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Sonntag, 9. August 2020

Hotter than july

In der Ferne grummelt ein Gewitter, es ist noch immer brüllwarm und ich hoffe, daß es heute doch noch regnen könnte. Mit Ausnahme der Pflanzenbewässerung ( immerhin 1,5 Std. ) und einer Wollwasch-und Spülaktion ( parallel, denn ich gieße mit dem Wollwasser aus dem Brunnen die Pflanzen ), heute den freien Tag im Haus verbracht. Mir war draußen einfach zu heiß.
 


Wollwaschbecken und Wassertretstelle : Leiter ranstellen, auf den Rand setzen, Füße rein. Freut sich Pfarrer Kneipp !

Noch reicht das Wasser aus unserem Brunnen, um Tomaten und Gemüse zu bewässern. Noch. 
  Zum Wollewaschen ( fermentieren) und Trocknen ist die Hitze allerdings ideal, zwar sagen manche Wollwerkerinnen, daß Wolle nicht in der Sonne trocken sollte, aber ich habe bisher keine nachteiligen Erfahrungen gemacht. Trocknet ohne Schäden wie Hulle.


Immerhin ließ es sich im Haus gut arbeiten, die alten Kästen halten die Kühle ganz gut ( auch im Winter ) und so bin ich bei meinem Sortieraktionen ( aufgeräumt in die Rente !!! ) , gut voran gekommen. 

Macht Spaß .

Fest vorgenommen habe ich mir, angefangene Projekte entweder zu beenden oder zu entsorgen. Heute wurde ein kuschliges Kissen aus Resten der Leibchenproduktion fertig.


Ich habe einen Farbverlauf mit Naturfarben ausprobiert und bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis. 


Ist natürlich etwas unzeitig, bei der Hitze. Ein Wollkissen. Aber der nächste Winter kommt bestimmt und es ist wieder ein Teil fertig.


Sodele... die Woche wird wieder recht belebt sein. 


Dienst ( ja alles dabei, Spät, Früh, Nacht, dank Corona) . Da ich die " positive " Schwester bin/war, muss ich mich im Laufe der Woche testen lassen, bin aber bei den harten Schutzmaßnahmen wenig ängstlich, daß ich mir etwas eingefangen haben könnte.

 Außer einem Hitzestau, den man unter den Schutzkitteln nach ein paar Minuten entwickelt, auch ohne sich zu bewegen. Was solls. Augen auf und durch !



Da ich das Album " Hotter than july " nicht mag (ich fand nur den Titel passend ), hier etwas von der wunderbaren LP.

 Passt auch. 

Immer wichtiger wird mir das Musikhören. Leider ist mein Ghettoblaster kaputt gegangen.( Ja, ich hatte einen Ghettoblaster mit wunderbaren, wummerigen Bässen). Damit konnte ich den Garten und das Gartenhaus beschallen.


  Schöne Woche Euch Allen.



Samstag, 27. Juni 2020

Heller Mond und dunkle Linde

Das erste Mal seit ein ein paar Jahren wieder mal Sirup gekocht, Holunder und Lindenblüten.




Auf speziellen Wunsch einer einzelnen, jungen Dame, scheint, daß die Entfernung von Kindheit den Töchtern und Söhnen die hausgemachten Dinge wertvoller erscheinen lässt. 



Bin dem Wunsch gern nachgekommen, fängt er doch etwas Sommerlindenduft ein. In diesem verrückten Jahr hätte ich fast den Zeitpunkt der Lindenblüte übersehen, hatte geglaubt, ihn schon verpasst zu haben.

So sehr gerät durch das Fehlen der Sommerereignisse meine Zeit durcheinander. 

Zwischen den Kleckernächten, im Rhythmuschaos ein wenig genäht, Musik gehört und über die Woche nachgedacht, die wieder Lebensendendes zeigt.

 Und nicht leicht war. 

Nun doch Corona-Patienten auf der Station, gottlob sind wir gut kontrolliert, in der vergangenen Woche Antikörper abgenommen und einmal pro Woche zum PCR - Test. Ich hoffe , vielleicht schon Antikörper zu haben. Würd mich auflockern.



Und eigentlich wollte ich leichte und junge Musik posten, bin aber doch wieder bei Sophie Hunger gelandet und oh Wunder bei Max Herre. Hört !




Nicht jung !

Mittwoch, 11. März 2020

Es ist wie es ist...


...und um ehrlich zu sein, sind es unruhige Zeiten, anstrengende .
Zwar hält sich meine persönliche Panik, das Corona-Virus betreffend, in Grenzen.
 Aber wir alle im Gesundheitswesen ahnen, welche Herausforderung da auf uns zukommen könnte.

Quelle : You tube, aber die Realität ist ähnlich kurios !


 Wir haben unser Schutzmaterial auf der Station weggeschlossen ( es wurde kistenweise geklaut), halten die Hygiene-Regeln nach bestem Wissen und Gewissen ein und den Kopf hoch.

 Sogar wir bekommen das Desinfektionsmittel rationiert.

Gleichzeitig vollzieht sich in meinem Kopf und in meiner Seele die Vorbereitung auf den Berufsabschied, von dem ich noch nicht genau weiß, wann ich ihn vollziehen werde, ungefähre Maßgabe ist ein Jahr. 

Es scheint, daß dieser Abschied fulminant ausfällt. 

Und um nicht in das berühmte Rentenloch zu fallen, hatte ich im Vorfeld allerhand Veränderung in Haus und Garten geplant und bin dabei, das auch durchzuziehen.
Die Heckenpflanzen sind angekommen, in sehr guter Qualität und blitzschnell  geliefert. Im Garten haben wir einige Tage vorbereitende Erdarbeiten getätigt, das Kind und ich. Völlig zugewachsene Beete und eine uralte Kräuterspirale entfernt und sozusagen Tabula rasa für etwas neues geschaffen. 
 Und auf der Textilen- wie der Informationsebene ( über Corona) bin ich voll in Rage . 

Läuft !

Meine persönlichen Handarbeitsangelegenheiten und anderes kommen mir allerdings angesichts der Gesamtlage sehr, sehr unwichtig vor, auch wenn diese Dinge mich stützen und stabilisieren. 

Das Wichtigste in diesen Tagen ist für mich, bei allem Eigenen, den Blick auf größere Zusammenhänge nicht zu verlieren. 

Das Elend und die Schande die EU und türkische Machthaber an ihren Außengrenzen für zigtausende Flüchtlinge produziert, ist kaum auzuhalten.

  Das nationale Umgehen mit der Corona-Situation und die Sorge für die eigene Gesundheit dürfen nicht den Blick darauf verstellen. 

Leider gibt es kaum Handlungsmöglichkeiten für uns, als hier lebende Menschen, bei allem guten Willen. Aber den Blick darauf halten, das können wir.

 Mit anderen Menschen darüber reden und es nicht einfach wegblenden... Menschlichkeit und Solidariät zeigen und Haltung wahren.

So brauche ich im Moment für mich, seis mir gestattet,  frischen Mut, Durchhaltevermögen und Freude am Leben, denn ohne dies können wir alle nicht weiterarbeiten. Und noch viel mehr als meine handwerklichen Arbeiten, die mir in der Freizeit viel Zufriedenheit und das Gefühl geben, etwas zu schaffen, ist dies immer und mein ganzes erwachsenes Leben hindurch :  Musik, wat sons !

 Gestern in einem Radioprogramm endeckt.


Diese Hippies:  Und die gleich den ganzen Abend rauf und runter gehört. Gücklicherweise spielen die vier flotten Jungs demnächst in der Nähe auf ( falls Konzerte etc. nicht komplett abgesagt werden ), und so kaufte ich unverdrossen 2 Karten. Mensch muss ja auch was haben, worauf sie sich besonders freuen kann.( und wahrscheinlich kann ich das Konzert wegen Corona abhaken, naja )

Noch einmal zu Corona zurück : Lasst Euch nicht in Panik versetzen, aber informiert Euch. 
Es gibt gute Quellen im Internet. Eine der besten sind die Podcasts des Virologen Christian Drosten, täglich gibt es eine neue, halbstündige Folge.

 Die fundierten Statements sind auch für interessierte Laien gut verständlich, brauchen aber etwas an Konzentration.

 Glücklicherweise hat der Gesundheitsminister den Virologen Christion Drosten ins Beraterteam des Ministeriums geholt, das ist augesprochen beruhigend und fast tut mir der Herr Spahn leid, wenn ich sehe, wie er in Pressekonferenzen die Erkenntnisse des Virologen nachplappert ( aber er ist ja auch Gesundheitslaie !) 

Da ich zu einer doppelten Risikogruppe, ( ich bin mittelalt und Pflegekraft ),   gehöre, werde ich mich in der kommenden Woche gegen Pneumokokken impfen lassen.

Hier noch mehr Kopf-Hoch-Musik.


Heute gehe ich in meinen Dienst-Turnus und bin schon gespannt, was da auf mich zukommt. 

In diesem Post habe ich Themen nur kurz anreißen können. Jedes wäre mehr als einen Text wert. Ich hoffe, daß ich in nächster Zeit die Ruhe finden werde, alles ein wenig ausführlicher zu bearbeiten. 

Lasst aus der Panik Umsicht und Vernunft werden und folgt den Ratschlägen der Kundigen . 

Bis dann, liebe Leute !

Freitag, 10. Mai 2019

Umtriebig

Wie es sich für den Mai anschickt, bin ich recht umtriebig. Arbeit, Tiere, Leben und Wolle.


Gestern über Land unterwegs gewesen, um eine Menge schöner, recht unterschiedlicher Rauhwollervliese abzuholen, nicht zum ersten Mal aus dieser Herde, die ich mir dann auch endlich mal ansehen konnte. 


Hätte ein schöner Ausflug werden können, wenn ich mich anschließend nicht so grottendämlich in Braunschweig verfahren hätte, weil mein Navi ausgefallen ist und das Handy kein Netz hatte. Ich musste lange suchen, bis ich eine Karte der Stadt entdeckte und den Weg wiederfand. So nützlich diese elektronischen Lotsen auch sind, ich habe das Gefühl, mich dadurch gar nicht erst auf die Orientierung in fremden Städten einzulassen. Ich werde das Teil jetzt gelegentlich mal wieder aus lassen und nach Karte fahren. Finde ich irgendwie besser.

da guckste... just naked, die Skuddenböcke der Herde

Trotz der anhaltenden Maikühle wächst und gedeiht die Pflanzenwelt in meinem Garten ( die empfindlichen Pflanzen bleiben bis nächste Woche noch im Gewächshaus) . Fast täglich bin ich auf meinem neuen Gartenstück beschäftigt und dabei kommen mir immer mal wieder neue Ideen.

"häusliche" Mitbewohner im Garten
 

Gut, das nicht alles so schnell umzusetzen ist, wie ich es mir ausdenke, denn erst mit dem Kennenlernen der Gartens sehe ich, was ich anpflanzen möchte und was dort gut hinpasst. Es macht mir wirklich Spaß und es ist ein großes Stück Ruhe für mich.


Der beantragte Wolfschutzzaun ist auch bewilligt und bestellt, denn Anneliese verträgt die nächtliche Stallhaltung überhaupt nicht. In 400 Meter Luftlinie ist ein Wolf gesichtet worden, der ein Reh gerissen hatte, eine räumliche Nähe, die ich nicht besonders beruhigend finde und mit dem hohen, neuen Zaun gibt es mehr Schutz für die drei Wolligen. Hörnchen entwickelt sich prächtig, aus 1,5 Kilo Neugeborenem sind 3 Kilo Jungböckchen geworden, auch die Hörnchen wachsen schon.


Beide Alttiere kümmern sich um den Kleinen, der zuweilen recht respektlos mit den "Müttern " umgeht. Es ist eine gute , friedliche Stimmung auf der Weide und ich freue mich jeden Tag über die Drei. 


Das allerschönste Schnäppchen der letzten Tage ist dieses Prachtexemplar einer historischen 
 Bettstatt ( mit komfortabler Breite von 1,45 m), die als Gelegenheitsschlafgelegenheit ins Gartenhaus einziehen soll.

 Romantic ! 



Und : Bester Musikfund der letzten Tage :   nachdem ich den Film gesehen habe, mir das Werk eines, mir noch nicht bekannten, Liedermachers angesehen, der wohl posthum doch noch die gebührende Anerkennung erfährt.

 Das vorgestellte Stück " Linda " hat er für seine Tochter geschrieben... zu Tränen rührend. Ich arbeite mich erst in das Werk ein, aber bisher ist dies mein Lieblingsstück.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Anwesend !

die "Kinder" haben auf das Haus aufgepasst und durchaus originelle Spuren hinterlassen.

Fast eineinhalb Wochen sind seit unserer Rückkhehr aus Hyggeligland verstrichen, und ich habs erst gestern geschafft, mein Schatzköfferchen der mitgebrachten Dinge aus den zahlreichen Genbrugs Läden zu öffnen, denn schon bei Heimkehr am vergangenen Sonnabend blinkte der Anrufbeantworter aufgeregt mit ungelösten Fragen.


Die bezahlte Arbeitsstelle ( sprich mein kleines Krankenhaus am Rande der Stadt) ersuchte um Dienste.



und meine syrische Famile zeigte sich aufgeschmissen ob eingetrudelter Amtspost ( bitte kommen, Gitta ville Brief ! ) .

 So habe ich erst einmal einiges  aufzuholen gehabt...

Und was soll ich sagen. Ich habe mich gefreut, gebraucht zu werden, ja gemocht und ein wenig unentbehrlich zu sein. Is so !


Bevor der kleine Urlaub für zwischendurch ganz in Vergessenheit gerät, hier noch ein paar Eindrücke aus dem Krankenhausmuseum in Sonderburg.


 Dieses kleine Refugium der medizinischen Geschichte liegt versteckt, sogar allzu versteckt, und fast geheim in einigen Räumen des Sonderburger Klinikums ( der alte Teil).
 Es öffnet auf telefonische Anmeldung und es hat, wie sollte es anders sein, nur sehr, sehr wenig Besucher.
 Ein 91 jähriger !!!  ehemaliger Arzt führte uns durch die Ausstellung, sichtlich begeistert, jemandem mit Fachkenntnis seine Preziosen zeigen zu können.


So radebrechten wir uns mit einer gewöhnungsbedürftigen Mischung aus Deutsch, Dänisch und etwas Englisch  durch die 4 Ausstellungsräume.


Und nicht nur der greise Anästhesist konnte Geschichten zu einzelnen Exponaten beisteuern. Auch mir war ein Teil des altertümlichen Geräts aus früheren Berufstagen und Nächten vertraut, was wiederum den alten Herrn sehr erfreut hat. 

sogenannter Lichtbogen, wurde bis in die 80er Jahre angewendet....gegen Unterkühlungen und bei Durchblutungsstörungen.

Manche Apparate muten geradezu martialisch an, dennoch :  allzu große Arroganz ist nicht unbedingt angebracht.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser." Behandlungsstuhl "für kleinere Eingriffe im HNO-Bereich ( falls die Narkose nicht reicht)
 

Wie heisst es doch so passend : Wissenschaft ist nichts anderes als der aktuelle Stand des Irrtums. 
Wer weiss, was die Menschen in hundertfünfzig Jahren zur derzeit aktuellen Krankehaustechnik sagen werden. 

heute schon den Notfallkoffer überprüft ?

Die Ausstellung ist sehenswert, solltet Ihr mal in der Nähe sein, schaut doch da mal rein. Die freuen sich ! 

Und hier bitte auch immer mal wieder reinschauen. Ich hoffe, daß ich in dieser Woche noch Zeit finden werde, meine Dänemark Werke und die Genbrugs-Fundstücke zu zeigen. 

Versprochen. 


Hier schon mal ne Kostprobe. Ein Stück Musikgeschichte von einer LP, die ich für ein paar Kronen erstanden habe. Eigentlich eher wegen des originellen Covers.


Svenne und  Lotta  waren einstmals strahlende Sterne der dänischen Pop/Rockmusikszene. Daß ich auch mal eine Frisur wie Svenne hatte, sieht man hier auf dem alten Foto, das 1975 während meines ersten Dänemarkurlaubs von mir aufgenommen wurde, nicht unbedingt.
Ich sehe übrigens deshalb so somnolent aus, weil wir nach 11 stündiger Anfahrt ganz nach Nordjütland festgestellt haben, daß wir die Stangen für unser Zelt zu Hause vergessen hatten.

 Ja. Shit happens....