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Freitag, 1. März 2024

Eingewöhnt , oder fast Freunde


Knappe zwei Wochen ist das neue Katzentier, umgetauft zu Irmi, in unserem Hause 

Ja, es schien nervös und ein bisschen auffällig, das dünne Tier.  Ist ein paarmal mit Lotte und dem Hund aneinandergerasselt. Sowas macht natürlich Unruhe und bange Erwartung. Zumindest bei mir. Was ist, wenn es nicht klappt, sie sich jagen, nicht vertragen, sich Essen und Liebe neiden. Manchmal bin ich Schwarzmalerin.

Stand gestern: Irmi hat gelernt, dass der Hund sein Futter gern selbst essen möchte, sonst aber völlig friedlich ist und ein guter Kerl. Sie hat gesehen, dass die, eher behäbige, Lotte nicht so forsch angespielt werden möchte.


Von Lotte abgeschaut hat sich die kleine Irmi ein paar Tricks, wie man an Futter kommt. Überhaupt Futter... Hunger hat die Kleine für Drei. Ein bisschen runder und weicher ist sie schon geworden. 

Schwarzmalen muss ich nicht mehr. Die Drei werden Freunde werden. Kein Generve, kein Gefauche und Platz ist hier auch für alle. Dafür Nase-Nase wenn Lotte nach Hause kommt.

 Ja, dann herzlich Willkommen. 

 

Urzustand 92

 Fast Freunde

 32 Jahre leben wir schon hier im Dorf. In meinem Kopf verorte ich mich fest in Haus und Grund. Enge Freundschaften habe ich hier nicht, aber gute Nachbarschaften.

Gestern nun fand die Beerdigung eines ehemaligen Nachbarn statt, der, wie so Viele, deren Lebenslicht gen Februar anfängt zu flackern, Anfang des Monats gestorben ist. 

 Zwanzig Jahre wohnten wir friedlich nebeneinander, tranken so manchen Kaffee zusammen und auch etliche Gläser Wein. Wir waren fast Freunde.

 Sein alter Küchenschrank wohnt seit dem Hausverkauf bei uns, ein geschätztes Erbstück und tägliche Erinnerung.

Dann verloren wir uns aus den Augen.

Ehrensache, zur Trauerfeier zu gehen und diese zwanzig Jahre noch einmal aus meinem Erinnerungskästchen zu holen.

Eigentlich mag ich diese konservativ, religiösen Trauerfeiern nicht, das Korsett ist mir zu steif und ungewohnt. Erfreulicherweise hielt sich gestern die Konvention in Grenzen. Der gesetzte Herr Pastor, der die Feier zelebrierte, überraschte uns alle mit dem Abspielen eines Lieblingssongs des Verstorbenen. Da weht Empathie und Verständnis für den, immer Außenseiter gebliebenen, durch die Friedhofskapelle.

Gut, Daumen hoch, mutig, Herr Pfarrer. Da spreche ich auch das Vaterunser mit.


Damit Ihr auch was davon habt... 


 Leider bin ich im Moment etwas vergrippt und damit in reichlicher Gesellschaft. Deshalb ist es auch so still hier. Aber nun wird es Frühling !

Freitag, 24. Januar 2020

Sortiert


Ganz ehrlich. Es ist etwas sperrig, dieses 2020. Nach gefühlt 20 Nachtdiensten musste ich mich Mitte Januar erstmal berappeln, erholen, durchatmen. 

Aber das ist es nicht allein. Ein wenig bin ich nach Abschluss der Adventsaktion ins Projektend-Loch gefallen. Außerdem ordnen sich meine Prioritäten neu nach dem Tod meines alten Freundes, dessen Auswirkungen auf mein Leben und Denken ich bisher weit unterschätzt habe.

Immer gut und heilsam in solchen Lebensphasen ist für mich das Aussortieren von Dingen und das habe ich weiter fleißig und konstant getan. Und dort ist es nicht nur irgendwelches Gerümpel, das Platz macht für neue Pläne, Ideen und Perspektiven. Es ist auch zum Beispiel der Abschied von der Jugendzeit meiner Kinder. Also, ich meine die Zeit, als rastloses Suchen nach Sinn und Inhalt Spuren in Haus und Heim hinterlassen hat,( ein Schrank voller Gothic-Klamotten zum Beispiel ) . Da ist es mir schon schwergefallen, Stück für Stück über das Weiterziehen der Dinge zu entscheiden. Aber jeder weggegebene Gegenstand öffnet die Tür für den Exodus der anderen Dinge ein wenig mehr, macht es leichter, .. weil ich sehe, es passiert nichts Schlimmes, wenn ich nicht festhalte an Überkommenem.

Es ist eine Arbeit, die sich nicht in idyllischen Bildern darstellen lässt, die privat und persönlich vor sich geht und keine attraktiven Ergebnisse im Äußeren zeigt.
Soviel dazu.


Die Erkenntnis, das größere Projekte mir ausgesprochenen Spaß machen, hat mich dann in den letzten Tagen dazu bewegt, eine größere Aktion für dieses Frühjahr zu planen.
Als wir vor Jahr und Tag aufs Land zogen, haben wir um unsere Wiese, auf der zur Zeit Anneliese, Meggie und Hörnchen wohnen, eine Reihe Weiden gepflanzt, die zu Kopfweiden geschnitten wurden. 
Auf einigen meiner Fotos auch hier im Blog ist die Weidenreihe noch zu sehen. Nun ist die Wiese zunehmend trockengefallen, die Weiden gediehen in den letzten Jahren nicht mehr und die letzten Exemplare sind vor kurzem per Umsturz von uns gegangen.
Seit ich den zurückgekehrten Garten versuche zu bewirtschaften,ist das Bedürfnis gewachsen, anstelle dieser Umgestürzten eine Wildhecke zu pflanzen.
Und das gehe ich nun an. Ein Lieferant ist gefunden, es wird eine Mischung heimischer Wildsträucher geben, die viele Vögel und Insekten ernähren können. Die Vorbereitung werden wir im Februar beginnen. Das Anpflanzen der Hecke soll dann an einem Märzwochenende in Gemeinschaftsaktion mit der Familie stattfinden, sozusagen als Frühlingsfest. Ich werde berichten und ich freu mich schon darauf.


Die Adventsaktion ist inhaltlich abgeschlossen, das Geld überwiesen. Mit der Urkunde und der Rückmeldung müssen wir noch warten, da Kirsten ( die Vorsitzende des Vereins ) zur Zeit selbst im Krankenhaus liegt und erst im Laufe der kommenden Woche wieder einsatzfähig sein wird. 

Aber ich kann schon sagen, das auch diesem Jahr wieder eine schöne Summe zusammengekommen ist . Das ist schön, das ist erfreulich und das ist bitter nötig.


Auch immer gut, besonders live... Musik. Morgen gehts da hin. Überraschung !

Freitag, 11. Oktober 2019

Erst oder schon ?


Seit einer Woche sind meine Kräfte wieder aufgetaucht.

 Nach dem Tod des Freundes habe ich mich in einer Art Autopilot-Funktion befunden. Das Gefühl von Verlust ist jetzt erst in meinen Alltag eingezogen und lässt mich paradoxerweise die eigenen Pläne wieder verfolgen.

Ich sehe, was alles an Arbeit unter den vergangenen Monaten liegengeblieben ist, vieles lässt sich nicht nachholen.

 Der Garten hat seine Zeit und jetzt im Oktober ist alles auf Rückzug gerichtet. 


Nun gut.. sowieso bewerte ich vieles neu und überlege, ob es denn wirklich so wichtig ist, wie zunächst gedacht.

 Immerhin habe ich gestern das große Zimmer zu Ende gestrichen. Das hatte ich im Frühjahr angefangen und dann hat sich die Farbe, weil billig, unter der Sommerwärme aufgewölbt und war geplatzt wie kranke Haut. So musste ich denn die losen Teile mit einem Spachtel entfernen und die Ränder überschleifen.

 Eine Sauarbeit , die viel Dreck macht, denn es ist Kalkfarbe, die reichlich staubt und dann alles mit einem Grauschleier belegt.
Aber das Streichen ist nun erledigt und hinterlässt bei mir ein zufriedeneres Gefühl, nun kann ich die Fotos und Bilder wieder aufhängen und stellen. Auch da wird einiges neu sein....


Was mir immer und immer hilft, in solchen und anderen schwierigen Zeiten, ist Musik.
 Musik, laut, überlaut und in fast manischer Art. Im Moment haben es mir die Patent Ochsner Leute sehr angetan. Die Mischung ihrer Musik, von anarchistisch-durchgeknallt bis tieftraurig melancholisch... einfach gut passend.

 Verstimmte Klaviere, die Stimme von Büne Huber, manches ein wenig elegisch und genau so, wie ich mich im Moment fühle.

Kreatives kann ich im Moment eher wenig präsentieren, also fertige Dinge.
 Ich stricke konstant und eine ganz schön, weiche Babydecke ist fertig geworden.


 Die will ich demnächst verschenken. Entstanden ist sie aus einem Rest Alpaca, natürlich handgesponnen von mir, liebevoll behandelt, damit sie auch wirklich sauber und schmiegsam sein wird...

Es sind eher einfache Muster, die ich da stricke... sozusagen als Beschäftigung der Hände. Die Kopfarbeit kann ich kaum wenig zeigen, aber die ist im Moment die Hauptsache.

Und wie so oft... noch ein Lied für Euch. Gehabt Euch wohl. Ich gehe jetzt in den Nachtdienst und bin damit erstmal ein paar Tage weg vom Fenster. 


Freitag, 13. September 2019

Blüten und Bronchitis


Die Vorstellung, meine Grippe würde sich schnell wieder verflüchtigen, hat sich leider nicht bestätigt, im Gegenteil. Eine Bronchitis trieb mich gestern zum Hausarzt und nun nehme ich ein feines Antibiotikum. 
Zeitweise war ich nicht mal sicher, ob ich überhaupt in Urlaub fahren kann, aber letztlich ist es egal, wo ich ( rumliege) mich ausruhe... und so werde ich mich morgen früh ins vollgepackte Auto setzen und mich von meinem guten Mann in die Einöde kutschieren lassen.


Immerhin konnte ich heute noch das Erscheinen einer zweiten Blüte meiner Mondwinde beobachten... es dauert nur 2 bis 3 Stunden, 


bis sich die eindrucksvollen Blüten gegen Abend öffnen. Die fast handtellergroße Blüten halten nur eine Nacht, am nächsten Morgen fallen sie verwelkt herab.



Die Pflanze ist leider nicht winterhart, kann aber im Kübel an einem hellen, kühlen Ort im Haus frostfrei überwintert werden. Sie bekommt bis zu 6 Meter lange Ranken und ich habe sie hier gekauft. Übrigens ein phantastischer Laden... mit einem suchtbildenden, außergewöhnlichen Angebot an tollen Pflanzen. Unbedingt sehenswert ! ( Werbung ! nicht bezahlt, Pflanze selbst gekauft ) .

Ach ja, ich bin noch immer durcheinander und erschöpft.


Wie gut, daß es immer wieder neue Musik gibt. Gute Musik, die tröstet und die Freude am Leben wieder erwachen lässt. 

Ich liebe das Schwyzerdütsch, jemand könnte seinen Einkaufszettel singen oder eine Gebrauchsanweisung , ich fände es hinreißend !

Dieser Mann singt aber nicht seinen Einkaufszettel, sondern so tröstliche Worte wie :

 Für immer uf di ...
Uf au die Zyt wo isch vergange,
Uf au die Zyt wo mir no blibt...

in diesem Sinne , wir sehen uns in Dänemark !

Donnerstag, 5. September 2019

Tabula rasa

Was getan werden musste, ist getan. Eine anstrengende, intensive Zeit liegt hinter mir und den anderen Menschen, die mit mir gemeinsam geholfen und gesorgt haben. 


 Der Freund hat ausgelitten, wir haben in seinem Sinne gestritten und gewacht für ein würdiges Ende. 

Und jetzt ist in meinem Kopf und Körper eine ziemliche Leere, Trauer und Erschöpfung.

Ich bin ein guter Funktionierer, eigentlich ist die Krise das, was mich zur Hochleistung bringt. Aber nun bin ich doch sehr müde. Und der  Sommer ist über dieser wichtigen Arbeit dahingegangen. 


 Außerdem wurde mein PC gehackt und so mussten wir alle Daten löschen, um Schlimmeres zu verhindern. Eine ziemlich gruselige Erfahrung im Übrigen. Dabei sind sämtliche Fotos von diesem Jahr verschwunden, nach anfänglichem Ärger darüber habe ich mich damit abgefunden. Irgendwie ist dieses Ereignis ein Zeichen dieser ganz besonderen Zeit, und ich fand sie sowieso halbherzig, die Fotos, denn mein Herz und Auge waren woanders.

Also werde ich mit neuen Fotos weiterschreiben, wenn ich mich noch ein wenig erholt habe. Nur so viel !



Danke für Eure Geduld und Euer Reinschauen in meinem schlafenden Blog, der hoffentlich bald wieder ein wenig Leichtigkeit zeigen kann.

Montag, 13. Mai 2019

Einmal


Zwischen den Nachtdiensten die Beerdigung des alten Nachbarn. 27 Jahre  haben wir Zaun an Zaun gelebt, hochbetagt ist er gestorben, kommen jetzt viele Erinnerungen.

 Wie Du, an hellen Tagen, mit dem Spankörbchen vor der Tür standst und fragtest ob Du Lindenblüten pflücken dürftest, von unserem Hausbaum.

 Das sei das Beste, im Winter, bei Erkältung. 


Wie Du, dastandst , an dunklen Tagen, ein altes Fotos in der Hand, weinend und ich froh war, nicht erschreckt zu sein vor der Trauer und der Verwirrung des Alters. 

Und eine Hand zu reichen. 

Von Mensch zu Mensch.

Du wirst fehlen, ich denk oft an Dich, wenn ich des nachts durch den Garten gehe, um die Hühnerstalltür zu schließen und in Dein dunkles Küchenfenster sehe. Wo Du nicht mehr am Tisch sitzt. Den Kopf gesenkt und ich nicht mehr aufpassen muss und nochmal nachsehen, ob du doch noch zu Bett gegangen bist.

Du bist zu Bett gegangen !

Für Josef....




" Und findet sich ne fremde Katze ein.

 Manchmal.

 Wirst Du das sein ! "( Zitat : Gerhard Gundermann)

Montag, 3. September 2018

Nach Hause


Unlängst ist in der Nachbarschaft eine alte Bauersfrau, hochbetagt, gestorben. Ein hoffentlich glückliches Leben ist friedlich zu Ende gegangen. 

 Ich kannte sie kaum, und dennoch verbindet uns etwas.

Denn geboren wurde sie vor fast 103 Jahren in dem Haus, das wir viele Jahre später kauften und noch immer bewohnen. Wohl wird sie hier aufgewachsen sein und unsere Weide ist später noch lange von ihr als Gemüsegarten bewirtschaftet worden.

Als wir hierher zogen, gab es kaum Geschichte über dieses Haus.

Es war schon lange kein Familienwohnsitz mehr gewesen, etliche Mieter hatten es zeitweise bewohnt, auch daran herumgebaut, ohne so etwas wie gute Spuren zu hinterlassen.

Nun sind Dinge aus dem Leben der hier geborenen Bäuerin, die nach iherer Heirat auf einen anderen Hof gezogen war, übrig geblieben. 

 Obwohl ich im Moment darauf bedacht bin, nicht zu viel an Sachen aufzuhäufen, eher einen Prozess der Reduktion verfolge : auf meiner Datsche werde ich mir weiterhin Verspieltheit und Schnörkel gestatten.


Deshalb sind diese zauberhaften Möbelchen im Urzustand zu mir gelangt.
Sie sind, sozusagen, nach Hause gekommen.
 Ich denke, ich werde sie himmelblau streichen und im nächsten Jahr mein
 Gartenhäuschen damit bevölkern. 

Und so schliesst sich ein kleiner Kreis der Dinge...

Und weil ich gerade beim Greifbaren bin : Vor zwei Wochen fand ich diese Handkarden, die mir ein unbekannter Spender freundlich vor die Tür gelegt hatte. Vielen Dank dafür !




Wie von der Arbeit ruhende Hände scheinen sie mir, die alten Wollbürsten, die ich gut gebrauchen kann, denn meine Karden sind schon etwas klapperig.

Und noch etwas, von irgendwie rührender Bedeutung, ist klapprig geworden. Der hölzerne Bär, mit der seltsame hilflos - freundlichen Ausstrahlung, ist mir beim Putzen heruntergefallen und hat sich ein Ohr gebrochen.



Heute wurde er vom Tischler meines Vertrauens geheilt, braucht aber bis zur Aushärtung des Leims noch einen mittleiderregenden Stützverband.

 Gekauft haben wir den Holzbär vor etlichen Jahren auf einem Flohmarkt.
 Für 3 Euro.
 Der junge Verkäufer berichtete uns, sein Großvater habe die Figur selbst geschnitzt. Er hätte dem Bär sehr ähnlich gesehen.


Wir mochten die Figur sofort und nun ist er schon lange unser "Familienbär"... der aus dem Fenster schauend, für gute Stimmung sorgt.


Die Nachtdienste habe ich einigermaßen überstanden und nun freue ich mich.



Denn Ende der Woche wartet ein kleines Ferienhaus an der dänischen Ostseeküste auf uns !!!

Dienstag, 25. April 2017

Bitte schreibt...


...Texte, Kommentare, Briefe, Gedichte !

Zwei Dinge machen mich heute beim Aufwachen im glasklaren April glücklich.
Das Auftauchen aus dem ( kurzen Nachtdienst) und das Verschwinden meiner Blog-Schreib-Flaute.

Vielen Dank für die netten Kommentare zu meinen letzten Posts, für das Interesse und die Fragen zu den Pflanzen. Diese Rückmeldung ist mir sehr wichtig und ich freu mich wirklich darüber. Danke dafür.

Ich bin ja gar nicht so der Pflanzenkenner und hab mich erst einmal selbst über meine Käufe informieren müssen.


Die alte Erdbeersorte " Mieze Schindler ", scheint tatsächlich etwas besonderes zu sein, köstlich aber sehr leicht verderblich. Einige Autoren berichten, daß sie kaum den Weg in die Küche überstehe, so empfindlich  und lecker sei die kleine Beere.
 Nun, ich lass mich überraschen.


 Scheint es wird mein Erdbeerjahr...

 (die Fragen werde ich direkt bei den Kommentaren beantworten)

Das Zurückkommen aus dem Nachtdienst bedeutet auch das Zurückkommen in mein privates Leben. Ein Leben, daß sich durch den Auszug der Kinder neu gestaltet und das mich an dieser Stelle dazu einlädt, darüber nachzudenken, wie mein persönlicher Weg weitergeht.

 Und mich, realistischerweise, über mein eigenes Alter nachdenken lässt.
 Ich werde in diesem Jahr sechzig, eine runde und gemütliche Zahl auf einer Seite, eine in die ich mich hineinrollen kann, und ich möchte sicher keinen Tag Lebenserfahrung missen.

 Und dennoch das Tor zum wirklich "Älter"werden...

Was dieses Älterwerden im negativen Sinne bedeuten kann, sehe ich in meinem Beruf, wenn ich die Türen öffne, hinter denen Menschen kuriert werden, und das oft nurmehr leidlich, die kaum mehr Jahre hinter sich haben als ich. 

Da bleibt der schnelle Blick in den Spiegel, im eigentlichen, wie übertragenen Sinn nicht aus.

Und es ist mir sehr wertvoll, mit anderen einen direkten oder virtuellen Austausch darüber zu pflegen.

 Besonders schätze ich in diesem Zusammenhang den Blog von Jude Hill, die als Textilkünsterin die kleinen, gelebten Fetzchen mit Geist und Sinn erfüllt.

 Ihre  stille und lyrische Reflexion der eigenen Pläne und Möglichkeiten rühren mich an und ermutigen mich zu einer eigenen Auseinandersetzung mit den Themen Alter und Kreativiät, Pläne... Grenzen. 

 Das ist melancholisch und wunderschön. Und lebendig.


Dass nicht nur ältere Menschen sich mit derartigen Themen auseinandersetzen zeigt der eigene Text meines Sohnes, vor ein paar Jahren mal bei einer Lesung vorgetragen, der mir an dieser Stelle des Nachdenkens immer wieder eingefällt.




  So nun beginne ich den Tag, sortiere meine Fetzchen weiter und kümmere mich um alles, was hier so lebt.

*alle Rechte am Text bei Linus Misera , kommerzielle Verwendung bitte vorher anfragen.... Danke !

Donnerstag, 11. August 2016

Lilli

Wie etwas Persönliches schreiben, ohne aufdringlich vertraulich zu werden ?  


Heute ist ganz unerwartet meine kleine, alte Katze Lilli gestorben.  Als ich mit dem Hund zur Fahrradrunde aufbrach, hatte sie, papierdünn, schlafend auf der Bank gelegen. Zuvor noch energisch Futter eingefordert. 
Bei meiner Rückkehr lag sie noch immer dort, merkwürdig ausgestreckt, ein wenig atmend noch, jedoch auf dem Weg, für immer einzuschlafen.

  Vor knapp 10 Jahren aus Spanien zu uns gekommen, ist das schmale Tier schon lange krank, dennoch lebensfroh und anhänglich gewesen. Sehr gerne ließ sie sich des Abend unter Jacke und Pullover schnurrend wärmen. 

Sie, die bei ihrer Ankunft derart verstört gewesen ist, daß sie monatelang unter dem Bett gesessen hat und nur des nachts herauskam, hat in den letzten Jahren die Nähe ihrer Menschen genossen.


Und wie merkwürdig, schon heute morgen hatte ich das Gefühl von Verlust und Reduktion, obwohl es keine Anzeichen gab, die kleine Katze würde heute gehen.

Und ihr Tod schreibt mir ganz leise einen Seelenbrief.

 Das Ende meiner Familienzeit ist in meinem Gefühl angekommen.

Und das fühlt sich an wie diese Stoffe, die je nach Blickwinkel die Farbe verändern.
  Meist sind es Futterstoffe, die in alten Jacken und Mänteln zu finden sind, schöner und interessanter als die Kleidungsstücke selbst. 

So ähnlich erscheint mir diese Zeit.  Ich weiss nie, welche Farbe meinen Tag bestimmen wird.

 Hier die Ruhe und die Möglichkeit, endlich an vergrabene Pläne zu gehen und möglicherweise Schätze zu heben. Die ungestörte Zweisamkeit, die mir nach diesen vielen Jahren als großes Geschenk wieder über den Weg gelaufen ist.  Wie sehr habe ich mich in den turbulenten Zeiten nach ruhigen Momenten gesehnt. Es ist spannend, zu erfahren, ob es sich bei meinen verschütteten Ideen um Scheinriesen, oder um die Spitzen von Eisbergen handelt.

 Und mir ist klar, welches Glück ich habe, all dieses überhaupt erleben zu können.


 Aus anderem Blickwinkel, fühlt sich das Haus leer an, so nur von zwei Menschen bewohnt. Und doch möchte ich die Leere nicht vorschnell mit irgendetwas füllen, es sei denn mit Weltsicht.


...... kennt jemand Wenzel noch nicht. Dann einfach mal reinhören. Mir war heute sehr nach seiner Musik.
  So, genug nachdenkliches und melancholisches. Ich werde mein Kätzchen jetzt begraben. Mein Kätzchen, das es hier gut hatte und das von allen sehr gemocht wurde. 


 Auf Wiedersehen, kleine spanische Dame.

Montag, 7. März 2016

Tschüss Stöpsi....


Katzen seien "Durchgangswesen". Das sagte mal mein allerältester Freund. Und in seinem bald 80jährigen Leben sind ihm schon viele dieser schnurrenden Seelen eine zeitlang Begleiter gewesen.

Und auch in meinem Leben hat es schon viele Katzen gegeben. Einige von ihnen wohnen noch immer in meinem Herzen...
 Heute musste ich eines dieser Wesen gehen lassen. Unser schönes Wildmiez Stöpsi hat nach längerer Krankheit ausgelitten, durfte in meinem Arm friedlich von dieser Welt gehen und den Weg in den Katzenhimmel antreten.  


Schon seit Anfang Februar habe ich gemeinsam mit unserem guten Tierarzt und der Mithilfe der Familie versucht, das robuste Tier zu behandeln und zu retten. Leider dann doch vergeblich.


Stöpsi ist immer eine superselbständige und stolze Katze gewesen.  Ihr Leben hat 14 freie Jahre gedauert und bis auf die letzten Wochen war sie eigentlich nie krank.  Stöpsi konnte Kühlschränke öffnen, hat sich die meiste Zeit jedoch in der Nähe des Hühnerstalls aufgehalten, und war in ihren mittleren Jahren sogar mal für einige Wochen ganz verschwunden.

 Nach 6 Wochen, in denen wir die Hoffnung auf ein Wiedersehen schon aufgegeben hatten, tauchte sie urplötzlich wieder auf. 

Sehr sauber, sehr gut genährt und nach einem "Alte-Damen-Parfüm" duftend. Wir vermuten, daß sie sich damals kurzfristig ein wohlhabendes Zuhause gesucht hatte, dort aber wegen illegaler Kühlschranktätigkeiten unehrenhaft entlassen worden ist.

 Was uns natürlich schwerst gefreut hat. Damals. 


Nun ist sie ganz fort. Ich werde diese besondere Katze in besonderer Erinnerung behalten.  

 Liebe Stöpsi. Du warst nur eine kleine Katze. Aber Du warst wild und gefährlich und lieb und anschmiegsam. Und Du warst unsere Katze. Unsere wunderbare Katze und wir waren Deine Menschen....


 Den Stein, der mir vom Herzen gefallen ist, weil der schmerzhafte Kampf um Deine Gesundheit zu Ende ist, (und der dort schon den ganzen Februar gelegen hat ) , den werde ich auf ein Katzengrab setzen und noch eine Weile leise weitertrauern.....   Miau !

Mittwoch, 25. März 2015

Über Alles

Leben ist kostbar.


Leben ist zerbrechlich.

Mein Mitgefühl gilt allen, die ihren Himmel verloren haben.

Überall.

Freitag, 5. September 2014

Ruhende Muhende


...hatte ich fotografieren wollen.
 Am heutigen Morgen, sehr zu schätzen wissend, das ich auch mit kaputter Schulter fotografieren kann, denn die Kamera ist ja heile. In den Tagen zuvor hatte die wunderschöne Mutterkuhherde malerisch gelagert und ihr Fell in warmen Schattierungen präsentiert.

Leider fand ich auf dem Weg dahin eine sterbende Kreatur, einen rotbraunen Baummarder, ein Tier von wilder Schönheit,  den ich aus verschiedenen Gründen nicht dort lassen konnte, wohin er sich gelegt hatte, um diese Welt zu verlassen.

Nachdem ich also meiner tierhelferischen Pflicht genüge getan, und mich an die Umsetzung des Vorhabens machen konnte, hatte sich meine Mutterkuhherde allesamt erhoben und zog friedlich mampfend über die Weide.  


 Einzig zwei neugierige Kälber schauten die komische Tante kurz an, befanden mich dann aber für langweilig und trabten von dannen.  


Zweiter Versuch am Abend : Leider befinden sich meine Kühe am anderen Ende der Weide !  Da hilft auch das Teleobjektiv nichts.
Also die sehr hübschen und frechen Ziegen von der Nachbarweide ins Visier genommen, froh über die Abwechslung im grünen Wieseneinerlei, galoppierte gleich die ganze Herde fröhlich bimmelnd herbei, und konnte es nicht dicht genug haben. Am liebsten noch die Kamera fressen.

So hatte ich mir das auch nicht vorgestellt. 


Dann einfach noch zwei  Bilder von der untergehenden Sonne 


und dem aufgehenden Mond gemacht, denn die hauen nicht ab, oder kriechen mir ins Hemd,


den sehr dunklen Kälbern gute Nacht gesagt und das Vorhaben auf ein andermal verschoben. 


 Schönes Landleben. 

 Aber um den wunderschönen Baummarder, dieses magische Waldwesen, tat es mir heute schon sehr leid......