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Mittwoch, 30. November 2016

Abwesenheitsmeldung


..... und dann sitzt Du da und Dein Kopf hängt  schief ! 

 Wenn eine regelmässige Bloggerin (oder ein Blogger) seit Wochen nix mehr von sich gibt. Dann hat sie wohl was anderes zu tun. Oft was besseres. Oder auch nicht.
 Nach Nachtdienst/Grippe/Nachtdienst mit frohen Hoffnungen gestartet, bin ich seit zwei, drei Wochen damit beschäftigt, Haus und Hof mehr oder weniger allein zu versorgen, da sich zwei Bandscheiben meines Mannes gen Spinalkanal verabschiedet haben.
 Für den Mann bedeutet das " Halt auf freier Strecke", und für mich... alle Arbeit schaut zu Mutti !
Kurz gesagt. Ne Masse zu tun. Und keine Zeit zum Bloggen. Jetzt hat sich die Situation ein wenig entschärft. Und weil mir die Schreiberei so fehlt, und natürlich auch die netten Kommentare, habe ich mich entschlossen, egal um die viele Arbeit, wieder zu schreiben. 
Zwischenzeitlich hat es konstant das abendliche Spinnen und Stricken gegeben. Die Tochter hatte Theaterpremiere 





( Jugendtheatergruppe bestehend aus Geflüchteten und einheimischen Jugendlichen, das Stück wird im Raum Hannover noch einige Male aufgeführt)

Und ..... es wird auch wieder einen Adventskalender geben. Das ist einfach eine meiner Weihnachtstraditionen und ich freu mich schon auf die Aktion, deren Erlös in diesem Jahr die mutigen Menschen der Gruppe Sea Watch bei Ihrer Arbeit unterstützen soll.


In den letzten Wochen haben uns unsere Kinder viel geholfen und Arbeit in Haus und Hof mit übernommen. Meinem Mann ist dieses Video über den Weg gelaufen. Eine Erinnerung an die Kinderzeit von Sohn und Tochter. 
Ich habe mich sehr gefreut, dieses Stück Familiengeschichte wiedergesehen zu haben. Und ich bin sehr dankbar für unseren familiären Zusammenhalt, für den ich mich hier, speziell bei meinen Kindern bedanken möchte.

So, jetzt aber Hopp. Morgen mehr......

Freitag, 10. Juli 2015

He ho, spann den Wagen an !

( meine Idee, erst die Musik am Ende des Posts anklicken, dann lesen)
Jedes Jahr um diese Zeit, wenn ich die die reifenden Felder mit den Mohn- und Kornblumen sehe, fallen mir Geschichten ein, aus Kindheit und lange Vergessenem.

 Sie handeln von kindlicher Phantasie und Realität.


Und von meiner Oma.

 Manchmal durfte ich ein paar Tage bei meiner Oma sein. Ein Zimmer, eine Küche , in einer geteilten Wohnung im ersten Stock. Alles einfach, ein gemauerter Holzherd in der Küche, natürlich nur kaltes Wasser,  das Klo in der Waschküche.  Ländlich. 
Das Krähen der Hähne holte mich am Morgen aus dem Schlaf und sagte mir schon im Traum, daß ich in Sicherheit sei
Die Oma war eine komische Frau, komisch nicht im Sinne von lustig, aber das war mir egal, hier war ich einzig. 


Durch all die Ablehnung und Launenhaftigkeit, ich wusste, daß die Oma mich mochte. Mich.  
Oma war wechselwarm, unberechenbar. Konnte an einem Tag lustig, herzlich, großzügig, liebevoll sein. War am nächsten Tag verschlossen, abgewandt und jähzornig. 

Ohne Grund.

Aber. Ich durfte dort viel. Kaffeetrinken aus Blechbechern, Fernsehen, ( schon Anfang der 60er) und im nahen Waldstück allein herumstromern. 

Der Hausgarten, am Hang gelegen, voller Beeren und Gemüse. Die weiße Wäsche auf Leinen geklammert und mit Bohnenstangen in den Himmel gehoben, flatterte dort wie duftende Zelte. Ich aß zu viele rohe Bohnen und spielte mit der aufgehängten Wäsche Verstecken, bis diese voller Abdrücke von Kinderhänden, nochmal gewaschen werden musste. 

 Ein kleines bergiges Waldstück, am Ende des Gartens, war schnell durchlaufen. 




Dort begannen die Felder. Noch nicht durch Flurbereinigung in große, monotone Flecken verwandelt, sondern kleinteilig, von Hecken und Himbeergebüschen gesäumt und voller summendem Leben. 


Von dort konnte man auf die Bückeberge sehen, für mich gleichbedeutend mit weit, weit weg.

Das Getreide auf diesen Feldern stand hoch. 


Verbotenerweise ging ich darin spazieren.



Und weil das Getreide ebenso groß war, wie ich, mit meinen vielleicht 7 oder 8 Jahren, konnte ich nur den Boden und den Himmel sehen. 


Ein wogendes Labyrinth. Und ich glaubte, in diesen, weit entfernt liegenden Bückebergen, gäbe es vielleicht doch ein Märchenland. Vielleicht.

Fünfzig Jahre ist das her.

Später in den 70er Jahren, als ich erwachsen wurde, sah ich, daß die Kornblumen verschwunden waren, und mir das Getreide höchstens bis zur Hüfte reichte. 

Ich glaubte, die Erinnerung habe mich auf geheimnisvoll, kindliche Weise getäuscht.
Daß in der Zwischenzeit die Technisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft, mit allen negativen Begleiterscheinungen ( Halmverkürzer, Pestizide), für das Verschwinden meiner hoch wogenden Kindheitsfelder gesorgt hatte, war mir nicht klar.



 Seit einigen Jahren sind sie wieder da. 

Die Kornblumen, die Mohnblumen. Sogar Kornfelder habe ich schon gesehen, die mir so hoch reichten, daß, versetzte ich mich zurück in meine Kindheitswahrnehmung, nur noch Boden und Himmel sehen könnte.


Also doch.  

Gestern war ich nochmal dort, in meinem Märchenland.

Radierung : Heinrich Vogeler

Die Bückeberge sind noch da und die Felder. Die alte Mühle, die damals fast bis auf die Grundmauern abgebrannt war, und die mir immer ein bisschen Angst gemacht hat, ist wieder aufgebaut. 


Mit Hund und Kamera bin ich auf den Hügel gekraxelt, habe eine Weile auf das stolze, kleine, nur wenig modernisierte Städtchen heruntergesehen.

Das Krähen der Hähne ist bis auf den Hügel zu hören. 
Ich bin in Sicherheit. Ich hatte recht.

Eine Entdeckung !

und dies auch .....

Freitag, 18. Juli 2014

Ein Held meiner Jugend

... ist gestorben.

Dietmar Schönherr hat im Alter von 88 Jahren die Kommandobrücke verlassen.

Obwohl man diesen großen Schauspieler natürlich nicht an einer Rolle festmachen kann. Für mich ist er der Commander McLane aus der Serie " Raumschiff Orion", die wir begeistert, nicht nur gesehen , sondern auch nachgespielt haben. 
Das war in den späten 60er Jahren, und ich war da 11 oder 12 Jahre alt.


 Eine Gruppe Kinder zwischen 9 und 12 Jahren traf sich regelmässig in einem nahegelegenen Rohbau , (was natürlich schwer verboten war), aber prima zu unserer Vorstellung einer futuristischen Welt passte. 

 Ja, und dann haben wir die einzelnen Folgen  brav nachgespielt.

hier ist unser "Raumschiff" schon ein Wohnblock....
Weil ich das einzige Mädchen mit relativ blonden Haaren war, durfte ich, Glückes Geschick, die Tamara Jagellovsk spielen.  Die ich eigentlich doof fand in der Serie, die aber in einer Folge den Commander küsst. Und der Commander, also " mein  persönlicher Commander", das war Frank, blondgelockt, süss und mein heimlicher Schwarm. 

 Tapfer haben wir uns durch alle Folgen gespielt...  und ich habe auf den Kuss gewartet, der der erste meines Lebens geworden wäre. 

Wäre.  

Leider wurde unsere kleine, illegale Gruppe entdeckt, der Bau kindersicher verschlossen und aus wars mit Raumschiff Orion.  Wir spielten dann Winnetou. Mein Schwarm stellte Old Shatterhand dar . Da hätten sich "Gelegenheiten" geboten, aber eine blonde Squaw als Nscho-tschi... niemals !!! 

Meine Proteste halfen nichts. Die Rolle bekam ein anderes Mädchen und ich war beleidigt. Ich glaube, Old Shatterhand war das sowieso egal.

hier bin ich zwar schon etwas älter, aber die Frisur... immer noch original "Tamara"
 Der erste Kuss blieb ungeküsst und ich fühlte mich betrogen.

 Ja, ich war Tamara Jagellovsk !

In der Jetztzeit bin ich leidlich gesundet, vor allem sind einige Befürchtungen , daß sich Aliens in meinem Körper eingenistet haben, zerstreut, sodaß ich das kommende Sommerwochende wirklich geniessen kann. 

Die Färbeküche ist schon aufgebaut...
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