Zwischen den beiden Hochzeitsfeiern meiner Tochter und ihres Gefährten, ( Standesamt und ein paar Tage später das Fest zu Hause beim Brautpaar ), bin ich auf eine kleine Reise nach Berlin gegangen
Das war lange geplant, bevor von Hochzeit und Enkelkind etwas zu sehen war. Jacob Collier gab sein einziges Konzert in Deutschland, auch noch im stimmungsvollen Admiralspalast in Berlin. Ein, für Jacob Collier, kleines Konzert, ungefähr 1500 Leutchen passen in die edle Halle.
Ich bin nicht unbedingt eine große Reisende, aber alles war wohlorganisiert und so bin ich dann allein und frohen Mutes mit dem Zug losgetuckert. Seit einiger Zeit bietet Flix auch Bahnreisen an, unschlagbar günstig und vielleicht sogar ein wenig zuverlässiger als die Deutsche Bahn.
Die Züge sind alt und ein bisschen unbequem, aber wir legten pünktlich ab, nachdem verschiedene Ansagen einen dreimaligen Bahnsteig-und Gleiswechsel performt hatten. Für mich kein Problem ( jetzt aber hopp !) und dank sehr freundlicher, junger Menschen auch für eine mitreisende gehbehinderte Frau machbar. Allerdings sind die Billigzüge gut ausgelastet, es empfiehlt sich, mit kleinem Gepäck zu reisen und etwas stressfest und mobil zu sein. Dafür hat es aber auch nur 35 Euro für Hin- und Rückfahrt gekostet.
Das Konzert selbst war der absolute Hammer. Ich bin wahrlich oft auf Konzerten. Live Musik meiner Lieblingskünstler/Innen zu erleben, ist mir oft eine große Freude. Das Konzert von Jacob Collier hat allerdings meine schönsten Erwartungen übertroffen.
Es ist schwer zu beschreiben, abgesehen von der genialen Musikalität des Künstlers, der sich unbefangen unterschiedlichster Musikrichtungen bedient, bietet Jacob Collier ein unfassbar hohes Maß an Lebensfreude, Lebenskraft und Menschlichkeit, ohne arrogant oder abgehoben zu sein. Mit einem Publikum von 1500 Menschen ein unbekanntes Lied zu singen und damit Jedem zu ermöglichen, seine Stimme zu finden, das ist zutiefst anrührend und bewegend.
Ich fand mich heulend in einer Menge singender, summender Menschen wieder, die allesamt durchgewärmt, beseelt und glücklich nach guten drei Stunden in die Realität entlassen wurden.
Ja, es war schön, sogar der nächtliche Fußmarsch zurück ins Hotel hat mir nichts ausgemacht. Mich bestärkt in meinen Möglichkeiten und in einer angenehmen Form von Selbstständigkeit.
Jederzeit wieder, dieses Konzert war jeden Euro wert. Guckt selbst !
... dieser Song war der erste, den ich von J.Collier im Netz gehört habe. der Tipp stammte von Kate Jackson auf dem bemerkenswerten YT.Kanal the last homely house
... und " Little blue " ist eines meiner Lieblingsstücke von J.C., hier in einer verspielten und improvisierten Version. Im Netz gibt es noch viele weitere Versionen, aber ich wollte die Athmosphäre des Konzertes haben.