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Freitag, 9. Oktober 2026

Kein Bein ...

...anne Erde gekriegt habe ich, seit wir vor knapp 14 Tagen aus Dänemark wieder zu Hause angekommen sind.

 Immerhin hatte der Mann nach unserer Reise noch eine Woche Urlaub und das war auch gut so. Unser Sohn hat in unserer Abwesenheit ein gigantisches Projekt in unserem Haus veranstaltet ( immersives Theaterstück mit unfassbar tollen Kostümen und Requisiten.) Leider gabs hinterher noch ganz ordentlich was zu räumen. ( Und ein paar Tage durchhängen wegen der Mufti-ist–gestorben Trauer war auch noch dabei ). 

Gestern nun habe ich das erste Mal einen kleinen Woll-Workshop für 15 SchülerInnen hier abgehalten. Ich bin da zwar völlig unerfahren, aber voller Freude am Wollhandwerk und die jungen Leutchen(Fachochschule, 17 bis 19 Jahre alt) zeigten sich überwiegend begeisterungsfähig. Waren total nett und geben mir ein bisschen den Glauben an die Menschheit wieder. Die Aktion wird im kommenden Frühjahr, ( mit einer anderen Klasse ) , wiederholt, dann hoffentlich draußen, was uns erheblich mehr an Bewegungsfreiheit erlaubt hätte ( und die Möglichkeit, mit Wasser zu patschen). Hat Spaß gemacht !

Draußen ist jetzt der Vollherbst eingetroffen, der dicke Vorhang vor der Küchentür ist schon wieder installiert und morgen hänge ich meinen alten Laternenmond unter den Vorschauer.

Bevor wir in die kühleren Zeiten starten, möchte ich noch zwei neue Mitbewohner unserer kleinen Tier-WG vorstellen. Leider war während der Sommerhitze eines unserer Schafe, der liebe, sanfte und hübsche Manfred ,( das schwarze Böcklein) , krank geworden und trotz intensiver Bemühung meinerseits und des Tierarztes gestorben. Schade !

Und schnell stellte sich heraus, dass die verbliebenen Schafe es nicht schaffen werden, die Wiese kurz zu halten und so entschlossen wir uns ein oder zwei neue Tiere aufzunehmen.

 Nach einem Facebook-Aufruf bin ich sehr rasch fündig geworden, hatte schon fast für zwei jüngere Tiere zugesagt ( junge Böckchen will niemand haben ) , dann aber das Verkaufsangebot für zwei alte Schafsmädels hier ganz in der Nähe gesehen. 

Verliebt, telefoniert und hingefahren, haben wir die beiden alten Auen übernommen. Zehn Jahre sind sie schon, geliebte, ein wenig verpäppelte Hausschafe, übriggeblieben aus einer kleinen Herde von 5 Tieren.

 Die Familie war froh, dass ihre beiden Seniorinnen ein neues Zuhause gefunden haben und wir waren sehr zufrieden mit unserer Entscheidung. Eben doch eine Art Gnadenhof. In ihrem alten Zuhause hießen die Beiden Moon und Star, pellen sich aber ein Ei darauf und weil sie ein bisschen dick waren und eben schon älter, heißen sie bei uns die Geri­Moppels. Und weil es bei uns nicht Kraftfutter ad libitum gibt, sind sie auch gar nicht mehr so moppelig, sondern wieder ein bisschen wie wilde, junge Schafsmädchen.

 Um die 15 Jahre kann ein Ouessant-Schaf alt werden und ich hoffe, wir haben noch ein paar Jahre Spaß an den Beiden und sie an uns.

P.S. Ein neuer und richtig toller Schaf/Hühnerstall ist im Bau. Gut durchdacht, mit Futterkammer und der Möglichkeit Werkzeuge zur Schafpflege übersichtlich zu lagern. Wie schön, dass mein Mann so etwas kann.

Das Häuschen war gegen Abbau geschenkt und musste aber für unsere Zwecke angepasst werden, was nochmal viel Arbeit macht. Ich zeigs mal, wenn es fertig ist.


...und auch hier. Besser spät als nie. Ich habe diese Band erst jetzt entdeckt, obwohl es sie schon dreissig Jahre gibt. Skandalös ! 

 



Dienstag, 9. Juni 2026

Projekt : Jacke aus !

 In der vergangenen Woche hatte ich ... Schafstage !

 Schurtermin der Blökenden, 5. Juni, passend zur Schafskälte, deren Beginn auf 4. Juni fiel.

 Einmal im Jahr müssen die Wolligen ihre dicken Winterjacken ausziehen, und mit der Auswahl des Schurtermins kann ich mir keine Pingeligkeiten leisten, denn es gibt erstens kaum noch Menschen, die als Schafscherer arbeiten und zweitens habe diese keine Termine. Schafhaltung ist eben kein Ponyhof. 

 

 Wie es der Zufall und die Berufstätigkeit meiner Lieben so wollte, konnte mir auch niemand helfen und so wollte die Aktion gut geplant und sorgsam von mir allein vorbereitet werden. Durchaus eine Herausforderung !

Die vierfache Fußpflege am Montag zuvor konnte ich noch mit Hilfe des Gatten durchführen. Ich war recht zufrieden mit dem Verlauf, es übt sich ein und war nun auch nicht mehr das erste Mal. Ob die Schafe das auch so sehen, ist nicht überliefert, aber mit ein paar Lekkerlis anschließend kann man ja so einiges regeln.

Da ab Donnerstag Regen angesagt war, (der auch stattgefunden hat), mussten der Schafstall ausgemistet, dick eingestreut und die vier Schafe anschließend aufgestallt werden. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen. Bis auf Manfred, den schwarzen, etwas scheueren Bock ließen sie sich aber gut überreden. Auf das Böcklein habe ich eine halbe Stunde eingewirkt, zum Schluss brachten eine Portion Haferflocken und ein beherzter Griff auf die imposanten Hörner des lieben Manfreds die entscheidende Wendung. 

 Die Felle der Schafe müssen zum Scheren trocken sein und promt begann es nach der Einstallung ergiebig zu regnen. Gut gemacht, grad noch so geschafft !

Am Freitag dann die beiden Schafsdamen und die Böcklein, ( alle natürlich kastriert), nach vorne zwischen die Häuser bringen, damit der Scherer mit seinen Gerätschaften vom Bus aus arbeiten kann. Schön der Reihe nach, habe ich die aufgeregten Wesen die 50 Meter transportiert, zum Teil getragen, zum Teil geschoben, den weißen Bock, der 30 Kilo wiegt, konnte ich zum Glück überzeugen, als letzter zu seiner blökenden Familie zu laufen und sich zu ihnen zu gesellen.

 Ja, zu zweit ist dieser Veranstaltungsteil besser zu schaffen, aber ich war schon sehr stolz, es allein hinbekommen zu haben. Da ich frühzeitig begonnen hatte, konnten die aufgeregten Schafe sich noch eine Stunde lang beruhigen, denn ein gestresstes Schaf zu scheren ist keine reine Freude. 

 Für niemandem.

Bei der Schur selbst kam mir mein Nachbar zu Hilfe, das hat gut geklappt und hat die ganze Sache wesentlich vereinfacht. Danke dafür.

 

Nach den ganzen Scherereien sind die Blökis dann etwas frierend, jedoch unbeschadet, selbstständig auf ihre Wiese zurückgekehrt. 

Offenbar hat auch keines der Schafe ein Trauma erlitten, denn sie waren anschließend gleich wieder bereit, ein Häppchen Kraftfutter aus der Hand zu fressen.


Vorher und nachher : Monika hat fast das schönste Vlies. Das gibt ein tolles Tuch !

Mir blieb noch die Aufgabe, die geschorene Wolle zu sichern und vor dem aufkommenden Regen erstmal im Schuppen zu verstauen. Die Wolle von weiteren vier Tieren, die mein Scherer noch im Wagen hatte, bekam ich geschenkt, Merino, feines Zeug.

Insgesamt ist das Unterfangen prima gelaufen. Ich bin froh, so einen netten und routinierten Schafscherer gefunden zu haben. Ich hoffe, daß er, der Anfang 70 jährige und wirklich ein kerniger Typ, diese Arbeit noch lange machen kann. Und ich auch.

 Bei aller Erleichterung und Zufriedenheit, nach den insgesamt drei Schafstagen hatte ich meine körperliche Leistungsgrenze erreicht. Aber immerhin, ich bin auch fast 70 Jahre alt !

... so wie dieser nette Sänger ! 



Sonntag, 1. Februar 2026

Die Tiere , der Winter und ich


Offenbar hat der Winter beschlossen mit Kraft und Kälte noch ein paar Wochen zu bleiben. 

Der Schnee ist längst nicht mehr so romantisch und fluffig wie zu Beginn, jede Menge Spuren und anderes haben das Weiß teilzerlegt. Und die Ställe der Hühner, weil intensiv genutzt, müssen öfter geputzt werden. So wird die Versorgung der fast 30 Draußentiere im Moment keine Nebensache, sondern braucht erheblich mehr Zeit und Wärme ( Energie) . 

Frühstückskorb für Huhn, Ente und Schaf

30 gackernde, schnatternde oder blökende Lebewesen !  Das habe ich mir erst vor kurzem klargemacht, als ich mal wieder überlegt habe: „ was mache ich eigentlich so den ganzen Tag“.

Seitdem ( besser spät als nie !) bin ich erheblich zufriedener mit meiner Tagesleistung. 

Nachdem ich meine letzte, nur kurzfristig inne gehabte, " Ehrenamtsstelle "( die auch etwas mit Tierversorgung zu tun hatte), aufgegeben habe, kümmere ich mich quantitativ und qualitativ besser um unsere Tiere. Mindestens 3 mal pro Tag bin ich dort zu Gange.

 Wir kennen uns jetzt gut, die Tiere und ich. Alle sind wesentlich zutraulicher geworden, nicht mal Manfred haut ab, wenn ich komme. Außerdem merke ich früher, wenn einem Tier etwas fehlt und bin bei der Futterzubereitung einfallsreicher und sorgfältiger.

Und das macht Spaß.

 Die Hühner, auch die alten, legen verlässlich. Wir haben jeden Tag mindestens 6 Eier, an manchen Tagen mehr ( es sind 11 Legehennen und wir haben tiefsten Winter !) .

Es freut mich so sehr, die direkte Auswirkung meiner Arbeit zu sehen.

Unsere Hühner dürfen bis zu ihrem natürlichen Lebensende hier leben , es sind ein paar echt alte Damen dabei. Erfahrungsgemäß überstehen die alten Hennen noch die erste Legeperiode bis zum Mai und verabschieden sich dann in den Hühnerhimmel. 

Deshalb habe ich schon mal zwei junge Hennen nachgekauft, zwei hübsche Welsumer, mittelgroß, mit glänzendem, wildfarbenem Gefieder.

Knapp 14 Tage sind sie hier und haben sich schon gut eingelebt.

...und sie mögen sogar den Schnee

Gelernt habe ich auch mit der Haltung meiner Schafe besser umzugehen, mir mehr zuzutrauen. Die Klauenpflege geht mir inzwischen sicher von der Hand, die Füße von " Hörnchen" sahen wirklich schlecht aus und mit regelmäßigen Kontrollen und Behandlungen habe ich das wieder gut hinbekommen 

(Entzündung raus, Tier kann wieder gut laufen...).da ist mir meine Chirurgie-Erfahrung sehr entgegengekommen

Auch hier zahlt sich die Mühe aus.

All diese Aufgaben hat es auch während meiner Berufstätigkeit schon gegeben. Was ich jetzt daraus gemacht habe, ist aber mit dem vorherigen Zustand nicht zu vergleichen. Ich hoffe, diese zufriedenstellende Arbeit noch lange zu schaffen und weiter dazuzulernen.

Schnee hingegen muss nicht ! Ich hätte jetzt gern schon mal ein paar frühe Schneeglöckchen.

Noch ein bisschen Musik ? Gerne doch. 

Am Freitag waren wir in einem Chorkonzert, sehr schöne Stücke wurden gesungen... Gleich zu Beginn ein Stück von Jacob Collier, unwiderstehlich. Es wäre mein Wunsch, einmal ein Konzert mit diesem Künstler zu erleben. 


Mittwoch, 15. Januar 2025

Nachtrag Irmi oder Glückes Geschick Manfred...

alle vier auf einem Foto ? geht irgendwie nicht   
Da ich im vergangenen Bloggerjahr recht still gewesen bin, werde ich hier ab und an ein paar Nachträge einstreuen. 

Unsere Schafsgruppe ( in dieser Zusammenstellung seit Ende September bei uns  ), hat sich mittlerweile gut zusammengefunden. Es ist eine Freude, die kleinen, harmlosen Wesen betreuen zu können und an der Mehrzahl der Tage freue ich mich darauf, die notwendigen Pflichten zu erledigen. Sogar eine Klauenzange habe ich mir zugelegt, damit ich die Füße der Schafe selbst pflegen kann und damit nicht auf den Tierarzt oder den Schäfer angewiesen bin.

Jetzt zu der Schafsgeschichte, die etwa Ende Oktober passiert ist.

 Zwei Tage nach dem schweren Unfall von Katze Irmi ging ich zur Schafweide, um das Trinkwasser der Wolligen zu erneuern. Dabei fiel mir auf, dass Manfred, das schwarze , neue Böcklein, mit merkwürdig überstrecktem Hals auf der Wiese liegt. Schnell die Schafe mit Kraftfutter angelockt, gottseidank steht das Böckchen auf, nur rinnen Bäche von Speichel und Schleim aus seinem Maul.

Schafe eingesperrt, Mann geholt, Handschuhe angezogen und im Kopf schon die Tierarztnummer gewählt.

 Der erste Gedanke : Blauzungenkrankheit im Vollbild ! Mit Hilfe meines Mannes  das Tier festgehalten und mit der behandschuhten Hand das Maul aufgesperrt. Wohlweislich hatte ich bei allen Schafen ein paar Tage zuvor die Scheimhäute kontrolliert um einen Ausgangsbefund zu haben ( bei Blauzungenkrankheit färben sich die Zungen blau ! klar heißt ja so). Manfred hat aber dunkle Schleimhäute, der Kerl ist ja schwarz, also sagt das nichts aus.

 Fühlte ich Überdruß ob des erneuten Tiernotfalles ? Eher Unglaube darüber, daß SCHON WIEDER etwas mit einem unserer Tiere passiert ist. Aber egal, als Ex-Krankenschwester bin ich Notsituationen gewohnt und reagiere schnell und nüchtern in solchen Momenten. Heulen kann ich später !

 In der Tiefe des Schafsrachens fand ich dann den Grund fürs Schleimen und Röcheln.  Der dumme Junge hatte beim Versuch, eine Kastanie zu fressen, ein störrisches Exemplar erwischt. Die angebissene Kastanie steckte zwischen Speiseröhre und hinterstem Backenzahn und lies sich nur mit beherztem Fingerhakeln entfernen, worauf der Kerl sofort spontan gesundete und umgehend friedlich weitergraste. Aber war knapp ! Vorher hat er mich noch in die Hand gebissen ( bitte als Tierbesitzer immer auf eine aktive Tetanus-Immunisierung achten , ha ! ) .

Schock lass nach...erst einmal Erleichterung. Leider steht zu befürchten, daß die Blauzungenkrankheit auch in diesem Jahr wieder massiv Schafe und Kühe gefährden wird. Aber wenigstens ein paar Tage hat es gefroren, sodaß die Zahl der Gnitzen, die diese Krankheit übertragen, ein wenig reduziert wurde. Gern mehr davon ( vom Frost ).

Eine weitere Stunde habe ich dann mit dem Absammeln der restlichen Kastanien und dem Absperren des Fallgebiets des Kastanienbaumes verbracht. Frische Luft ist ja gesund, Bewegung auch und neben einer schwerkranken Katze zu sitzen und zu stricken, kann auch deprimieren.

Die verbliebenen Kastanien sind inzwischen leicht kompostiert, stellen also kein leckeres Häppchen mehr dar, in diesem Jahr werde ich die Fallfläche der Kastanien aber rechtzeitig absperren.

Zum Schluss noch zwei Bildchen von Irmi : Die lebhafte Katze ( Beiname " Äuglein" ) ist zeitweise wieder im Freilauf unterwegs, hat ein paar Grämmchen zugenommen und ist gesund und munter.

 

Landleben hält in Bewegung ! Körperlich und seelisch.



... Jacob Collier ( meine neueste und tollste Entdeckung ) mit einem phantastischen Cover des M.J. Hits " human nature ", besser kann man es nicht machen.


Donnerstag, 17. Oktober 2024

Die Neuen


Weil zwei Schäflein auf unserer Wiese mit dem Fressen nicht nachkommen und weil Schafe Herdentiere sind: Nach dem Tod von unserem Schaf Helga war schnell klar, dass Anneliese und Hörnchen neue Mitblöker brauchen. 

Und es sollten Minischafe sein ( Ouessants wiegen zwischen 10 und 20 Kilo ), weil sie besser händelbar sind, als ein 70 Kilo schweres Riesenschaf und sei dieses auch noch so lieb. 

Wie der Zufall es wollte, auf dem Weg in den Urlaub im Handy rumgezappt und aus der Herdenauflösung einer Ouessant Schafgruppe die Übernahme von zwei Tieren fest zugesagt.

 Natürlich konnten wir die Schafe nicht gleich abholen, aber wir hatten eine Woche Zeit, uns darüber Gedanken zu machen, ob das denn so sinnvoll ist, unbesehen und spontan zwei Tiere zu kaufen. Und uns freuen. 

  Und hier sind sie jetzt.

 Das schwarze  Böcklein ist drei Jahre alt, er ist kastriert, verfügt über ein eindrucksvolles Gehörn und ist ein ausgesprochen sanfter Bursche. Ich nehme an, er wurde in seiner bisherigen Herde von den jüngeren , intakten Böcken ordentlich untergebuttert, denn er ist der schüchternere der beiden Ankömmlinge. 

Seine mitreisende Gefährtin, eine im Mai diesen Jahres geborene Aue, ist ein freches und verspieltes Mädchen mit herrlich weichem, hellbraunem Fell. ( Ich freue mich schon auf die Erstschur). 

Sie hat in den ersten Tagen sogar versucht, auf den Apfelbaum zu klettern, um sich dort ein paar Gripsche zu holen... und sie hegt eine besondere Vorliebe für Brennnesseln.

 

Wir haben sie Monika und Manfred genannt, wobei den Beiden ihr Name natürlich völlig egal ist.

Beide sind gesund und munter, stammen aus guter, liebevoller Haltung und wurden aus familiären Gründen abgegeben.

 

 Die Blauzungenimpfung wird zum Frühjahr hin nachgeholt , zur Zeit ist kein Impftermin zu bekommen, aber gottseidank hat die Ansteckungsgefahr jahreszeitengemäß nachgelassen. 

Und ja, es ist so schön, der freundlichen Gruppe zuzusehen.

 Ich erwäge das Aufstellen einer Bank auf der Weide.

 Es gab nur ein paar Tage Gerangel um die Leckerbissen, nichts Ernstes, nur ein bisschen Köppekloppen, aber nun sind sie als Herde unterwegs. 

Für die Zutraulichkeit geben wir den Tieren morgens und abends ein paar Häppchen aus der Hand ( Zwieback steht hoch im Kurs ), die übrige Zeit wird friedlich gegrast oder gelagert.

 Ich freue mich jeden Morgen darauf, zur Weide zu gehen. Begeistert kommen die Wolligen antrabt und jeder bekommt sein kleines Extra. Dann ziehen sie wieder ihrer Wege. Es sind keine Kuscheltiere, aber sie sind handzahm. Das ist für notwendige Pflegearbeiten ( Klauenpflege), und die einmal im Jahr fällige Schur von Vorteil.

Ich würd mal sagen, ich bin richtig glücklich mit der Entscheidung, Monika und Manfred so kurzentschlossen gekauft zu haben. Jetzt ist unser Tierbestand erst einmal komplett.



 

Vor ein paar Tagen schmiss mir der Youtube-Algorithmus mal wieder ein Video der Marsh-Family vor die Ohren. Ich habe die Entwicklung der Familie seit Corona ein wenig verfolgt und es ist so schön zu sehen, wie harmonisch diese Leutchen miteinander umgehen, wie die "Kinder" langsam erwachsen werden und dabei auch musikalisch reifen. Herzerwärmend, humorvoll und reflektiert.

Montag, 26. August 2024

Von Schafen und von Kartoffeln

 


Nach eingehender Information über den Kartoffelanbau und warum er in den Vorjahren nicht gelungen war, hatte ich mich entschlossen, die Kartoffeln an neuem Standort nun mal "richig" anzubauen. Das alte Hochbeet sollte weichen ( zu schattig, pflegeungünstig gelegen.) Aus besagtem Beet hatte ich im Vorjahr etwa zwei winzige Kartöffelchen geerntet und es darum einfach liegengelassen. Pünktlich zum geplanten Abbau des Beetes erschienen eine Vielzahl von Kartoffelssprösslingen, kräftig und guten Willens, in diesem Jahr hier Knollenfamilien zu gründen. 

ist doch besser als nix

OK,ok... ich hab noch ein paar Pflanzkartoffeln dazugesteckt und konnte unlängst zwei schöne Körbe wunderbarer Kartoffeln unterschiedlicher Sorten ernten. Soviel zum Thema Planung.

 Das Beet bleibt, wo es ist.

 Die nächstjährigen Kartoffeln werde ich wieder dort anbauen . Zu diesem Zweck wird das Beet mit Schafsmist aufgefüllt und ein paar Biokartöffelchen darin zum Winterschlaf gebettet.

Wahrscheinlich wirds nichts. Ist aber nicht schlimm.

 

Anneliese und Hörnchen, unsere beiden verbliebenen Schafe, sind weiterhin gesund und munter. Die Nachimpfung gegen die Blauzungenkrankheit ist nun zwei Wochen her.

 Damit sind sie so sicher, wie eben möglich, vor der Virusinfektion geschützt. Allerdings sind sie noch immer sehr durcheinander, weil ihr Leitschaf Helga nicht mehr ist... 

Nach dem Urlaub werden wir uns um neue Schafsgesellschaft für die Beiden bemühen.

 Abgesehen von der, derzeit grassierenden, Blauzungenkrankheit ist der Herbst dafür eine günstige Zeit. Vielleicht findet sich ( ganz sicher ) eine überzählige, ältere Schafsdame oder ein junges Böckchen, das niemand will und denen wir mit einer Übernahme ein gutes Leben schenken können. 

 

Zwei sind einfach keine Herde !

Insgesamt bin ich bemüht, hier wieder regelmäßig zu erscheinen. Es macht mir Spaß. Aber es gibt eine Menge Arbeit nachzuholen, die während der Krankheitszeit der verschiedenen Wesen liegengeblieben ist. 

zum Wochenanfang nochmal Waxahatchee :






Samstag, 17. August 2024

Spätsommer


 April, Mai und Juni und August fast vergangen und ich lass mich hier einfach nicht blicken. Aber gestern bin ich mal wieder durchgeschlichen ! Ich will auch gar nicht aufhören, zu schreiben, aber es hat irgendwie nicht gepasst

 Ich danke den netten Kommentatorinnen für die Nachfragen und reiße mich jetzt zusammen.

Ja, meine Lieben... in diesem Jahr kams bisher dicke.

 Immer , wenn ich den Vorsatz, mich hinzusetzen und etwas aufzuschreiben, in die Schrift umsetzen wollte, kam irgendeine weitere Aktualität, die mich zum sofortigen Reagieren gezwungen hat. Die Zeit und Aufmerksamkeit absorbierte. Und wenn man den Faden erstmal verloren hat, dann ist es gar nicht so einfach, wieder anzufangen. 

Mit vollem Schwung war ich in die Gartensaison gestartet, habe 170 Gemüsepflanzen heranwachsen lassen, nach dem Auspflanzen kamen dann mindestens so viele Schnecken und waren restlos begeistert. 

Der Dauerregen hat ein Übriges getan, Als das Wetter wieder pflanzgeeignet war, sind dann Hund , Katz und Schaf nacheinander und zum Teil mehrfach krankgeworden. 

Und wer möchte hier von Anaplasmose ( das ist diese Zeckenkrankheit beim Hund), hämorrhagischer Enteritis ( auch beim Hund), wer möchte von FORL ( das ist diese doofe Zahnkrankheit bei Katzen und der Lotte mussten deshalb 14 Backenzähne gezogen werden ), lesen. Hat jemand Bock auf Blauzungenkrankheit ( das arme Schaf Helga ist am vergangenen Montag daran gestorben, trotz Impfung). 

Und zur aktuellen Situation : Jetzt haben der Mann und ich ( mal wieder ) Corona und das ist wirklich nicht nett. Vom Karma.


Aber : Der Hund ist wieder gesund ( ja, er ist alt, er ist empfindlich und wie lange er uns noch erhalten bleibt, weiß ich nicht. ) Er bekommt jetzt teilweise selbstgekochtes Futter für den empfindlichen Bauch und wird schonend aber regelmässig bewegt ( ich sag nur, Fahrradanhänger ! )






Erstaunlich auch, wie Lotti den Verlust von 14 !! Backenzähnen weggesteckt hat. Bereits am 2. Tag nach OP wollte sie Trockenfutter fressen. Wenn sie sich auch mit Irmi nicht immer super verträgt, es ist gerade relativer Frieden in der Katzenwelt. Auch gut.

 Die Irmi hat sich prima eingelebt, ein echter ADHS-Wirbelwind. Freilauf komplett, hat sie sich mit der Nachbarskatze angefreundet und es ist nett zu sehen, daß die pelzige Freundin öfter an der Grundstücksgrenze auf Irmi wartet. 

Zwar haben die Gemüsepflanzen sich weitgehend verabschiedet ( bin ich ein Gemüseversager ?), die Tomaten, die Physalis, ein paar Beerensträucher und Obstbäume tragen vortrefflich. Da hat sich die ganze Arbeit gelohnt. Und im nächsten Frühjahr mache ich einen neuen Gemüseanfang.

Die beiden verbliebenen Schafe sind putzmunter, sie sind nochmal mit einem neuen Impfstoff gegen Blauzungenkranheit geimpft und mit jedem Tag steigt ihre Immunität gegen diese, um sich greifende,  für Menschen ungefährliche, für ein Drittel der infizierten Schafe jedoch tödliche Krankheit. 

Gruppenbild , noch mit Helga, im Juni vor der Schur...

Jetzt muss noch diese doofe Corona-Infektion abflauen, dann fahren wir unser schlappes Wöchelchen nach Dänemark und anschließend bekommen Hörnchen und Anneliese neue Gesellschaft auf der Weide. Zwei von diesen winzigen Schäflein sind einfach zu wenig. Die finden wir ja im hohen Gras gar nicht wieder.

Das war nur ein kurzer Abriss der letzten Monate. Natürlich habe ich gesponnen, gestrickt, sogar ein wenig genäht, viel geräumt... Ohne diese Tätigkeiten wäre ich, glaub ich, ganz unglücklich. Und zwei schöne Konzerte habe ich bisher in diesem Jahr besucht. Davon berichte ich dann mal die Tage...

Kleines Bonbon zum heutigen Abschluss... diesen tollen Künstler habe ich im Februar diesen Jahres , sogar in Hannover, sehen können. War einfach wunderbar. Gerne nochmal.


 ... und ein schönes Restwochende noch


Mittwoch, 27. September 2023

Verschlafen

 


Gestern bisschen verpennt und den Blökwecker überhört ( bei Tagesanbruch verlässlich). Schnell noch die Kamera geschnappt, weil das Morgenlicht so toll aussah und zur Weide gelaufen. Zum Hühner rauslassen und um für jedes Schaf eine Handvoll Kraftfutter zu servieren.

Eine überraschte und leicht empörte Schafsgruppe angetroffen. So nett.

 Gibt`s doch noch Frühstück ?

Wunderbarer Herbst...wunderbares Lied. Immer wieder schön.


Sonntag, 17. September 2023

Zwischenzeitlich Helga

Einer geht... einer kommt !

 Vor ein paar Wochen hat uns nach einem langen und hoffentlich glücklichen Schafsleben unser alte Aue Maggi in Richtung ewige Weidegründe verlassen. Stolze 15 Jahre ist sie alt geworden, wie ich im nachhinein den Schafspapieren aus dem Ordner " animal farm" entnehmen konnte. Ganz schlecht wird die Haltung dann wohl nicht gewesen sein. 13 Jahre davon hat sie nämlich bei uns verbracht. 

Nun schafften die zwei verbliebenen Blöker es nicht, die Weide kurz zu halten, weshalb mir der Sinn nach einem dritten Tier stand. Eine Quessant -Aue sollte es sein, klein und handlich, vielleicht wieder ein älteres Mädchen, das aus der Zucht herausgenommen, seine Gnadenhalme hier kauen könnte. 

Sollte. Aber wo die Liebe eben hinfällt.

Bei der Suche fiel mein Blick auf... Helga !

Helga ist eine Coburger Fuchs Dame, von geschätzt stolzen, gefräßigen 70 Kilo ( Helga hat unbestritten eine Neigung zur Adipositas ). Helga ist zahm, fast aufdringlich, ohne Scheu bewegt sie ihren wolligen Körper behende und nachdrücklich in Richtung Futtereimer tragender Menschen. Lässt sich aber auch gern und ausgiebig kraulen, am besten den ganzen Rücken lang. Eine echte, eigenwillige Persönlichkeit.

 Im Frühjahr hatte Helga Zwillingslämmer bekommen, dabei erhebliche Geburtsschwierigkeiten gehabt und ist deshalb aus der Zucht herausgenommen worden. In die Wurst sollte Helga nicht, sondern einen schönen Lebensplatz bekommen. Den hat sie nun bei uns. Schon nach ein paar Tagen hat Helga das Kommando über die kleine Herde übernommen, trotz des Größenunterschieds ziehen die Drei friedlich ihre Runden auf der Wiese, nur beim Futter kennt Helga keine Verwandten.

Und schöne Wolle hat sie als Coburger Füchsin auch.

Herzlich Willkommen, Helgi !

.... wo ich die ganze Zeit gesteckt habe ? Ich habe einfach mit der Umstellung auf die Rente zu tun gehabt, und in laufenden Prozesse kann ich nun mal nicht gut reinschreiben. Aber gefehlt hat mir die Bloggerei schon.