierarztes gestorben. Schade !

Und schnell stellte sich heraus, dass die verbliebenen Schafe es nicht schaffen werden, die Wiese kurz zu halten und so entschlossen wir uns ein oder zwei neue Tiere aufzunehmen.

 Nach einem Facebook-Aufruf bin ich sehr rasch fündig geworden, hatte schon fast für zwei jüngere Tiere zugesagt ( junge Böckchen will niemand haben ) , dann aber das Verkaufsangebot für zwei alte Schafsmädels hier ganz in der Nähe gesehen. 

Verliebt, telefoniert und hingefahren, haben wir die beiden alten Auen übernommen. Zehn Jahre sind sie schon, geliebte, ein wenig verpäppelte Hausschafe, übriggeblieben aus einer kleinen Herde von 5 Tieren.

 Die Familie war froh, dass ihre beiden Seniorinnen ein neues Zuhause gefunden haben und wir waren sehr zufrieden mit unserer Entscheidung. Eben doch eine Art Gnadenhof. In ihrem alten Zuhause hießen die Beiden Moon und Star, pellen sich aber ein Ei darauf und weil sie ein bisschen dick waren und eben schon älter, heißen sie bei uns die Geri­Moppels. Und weil es bei uns nicht Kraftfutter ad libitum gibt, sind sie auch gar nicht mehr so moppelig, sondern wieder ein bisschen wie wilde, junge Schafsmädchen.

 Um die 15 Jahre kann ein Ouessant-Schaf alt werden und ich hoffe, wir haben noch ein paar Jahre Spaß an den Beiden und sie an uns.

P.S. Ein neuer und richtig toller Schaf/Hühnerstall ist im Bau. Gut durchdacht, mit Futterkammer und der Möglichkeit Werkzeuge zur Schafpflege übersichtlich zu lagern. Wie schön, dass mein Mann so etwas kann.

Das Häuschen war gegen Abbau geschenkt und musste aber für unsere Zwecke angepasst werden, was nochmal viel Arbeit macht. Ich zeigs mal, wenn es fertig ist.


...und auch hier. Besser spät als nie. Ich habe diese Band erst jetzt entdeckt, obwohl es sie schon dreissig Jahre gibt. Skandalös ! 

 



Donnerstag, 24. September 2026

Dänemark 2026



Schon halb rum ist unsere kleine Dänemark-Woche. Nach all den aufregenden Ereignissen ersehnt, als lang geplante Ruhepause. Ein bisschen bin ich beeinträchtigt durch einen grippigen Infekt, kein Wunder, so was taucht ja immer in Entlastungszeiten auf.

Trotzdem, das Land ist mir, ohne zu idealisieren, vertrauter geworden. Auch weil der Mann die Sprache seit einem halben Jahr lernt und sich schon ganz gut verständigen kann und ich damit auch nicht mehr wie die Kuh vorm Scheunentor stehe.



Wir sind wieder in unsere Lieblingsgegend gefahren, (nach dem Abstecher vom letzten Jahr in die Molsbjerge ,Ferienhaussiedlung , nicht meins !), konnten das kleine, alte Reetdachhäuschen noch mal mieten, alte Gewohnheitstiere, die wir sind. 

 Jetzt ist die kleine, alte Fischerkate endgültig verkauft und das Haus sieht, mehr als vor zwei Jahren, nach Abschied aus.

 Hier und da tauchen Erinnerungen an die Urlaube mit unserem Hund auf... wie er sich über die Ostsee gefreut hat und darüber, angeschwemmte Krustentiere am Strand zu finden, immer ein willkommener Snack.  Und natürlich darüber, ein  Bällchen aus dem Wasser zu holen.

 Sentimentaler Einwand : Viele Lieblingsdinge von unserem Hund habe ich entsorgt,  aber seine schönsten Bällchen aufgehoben . Vielleicht freut sich ein anderer Hund darüber ? ( Oh je, ich wiederhole mich, aber die gleichen Gedanken tauchen auch immer wieder in meinem Gefühl auf !)


 Das sind schöne Erinnerungen und ich glaube, ich möchte nochmal einen Hund aus dem Tierschutz in unserer Obhut so glücklich sehen . 

Touristisch ist das Umland von Haderslev wenig erschlossen, sehr erholsam. Noch dazu ist Nebensaison, das Wetter mittelmäßig, der Herbst ist hier deutlich sichtbar eingezogen. Hier ist absolut nichts los. Kann gern so bleiben. 



Und noch liegen drei Tage Pause liegen hier vor uns, das ist trotz Schnupfen gut.

 Euch auch ein ruhiges Herbstwochenende, wo immer Ihr seid. 

Meine " Neuentdeckung " :   Lambchop, ein umfangreiches Klang-und Textwerk. Genau richtig für den Herbst. 


 

Dienstag, 8. September 2026

Brautkleid ist Brautkleid ...

 und Holunder ist Holunder. 

Gut beraten war ich, zuerst das Brautkleid meiner Tochter zu ändern, was allerdings fast drei Tage gedauert hat, und mich erst anschließend um den letzten Holundersaft zu kümmern. 

Den Aufwand, ein Tüllkleid anzupassen, habe ich total unterschätzt .

 Drei Lagen rutschender Tüllstoff am Rockteil haben mich an die Grenze meiner Geduld gebracht und mein Werk in die Nähe der "Brautkleidverhunzerei ", dabei kann ich eigentlich nähen. Gottseidank treten solche Gelegenheiten nicht allzuoft auf, dem Brautpaar ist das auch sehr zu wünschen. 

Fertig !
Morgen gehts also an, die Tochter heiratet. Die Kamera ist gepackt ( ich bin die Hochzeitsfotografin !) und ich hoffe auf gutes Gelingen und ein paar schöne Momente...


Donnerstag, 3. September 2026

Nachtrag August : Mufti

Nun schrieb ich im letzten Post, dieser Sommer sei voller Abschiede gewesen und versprach, etwas mehr darüber zu sagen. Soweit ich das kann, will ich es hier tun.

 

Veränderungen gab und gibt es überall in meinem Umfeld. Manche betreffen mich unmittelbar, andere haben mir längere Zeit Sorgen bereitet. Nicht über alles kann ich berichten, denn es berührt die Persönlichkeitsrechte anderer Menschen, die zu respektieren und zu schützen es gilt.

Nur über meine Dinge kann ich schreiben, ungehindert, in eigener Sache.

In der vergangene Woche haben wir unseren lieben Hund verabschieden müssen.

14 1/4 Jahre ist er alt geworden und 13 Jahre hat er bei uns gelebt.

Als Tierschutzhund aus Spanien gekommen, in den ersten Jahren ein wilder, ungestümer Kerl, hat er mich auf vielen Wegen begleitet. So ungezügelt er sich als Setter draußen gebärdet hat, im Haus war er ruhig und anhänglich. Nie hat es ein Problem mit unseren anderen Tieren gegeben, als geborenes Rudeltier hat er alle anderen Wesen, die bei uns leben, ob Katze oder Flügeltier, als zugehörig empfunden und respektiert.

 

Nicht unbedingt für ein städtisches Umfeld geeignet, in Wald und Feld aber ein lebhafter, fröhlicher Begleiter und ab seiner Lebensmitte ein begeisterter Schwimmer. 


Schon lange gab es gesundheitliche Baustellen bei dem guten Kerl, aber ich komme ja aus der Medizin, wir haben alle Möglichkeiten genutzt, sein Leben trotzdem lebenswert zu gestalten. 

Die letzten Monate waren oft von der Frage begleitet, wann wir die Reißleine ziehen müssen. In der vorletzten Woche hat Mufti mir dann deutlich gezeigt, daß er nicht mehr kann und will.

Immer wieder möchte ich unseren guten Tierarzt loben, der uns schon lange begleitet und ohne lange Umschweife zu uns kam, um dem Leid ein Ende zu bereiten.

Im Rausgehen sagte er noch, wie wunderbar es wäre, daß sich unsere tierischen Mitgeschöpfe so tief in unsere Herzen eingraben. 

Dem habe ich nichts hinzuzufügen !

Danke liebes Mitgeschöpf... für dein Vertrauen, deinen unbedingten Lebenswillen und für die vielen, vielen Kilometer und Stunden der Gesellschaft und Begleitung.  

Nun fehlt er mir sehr, auch wenn die letzten Monate sehr anstrengend waren. Er war ein wirklich freundlicher, netter Kerl und er hatte hier ein tolles, hundegerechtes Leben.

Hier wird es jetzt auf jeden Fall ein halbes Jahr Hundepause geben. Ob wir nochmal einen Hund aufnehmen werden, ist noch nicht entschieden.

Aber drei von Muftis Lieblingsbällchen habe ich aufgehoben. Vielleicht werden sie ein Willkommensgeschenk für die nächste Hundeseele. Vielleicht.


 

...auch wunderbar, die junge Catt, demnächst im hannoverschen Pavillon zu sehen

" the wildest beauty is nothing, nothing more than a soft light in the morning, sometimes "  Catt