Vor fast 20 Jahren sind wir hierher auf unser Dorf gezogen. (Unser Dorf ?) , ja inzwischen schon.
Seitdem kenne ich das kleine Haus mit der blauen Tür. Damals in jenem ersten Herbst saß noch ein altes Ehepaar vor dem Häuschen, und schaute einem Wurf junger Katzen beim Spielen zu.
Kurze Zeit später schon, war das Haus leer, die Bewohner verstorben oder ins Heim gebracht... ich weiß es nicht. Viel zu sehr waren wir mit unserer eigenen Fachwerkruine beschäftigt.
Jemand hat die Tür ungefähr zu diesem Zeitpunkt nochmal gestrichen, in knallblau, was ich damals, ganz im Denkmalschutz verhaftet, empörend fand... Es war das letzte Pöttchen Farbe, der letzte Verschönerungsversuch, den das Haus bislang gesehen hat.
Seit Jahrzehnten unbewohnt, drängt sich der Efeu ans Haus, schmiegt sich an, fordert an manchen Stellen Einlass.
Die knallblaue Farbe ist verwittert, und die Tür, mit ihren Zeichen der Zeit, eines meiner absoluten Lieblingsmotive geworden.
Langsam bröckelt der Lehmputz an vielen Stellen, der Wandaufbau wird sichtbar, das Haus baut sich sozusagen selbst wieder zurück.
Das Außen passt sich dem Innen an.
Dekaden der Farbgestaltung werden an der Tür sichbar, jede Schicht, die aufplatzt, legt eine 20 Jahre ältere frei.
Tritt man näher an das Haus heran, kann man deutlich die Feuchtigkeit riechen, die aus dem Lehmgemäuer aufsteigt, aber vor dem Haus wächst ein frischer Teppich federweichen, wilden Oreganos.
Prächtige Holunderbüsche wachen seitlich, und ein paar rosa Blümchen tummeln sich am Zaun.
Schade, altes Haus, wirst wohl nicht mehr zu retten sein.
Aber ein wenig von dem wunderbaren, duftenden Oregano habe ich mir mitgenommen, vielleicht wächst er in meinem Garten weiter.
Tolle Impressionen eingefangen!
AntwortenLöschenLiebe Grüße - Monika
So ein schönes Porträt eines kleinen Stückchens Vergangenheit!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Christiane
Fantastiusche Bilder, da kommt man richtig ins Träumen und fragt sich, wer da gelebt hat und wie es mit ihnen weitergegangen ist. Trotz des langsamen Verfalls ist es wunderschön, das kleine Haus mit der blauen Tür. Danke fürs Zeigen!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Regina
Schöne Motive hast du festgehalten, liebe Gitta. Entfernt hat mich das Haus an das Haus meiner Großeltern in der Türkei erinnert. Auch das ist schon sehr zerfallen. Aber die Familie will ihm künftig wieder Leben einhauchen. Es wäre schön, wenn das Realität würde, und man in den einstigen Räumen, in denen jeder von uns sich oft genug aufgehalten hat, wieder zusammen kommen könnte. Liebe Grüße, M.
AntwortenLöschenFür fotografische Studien ist das Häuschen ein gefundenes Fressen. Für den sanierungswilligen Käufer ein Rechenexempel. Schade, dass es so verfällt. Aber die Bilder sind richtig gut. Marodes hat eben seinen eigenen Charme.
AntwortenLöschenLG Christiane
Hallo Gitta, wunderschöne Bilder, was wohl alles im Haus noch für "verborgene Schätze" sind?
LöschenIm Garten wächst sicher auch noch so einiges, was man vor dem Bagger retten könnte.
Gute Besserung für Deine Schulter und einen guten Heilungsverlauf wünsch ich Dir.
LG conny
Hallo,
AntwortenLöschenda ich deinen Blog interessant finde, habe ich ihn für den „Liebster Award“ nominiert!
Ich hoffe du machst mit!
Für mehr Informationen zum Award gehe auf:
http://enavve.blogspot.de/2014/08/liebster-award-nominierung.html
LG Katharina - enavve world
Hallo Gitta,
AntwortenLöschenso ein verwittertes Fachwerkhäuschen hat schon einen besonderen Charme. Schöner wäre es natürlich es würde sich Jemand finden, der es wieder zum Leben erwegt. Aber so ein Dornröschenschlaf kann ja ganz schön lange dauern.
LG und einen schönen Sonntag wünscht Dir
Manu
Sehr schöne Fotos, die bestimmt mit einer Menge Erinnerungen verhaftet sind.
AntwortenLöschenBunte Grüße,
Marie von http://buntes-bonbon.blogspot.de/
Was für ein wundervolles und wunderschönes Haus. Mein Urban-Explorerherz schlägt höher.
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