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Donnerstag, 21. September 2017

Kleine Reise Vorbereitungen

 

Bis vor ein paar Jahren war ich noch der festen Überzeugung, nicht verreisen zu wollen, keinen Urlaub zu brauchen....
 In meinem Elternhaus gab es keine Urlaubsreisen, es fehlte einfach an Geld, ein paarmal bin ich dann in der Jugend chaotischst verreist ( mit 15 Mark im dünnen Portemonaie für 3 Wochen nach Frankreich).


Später hatten wir Haus und Hof nebst jeder Menge Getier. Schwer , da wegzufahren... also redet man sich das Ganze auch ein bisschen schön. Weils eh nicht geht, oder fast nicht.

 Mittlerweile habe ich die zeitweise Abwesenheit aus häuslichen Gefilden zu schätzen gelernt. Immer noch nicht ganz einfach, hier mal wegzukommen, aber geht.


Nun ist unser Tierbestand  zwar geschrumpft, ( aus 7 Katzen wurden 3), aber Huhn und Hahn, Schaf und Ziege brauchen ebenfalls eine Vor-Ort-Betreuung und so ist vor der Abfahrt nach Dänemark noch so einiges zu tun.

 Außer Kofferpacken. 


Also Stall saubermachen, alles gut auffüllen ( auch den Kühlschrank für die haushütenden Kinder.


Der Appelbaum ist schon fast leergepflückt, den Tomaten steht gleiches noch bevor.




Meiner kleinen Hühnergesellschaft ist es vergleichsweise egal, wer die morgendlichen Körner verteilt.



 Die restliche, eingeweichte Rohwolle ( hier nach der neuen Methode in dem immer gleichen Wasser ein paar Tage fermentiert, noch schnell durchspülen und zum Trocken auf Roste legen 

sieht nicht lecker aus, die Brühe. Ist aber ungeheuer wirksam. Bleibt stehen bis nach dem Urlaub, vielleicht ist es dann noch warm genug zum Weiterwaschen....
 

und dann geht es los, in zwei Tagen, natürlich mit Hund. Und mit Strickzeug und vielleicht mit Spinnrad.


 Das wär das erstmal. 


Unser montäglicher Ausflug, zwecks Fotomotivsuche, endete nicht im Harz, sondern in Haldensleben und Umgebung.



Nach ner Stunde mit dem Ort warmgeworden, kam auf der Rückfahrt die Idee auf, im nächsten Jahr hier und in der näheren Umgebung ein paar Tage mit dem Fahrrad zu verbringen und die Fotoaktion dann fortzusetzen.


  Lohnend ist das auf jeden Fall, und da ist es unwichtig, ob man lieber " postkartentaugliche " Motive möchte, oder an Verfall in jeglicher Ausprägung interessiert ist.


 War nett, nur leider zu kurz.

Dienstag, 9. Februar 2016

Am Aschermittwoch

... ist alles vorbei. 

Einen kleinen skurrilen Ausflug hatte ich versprochen ?

Bitte schön !


Vorab gesagt. Ich habe noch nie viel übrig gehabt für den Karneval, den Fasching, die Fastnacht...

Aber. Im letzten Jahr war ich auf einer Stippvisite in Holland in den Venloer Fastelovend geraten. Einkaufen hatten wir wollen und da waren auf einmal tausend bunte Gestalten. Huch !!!
Meine Reisebegleiter konnten dem Trubel nichts abgewinnen und so machten wir uns wieder auf den Heimweg.


Ein paar Fotos hatte ich gemacht, aber Lust auf mehr bekommen. So reifte über das Jahr der Entschluss, nochmal hinzufahren, in die Fastnacht in Venlo, allein, nur die Kamera und ich.
Also habe ich mich am vergangenen Freitag aufgemacht, Richtung Ruhrgebiet, und nach einem netten Abend bei einer Bloggerfreundin, am Samstagmorgen meinen Weg ins eine Autostunde entfernte Venlo angetreten.


Kaum zu überhören, schon in voller Laustärke im Gang, konnte ich mich, akustisch geführt, auf den Weg in die Innenstadt machen, und dort meine Kamera schon mal warmlaufen lassen.


Aus unterschiedlichen Motivationen hatte ich mir ein Kostüm mitgebracht, einmal, weil ich Spaß an der Sache gefunden hatte, zum anderen, um nicht so sehr aufzufallen.
 Meine halbstündige Trockenübung habe ich dann bald aufgegeben, in Schale geworfen war ich schnell Teil des Geschehens.


Und das Ganze ist bunt und kreativ, es ist eine überwiegend freundliche Veranstaltung, und so bin ich einige Stunden im schwarzen Umhang mit  tiefgezogenen Hut als böser Sandmann herumgeflattert und konnte den Trubel zunehmend hemmungslos fotografieren. 

Und so sah das dann aus. Den besten Blick aufs Epizentrum des Wahnsinns hat man von oben. 


Das Kind des Pharao ist in Wirklichkeit ein rosa Häschen.


Die Gattin des dezent geschmückten Rollifahrers ist nicht amüsiert.


Ohne Smartphone ist das Leben nur halb so schön.



Ich habs immer gewusst. Schlümpfe wühlen im Müll.


Der Kapitän hat schon hohen Seegang und außerdem seine Fregatte verloren. Aber immer freundlich bleiben.


Wieder eine schöne Verwendung für Artyjarn gefunden !


Und endlich weiss ich auch, wohin mit Opas alten Schlipsen


Dieser junge Mann sieht unserem Sohn zu seinen (vergangenen) Hardcore-Gothic-Zeiten zum Verwechseln ähnlich. (Anmerkung von meinem Mann: Li. war stärker geschminkt ! Ich gebe ihm recht.)


Sie kommt nicht mehr, Alter, da hilft auch die rote Perücke nicht weiter !


Und zum Schluss fährt die Kuh nach Hause. 



Ja, nach einigen Stunden Treibenlassen, ist die Kuh dann wieder nach Hause gefahren. 

Müde. Und ganz glücklich, mit ein paar netten Fotos im Kasten.

 Und mit dem Bewustsein, daß nichts zufriedener macht, als Pläne, die auch umgesetzt werden. Die Kamera und ich, wir sind gut klargekommen am Samstag in Venlo, und ich bin sicherlich nicht das letzte mal in Sachen Fotos unterwegs gewesen, dergestalt.

 Muss ja nicht immer so weit sein. Und Kostüm ist auch nicht unbedingt nötig.

 Obwohl ?



Donnerstag, 15. Oktober 2015

Gdansk - eine Kurzgeschichte


Eine sehr kurze Kurzgeschichte. 
 Nach der chaotischen Hinfahrt sind mir von meinem Aufenthalt nur noch knapp zwei Tage geblieben. Und ich will nicht unnötig die Heldennummer abziehen. Ich WAR nach der schlaflosen Bahnnacht sehr müde und angeschlagen. Und in einem solche Zustand lernt man nicht gern Leute kennen. Und auch keine Städte. Sondern Betten, Schlafgelegenheiten, Sofas. Und dann ist es egal ob sie in New York, Paris oder Danzig stehen.


 
Touristisch hat Danzig, oder korrekt Gdansk wohl Einiges zu bieten. Schiffe und den alten Speicher und Straßenzüge, die aus Andenkenständen bestehen.
Schöne Häuser, die, obwohl allesamt nach dem Krieg neu erbaut, alt und verwittert aussehen. 

Leider hält sich mein Interesse für Touristenattraktionen in Grenzen. 

 Und ein Piratenschiff mit liebevollen "Schnitzereien" aus Plastik ! ( Playmo in groß !) von hundert glücklichen Rentnern besetzt, haut mich auch nicht vom Hocker. 



Also:  die Suche nach Danzig verlief recht anstrengend und war insgesamt zu kurz. Aber ein bischen was ist doch hängengeblieben.



Das angesagte Studentenviertel Wrzescz , das wir nach eigenfüßiger Verwirrung dann doch fanden, war sehr nett. Urbanes Biotop mit (noch) günstigem Wohnraum an der Schwelle zur Gentrifizierung, wie  am stattlich neu erbauten Bahnhof und der Umwandlung der ersten Wohnungen in teure Eigentumsbehausungen erkennbar.


Freundliche Athmosphäre, viele Studenten und nette, kleine Lokale und Cafes, die preiswertes Vegetarisches und trendgerechtes Veganes anboten.


Wir konnten in einem gemütlichen, veganen Restaurant ein wenig ausruhen, nachdem wir gefühlte Stunden an lärmigen Hauptverkehrsstraßen herumgerirrt waren.


Am nächsten Tag wollten wir die gute, alte Ostsee besuchen.
 Per Straßenbahn sind wir nach Brzesno gefahren, einem jetzt klapprigen Vorort ( und wohl ehemals eleganten Seebad) mit wunderschönen, aber leider verfallenden Strandhallen, die kurz vor dem Abriss stehen.

  
Schon seltsam, mit der Straßenbahn an die Ostsee fahren zu können, die von der Haltestelle bereits sichtbar ist.


Am Strand war es richtig toll.  Trotz wunderbarstem Herbstwetter nur wenig Trubel , mehr Möwen als Menschen. 
Eine knappe Stunde sowas wie ein Urlaubsgefühl.


Die gammligen Strandhallen sorgen für genau das Bild, das mir am besten gefällt.
Wie schade, daß ihre Tage gezählt sind. 


Auch die Gartenkolonien, durch die das Vorstadtbähnlein fuhr, wären einen langen Spaziergang wert gewesen.

Zu kurz...

Der bestimmende Eindruck, das Gefühl zur der Stadt , zu Polen überhaupt ?   Ich finde, Danzig ist eine freundliche Stadt und Polen ein freundliches Land.

 Die allermeisten Menschen sind nett, zugänglich, hilfsbereit. Ich habe meine Scheu vor der polnischen Sprache verloren und ich werde ganz sicher wiederkommen.
 Ein kleiner Urlaub in Polen ist für das nächste Jahr geplant, ganz sicher in Meeresnähe, nicht unbedingt in der Nähe einer Großstadt. Wir werden sehen.

 Am liebsten würde ich dann in einer verfallenen Strandhalle wohnen... 

Und ich hätte gern viel Zeit zum fotografieren.

Sehr schön finde ich, daß wir im nächsten Jahr unseren Hund wieder in den Urlaub mitnehmen können. Weil er wieder gesund wird !!!

Das herausoperierte Teil ist zu unserer großen Erleichterung kein bösartiges Gewächs gewesen, sondern ein gutartiges Basalzellkarzinom, das nach einer OP in der Regel nicht wieder kommt und auch nicht in andere Organe streut.


Wir waren sehr besorgt und freuen uns jetzt umso mehr. 

Denn der erst 3 jährige Hundekasper ist ein echtes Familienmitglied und uns sehr ans Herz gewachsen.... 

Freitag, 2. Oktober 2015

Mutti goes to Gdansk -- ein roadmovie

Jetzt bin ich wieder zu Haus. Eigentlich ja schon seit vorvorgestern Abend, aber ich brauchte noch einen Tag Internetpause.


 
Ja, wie wars? Auf jeden Fall spannend aufregend und .... na ja, lest mal selbst. 

Am Samstagmittag fahre ich mit meinem gut gepackten Köfferchen und netter Ferienlaune los. 3 bis 4 freie Tage liegen vor mir, in einer neuen Stadt, mit Bummeln, Kaffeetrinken, Osteeluft. Und ich sehe nach 8 Wochen meine Tochter und ihren Freund wieder. Ich freu mich.

Schon in Neustadt geht es los. Der angekündigte Vorortzug kommt nicht. Bauarbeiten. Verzögerung mehr als 1 Stunde. So lässt sich kein Anschlusszug kriegen, also den geduldigen Gatten zurückgerufen, der mich nach Hannover karrt.
Gut.
Hier steht mein ICE nach Berlin. Der ist schick, bequem und ich habe einen reservierten Platz. Alles paletti. 
In Berlin 5 Minuten Verspätung, Ankunft am Hauptbahnhof.
Alles voller Menschen, Wusel, Musik, Gerenne , aber tolles Wetter und ... auffallend viele sportliche Menschen auf Inlinern.
Ich, aus dem Tal der Ahnungslosen kommend, denke noch, daß es hier eigentlich ganz nett ist und nehme mir, auf den Rat meines Mannes, ein Taxi zum Ostbahnhof. 

Zum Ostbahnhof! Hätte ich gewusst. Habe ich aber nicht.   
Der Taxifahrer strahlt Hoffnung aus. Ja, das könnten wir schaffen.
In einer halben Stunde ? 
Zum Ostbahnhof. Wo bitte ist der Ostbahnhof ? Auf der Karte sah es aus, als könne man zu Fuß dorthin.
Naja:  Heute sei ja der Inline - Marathon. Da wär wohl so einiges gesperrt. 

Ist es. 

Es ist ALLES gesperrt.


Wir kreisen von Sperrung zu Sperrung. Aus meiner leichten Sorge wird unterdrückte Wut, dann Panik... Es kommt, wie es kommen muß. Der Taxifahrer, der offenbar auch aus dem Tal der Ahnungslosen kommt, entlässt mich irgendwo in Berlin in der Nähe einer S-Bahn und wünscht mir Glück.

Am Ostbahnhof angekommen ist mein Zug seit 4 Minuten weg und meine Laune auch.

Was nun. Erstmal zum Fahrkartenschalter. Nein, ich habe kein Smartphone und folglich auch keine APP. Mir wird ein abenteuerlicher Weg vorgeschlagen, denn heute führe kein Zug mehr nach Danzig. 
Von Berlin mit dem Bus nach Szezcin, dort weiter nach Poznan. Dort Aufenthalt (lächerliche 2 1/2 Stunden und dann gemütlich nach Danzig.) 
Oder: Hotelzimmer und morgen weiter. Ich entscheide mich für die Hardcore-Roadmovie-Variante und buche den Zackelkurs, denn ich hoffe nach halbwegs schlaftauglicher Nacht am Morgen dann ausgeruht anzukommen und SOFORT
die freie Zeit geniessen zu können.

Nein, ich habe immer noch keine APP.

Etliche Stunden und einige Kaffee später sitze ich in einem überraschend komfortablen Reisebus der DB (mit mir noch ein Gast) und reise gen Stettin. Da ich wegen der einbrechenden Nacht sowieso draußen keine landschaftlichen Schönheiten sehen könnte, entschließe ich mich, jetzt schon ein paar Stunden zu schlafen. 
Eine weise Entscheidung.


Gegen 22 Uhr erreichen wir Stettin, selbst im Dunkeln ist zu erahnen, daß es eine tolle Stadt ist, aber was solls, ich will ja nach Danzig.
Der angekündigte Bahnhof befindet sich nicht dort, wo er sein soll, ein betrunkener Pole möchte meinen Koffer tragen, aber ich ich folge mutig allein den Bahngleisen und finde nach Überquerung von etlichen Behelfs-Auf-und Abgängen das Gleis.

Nach nur einer Stunde Wartezeit kommt schon mein Zug, direkt aus den 70er Jahren nach Polen exportiert. Nostalgische Gefühle steigen in mir auf. Ich habe ein Abteil für mich allein und freue mich auf ein paar Stunden Schlaf. Ich knülle mein Strickzeug als Kopfkissen und schließe die Augen, als die Abteiltür geöffnet wird und zwei junge Polen einsteigen.

No.  Only english speaking. Das ist das Intro....

Na ja, egal, was werden die schon von mir wollen.  Och jo, sie wollen. Sich unterhalten, gesellig sein. Essen, trinken, lachen.

Jedesmal, wenn ich die Augen zumache, wird geknistert, mir ein Keks unter die Nase gehalten oder: Frau?  Energie-Drink? Die Beiden sind nett, intelligent, witzig. Sie beklagen, daß Polen nur landwirtschaftliche Produkte exportiert und wir amüsieren uns köstlich über die absurde Auflistung:
Potaoes, Onions, Plums ...Strawberries. Nett. Konrad hat einen deutschen Großvater und möchte gern meine Tochter kennenlernen und auch Michail erinnert sich langsam der wenigen Brocken Englisch, die er in der Schule mitbekommenhat, bevor er Sozialwissenschaften studierte und seinen Abschluss als Bewährungshelfer gemacht hat.

Aber ich bin müde, es ist halb 2 und ich muss noch bis 7 Uhr unterwegs sein. Bitte keinen Energie-Drink.

Frau ? Platz frei ?


Um kurz nach halb 2 erreicht der Zug Poszan. Schon bei geschlossener Tür ist 
ohrenbetäubender Lärm zu hören. Eine Maschinenhalle ? 
Nein, es ist die örtliche Tekkno-Freizeithölle. Die Lautstärke der erzeugten Töne ist sogar draußen kaum zu ertragen. 
Rettungswagen und Polizeiautos stehen vor dem Bunkerschuppen und transportieren durchgeknallte oder umgefallene Gäste ab. Also super Stimmung...



Im Bahnhof ist es wenigstens warm. Zwei Stunden Aufenthalt mitten in der Nacht zwischen gestrandeten Reisenden, frustrierten und betrunkenen Dissegästen, Obdachlosen...
Ich überlege kurz, ob ich mir mindestens eine Flasche Bier und eine Schachtel Zigaretten kaufe.
Alle halbe Stunde patroulliert eine Polizeistreife und transportiert alle, die ohne Koffer und obdachlos aussehend hier rumsitzen, aus dem Gebäude.

Gut, daß ich einen Koffer habe! Und kein Bier. 
Und gut, daß ich zu alt bin um bei den angetrunkenen, gefrusteten Disco-Romeos Interesse zu wecken. Und zu jung, um als hilflosen, altes Mütterchen ein Opfer des auch noch so minderbemittelten Handtaschenräubers darzustellen.

Fotografieren verbietet sich hier aus den unterschiedlichsten Gründen, wäre aber interessant gewesen (das nächste Mal als Pappkarton getarnt ).
Gegen 3 wird mir sehr, sehr kalt, meine Stimmung sinkt auf den Tiefpunkt und mein Zug hält verfrüht Einzug aufs Gleis. Der polnischen Bahn sei Dank.

In meinem Abteil sitzt ein somnolenter Pole auf meinem Platz. 
Er öffnet ein Auge, schaut verwirrt herum und schläft sofort weiter. Wir sind uns einig, wir wollen das gleiche. 
Schlafen !!! 
Wir teilen uns die 8 Sitze des Separeès, kein weiterer Gast steigt ein und so komme ich wenigstens noch zu einer kleinen, schnarchigen Mütze voll Schlaf.


Kurz nach 7 erreiche ich Danzig, das Wetter ist toll, die Kinder haben gute Laune und ich habe mein Abenteuer erstmal überstanden.


Nein, ich habe immer noch keine APP.  



Was ich von dieser Odyssee hatte ?

Das gute Gefühl, stressige Situationen aushalten zu  können und nicht gleich beim ersten Problem zusammenzubrechen. Ich will ja auch nicht jammern.

Aber das nächste Mal miete ich mich irgendwo in Berlin ein und fahre ganz erholt am nächsten Tag weiter..... 
Und ein bisschen was von Danzig erzähle ich dann mal wann anders.

Sonntag, 2. August 2015

Junger Mann zum Mitreisen gesucht

oder : Pullover für Menschen


Gerade noch rechtzeitig zur morgigen Abreise von J. und J. fertig geworden. 
Auf Maß gestrickter Pullover aus handgesponnener Wolle, mit Anklängen an eine Kindheit als junger Ritter, aber dennoch erwachsen und arbeitstauglich.  


Da der junge Recke extrem schlank ist, musste ich den Pullover im Prinzip zweimal stricken, weil die urspüngliche Berechnung viel zu weit ausgefallen war.  Die verwendete Wolle ist von Pommerschen Rauhwollern aus der letztjährigen Schur, natürlich selbstgesponnen.


Weil es nicht mehr genügend Material in dem gewünschten Braunton gab, habe ich die Passe aus grauer Wolle gestrickt, eine wie ich finde, gute Lösung.


Abgefüttert ist das wirklich warme und gut sitzende Kleidungsstück mit einem Shirt-Stoff mit niedlichem Blumenmuster, passend zum Träger, der ein weiches, sensibles und musisches  Gemüt sein eigen nennt.


Sozusagen ein Blumenmann, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann.



 Ein absolut individuelles Stück aus meiner Kollektion " Pullover für Menschen".
 Für meine Tochter hatte ich bereits Anfang des Jahres einen warmen Pullover gestrickt, guckst du hier:

Nun ist er fertig. der Lofotenpullover. Auf speziellen Wunsch gefüttert ( nicht nur die Hühner, Katzen und der Hund werden hier gefüttert. Auch der Pullover !


Morgen geht es nun los. Mit dem Bus nicht ins Nordland, sondern ins ganz ferne Ostpolen, nach Lettland, Estland etc. 
Ich hoffe, daß der Pullover dort eine gute Zeit haben wird und seine Aufgabe erfüllt, sich allen Gegebenheiten anpasst, wärmt und schützt, und unbeschadet  mit einer Menge an guten Erfahrungen wieder heimkehrt. So wie sein Träger.

 Und weil man so allerlei an Dingen mit sich tragen muss, wenn man eine Reise tut, habe ich noch relativ spontan zwei einfache Taschen nach Good-old-Turnbeutelart, (die gerade ziemlich hip ist), genäht.  



Beide Beutel sind aus alten Hosen, mit ein paar Restchen Baumwolle aufgepeppt und waren ziemlich schnell genäht. Zusammengefaltet können sie im Reisegepäck nach Polen mitfahren und dort den Proviant, für zum Beispiel einen Tagesausflug beherbergen, oder Einkäufe nach Hause tragen.


Ich bin zufrieden, meine Reisegaben noch rechtzeitig fertig bekommen zu haben und harre nun der Meldung einer glücklichen Ankunft am kommenden Dienstag.


Und ja klar, ich bin gespannt, wie es sich wohl anfühlt, ein leeres Nest zu haben. 

Ich meine, anfühlt !!! nicht vorausgedacht.