Dienstag, 23. Juni 2020

Wolle und W(V)iren


Offensichtlich hat mein (vor)gestriger Post doch nun meine wochenlange Blog- Blockade beendet und das gefällt mir sehr gut. Die Beschäftigung mit dem Internet, ohne selbst etwas zur Gestaltung beizutragen, ist sozusagen wie ein Blick in einen blinden Spiegel. 

Jetzt sprudelt es wieder. Herzlichen Dank auch für die Kommentare, die mir zeigen, daß da draußen doch noch jemand mitliest. Schön.

Ich habe eine weitere Nacht als Covid-Aufnahme-Schwester hinter mir. Zur Zeit habe ich so Kleckernächte, ( ne Nacht, zwei Tage frei, ne Nacht, drei Tage frei, nen Spätdienst, zwei Tage frei, zwei Nächte, Biorhythmus, was ist Biorhythmus ? ),weil der Betieb noch nicht wieder auf Normalkurs läuft.

ich, als Telefonzelle, der obere Schutzkittel fehlt noch, der jeweils nach jedem Kontakt mit Patienten gewechselt wird. ( a lot of material, meine kleine Schwitzhütte ! )

Meine anfängliche Angst vor der Situation hat sich gegeben. Wir schützen uns gut, sind personell ausreichend ausgestattet und halten die Hygiene-Bestimmungen akribisch ein. Ist umständlich, aber geht nicht anders. Es ist sinnvoll, Covid-verdächtige Patienten vom  allgemeinen Betrieb getrennt aufzunehmen. 
Ein bisschen Humor schadet auch nicht, ich sage den Patienten immer, ich wäre als Telefonzelle verkleidet. Die meisten finden das gut.

Nachmittags dann wieder meine andere Lebenswelt. Haus und Hof. Die Gemüsepflanzen sind nun, (bis auf die Tomaten im Gewächshaus ), auf den Beeten und ich bin schon sehr gespannt auf die mögliche Ernte. Ich probiere viel aus, richte mich eigentlich nicht nach irgendwelchen Büchern und wenn mal was nicht klappt, dann ist das nicht tragisch.


 Begonnen habe ich damit, die Gemüsepflanzen mit ungewaschener Rohwolle zu mulchen, mit den aussortierten Teilen von Beinen und Po der Schafe. Funktioniert gut und eine ungemulchte Kontroll-Zuccinipflanze wächst deutlich langsamer.  Die Wolle düngt nicht nur, sie hält das Gießwasser länger an der Pflanze und die Schnecken fern.
Rohwollmulch, da kommt kein Beikraut hoch

Den Hühnern und Schafen geht es gut, allerdings bin ich im Moment sehr bemüht, drei der Hennen vom Brüten abzuhalten. Denn es gibt, seit der letzte Hahn das zeitlich gesegnet hat, keinen Hahn mehr. Aus gutem Grund, denn ich wollte nicht mehr jedes Jahr Sorge dafür tragen müssen, daß ungewollte junge Hühnermänner ein Zuhause oder einen Kochtopf finden. Das war so überhaupt nicht mein Ding, erst zieh ich die Küken liebevoll mit auf und ab Weihnachten krähen sie sich den Wolf und ich weiß nicht mehr wohin damit. 


Leider hat die kleine Knieß das noch nicht verstanden und so muss ich sie jeden Tag neu davon überzeugen, daß das Herumsitzen auf Eiern keine gute Idee ist. 

So. Morgen bekommen wir im Krankenhaus Blut abgenommen um zu schauen, wer bereits Antikörper gegen Corona entwickelt hat. Ein freiwilliges Angebot, auf dessen Ergebnis ich sehr gespannt bin. Jede neue Erkenntnis über den unseligen Virus bringt uns hoffentlich ein Stück weiter !

Kommentare:

  1. Guten Morgen Gitta, dass ist ja ein Kontrast zwischen deinem Beruf und dem erholsamen Privatleben.
    Wie gut dass ihr so geschützt seid. Und es alle dies Hilfsmittel gibt.
    Ich mag nicht darüber nachdenken wie unsicher es in vielen Regionen der Welt da ist, da wünsche ich mir mehr Hilfe.
    Die wolke als Milch wird schon in bergregionen eingesetzt, las ich mal, es hält auch die Feuchtigkeit und verhindert ausschwemmunngen. Wolle wird da m. A. Viel zu wenig finanziell gewürdigt.
    Deine Hühner sind ja schön. LG. Von Frauke

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  2. ....danke für diesen post..telefonzelle ist der knaller....ich freue mich dolle, dass du wieder da bist...
    herzlichst
    annette

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