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Tage hatten wir kein Internet. Also das halbe Dorf nicht.
Bedenklich,
welche Auswirkungen dieser Umstand auf mich hatte. Am ersten Tag war
ich relativ aufgeschmissen, hatte ein echtes Beschäftigungsdefizit.
Dann zwei Tage Entzugserscheinungen ( ha! Dopaminmangel vom Feinsten
), dann war Ruhe.
Im
Kopf.
Ein bisschen geschockt war ich darüber schon. Ich bin keine 15 mehr, ich hänge nicht ständig am Handy und ich mag das Internet. Ich schätze es als Informationsquelle, hab unfassbar viel dadurch gelernt, offenbar ist es insgesamt aber doch ein Happen zuviel an Information. Und ja, das hat Suchtstrukturen !
Ich
habe ein paar Halden abgearbeitet, am Abend die eine oder andere alte
DVD geschaut. Zwei wichtige Amtsbriefe mit Tricks und außerhalb
kopierten Unterlagen geschrieben. Meine CD s wiederentdeckt und war
insgesamt recht produktiv.
Und
bitte, so kann das gerne weitergehen. Seit heute läuft die
Verbindung wieder und ich muss feststellen, ich hab nichts verpasst.
Weder habe ich mir den irren Präsidenten von Amerika ansehen müssen,
noch Medizinpodcasts gehört. Musik gab es vom CD-Spieler.
Abgetaucht war ich aber vorher schon. Die nette Mail einer Leserin hat mich erreicht, die sich eher traurig
über mein, nun schon wieder wochenlanges, Schweigen hier äußerte
und mit neu erwachter Offenheit und Motivation hätte ich gern gleich
etwas geschrieben.
Ging
ja nicht und über Handy zu posten, das ist wirklich nicht mein
Ding.
Danke für den Anstoß, liebe Elisabeth.
Ja,
ich habe viel zu tun, unser großes Grundstück samt Tieren fordert
viele Arbeitsstunden. Da werd ich mich mal daran erinnern, nicht so
viel Zeit vor der Kiste zu verdaddeln und wieder mit dem Schreiben
anfangen .
Ich hoffe, daß mir das gelingt.
Und ganz bestimmt werde ich nicht weniger Musik hören. Hörst Du hier !
Gut, der grippale Infekt war so gut wie weg. Richtig geschont hatte ich mich nicht, und nach ein, zwei anstrengenden Tagen, ( das ist jetzt hier wirklich Luxusgeheul ), hat mich nochmal die Schnupfenkeule erwischt. Gut, daß es noch immer kalt und naß draußen ist, sonst wär es doppelt ärgerlich. Genug nun, noch ein paar Tage Nachschlag, dann solls wohl wieder gehen.
Vorgestern war Arbeitseinsatz Sohn. Die Hühnerzäune sind in die Jahre gekommen ( wer ist das nicht), und so hat mein Sohn mit vorhandenem Material erst einmal eine Barriere zum Gemüsegarten errichtet.
Da gibt es nämlich dieses eine Huhn, noch ziemlich neu hier auf dem Hof, und diese hübsche Henne hat ein paar Gehirnzellen mehr als die anderen in ihrem kleinen Hühnerschädel. Überall ist sie durchgeschlüpft, sieht natürlich phantastisch aus, gut ernährt und viel Bewegung, das macht was aus.
Ratschläge, der Dame die Flügel zu stutzen, habe ich ausgeschlagen. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder der schlau und agil ist, mit Körperverletzung bestraft wird. Die heutige Kontrolle zeigte, es hat gewirkt : Die Henne ist IM Gehege. Es mag viellecht unerheblich erscheinen, abr es kann schon nerven, wenn eine einzelne Gackerliese den gesamten frisch aufgegangenen Salat vernichtet. Das hätten wir !
die Hühnerschwester, etwas dunkler und nicht ganz so schlau
Die Fotos stammen noch aus dem Winter, nicht mal Schnee hat ihnen etwas ausgemacht. Ich habe sie im vergangen Herbst mit ihrer Schwester zusammen bei einer Familie gekauft, die doch lieber eine Katze haben wollte.
Ein Liedchen ? Am vergangenen Montag waren wir im Betterov-Konzert. Mit Grippekopf ! Das Konzert war wirklich hörens- und sehenswert. Siehe oben " Grippeschonung".
Da ich meinen Konzertpost nicht einfach so hinhuddeln möchte, vorerst ein kurzer Zwischenblick auf den Moment.
Gesät
: Bereits etliche junge Gemüse sind in Zimmer und Gewächshaus gekeimt
und wachsen größtenteils froh vor sich hin. Die Beete warten auf den
Auszug der Pflanzen und ich warte auf ein paar trockene , sonnige Tage.
Kriegen ja einen Schock die Dinglein.
Hier... die Erbsen.
Gerettet : Zwei tolle Kinderstühle aus einem Container. Wer weiß, vielleicht wird in unserer Familie bald mal wieder ein Kinderzimmer eingerichtet. Die beiden Klassiker brauchen etwas Zuwendung in Form von Leim, sind aber robust und gut erhalten, obwohl sie sicher schon etliche Generationen Kindergartenkinder überstanden haben.
Gelernt : bisschen Dänisch. Erhöht die Vorfreude auf den September ( unsere Dänemarkwoche) . Nach einigen Versuchen mit YouTube Videos, bin ich jetzt bei der App Duolingo gelandet. Scheint zu funktionieren. Wir werden sehen. Undskyld !
Eingefangen : einen grippalen Infekt, passt mir nicht in den Kram, ist aber leider so. Ich werde das Beste draus machen und ein wenig die Füße stillhalten. Von den Händen hat keiner gesprochen.!
Gehört : Und es scheint, als ob ein großer Wunsch in Erfüllung gehen könnte. Ein Konzert von Jacob Collier besuchen, yeah !!!
P.S. Ja es hat geklappt. Ich habe eine Karte ergattert. Die näheren Umstände ? ... reden wir nicht davon.
Schon seit vier Jahren wachen unsere, mittlerweile vier, Orpington-Enten über die Schneckenpopulation in unserem Garten. Die
hübschen, milchkaffeefarbenen Damen haben die letzten Laufenten
abgelöst. Ihr Erwerb war eher zufällig und notwendig, (Rettung vor dem Schlachten !) , stellte sich jedoch als
Glücksgriff heraus, da sie nicht nur wunderschön, sondern auch
robuster sind als die Laufis. Auch ein wenig zutraulicher.
Im vorletzten Jahr hatten die Schnecken, die zweite Aussaat der Gemüsepflanzen fast ganz vernichtet, zusammen mit allgemeinen
Hindernissen hatte ich dann überhaupt keine Lust mehr, noch einen
dritten Versuch zu wagen und das Gemüsejahr abgehakt.
Mittlerweile habe ich mich von unrealistischen Vorstellungen, was
meinen Gemüseanbau angeht, verabschiedet , das Konsumieren von
Gartenvideos eingestellt und einfach nochmal angefangen, wie es mir
in den Kram passte. Das sieht schon besser aus. Außerdem : Der just vergangene Winter war ziemlich kalt, auch das reduziert das frühe Aufkommen des ( Nackt- Schneckenachwuchses ).
Gestern Abend hat es nach Tagen/fast Wochen trockenem Sonnenwetters geregnet und siehe da, nun sind sie wieder da, die Kriecher. Sitzen
noch im Mulch, lugen unter Pflanzgefäßen hervor, ganz Kecke schleimen schon mal am Abend über die Wege ( so gesehen junge
Tigerschnegel ).
Und natürlich haben sie hier ein Lebensrecht. Sind ökologisch
notwendig , die Gehäuseschnecken finde ich ausgesprochen schön,
auch ein paar einheimische Weinbergschnecken leben im Garten.
Also versuche ich, Allen einen Lebensraum zu geben. Den Enten, (
die nicht gleichzeitig überall sein können) . Den Schnecken, die
auch außer den Gemüsepflanzen, genug zu essen finden und den
Gemüsepflanzen, die bitte weiter wachsen sollen.
Statt der teuren Schneckenkragen hatte ich aus Plastikeimern
kleine Schutzwälle gebaut die zumindest die Jugendphase der
Kürbissse und Zucchini geschützt haben. Das funktionierte im letzten Jahr gut und
wird entfernt, wenn die Pflanzen robust genug sind und den Schnecken
nicht mehr schmecken.
Es wird schon noch etwas für uns übrig bleiben.
Meine Einstellung zu Mollusken jeglicher Art habe ich übrigens
nach der Lektüre dieses Buches geändert.
Die Autorin des autobiografischen Romans ist nach einer schweren
Infektion ans Bett gefesselt, bekommt von einer Freundin eine
Zimmerpflanze geschenkt, in der sich eine kleine Gehäuseschnecke
angesiedelt hat. Schneckenhaft langsam gewinnt die Patientin
Interesse und Einblick ins Schneckchenleben und gesundet in der
gleichen Geschwindigkeit von ihrer Post-Infektion. Das Buch ist lange
vor Corona geschrieben, und nicht nur wegen der bezaubernden
Beschreibung der Schnecke lesenswert. Vielmehr ist es ein
hervorragendes Sachbuch, das eine Vielzahl von weitergehenden
Litueraturhinweisen zum Thema Schnecken bietet.
Unbedingt lesenswert.
Auch weiterhin bin ich mit Aufräumarbeiten im Spätwintergarten vorsichtig, denn Vieles, was da sommerlich kreuchen und fleuchen wird , befindet sich noch im Kälteschlaf und es würde das vorzeitige Ende dieser Lebewesen bedeuten, wenn ich da herumwühle. Also kein Häckseln, Graben, großräumiges Harken etc. .
So, heute Abend geht es ins Konzert, bin recht gespannt, ganz in der Nähe. Ich werde berichten.
Aber erst, wenn ich das Konzert gesehen habe. Erstmal eine meiner neuen Favoritinnen zur Zeit. Da ich sehr gern dänische Serien schaue, bin ich schon vor einiger Zeit auf Trine Dyrholm gestoßen, die auch ganz ansprechende Musik macht.
Guck !
zusammen mit Tine Dykow...
Sehr gerne habe ich die Serie Die Erbschaft (Arvingerne ) schon mehrfach gesehen. Die episch angelegte Geschichte, in der Trine Dyrholm eine der Hauptrollen spielt, versammelt die creme de la creme der dänischen SchauspielerInnen. Unbedingt sehenswert. Schön für lange Winterabende.