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Donnerstag, 6. Mai 2021

Wasserkefir


 Der neueste Hit im Hause M.: Wasserkefir ! Hatte ich schon mal, ist aber igendwie eingeschlafen... jetzt aus gegebenem Anlass die Neuauflage.

Nun musste ich im Februar wegen des Hundebisses eine fiese Antibiose fahren. Ging nicht anders, Hundebißkeime im Gesichtsbereich, das ist einfach zu brisant. Danach war mein Mikrobiom im Eimer.

 Mikrobiom, das so mikro gar nicht ist, ist im Großen und Ganzen die Besiedelung des menschlichen Darmes mit einer Bakterienpopulation, ohne die der Mensch krank wird. Und die Antibiosen hauen diese Besiedelung ziemlich klein. Folge sind Magen- und Darmbeschwerden und ein wackeliges Immunsystem. ( das alles gut nachzulesen in dem Buch von Guilia Enders : Darm mit Charme. )

So viel Charme gab es nach den notwendigen Tabletten bei mir nicht mehr.

 Was hilft ?

 Probiotische Lebensmittel, gern mal ein echter Joghurt, insgesamt Milchsäurebakterien, fermentierte Lebensmittel. Da ich keine Milch vertrage, schied Joghurt aus, also habe ich mir einen Wasserkefiransatz besorgt. 

Das hat supergut funktioniert. Nach 48 Stunden ist ein prickelndes, säuerliches Getränk fertig. Preisgünstig, ohne Zusatzstoffe und schnell gemacht.

Und so geht das : 30 Gramm Kefirkristalle, 1 Liter Wasser, eine Handvoll Rosinen, 4 gestrichende Löffel Zucker ( keine Angst, der Zucker wandelt sich im Laufe der Gärung um), 2 bis 3 Scheiben Zitrone.

Das Ganze in ein ausreichend großes Glas (Einkochgläser gehen gut). 2 bis 3 Tage bei Zimmertemperatur abgedeckt stehen lassen. Die Rosinen und die Zitronenscheiben steigen im Laufe der Zeit nach oben, der Wasserkefir ist fertig. 

Die Rosinen und Zitronen abseihen, das Getränk durch ein feinmaschiges Plastiksieb geben ( eventuell noch ein Baumwolltuch in das Sieb legen).

 In kleine Flaschen abfüllen. Die Kefirkristalle mit Wasser abspülen und alles neu ansetzen.  Die Kefirkristalle wachsen mit jedem Ansatz ein wenig. Mit der Zeit kann jedesmal etwas mehr Flüssigkeit angesetzt werden. Oder man teilt den Kefir und gibt ihn weiter.

 

 Das fertige Getränk kann auch noch mit Früchten oder Gewürzen nachfermentiert werden. Dazu nochmal mit dem Zusatz 24 Stunden verschlossen stehen lassen.

Wohl bekomms. Da freut sich das Mikrobiom. Und das Zeug schmeckt auch noch !

Gefreut hat sich heute auch der Hund. Ein kleiner Spaziergang an einem sturmumtosten Teich weckt Erinnerung und Vorfreude auf einen Ostseeurlaub.

Der Weg durch den Wald geriet aber doch recht kurz, denn als hinter mir ein Ast auf den Weg krachte, habe ich mich schnell vom Acker gemacht. 

Sonntag, 18. April 2021

15 Leichte Erdarbeiten


Ein Blick in die Mysterien der Psychosomatik : Nachdem ich mich gestern in siechem Zustand bis zum kommenden Mittwoch ( ungefähre Schätzung ) sozusagen "krankgeschrieben " habe, was egal ist, denn ich muss erst am nächsten Feitag wieder arbeiten, konnte ich heute eine subtotale Spontangenesung mit leichten Erdarbeiten im Garten genießen. War mir wohl alles zuviel. 

Jedenfalls pflanzte ich in erheblich gebessertem Allgemeinzustand die Paprikakinder in größere Töpfe und habe sie mutigerweise schon mal ins Gewächshaus gestellt. Notfalls muss ich den Frost mit einem Kerzenlämpchen daraus fern halten.  

 Auf die zukünftigen Gemüsebeete habe ich noch ein wenig Kompost geschaufelt und morgen werde ich das erste Beet einsäen.

auch die Zwerginnen lieben leichte Erdarbeiten...

Den Rest meiner Energie habe ich darauf verwendet, einen Pullover fertigzustellen, den ich vor langer Zeit einmal auf dem Flohmarkt gekauft habe, weil mir die Farbe gut gefallen hat und er aus warmem, festen Stoff genäht ist.  Leider hatte eine sehr ungünstige Kragenlösung, ( ich sage nur Stiffneck, das sind die harten Dinger, die man bei einer Halswirbelsäulenverletzung umbekommt) , also ein würgendes Brett von einem Kragen hatte.  

Das Teil habe ich geändert und auch die überlangen Ärmel gekürzt. Die Kanten habe ich dann mit grünem Samt eingefasst. Jetzt passt das robuste Kleidungsstück zu mir.

Und heute morgen hörte ich auf einer kurzen Besorgungsfahrt in die Kleinstadt dieses großartige Lied im Radio. Und darüber habe ich mich riesig gefreut. 

Vielleicht freut Ihr Euch auch darüber... 

... hier eine gekürzte Version. Für Puristen und Nostalgiker, die das Stück damals in der Disse für 17 Minuten durchgetanzt haben, auch hier wird man bei You-Tube fündig. Nur zu !

Auch ja, und danke für die Gesesungswünsche .


 

Montag, 12. April 2021

21 Negativ

 Machen wir es kurz und unspannend : Mein PCR-Test ist negativ. Ich habe mich nicht mit Corona angesteckt. Nach allen Regeln der Infektiologie wäre dies allerdings der Fall gewesen.

Also hat mich die Impfung geschützt oder ich habe die Infektion schon durchgemacht. Auf jeden Fall kann ich meine Freunde weiter unterstützen und mein Wochenprogramm durchziehen. Meine Erkältung ist ein einfacher Infekt !

Wie schön ! Das gibt doch Hoffnung.

 Und vielleicht ist bald wieder so etwas möglich ! Das wünsche ich uns allen. 



Freitag, 9. April 2021

24 der Kater röchelt


 Es war nicht so gedacht, diese 100 Tage als Wettbewerb um den schönsten, den nervigsten oder den berührendsten etc. Tag zu führen.

 Wär es so, dann wäre dieser Tag nominiert: Worst, worster, worstest !

Verzeiht mir, ich bin kein Meckerer, ich habe viel Verständnis für Menschen und Situationen und dies ist auch keine Klagemauer . Aber :

Meine Freunde haben C., dank Schnelltest selbst festgestellt und sofort in Iso begeben. Vorbildlich.

Ich bin ein Kümmerer, ich kümmere mich ! Brav !

Wo jetzt den PCR-Abstrich herbekommen, wenn Ärzte keine Hausbesuche machen. Wenn ich jemanden Infektiöses nicht im eigenen Auto transportieren will, kann, darf. 

Also Ärzte abklappern, blöd, wenn der Hausarzt noch im Urlaub ist und ich nicht jedesmal meine komplette Berufsbiografie mitteilen möchte. Nicht zuständig...

Also Gesundheitsamt anrufen ! 

 Die kennen sich aus, die helfen.

 Ich habe auf die Uhr gesehen. Ich habe an 2 Tagen insgesamt 6 !!! Stunden in der Warteschleife am Telefon gehangen.

 Sehr schöner Text. Ohne Erfolg. Ohne. Es ging niemand ran. Am Ende der Anrufzeit wurde das Band automatisch umgestellt : " bitte beachten Sie unsere Servicezeiten !" Hab ich , Alter. Aber Du nicht !

Dann versucht, einen unmöglichen Termin bei einem Arzt abzusagen. Es standen ca. 15 Leute im Treppenhaus, telefonisch war kein Rankommen und alle paar Minuten kam eine Dame aus der Tür und rief etwas wie : " Abstand, Warten, es dauert ".

"Halt " ,  wollte ich der Dame zurufen, "ich bin eine von Euch", aber ich blieb ungehört. Wenn ich einen Termin absagen wolle, solle ich eben anrufen.

 Ich möchte jetzt nicht mehr brav sein. Ich gehe. Der Termin ist mir wumpe.

Ja. Ich habe andere Lösungen gefunden. Ich kenne das System. Was aber widerfährt Menschen, die dieses Wissen nicht haben, die nicht aus der Wohnung können, für die niemand einkauft...nicht jeder hat eine Tante Gitta.

Zwischendurch war ich noch selbst beim Zahnarzt. Über Ostern hat sich ein Teil einer Füllung aus einem sehr reparierten Zahn verabschiedet. Das wollte ich flicken lassen, um anschließend nach einem Gesamtkonzept ( Krone) zu forschen. 

Nein ! Man wollte mir für das Wrack eine teure Zuzahlungsfüllung verkaufen, die dann in sechs Wochen sowieso wieder entfernt worden wäre. 

Wie gesagt: Ich bin ein Herzchen, ich bin keine Querulantin, ich habe viel Verständnis. Und Geduld. Höflichkeit ist meine letzte Instanz. Aber meine Stimmung hatte sich da schon gen Nullpunkt bewegt.

Nach den ganzen Aktionen, ( wie gesagt, ich habe alles geregelt bekommen), bin ich völlig alle zu Hause angekommen. Jetzt eine kleine Pause....vorher den Katzen einen Spätmittagssnack gegeben. 

Als ich wieder hinsehe, sitzt der Kater auf der Anrichte, lange Schleimfäden hängen aus seinem Maul. Der Kater röchelt und ich bin jetzt kurz vorm Nervenzusammenbruch. 

Termin beim Tierarzt um 17 Uhr ( ich danke dem Universum für diesen Tierarzt),  ergibt nichts, Kater geht es gut, röchelt nicht mehr. 

Also beobachten. Keine Maßnahme. 

Jetzt ist früher Abend. Ich möchte mich ablagern, ich möchte röcheln, ich möchte am Rad drehen.

Was bitte ist hier los ?

 Ja, Corona kann eine schlimme Krankheit verursachen.

 Ja, es ist ansteckend. Aber wo sind die gepriesenen Systeme, die Nachverfolgungen, die Obhut.

 Angst und Panik waren schon immer ein schlechter Ratgeber. Und einmal auf der " anderen" Seite zu stehen ist sehr lehrreich.

Ich habe es nicht glauben können, daß wir Menschen auf die Station bekamen, in prekären Situationen, die auf sich allein gestellt, wohlgemerkt ohne Arztkontakt, in ihren Wohnungen gelegen haben. Alte, Kranke, Alleinstehende.

Jetzt glaube ich das. 

Ich danke Allen , die auf ihre Vernunft hören und die Nerven behalten. Auch davon habe ich heute einige erlebt. Seltsamerweise sind das diejenigen, die am dichtesten mit dem Infektionsgeschehen beschäftigt sind.

 Wir haben alle eine Einzelverantwortung und wir können damit Situationen zu Gunsten der Patienten gestalten. Am Wochenende stehe ich wieder auf der " richtigen " Seite. Auf der Seite der Handlungsfähigkeit.


 Danke. Dranbleiben !

Und morgen gibts wieder was Nettes. Hoffentlich !


Montag, 15. Februar 2021

76

Der dritte "Nasen" Tag ist heute freundlich und entspannend über mich hinweggezogen. Ich denke, mittlerweile bin ich keimmäßig auf der sicheren Seite, habe ich mich größtenteils erholt, bin trefflich versorgt worden und nur für einen kleinen Spaziergang draußen im strahlenden Winterwetter herumgestiefelt. 

dieses Bild mit dem flotten, halbnackten Herrn zeigt nicht meinen Gatten, es stammt aus meiner Sammlung historischer Privatfotos, die ich größtenteils auf Flohmärkten erstanden habe

Und ich bin ehrlich dankbar dafür, daß wir in diesen Gefilden die Möglichkeit haben uns zu auszuruhen, wenn wir krank sind. So werde ich dann ab morgen wieder zu meinem gewohnten Arbeitspensum zurückkehren können und das finde ich wirklich gut. Am Dienstag ist mein zweiter Corona-Impftermin und da es mir wieder gut geht, kann ich den wahrnehmen... es wäre auch schade gewesen, wenn ich wieder von vorn hätte anfangen müssen mit der Impferei.

Entlastung wird auch der kommende Wetterwechsel bringen, die Kälte ist in diesem alten Haus wirklich anstrengend und so schön ich die Winterlandschaft auch finde, ich bin nicht traurig, wenn es wieder etwas wärmer wird. Unsere angefangenen Aufräum -und Sortierarbeiten können dann in der kommenden Woche weitergehen. 

Euch allen einen ebenso positiven Wochenbeginn und vielen Dank für die netten Gesundheitswünsche.

Sonntag, 14. Februar 2021

77

 Tage bis zur Rente. Diesen Tag kann man getrost vergessen. 

Zwar heilt die Nase munter vor sich hin und der Mann hat ein wunderbares Essen gekocht aber der Rest.....unerwähnenswert. 

Die hier haben mir allerdings den Abend gerettet. 


Samstag, 13. Februar 2021

78

 ... Tag der Antibiose !

 Tja, shit happens. Vorgestern Abend kam ich spät nach Hause. Mein einziges Begehr war : Aufs Sofa, mit Strickzeug und Fassbrause, weil letzter Abend vorm Nachtdienst. Nur leider liegt der Hund auf meinem Platz und ratzt. Ich schiebe die Schnarchnase beiseite, gleichzeitig greife ich nach meinem Handy, welches neben dem schlafenden Tier liegt. Der Hund erschreckt sich, ich löse damit einen Reflex aus und der arme Junge schnappt das, was am nächsten ist ( nicht das Handy), sondern meine Nase.

 Riesenschreck, kurze Überlegung was tun... schließlich bin ich Chirurgieschwester. 

Da heisst es, sinnig bleiben, Antibiose hat Zeit bis zum Morgen, dann aber auf jeden Fall, denn der Gommel ist ordentlich angeschwollen. 

Und jetzt sitz ich hier und gucke Märchenfilme ! Nachtdienst fällt aus, denn Hundebisskeime können verdammt gefährlich sein, zumal im Gesicht.

Mir tut der Hund ein wenig leid. Der hat erstmal Ärger bekommen für etwas, wofür er nichts kann. Er ist nämlich grundgut. Der Vorfall war absolut meine Schuld.

Ganz sicher werde ich in Zukunft solche Aktionen vermeiden. Alles auf einmal zu tun, ist nie sinnvoll und Ungeduld auch nicht.  Und ich glaube ich hab nochmal Glück gehabt. 

Musik hilft immer !


Samstag, 16. Januar 2021

Geimpft


 

... bin ich gestern. Kurzfristig gegen das olle, uns alle nervende C. 

Das ging jetzt schnell, denn wir sind Impfgruppe 1. Nun hoffe ich, damit ( nach der 2. Impfung ) etwas mehr Sicherheit in Beruf und Privat zu haben und vor allem, auch bieten zu können.

Aber genau weiß man das ja nicht. 

Was man aber recht genau weiß ist, daß die Adventskalendersumme in diesem Jahr recht respektabel ist. In der kommenden Woche bekommt die Organisation das Geld, dann warte ich brav auf die offizielle Bestätigung und dann gibt es einen Post darüber.

 Fein !

Grundsätzlich ist mein Motto in diesem Januar, so wie immer in allen Januaren : Durchhalten !

Es wird besser werden. Licht kommt wieder, Natur wird sich regen und diese Seuche wird auch an uns vorbeigehen.

Bis dahin ist Natur eher eine grafische Struktur oder eine Verheißung kommender Pflanzenfreuden oder ein rennender Hund in der Landschaft.

Sodele ! Ab heute drei Nächte, mal schauen, wie es in meinem Stationsstübchen aussieht.

Haltet Euch warm und gesund.





Sonntag, 9. August 2020

Hotter than july

In der Ferne grummelt ein Gewitter, es ist noch immer brüllwarm und ich hoffe, daß es heute doch noch regnen könnte. Mit Ausnahme der Pflanzenbewässerung ( immerhin 1,5 Std. ) und einer Wollwasch-und Spülaktion ( parallel, denn ich gieße mit dem Wollwasser aus dem Brunnen die Pflanzen ), heute den freien Tag im Haus verbracht. Mir war draußen einfach zu heiß.
 


Wollwaschbecken und Wassertretstelle : Leiter ranstellen, auf den Rand setzen, Füße rein. Freut sich Pfarrer Kneipp !

Noch reicht das Wasser aus unserem Brunnen, um Tomaten und Gemüse zu bewässern. Noch. 
  Zum Wollewaschen ( fermentieren) und Trocknen ist die Hitze allerdings ideal, zwar sagen manche Wollwerkerinnen, daß Wolle nicht in der Sonne trocken sollte, aber ich habe bisher keine nachteiligen Erfahrungen gemacht. Trocknet ohne Schäden wie Hulle.


Immerhin ließ es sich im Haus gut arbeiten, die alten Kästen halten die Kühle ganz gut ( auch im Winter ) und so bin ich bei meinem Sortieraktionen ( aufgeräumt in die Rente !!! ) , gut voran gekommen. 

Macht Spaß .

Fest vorgenommen habe ich mir, angefangene Projekte entweder zu beenden oder zu entsorgen. Heute wurde ein kuschliges Kissen aus Resten der Leibchenproduktion fertig.


Ich habe einen Farbverlauf mit Naturfarben ausprobiert und bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis. 


Ist natürlich etwas unzeitig, bei der Hitze. Ein Wollkissen. Aber der nächste Winter kommt bestimmt und es ist wieder ein Teil fertig.


Sodele... die Woche wird wieder recht belebt sein. 


Dienst ( ja alles dabei, Spät, Früh, Nacht, dank Corona) . Da ich die " positive " Schwester bin/war, muss ich mich im Laufe der Woche testen lassen, bin aber bei den harten Schutzmaßnahmen wenig ängstlich, daß ich mir etwas eingefangen haben könnte.

 Außer einem Hitzestau, den man unter den Schutzkitteln nach ein paar Minuten entwickelt, auch ohne sich zu bewegen. Was solls. Augen auf und durch !



Da ich das Album " Hotter than july " nicht mag (ich fand nur den Titel passend ), hier etwas von der wunderbaren LP.

 Passt auch. 

Immer wichtiger wird mir das Musikhören. Leider ist mein Ghettoblaster kaputt gegangen.( Ja, ich hatte einen Ghettoblaster mit wunderbaren, wummerigen Bässen). Damit konnte ich den Garten und das Gartenhaus beschallen.


  Schöne Woche Euch Allen.



Mittwoch, 11. März 2020

Es ist wie es ist...


...und um ehrlich zu sein, sind es unruhige Zeiten, anstrengende .
Zwar hält sich meine persönliche Panik, das Corona-Virus betreffend, in Grenzen.
 Aber wir alle im Gesundheitswesen ahnen, welche Herausforderung da auf uns zukommen könnte.

Quelle : You tube, aber die Realität ist ähnlich kurios !


 Wir haben unser Schutzmaterial auf der Station weggeschlossen ( es wurde kistenweise geklaut), halten die Hygiene-Regeln nach bestem Wissen und Gewissen ein und den Kopf hoch.

 Sogar wir bekommen das Desinfektionsmittel rationiert.

Gleichzeitig vollzieht sich in meinem Kopf und in meiner Seele die Vorbereitung auf den Berufsabschied, von dem ich noch nicht genau weiß, wann ich ihn vollziehen werde, ungefähre Maßgabe ist ein Jahr. 

Es scheint, daß dieser Abschied fulminant ausfällt. 

Und um nicht in das berühmte Rentenloch zu fallen, hatte ich im Vorfeld allerhand Veränderung in Haus und Garten geplant und bin dabei, das auch durchzuziehen.
Die Heckenpflanzen sind angekommen, in sehr guter Qualität und blitzschnell  geliefert. Im Garten haben wir einige Tage vorbereitende Erdarbeiten getätigt, das Kind und ich. Völlig zugewachsene Beete und eine uralte Kräuterspirale entfernt und sozusagen Tabula rasa für etwas neues geschaffen. 
 Und auf der Textilen- wie der Informationsebene ( über Corona) bin ich voll in Rage . 

Läuft !

Meine persönlichen Handarbeitsangelegenheiten und anderes kommen mir allerdings angesichts der Gesamtlage sehr, sehr unwichtig vor, auch wenn diese Dinge mich stützen und stabilisieren. 

Das Wichtigste in diesen Tagen ist für mich, bei allem Eigenen, den Blick auf größere Zusammenhänge nicht zu verlieren. 

Das Elend und die Schande die EU und türkische Machthaber an ihren Außengrenzen für zigtausende Flüchtlinge produziert, ist kaum auzuhalten.

  Das nationale Umgehen mit der Corona-Situation und die Sorge für die eigene Gesundheit dürfen nicht den Blick darauf verstellen. 

Leider gibt es kaum Handlungsmöglichkeiten für uns, als hier lebende Menschen, bei allem guten Willen. Aber den Blick darauf halten, das können wir.

 Mit anderen Menschen darüber reden und es nicht einfach wegblenden... Menschlichkeit und Solidariät zeigen und Haltung wahren.

So brauche ich im Moment für mich, seis mir gestattet,  frischen Mut, Durchhaltevermögen und Freude am Leben, denn ohne dies können wir alle nicht weiterarbeiten. Und noch viel mehr als meine handwerklichen Arbeiten, die mir in der Freizeit viel Zufriedenheit und das Gefühl geben, etwas zu schaffen, ist dies immer und mein ganzes erwachsenes Leben hindurch :  Musik, wat sons !

 Gestern in einem Radioprogramm endeckt.


Diese Hippies:  Und die gleich den ganzen Abend rauf und runter gehört. Gücklicherweise spielen die vier flotten Jungs demnächst in der Nähe auf ( falls Konzerte etc. nicht komplett abgesagt werden ), und so kaufte ich unverdrossen 2 Karten. Mensch muss ja auch was haben, worauf sie sich besonders freuen kann.( und wahrscheinlich kann ich das Konzert wegen Corona abhaken, naja )

Noch einmal zu Corona zurück : Lasst Euch nicht in Panik versetzen, aber informiert Euch. 
Es gibt gute Quellen im Internet. Eine der besten sind die Podcasts des Virologen Christian Drosten, täglich gibt es eine neue, halbstündige Folge.

 Die fundierten Statements sind auch für interessierte Laien gut verständlich, brauchen aber etwas an Konzentration.

 Glücklicherweise hat der Gesundheitsminister den Virologen Christion Drosten ins Beraterteam des Ministeriums geholt, das ist augesprochen beruhigend und fast tut mir der Herr Spahn leid, wenn ich sehe, wie er in Pressekonferenzen die Erkenntnisse des Virologen nachplappert ( aber er ist ja auch Gesundheitslaie !) 

Da ich zu einer doppelten Risikogruppe, ( ich bin mittelalt und Pflegekraft ),   gehöre, werde ich mich in der kommenden Woche gegen Pneumokokken impfen lassen.

Hier noch mehr Kopf-Hoch-Musik.


Heute gehe ich in meinen Dienst-Turnus und bin schon gespannt, was da auf mich zukommt. 

In diesem Post habe ich Themen nur kurz anreißen können. Jedes wäre mehr als einen Text wert. Ich hoffe, daß ich in nächster Zeit die Ruhe finden werde, alles ein wenig ausführlicher zu bearbeiten. 

Lasst aus der Panik Umsicht und Vernunft werden und folgt den Ratschlägen der Kundigen . 

Bis dann, liebe Leute !

Samstag, 29. Februar 2020

Natürlich...

konfrontiert auch uns Schwestern, Pfleger und Ärzt/innen das neue Corona-Virus mit unseren tiefsten Ängsten. Klinikinterne Gerüchteküche sorgt für ein Übriges !

Dennoch : Besonnen bleiben, Hygieneregeln einhalten und kein Massenknutschen mit Unbekannten .

auch unmodern , Händeschütteln

Wer mehr Info möchte : zum Beispiel hier. Auf gar keinen Fall der Boulevardpresse folgen. 

Mich hat in der vergangenen unter anderem Woche die unerfindliche Krankheit von Lotte beschäftigt, der es inzwischen wieder gut geht.
Wahrscheinlich ist diese Katze einfach besonders sensibel, (glaubt man gar nicht, bei dieser Wuchtbrumme ) und war nur genervt weil sie wegen des Dauerregens tagelang im Haus gehockt hat.


Euch ein schönes, gesundes und unhysterisches Wochenende. Ich begebe mich heute Abend in mein kleines Krankenhaus am Rande der Stadt und werde furchtlos der Gefahr ins Auge blicken. 




Und Händewaschen nicht vergessen !

Samstag, 1. Februar 2020

Gut Ding

 will Weile haben....





Es ist Nachtdienst, es ist 16 Uhr und es ist draußen noch immer hell, stürmisch, mild, aber hell. 
Wie dem auch sei. Wetter kaputt, zu warmer Winter, Endzeitstimmung ? ( ich nehme das ernst, ich denke, das wir alle etwas verändern müssen in unserem Konsumverhalten, das nur mal nebenbei).


 Ich freue mich über das zunehmende Tageslicht. 

Auf Station halten wir jetzt ein Isolationszimmer für eventuelle Coronaverdachtsfälle auf. Ausgestattet sogar mit Spezial Iso Kleidung. Ich hoffe dennoch, das die Massenpanik nicht zu uns rüberschwappt.
Wenigstens habe ich meine Grippeimpfung gut überstanden, sodaß sich meine Berührungsängste mit den sicher anlandenden Influenzapatienten in Grenzen halten.( die sind nämlich auch Iso !)


In der kommenden Woche geht das letzte Adventspaket raus, Kirsten ist ( noch immer angeschlagen ), in Afrika und draußen blühen die Primeln.

Alles in allem, meine Stimmung wird besser, die Verarbeitung des letzten halben Jahres zeigt Erfolge. Und mein Leben geht ja hoffentlich noch ne ganze Weile weiter.

Du hast die Haare schön !

Die Fotos stammen vom vergangenen Wochenende. Da sind wir etliche Kilometer durch die Feldmark im Neustädter Land gewandelt. Eine Beschäftigung, die uns zunehmend Spaß macht. Mit Hund und Kamera raus ins outback.

Selfie im Hundeauge, mit Ball und Kamera

  Passend dazu habe ich mir, nur mal so auch Interesse, eine Schrittzähler-App aufs Handy gepackt. 
Keine Angst, ich werde jetzt nicht son Selbstoptimierer mit Fitnesstracker. Aber bei der anstehenden Umstellung meines Schuhwerks ( ich sag nur Barfuß), brauchte ich mal eine Ansage, wieviel ich so rumlaufe.

 Und es ist viel...heute habe ich mein Pensum schon voll und der Dienst auf Station hat ja noch nicht mal angefangen. 

Über die Schuhe werde ich berichten, ich weiß nur noch nicht, wie ich das mit der Markennennung machen werde. Denn Werbung soll es hier eigentlich nicht geben.


Euch einen schönen Sonntag und lasst Euch auch ein bisschen Sturmluft um die Nase wehen. 


 

Dienstag, 28. Januar 2020

Sortiert, Teil II


Mal was Leichtes. Beim Zurücksortieren der übriggebliebenen Adventskalenderdinge auf einen Berg fleckiger Deckchen gestoßen und daraus ein Dekogardinchen genäht.


Ging schnell, sieht niedlich aus und verhindert die Nachfragen ( kommt vor ), ob das Haus zu verkaufen sei. Und ein bisschen Deko darf sein wenn nicht zu perfekt. 


Auch fertig geworden. Das Geschenk für die Kollegin. ein Tuch aus ganz weicher ( selbstgesponnenener ) Alpaka-Wolle.


Ist schon verschenkt, hat Freude ausgelöst und mich damit zufrieden gemacht. Und Platz für das nächste Projekt. 


Angekommen : Meine neuen Barfußschuhe. Passen erstmal ganz gut und sind vielleicht die Lösung für meine Fußprobleme. Auf jeden Fall bequem. Barfuss geht einfach nicht immer.  Alle anderen Schuhe habe ich verkauft oder verschenkt.... these Boots are made for walking ! 

Hoffe ich mal. 



Apropos draußen. So fuhren der Mann und ich also am Samstag nach Stemwede, einen Veranstaltungsort, den man getrost als provinziell bezeichnen kann, ohne wegen übler Nachrede verklagt zu werden, um uns die Gruppe Bywater call an zusehen.

Denn seit kurzem haben wir gelernt unsere nachelterliche Freiheit zu nutzen und sind folglich wieder umtriebiger geworden. 

Trotz mäßiger Begeisterung über den Auftritt der Gruppe, die von einem Häuflein johlender, ( überwiegend, männlicher ) Alt-Freaks dennoch stoisch und begeistert gefeiert wurde, hat sich der Mann eine CD der Gruppe gekauft ( zu meinem Unwillen muss ich zugeben) .
 Der Silberling erweist sich hier zu Hause als sauber produzierte und nur entfernt an die Life-Performance erinnernde, fetzige Scheibe.( sogar mit backing Vocals, was bei Gospelanklängen ja das Salz in der Suppe ist ) .., okay, okay.

 Vielleicht waren die Bandmitglieder einfach nur genervt und haben das Konzert aus Höflichkeit schnell mal abgerissen( "haben sich angehört wie eine schlechte Cover-Band", O-Ton mein Mann, der Christoph). Und ich kann mir gut vorstellen, daß es nicht nur schön ist, durch die Provinz zu tingeln, wenn man berühmt werden will.
  Aber es war trotzdem nett und wir sind auf den Geschmack gekommen...und es hilft ungemein gegen winterliche Stimmungseinbrüche.



                                           

Freitag, 31. August 2018

Vor den Bug...


In den letzten Tagen musste ich leider wegen einer ausgesprochen dämlichen und schmerzhaften Rippenprellung ein wenig Tempo aus meinen Machenschaften herausnehmen. Durch den schmerzbedingten Schlafmangel war ich auch nicht so recht bei Trost, was mir aber erst heute bewusst geworden ist. So habe ich mal wieder etwas für meine Arbeit im Krankenhaus dazugelernt, denn viele Patienten leiden derart unter Rippenprellungen, das sie, völlig alarmiert, häufig klingeln und gar nicht so recht glauben können," nur" Prellungen zu haben.
 Ich kann das jetzt besser nachvollziehen... !

Weiterhin bin ich konsequent dabei, all meine aufgehobenen Materialien durchzusehen und auszumisten. Vieles habe ich schon verschenkt, anderes für die nächste Flohmarktaktion beiseite gelegt und manches auch einfach weggeworfen.
Jedes verschwundene Teil macht Entscheidungen, noch mehr wegzugeben, möglich oder zumindest leichter. Es ist fast schon eine Art Dammbruch und ich bin echt gespannt, wie weit mich das noch führen wird.


Endlich war es auch möglich, auf meinem neuen Gartenstück zu beginnen. 
In diesem knochentrockenen Sommer wäre es äußerst unklug gewesen, irgendwelche Pflanzen zu versetzen .
Von einer Freundin habe ich etliche, zu groß gewordene Büsche und Bäumchen geschenkt bekommen, die den Rahmen ihres Vorgartens gesprengt haben, zum Teil im Kübel vor sich in kümmerten, und die nun eine bessere Zukunft in meinem neuen Garten bekommen.



Auch eine Aronia-Hecke ist mit Hilfe meiner Tochter gepflanzt. Ich beginne zu ahnen, daß mir mein neuer Garten eine Menge Freude bereiten wird. 


Diesen gehäkelten Flickenteppich habe ich beendet, nachdem er Jahre im Korb vor sich hin gefristet und lediglich auf das Vernähen der Fäden gewartet hat. Er ist aus sehr dünn geschnittenen , ausrangierten T-Shirts gehäkelt und er passt gut ins Badezimmer.


Nun habe ich noch drei Nachtdienste vor mir. Ich werde es zumindest versuchen, trotz der Rippenmaleschen , die Nächte zu überstehen. Wir haben eine solche Personalknappheit, daß ich mich aus kollegialen Gründen nicht krank melden möchte. 


Dem Lottchen geht es gut. Ich habe sie gestern gewogen, sie wiegt mittlerweile 2,5 Kilo.... !kleines, glückliches Moppelchen !