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Mittwoch, 14. Oktober 2026

Jacob Collier - Light for days - Tour, Berlin


Zwischen den beiden Hochzeitsfeiern meiner Tochter und ihres Gefährten,  ( Standesamt und ein paar Tage später das Fest zu Hause beim Brautpaar ), bin ich auf eine kleine Reise nach Berlin gegangen

 Das war lange geplant, bevor von Hochzeit und Enkelkind etwas zu sehen war. Jacob Collier gab sein einziges Konzert in Deutschland, auch noch im stimmungsvollen Admiralspalast in Berlin. Ein, für Jacob Collier, kleines Konzert, ungefähr 1500 Leutchen passen in die edle Halle. 

Ich bin nicht unbedingt eine große Reisende, aber alles war wohlorganisiert und so bin ich dann allein und frohen Mutes mit dem Zug losgetuckert. Seit einiger Zeit bietet Flix auch Bahnreisen an, unschlagbar günstig und vielleicht sogar ein wenig zuverlässiger als die Deutsche Bahn. 

Die Züge sind alt und ein bisschen unbequem, aber wir legten  pünktlich ab, nachdem verschiedene Ansagen einen dreimaligen Bahnsteig-und Gleiswechsel performt hatten. Für mich kein Problem ( jetzt aber hopp !) und dank sehr freundlicher, junger Menschen auch für eine mitreisende gehbehinderte Frau machbar. Allerdings sind die Billigzüge gut ausgelastet, es empfiehlt sich, mit kleinem Gepäck zu reisen und etwas stressfest und mobil zu sein. Dafür hat es aber auch nur 35 Euro für Hin- und Rückfahrt gekostet. 

Das Konzert selbst war der absolute Hammer. Ich bin wahrlich oft auf Konzerten. Live Musik meiner Lieblingskünstler/Innen zu erleben, ist mir oft eine große Freude. Das Konzert von Jacob Collier hat allerdings meine schönsten Erwartungen übertroffen. 

 Es ist schwer zu beschreiben, abgesehen von der genialen Musikalität des Künstlers, der sich unbefangen unterschiedlichster Musikrichtungen bedient,  bietet Jacob Collier ein unfassbar hohes Maß an Lebensfreude, Lebenskraft und Menschlichkeit, ohne arrogant oder abgehoben zu sein. Mit einem Publikum von 1500 Menschen ein unbekanntes Lied zu singen und damit Jedem zu ermöglichen, seine Stimme zu finden, das ist zutiefst anrührend und bewegend.

Ich fand mich heulend in einer Menge singender, summender Menschen wieder, die allesamt durchgewärmt, beseelt und glücklich nach guten drei Stunden in die Realität entlassen wurden. 

 

Ja, es war schön, sogar der nächtliche Fußmarsch zurück ins Hotel hat mir nichts ausgemacht.  Mich bestärkt in meinen Möglichkeiten und in einer angenehmen Form von Selbstständigkeit.

 

Jederzeit wieder, dieses Konzert war jeden Euro wert.  Guckt selbst ! 

 

... dieser Song war der erste, den ich von J.Collier im Netz gehört habe. der Tipp stammte von Kate Jackson auf dem bemerkenswerten YT.Kanal    the last homely house

 

... und " Little blue " ist eines meiner Lieblingsstücke von J.C., hier in einer verspielten und improvisierten Version. Im Netz gibt es noch viele weitere Versionen, aber ich wollte die Athmosphäre des Konzertes haben. 



Light for days ?   --- das war mehr Licht als nur für Tage !



Freitag, 9. Oktober 2026

Kein Bein ...

...anne Erde gekriegt habe ich, seit wir vor knapp 14 Tagen aus Dänemark wieder zu Hause angekommen sind.

 Immerhin hatte der Mann nach unserer Reise noch eine Woche Urlaub und das war auch gut so. Unser Sohn hat in unserer Abwesenheit ein gigantisches Projekt in unserem Haus veranstaltet ( immersives Theaterstück mit unfassbar tollen Kostümen und Requisiten.) Leider gabs hinterher noch ganz ordentlich was zu räumen. ( Und ein paar Tage durchhängen wegen der Mufti-ist–gestorben Trauer war auch noch dabei ). 

Gestern nun habe ich das erste Mal einen kleinen Woll-Workshop für 15 SchülerInnen hier abgehalten. Ich bin da zwar völlig unerfahren, aber voller Freude am Wollhandwerk und die jungen Leutchen(Fachochschule, 17 bis 19 Jahre alt) zeigten sich überwiegend begeisterungsfähig. Waren total nett und geben mir ein bisschen den Glauben an die Menschheit wieder. Die Aktion wird im kommenden Frühjahr, ( mit einer anderen Klasse ) , wiederholt, dann hoffentlich draußen, was uns erheblich mehr an Bewegungsfreiheit erlaubt hätte ( und die Möglichkeit, mit Wasser zu patschen). Hat Spaß gemacht !

Draußen ist jetzt der Vollherbst eingetroffen, der dicke Vorhang vor der Küchentür ist schon wieder installiert und morgen hänge ich meinen alten Laternenmond unter den Vorschauer.

Bevor wir in die kühleren Zeiten starten, möchte ich noch zwei neue Mitbewohner unserer kleinen Tier-WG vorstellen. Leider war während der Sommerhitze eines unserer Schafe, der liebe, sanfte und hübsche Manfred ,( das schwarze Böcklein) , krank geworden und trotz intensiver Bemühung meinerseits und des Tierarztes gestorben. Schade !

Und schnell stellte sich heraus, dass die verbliebenen Schafe es nicht schaffen werden, die Wiese kurz zu halten und so entschlossen wir uns ein oder zwei neue Tiere aufzunehmen.

 Nach einem Facebook-Aufruf bin ich sehr rasch fündig geworden, hatte schon fast für zwei jüngere Tiere zugesagt ( junge Böckchen will niemand haben ) , dann aber das Verkaufsangebot für zwei alte Schafsmädels hier ganz in der Nähe gesehen. 

Verliebt, telefoniert und hingefahren, haben wir die beiden alten Auen übernommen. Zehn Jahre sind sie schon, geliebte, ein wenig verpäppelte Hausschafe, übriggeblieben aus einer kleinen Herde von 5 Tieren.

 Die Familie war froh, dass ihre beiden Seniorinnen ein neues Zuhause gefunden haben und wir waren sehr zufrieden mit unserer Entscheidung. Eben doch eine Art Gnadenhof. In ihrem alten Zuhause hießen die Beiden Moon und Star, pellen sich aber ein Ei darauf und weil sie ein bisschen dick waren und eben schon älter, heißen sie bei uns die Geri­Moppels. Und weil es bei uns nicht Kraftfutter ad libitum gibt, sind sie auch gar nicht mehr so moppelig, sondern wieder ein bisschen wie wilde, junge Schafsmädchen.

 Um die 15 Jahre kann ein Ouessant-Schaf alt werden und ich hoffe, wir haben noch ein paar Jahre Spaß an den Beiden und sie an uns.

P.S. Ein neuer und richtig toller Schaf/Hühnerstall ist im Bau. Gut durchdacht, mit Futterkammer und der Möglichkeit Werkzeuge zur Schafpflege übersichtlich zu lagern. Wie schön, dass mein Mann so etwas kann.

Das Häuschen war gegen Abbau geschenkt und musste aber für unsere Zwecke angepasst werden, was nochmal viel Arbeit macht. Ich zeigs mal, wenn es fertig ist.


...und auch hier. Besser spät als nie. Ich habe diese Band erst jetzt entdeckt, obwohl es sie schon dreissig Jahre gibt. Skandalös ! 

 



Donnerstag, 24. September 2026

Dänemark 2026



Schon halb rum ist unsere kleine Dänemark-Woche. Nach all den aufregenden Ereignissen ersehnt, als lang geplante Ruhepause. Ein bisschen bin ich beeinträchtigt durch einen grippigen Infekt, kein Wunder, so was taucht ja immer in Entlastungszeiten auf.

Trotzdem, das Land ist mir, ohne zu idealisieren, vertrauter geworden. Auch weil der Mann die Sprache seit einem halben Jahr lernt und sich schon ganz gut verständigen kann und ich damit auch nicht mehr wie die Kuh vorm Scheunentor stehe.



Wir sind wieder in unsere Lieblingsgegend gefahren, (nach dem Abstecher vom letzten Jahr in die Molsbjerge ,Ferienhaussiedlung , nicht meins !), konnten das kleine, alte Reetdachhäuschen noch mal mieten, alte Gewohnheitstiere, die wir sind. 

 Jetzt ist die kleine, alte Fischerkate endgültig verkauft und das Haus sieht, mehr als vor zwei Jahren, nach Abschied aus.

 Hier und da tauchen Erinnerungen an die Urlaube mit unserem Hund auf... wie er sich über die Ostsee gefreut hat und darüber, angeschwemmte Krustentiere am Strand zu finden, immer ein willkommener Snack.  Und natürlich darüber, ein  Bällchen aus dem Wasser zu holen.

 Sentimentaler Einwand : Viele Lieblingsdinge von unserem Hund habe ich entsorgt,  aber seine schönsten Bällchen aufgehoben . Vielleicht freut sich ein anderer Hund darüber ? ( Oh je, ich wiederhole mich, aber die gleichen Gedanken tauchen auch immer wieder in meinem Gefühl auf !)


 Das sind schöne Erinnerungen und ich glaube, ich möchte nochmal einen Hund aus dem Tierschutz in unserer Obhut so glücklich sehen . 

Touristisch ist das Umland von Haderslev wenig erschlossen, sehr erholsam. Noch dazu ist Nebensaison, das Wetter mittelmäßig, der Herbst ist hier deutlich sichtbar eingezogen. Hier ist absolut nichts los. Kann gern so bleiben. 



Und noch liegen drei Tage Pause liegen hier vor uns, das ist trotz Schnupfen gut.

 Euch auch ein ruhiges Herbstwochenende, wo immer Ihr seid. 

Meine " Neuentdeckung " :   Lambchop, ein umfangreiches Klang-und Textwerk. Genau richtig für den Herbst. 


 

Dienstag, 8. September 2026

Brautkleid ist Brautkleid ...

 und Holunder ist Holunder. 

Gut beraten war ich, zuerst das Brautkleid meiner Tochter zu ändern, was allerdings fast drei Tage gedauert hat, und mich erst anschließend um den letzten Holundersaft zu kümmern. 

Den Aufwand, ein Tüllkleid anzupassen, habe ich total unterschätzt .

 Drei Lagen rutschender Tüllstoff am Rockteil haben mich an die Grenze meiner Geduld gebracht und mein Werk in die Nähe der "Brautkleidverhunzerei ", dabei kann ich eigentlich nähen. Gottseidank treten solche Gelegenheiten nicht allzuoft auf, dem Brautpaar ist das auch sehr zu wünschen. 

Fertig !
Morgen gehts also an, die Tochter heiratet. Die Kamera ist gepackt ( ich bin die Hochzeitsfotografin !) und ich hoffe auf gutes Gelingen und ein paar schöne Momente...


Donnerstag, 3. September 2026

Nachtrag August : Mufti

Nun schrieb ich im letzten Post, dieser Sommer sei voller Abschiede gewesen und versprach, etwas mehr darüber zu sagen. Soweit ich das kann, will ich es hier tun.

 

Veränderungen gab und gibt es überall in meinem Umfeld. Manche betreffen mich unmittelbar, andere haben mir längere Zeit Sorgen bereitet. Nicht über alles kann ich berichten, denn es berührt die Persönlichkeitsrechte anderer Menschen, die zu respektieren und zu schützen es gilt.

Nur über meine Dinge kann ich schreiben, ungehindert, in eigener Sache.

In der vergangene Woche haben wir unseren lieben Hund verabschieden müssen.

14 1/4 Jahre ist er alt geworden und 13 Jahre hat er bei uns gelebt.

Als Tierschutzhund aus Spanien gekommen, in den ersten Jahren ein wilder, ungestümer Kerl, hat er mich auf vielen Wegen begleitet. So ungezügelt er sich als Setter draußen gebärdet hat, im Haus war er ruhig und anhänglich. Nie hat es ein Problem mit unseren anderen Tieren gegeben, als geborenes Rudeltier hat er alle anderen Wesen, die bei uns leben, ob Katze oder Flügeltier, als zugehörig empfunden und respektiert.

 

Nicht unbedingt für ein städtisches Umfeld geeignet, in Wald und Feld aber ein lebhafter, fröhlicher Begleiter und ab seiner Lebensmitte ein begeisterter Schwimmer. 


Schon lange gab es gesundheitliche Baustellen bei dem guten Kerl, aber ich komme ja aus der Medizin, wir haben alle Möglichkeiten genutzt, sein Leben trotzdem lebenswert zu gestalten. 

Die letzten Monate waren oft von der Frage begleitet, wann wir die Reißleine ziehen müssen. In der vorletzten Woche hat Mufti mir dann deutlich gezeigt, daß er nicht mehr kann und will.

Immer wieder möchte ich unseren guten Tierarzt loben, der uns schon lange begleitet und ohne lange Umschweife zu uns kam, um dem Leid ein Ende zu bereiten.

Im Rausgehen sagte er noch, wie wunderbar es wäre, daß sich unsere tierischen Mitgeschöpfe so tief in unsere Herzen eingraben. 

Dem habe ich nichts hinzuzufügen !

Danke liebes Mitgeschöpf... für dein Vertrauen, deinen unbedingten Lebenswillen und für die vielen, vielen Kilometer und Stunden der Gesellschaft und Begleitung.  

Nun fehlt er mir sehr, auch wenn die letzten Monate sehr anstrengend waren. Er war ein wirklich freundlicher, netter Kerl und er hatte hier ein tolles, hundegerechtes Leben.

Hier wird es jetzt auf jeden Fall ein halbes Jahr Hundepause geben. Ob wir nochmal einen Hund aufnehmen werden, ist noch nicht entschieden.

Aber drei von Muftis Lieblingsbällchen habe ich aufgehoben. Vielleicht werden sie ein Willkommensgeschenk für die nächste Hundeseele. Vielleicht.


 

...auch wunderbar, die junge Catt, demnächst im hannoverschen Pavillon zu sehen

" the wildest beauty is nothing, nothing more than a soft light in the morning, sometimes "  Catt

 

Dienstag, 1. September 2026

September

September ! 

 Und das ist gut so. Die Sommerhitze ist einer angenehmeren Version von Wetter gewichen. Schon allein deshalb regen sich meine Lebensgeister wieder.

Aber das ist es nicht allein, dieser Sommer war nicht nur wegen der Hitze und Dürre eine weniger schöne Zeit. Es gab Verluste, Veränderungen, Abschiede in den letzten Monaten. Vielleicht berichte ich noch darüber in der Nachschau, erfahrungsgemäß überholt die Gegenwart jedoch oft die Motive, das Vergangene noch nachzuschreiben. Wir werden sehen.

Trotzdem oder vielleicht deshalb, war ich fleißig, habe geräumt und sortiert. Übersicht geschaffen und Pläne geklärt. 

Und Vorräte angelegt.  

Eine Hochzeit und die Geburt eines Enkelkindes stehen uns bevor. Ich merke, daß ich mich darauf vorbereite, eine neue Rolle in der Familie zu übernehmen. Ein spannender Prozess. Den kleinen Menschen willkommen zu heißen, die Tochter als Mutter zu erleben.

Vorerst häkele ich Babydecken und Mützchen.

Handwerkliches Tun ist über den Sommer mein Begleiter gewesen.

 Dabei habe ich meine alte Liebe für die Herstellung von geflochtenen Teppichen wiederentdeckt.

Und erst jetzt fällt mir die Symbolik dieser Teppiche auf, denn sie sind allesamt aus, zum Teil von in der Familie getragener Kleidung entstanden. Nun sind sie der Boden auf dem wir stehen.

In diesem Sinne, ich lass mich hier wieder blicken. 



Montag, 22. Juni 2026

Sommer in echt


 Eine arbeitsreiche Zeit. Eigentlich. 

Der Frühsommer hat sich seit fast einer Woche zu Rekordhöhen der Hitze aufgeschwungen.  Noch ist es in unserem alten Haus erträglich, aber auch nur wegen konsequenter Verhängung der Fenster etc. , was ich eigentlich überhaupt nicht leiden kann.

Im Garten wär trotzdem viel zu tun, aber bei diesen Temperaturen kann man nur halblang machen. 

Am vergangenen Donnerstag war ich 6 Stunden in der brüllheißen Stadt unterwegs, danach stehend kaputt. Überhaupt Stadt. Wohl nicht mehr so ganz mein Ding.

Der Garten hält sich noch wacker, hatte ja auch genug geregnet und meine Bearbeitungsstrategie ist eher schonend, defensiv. Das hält die Feuchtigkeit in Büschen und Wiese. Die Tiere liegen lethargisch herum, zumindest ab dem Nachmittag.  


Eine Ausnahme sind meine munteren Kleinhühner, die wacker ihr Leben erkunden, erstaunlich instinktsicher, sehr entspannt und immer zu viert unterwegs. Solche Hühner hatte ich noch nie, so sicher und elegant, autark.


Gestern musste ich die flotte Gruppe aus Nachbars Garten pflücken. 

Apropos pflücken. Vor Jahren, ja fast seit einem Jahrzehnt hat sich im Garten ein Kirschbaum angesiedelt. Auch selbstbestimmt. Er trägt dieses Jahr viele, schöne Kirschen. Wir teilen uns die Ernte mit den Staren. 

Ein bisschen hitzelädiert gehe ich durch den Tag.

 Und ich bin dankbar: Für die Fülle und den Frieden in dem ich lebe.

Dafür, dass die riesengroße Sorge um meinen engsten Gefährten, die mich seit langem bedrückt hat, langsam weicht, weil es ihm wieder gut geht.

 Dafür, dass ich bald ein Enkelkind bekommen werde, auf das ich mich freue und für das ich gerne einen Teil der Fürsorge tragen möchte.  (Nicht, dass ihr denkt, ich würde nicht wahrnehmen, was in der Welt los ist. Das tue ich. Aber ich helfe niemandem, wenn ich mich nicht über mein kleines Leben freue. Im Gegenteil !) 

Vieles hat sich gefügt. 


 

Sonntag, 14. Juni 2026

Sommer : meteorologisch, Pullunder: Alpaca

Sommer lässt weiter auf sich warten. Darüber zu meckern, hat keinen Sinn, ändert nichts und zu heiß ist auch nichts für mich. Zeit, mal eins meiner jüngsten Werke vorzustellen. Passend zum Wetter.  


Nachdem ich einen Sack ältere Alpaca Rohwolle in meinen ( reichlichen ) Vorräten entdeckt habe, noch kurz vor Winterschluss etwas davon gesponnen und einen einfachen Pullunder gestrickt. Nicht so lang, wie meine üblichen, sackartigen Langpullover, erstaunlich bequem und nett anzusehen. Einfach, aber gut. 


Davon werde ich sicher noch einen stricken. Super warm. Alpaca eben. 

Euch einen schönen Sonntag noch und einen guten Wochenstart.  

 


 Charlie Cunningham... immer wieder gern gehört !


Dienstag, 9. Juni 2026

Projekt : Jacke aus !

 In der vergangenen Woche hatte ich ... Schafstage !

 Schurtermin der Blökenden, 5. Juni, passend zur Schafskälte, deren Beginn auf 4. Juni fiel.

 Einmal im Jahr müssen die Wolligen ihre dicken Winterjacken ausziehen, und mit der Auswahl des Schurtermins kann ich mir keine Pingeligkeiten leisten, denn es gibt erstens kaum noch Menschen, die als Schafscherer arbeiten und zweitens habe diese keine Termine. Schafhaltung ist eben kein Ponyhof. 

 

 Wie es der Zufall und die Berufstätigkeit meiner Lieben so wollte, konnte mir auch niemand helfen und so wollte die Aktion gut geplant und sorgsam von mir allein vorbereitet werden. Durchaus eine Herausforderung !

Die vierfache Fußpflege am Montag zuvor konnte ich noch mit Hilfe des Gatten durchführen. Ich war recht zufrieden mit dem Verlauf, es übt sich ein und war nun auch nicht mehr das erste Mal. Ob die Schafe das auch so sehen, ist nicht überliefert, aber mit ein paar Lekkerlis anschließend kann man ja so einiges regeln.

Da ab Donnerstag Regen angesagt war, (der auch stattgefunden hat), mussten der Schafstall ausgemistet, dick eingestreut und die vier Schafe anschließend aufgestallt werden. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Bis auf Manfred, den schwarzen, etwas scheueren Bock ließen sie sich aber gut überreden. Auf das Böcklein habe ich eine halbe Stunde eingewirkt, zum Schluss brachten eine Portion Haferflocken und ein beherzter Griff auf die imposanten Hörner des lieben Manfreds die entscheidende Wendung. 

 Die Felle der Schafe müssen zum Scheren trocken sein und promt begann es nach der Einstallung ergiebig zu regnen. Gut gemacht, grad noch so geschafft !

Am Freitag dann die beiden Schafsdamen und die Böcklein, ( alle natürlich kastriert), nach vorne zwischen die Häuser bringen, damit der Scherer mit seinen Gerätschaften vom Bus aus arbeiten kann. Schön der Reihe nach, habe ich die aufgeregten Wesen die 50 Meter transportiert, zum Teil getragen, zum Teil geschoben, den weißen Bock, der 30 Kilo wiegt, konnte ich zum Glück überzeugen, als letzter zu seiner blökenden Familie zu laufen und sich zu ihnen zu gesellen.

 Ja, zu zweit ist dieser Veranstaltungsteil besser zu schaffen, aber ich war schon sehr stolz, es allein hinbekommen zu haben. Da ich frühzeitig begonnen hatte, konnten die aufgeregten Schafe sich noch eine Stunde lang beruhigen, denn ein gestresstes Schaf zu scheren ist keine reine Freude. 

 Für niemandem.

Bei der Schur selbst kam mir mein Nachbar zu Hilfe, das hat gut geklappt und hat die ganze Sache wesentlich vereinfacht. Danke dafür.

 

Nach den ganzen Scherereien sind die Blökis dann etwas frierend, jedoch unbeschadet, selbstständig auf ihre Wiese zurückgekehrt. 

Offenbar hat auch keines der Schafe ein Trauma erlitten, denn sie waren anschließend gleich wieder bereit, ein Häppchen Kraftfutter aus der Hand zu fressen.


Vorher und nachher : Monika hat fast das schönste Vlies. Das gibt ein tolles Tuch !

Mir blieb noch die Aufgabe, die geschorene Wolle zu sichern und vor dem aufkommenden Regen erstmal im Schuppen zu verstauen. Die Wolle von weiteren vier Tieren, die mein Scherer noch im Wagen hatte, bekam ich geschenkt, Merino, feines Zeug.

Insgesamt ist das Unterfangen prima gelaufen. Ich bin froh, so einen netten und routinierten Schafscherer gefunden zu haben. Ich hoffe, daß er, der Anfang 70 jährige und wirklich ein kerniger Typ, diese Arbeit noch lange machen kann. Und ich auch.

 Bei aller Erleichterung und Zufriedenheit, nach den insgesamt drei Schafstagen hatte ich meine körperliche Leistungsgrenze erreicht. Aber immerhin, ich bin auch fast 70 Jahre alt !

... so wie dieser nette Sänger ! 



Sonntag, 31. Mai 2026

Die Kleinen

 


Diesen Hühnerkindern habe ich , glaube ich jedenfalls, das Leben gerettet.

 Schon eine ganze Weile war ich auf der Suche nach Zwerghennen, um damit meine Gartengruppe zu erweitern. Nur noch ein Zwerghühnchen war übrig geblieben und die gute Ida, die überall herumläuft. Ein bisschen klein für eine Gruppe. 

Über eine Anzeige fand ich vor ein paar Wochen die Möglichkeit, zwei federfüssige Zwerghühnchen zu erwerben. Wir sind dann hingefahren zu dem Züchter, der eine Unmenge an winzigen Hühnchen ausgebrütet hat. Und die schönsten bei seinem Züchterverein zeigen wollte.

 Und die anderen 48 ?  Konnte er auch nicht sagen.

 Ich habe vier statt nur zwei gekauft, und erst auf dem Rückweg ist mir gedämmert, dass das wohl die einzigen Überlebenden sein werden. Noch richtige Hühnerbabies waren das, piepsend und verängstigt, viel zu klein um allein durch den Garten zu laufen, zudem mit blutigem Durchfall ( Kükenruhr, gut behandelbar, wenn man weiß wie es geht. ) .

 Ja, da ist viel Unverständnis darüber, diese Küken nur wegen irgendeiner „ Züchterehre " ins Leben gebracht zu haben und wenn ein Federchen quer sitzt ...

Ganz helle Kämme, blasse kleine Gestalten, ich glaube, die Sonne hatten sie bis dato noch nicht wirklich gesehen.

Seit sie unter meiner Aufsicht und Fürsorge sind, laufen sie im Kükengehege herum, haben sich sehr gut erholt, fressen wie kleine Scheunendrescher und werden langsam neugierig auf die Welt. Die aber vorerst aus Sicherheitsgründen noch klein bleiben wird.

Von ihrem Erwachsenengewicht ( 650 Gramm ) , haben sie etwa die Hälfte erreicht und ein bisschen muss da noch draufkommen.

So schön , die Neugierde der kleinen Wesen zu sehen. Wenn ich einen abgeschnittenen Zweig ins Gehege lege oder es etwas neues, spannendes zu essen gibt.

Happy Ending, zumindest für diese Vier. 

 


P.S.    Es gibt sicher viele verantwortungsvolle Züchter. Ich möchte Diese hier ausdrücklich von meinem kritischen Bericht ausnehmen. Was ich schreibe ist eine Einzelbeobachtung und hoffentlich  nicht repräsentativ. 


Montag, 25. Mai 2026

Gestern hinterm Mond, Teil 2


Mittelbare Folge der 10 Tage ohne Internet: Da wichtige, aber nervige Kleinigkeiten erledigt sind, hatte ich Zeit, mein schnuckeliges und wirklich winziges Gartenhaus aufzuräumen und zu putzen. Vor ein paar Jahren war es mir zugefallen, weil uns ein bis dato verpachteter Grundstücksteil zurückgegeben wurde. 

Baulich noch immer ok, hat das Haus im letzten Jahr brach gelegen, dabei ist es einer meiner , wenn nicht der allerliebste Rückzugsort. Keine 50 Meter vom Haus entfernt, aber ab von allem weltlichen. Sozusagen hinterm Mond. Daneben der Gemüsegarten, in dem ich dieses Jahr tatsächlich etwas gebacken bekomme. 

Als ich vorgestern begann, Spinnweben und Staub zu entfernen, überzählige Deko zu entsorgen und das Hüttchen gründlich zu putzen, hatte ich nur eine Stunde arbeiten wollen. Dann hat es mir aber so einen Spaß gemacht, zur Musik der alten CD s, die dort liegen geblieben sind, weiterzumachen, dass an zwei Nachmittagen ein bewohnbarer Raum wiedererstanden ist.


Ein altes Bauernbett, mit 1,40 m Breite genug Platz für zwei kurze Menschen ( nicht größer als 1,80 ), eine geschenkte Kommode und, hinter Vorhängen, ein wenig Platz für Gartenzubehör. Mehr passt nicht rein, in den kleinen Raum, muss aber auch nicht.

Den Fliegenvorhang habe ich im vergangenen Jahr schon genäht, aber jetzt erst aufgehängt. Die Polster fürs ( gefundene ) Korbgestühl müssen noch ein bisschen warten, sind aber in Arbeit. Zur Beschattung werde ich noch ( vorerst ) zwei Vorhänge an der kleinen Veranda anbringen. Längerfristig soll ein kleiner Baum die Hütte ein wenig beschatten.

Am Abend war ich so zufrieden und glücklich...


Das hellbraune Huhn aus einem der letzten Posts hat inzwischen einen Namen bekommen, sie heißt jetzt Ida. Das ist schon etwas Besonderes, eigentlich haben meine Hühner keine Namen, aber Ida ist zahm, kommt auf Zuruf, frisst aus der Hand , und …... sie hat Ihre Schwester Hedvig angelernt, den Zaun zu überwinden und ÜBERALL herumzulaufen.

Kommt mich besuchen. Das ist das jetzt so. Nett. 


 

Wiedergefunden, aber nie ganz vergessen. Sehr, sehr gern würde ich diese Gruppe mal live sehen.

 

Treten nur in der Schweiz auf, chronisch ausverkauft. Soll ich es wagen ? Mit dem Nachtzug nach Zürich ? Wäre ein schönes Abenteuer.....