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Freitag, 10. Juni 2022

Holunder

 


Holunder ist ein echtes Geschenk. Niemand hat ihn gepflanzt und dennoch haben wir auf unserem Grundstück etliche, wunderschöne, starke Büsche dieser wunderbaren Gewächse. Ein Labsal für Vögel und Insekten, im Frühjahr wie im Herbst und üppig genug, daß ich mich daran für die Holunderküche bedienen kann, ohne daß die Ernte groß auffällt. 


Gestern schon in Gläser gefüllt : Holundergelee, megaeinfach aus Apfelsaft und Holunderblüten. Noch in Arbeit : Holundersirup und Holundersekt. Der Holundersekt ist mir im letzten Jahr nicht gelungen. Der Ansatz hatte leider Schimmel angesetzt. In diesem Jahr lasse ich die Gläser deshalb in der Küche stehen, damit ich täglich einen Blick darauf halten kann. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und denke sogar daran, einen 2. Ansatz zu versuchen, denn durch die unterschiedlichen Standorte der Büsche zieht sich die Blüte 3 bis 4 Wochen hin. 

Hier kurz die Rezepte, die ich verwende : 

Holundergelee : 1 Liter Apfelsaft mit 15 bis 20 Blüten kalt 24 Stunden ziehen lassen, dann die Blüten abfiltern ( ein Baumwolltuch in ein Sieb gelegt ist gut dafür ), und das Ganze mit Gelierzucker, nach Belieben zu Gelee verarbeiten. Einfach gemacht. Es entsteht ein fein aromatisches Gelee. Superlecker !

Holundersirup : 1 Kilo Zucker auf 1 Liter Wasser mit Zitronenscheiben erhitzen und so eine Zuckerlösung bereiten. Die Menge des Zuckers kann variiert werden, ganz ohne geht es jedoch nicht. Müsst Ihr ausprobieren. Die Zuckerlösung wird abgekühlt über die Holunderblüten gegeben und 5 Tage unter Kontrolle ! stehen gelassen. Ich füge noch ein Löffelchen Apfelessig hinzu. Wichtig ist es, die Blüten NICHT abzuwaschen und sie möglichst an einem trockenen, sonnigen Tag zu ernten.

Nach 5 Tagen ( plus minus 1/2 Tag) die Blüten abfiltern, ich erhitze den Sirup dann und fülle ihn in saubere, kleine Glasflaschen ab. Wer mag, kann den Sirup etwas einkochen...Wenn man sauber gearbeitet hat, hält sich der Sirup bis zur nächsten Ernte. Klappt aber bei uns nicht, weil vorher aufgebraucht. Geeignet zum Herstellen erfrischender Getränke mit ( Mineral)Wasser oder als Zugabe zum Tee. 

Schaf Anneliese ist wieder ganz gesund und verhält sich wieder angstlos und normal. Ein paar Holunderblüten bekam sie bei der Ernte als Lekkerli, denn auf der Weide ist im unteren Bereich schon alles abgefressen. Mist. 

Ja, schon wieder ist eine Woche dahingerast. Zum Schreiben bin ich kaum gekommen, eher aus Zeitmangel denn aus Motivationsverlust. Es war eine Holunderwoche, eine Ohrenarztwoche, eine auf der Arbeit-Ärger-Woche und eine Verschenk und Wegwerfwoche. Es geht voran, auf allen Ebenen.

Und beim Verschenken und Wegwerfen fällt einem ja so manches in die Hände, so auch alte Musik, beim Abstauben der CDs. 

Zum Wochenende hier ein Fundstück, das mich immer noch zum herumspringen bringt. 


Schönes Wochenende !




Dienstag, 1. September 2020

Apfeljahr


Dass dieses 2020 ein ungewöhnliches Jahr ist, sogar ein ungewöhnlich nerviges, das haben wir ja wohl alle schon gemerkt. 

Aber es gibt auch schöne Besonderheiten, so zum Beispiel weniger Gerümpel durch weniger Flohmärkte. Und es gibt Äpfel.


Ohne Ende.

 Alle Sorten, alle Größen.

 Rund ums Dorf liegen zentnerweise Falläpfel.

 Auf jeder Hunderunde kann ich ohne großen Aufwand zwei Fahrradtaschen voll einsammeln. 

Oder den Nachbarn fragen, der seine Äpfel nicht mag und sie mir eimerweise rüberbringt.



 Und so koche ich Apfelmus, trockne Apfelspälten im Dörrautomat, sogar die Schalen habe ich getrocknet, weil ich sie mag, als Chipsersatz. 

Zur Anwendung kommen jetzt die schönen, alten Einmachgläser, die ich vor zwei Jahren bei einer Haushaltsauflösung gerettet habe. Antike 1/2 Liter-Gläser aus einer wunderbar geordneten Selbstversorgerwirtschaft, die sonst im Glascontainer gelandet wären.
Leider kam ich zu einem sehr späten Zeitpunkt an diese Haushaltsauflösung und mein Begehr war eigentlich ein alter Küchenschrank. Dort hatten Garten- und Einkochunkundige bereits einen großen Teil der nützlichen Untensilien zur Haltbarmachung von Obst und Gemüse zerdeppert, was ich unglaublich schade und respektlos fand.

 Aber immerhin, ungefähr 40 Gläser konnte ich retten.


Monopol steht darauf, oder Frauenlob, oder natürlich Weck. Und so schnippele ich jeden Tag Äpfel, das geht fast so nebenbei und koche sie ein, in meinem tollen , alten Gläsern. 
 Ein ordentlicher Vorrat hat sich schon angesammelt.

 Und macht mir einen Heidenspaß. 

Eingekochter Sommer.



Überhaupt ist es erstaunlich, wie viel meine kleinen, dilettantischen Gemüsebeete so abwerfen. Gestern konnte ich sogar ein paar rote Beete ernten ( ziemlich kleine ),  und die frisch geernteten Kartoffeln sind ein Genuss.



Ich habe tolle You-Tube Videos gefunden, denn ich muss noch viel lernen. Ein Saatgutkatalog ist bestellt und im kommenden Jahr werde ich noch ein weiteres Beet hinzunehmen und aus meinen diesjährigen Fehlern gelernt haben ..., als da wären : zu viele Zucchini, die bereits eine Größe erreicht haben, die ausreicht, um daraus Boote zuschnitzen ( nun gut, ich habe Hühner, die mögen die auch, zumindest kleingeschnibbelt ). Die rote Beete ist zu dicht gesät, die Reihen der Bohnen ebenfalls. Zu wenig Mulch... etc. pp..

 Aber ich bin ja kritikfähig !



Ich füge hier mal einen Link an, auf den Kanal einer sympathischen, jungen Frau, die einen tollen Gemüsegarten betreibt.

 Sehenswert und sehr, sehr lehrreich. 

https://www.youtube.com/channel/UCzrwDTU6gomqaAV8Wxr6G5g

Nun ist der September da. Mein , unser "richtiger " Urlaubsmonat. Wir werden ein paar Tage nach Dänemark fahren und immer wieder empfinde ich es als großes Geschenk, am Ende des Sommers Urlaub zu haben. Die Hitzehektik ist vorbei und in Dänemark ist um die beginnende Herbstzeit doch recht wenig Touri-Betrieb. Jedes Jahr freue ich mich auf diese kleine Woche. 



 P.S. Das Schnäppchen des Tages : Ein großer Stickrahmen aus dem Gebrauchtmöbellager, in dem ich heute nach dem Lebensmitteleinkauf stöbern war ( von wegen keine Flohmärkte ) Für ein paar Euro ! Schön. 










Freitag, 26. Oktober 2018

Das Mosi


Mitten in meinem herbstlichen Tun hat mich vor über einer Woche dann ein ebensolcher Infekt ausgebremst.
Ich hatte wenig Motivation, etwas außer meiner täglichen Routine in Angriff zu nehmen und auch keine recht Lust zu schreiben.
 Nun klingt die kleine Grippe für zwischendurch ab und es geht mir wieder besser.


Auf einer meiner Hunderunden hatte ich schwarze Hagebutten gesehen, im Netz darüber recherchiert und ein paar davon geerntet.



 Zusammen mit Schlehen ( die hatte ich einen Tag in der Kühltruhe) und ein paar übriggebliebenen Brombeeren wurde daraus ein dunkles und sehr fein aromatisches Gelee.

der aufmerksamen BetrachterIn sicher nicht entgangen... hier ist acuh noch Liguster ( die Beeren wandern in den Tiefkühlschrank und werden zum Färben benutzt)

Einen kleinen schwarze-Hagebutten-Rosenausläufer habe ich mitgenommen in der Hoffnung, er möge in meinem neuen Garten wurzeln und weiterwachsen.
 Er stand so dicht am Weg, das er an seinem Ursprungsort sowieso keine Chance hätte. 

Im Übrigen bin ich bei solchen Exkursionen stets bemüht, die Pflanzen bei der Ernte von Wildbeeren nicht zu beschädigen und keinen Raubbau zu betreiben. Wildbeeren sind für die heimische Vogelwelt als Nährgehölz unentbehrlich und ich nehme immer nur ein paar wenige Beeren von jedem Strauch. 



Was anderes bleibt mir bei dem dichten Dickicht auch gar nicht übrig.


 Und auf den oberen Ästen der Sträucher sitzen die Vögel und lachen über mich... also keine Sorge.


Für einen weiteren Zufallsfund habe ich in der vergangenen Woche dann doch einige Kilometer mit dem Auto zurückgelegt.


 Schon lange wollte ich ein Moswolt-Spinnrad haben oder wenigstens ausprobieren.

Die ungewöhnliche Konstruktion des Schwungrades und das große Fassungsvermögen der Spulen haben mich gereizt. Nun hatte ich die Möglichkeit, sehr günstig eines zu erwerben.


Es ist prima erhalten, in allen Belangen intakt, nur der Antriebsriemen fehlt.
 Die Spulen fassen satte 300 Gramm Material und der Einzug ist groß genug zum Spinnen von dickem Garn. 


Bei all den guten Eigenschaften ist es schmal und sehr durchdacht konstruiert und bezaubert mit einer integrierten Haspel.
 Ich schätze mal, das es aus den 80iger Jahren stammt, die Firma stellt mittlerweile keine Spinnräder mehr her, es ist also nur noch gebraucht erhältlich. Schöner Fund.
Ich werde ich mich nach den anstehenden Nachtdiensten näher damit beschäftigen, mit dem Mosi.

Und zu guter letzt : Ein bisschen gefärbt habe ich auch noch. Meine unglaublichen Tagetesblüten haben noch einen 2.Zug hergegeben und noch vorhandenes Blauholz ( geerbt, nicht gekauft) hat ein wunderschönes Lila gefärbt.




Mit all den schönen Farben, die ich in meinen kurzen Färbeaktionen in diesem Herbst erzielen konnte, bin ich doch versöhnt mit dem Thema Färben mit Naturfarben.




noch Zeit für ein Herbstlied ? Nein, nicht schon wieder der gute, alte Wenzel.... diese Burschen sind auch nicht schlecht. 

Und passen gut zum Herbst, finde ich !


Mittwoch, 8. August 2018

Das Inselchen

Immer mal wieder hat es in meinem Leben sehr, sehr arbeitsintensive und produktive Zeiten gegeben.



Und so eine ist, relativ unerwartet :

 Jetzt. 

Kinder aus dem Haus, aber in naher Anbindung. 
Rentenalter in Sicht. 

Neuer Garten am Start und das Allerallerwichtigste : Nachdem das Jahr eher bescheiden und voller Widrigkeiten begann, nun die Auflösung der größten Probleme.

 Dazu noch ein neues Katzenkind, munter und ausgesprochen schön, das mich jeden Tag aufs neue glücklich anlacht und mir unheimlich viel Freude macht. 


 Sogar einen, eher potthässlichen, gebrauchten, Kratzbaum habe ich ihr gekauft, den sie mit Begeisterung nutzt, denn unkontrollierter Freilauf ist noch nicht ! 


Annähernd 40 Tomatenpflanzen warten darauf, alle 2 Tage abgeerntet zu werden ( gestern 15 Kilo !) und natürlich muss die Ernte auch verarbeitet werden.


Und wenn ich sowieso in der Küche stehe, kann ich auch gleich noch ein Brot backen. 
Fast meine ganzen Einkochgläser sind schon mit Selbstgemachtem gefüllt. 

Das ist toll, es macht mich glücklich.

 Noch nie hatte ich das Gefühl so sehr wie im Moment, Pläne und Vorhaben die im Zusammenhang mit dem Landleben stehen, auch umsetzen zu können.

Hier auf meinem kleinen Inselchen. Endlich !



Ich war fleißig dabei, meine Wollvorräte zu verhäkeln und habe die Körbe anschließend in der Waschmaschine gefilzt, was sie gut überstanden haben, lediglich die Farbe ist etwas verblasst.


Drei Schlafkojen für die Katzen sind entstanden und zwei Behälter für Wolle oder anderes. 


Und auch andere Projekte werden nach langer Liegezeit beendet... ein allgemeines Aufräumen und Neuorientieren.  

Aber :
 So sehr ich mich auch über die persönliche Situation freue, ( und ich glaube, die war nie besser als jetzt), die allgemeine Lage macht mich nachdenklich und wütend. 


Der Klimawandel ist unübersehbar, die menschenverachtende Abschottungspolitik der EU macht mich fassungslos.  

  Ich frage mich, was jeder Einzelne noch tun kann  ?

Wann werden die Verantwortlichen begreifen, daß wir alle in EINEM ( überhitzten ) Boot sitzen.
Jedenfalls bin ich dabei, zu überdenken, wo ich mich auf meinem kleinen, ganz persönlichen, Inselchen ökölogischer verhalten kann und habe mich außerdem bei der Planungsgruppe Seebrücke eingeloggt.

 Wenigstens zur öffentlichen Meinungsäußerung auf die Straße zu gehen, scheint mir das Mindeste. 

Und weil es gerade auch zum Thema : " Wir und die Anderen " passt.

Es gibt Nachichten von Gaudence aus Ruanda ( die junge Frau ohne Nase aus der Adventsaktion) .
Der kleinen Familie, die nun ohne den ausbeuterischen Ehemann leben darf, ( er hatte die kranke Frau zum Betteln geschickt und zu verhindern versucht, daß sie gesund, d.h. weniger einträglich für die Bettelei, wird) , geht es gut.



 Gaudence hat Lesen und Schreiben gelernt, sie ist aktuell auf der Suche nach einer Arbeit.
Die plastische OP,  die zur Korrektur ihrer großflächigen Defekte im Gesicht geplant war, muss allerdings aus gesundheitlichen Gründen noch ein bis zwei Jahre verschoben werden. 
Gaudence kommt aber mit ihrer Orthese ( künstliche Nase ) gut zurecht und wird weiter vom Verein " help for kongo kids" unterstützt. 

Ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, aber besser, als nichts zu tun, denn ohne den Verein wäre Gaudence nicht mehr am Leben....

So , ich wünsche Euch ein wenig Abkühlung, eine gute Restwoche und einen klaren Blick über den Tellerrand.

 Und ein bisschen glückliche Insel im Alltag !




Mittwoch, 14. September 2016

Grille oder Ameise


 Die Schwemme an Obst und Gemüse ( expecially tomatoes) ruft an diesen warmen"Grillen" tagen energisch nach Ameisenverhalten.  Aber manchmal lässt sich beides ja auch gut verbinden.


So ist das Zubereiten und Einkochen von wunderbarer, selbstgemachter Tomatensuppe durchaus ein Vergnügen für Auge und Geschmacksnerven. 


Besonders zufrieden bin ich damit, mittlerweile Wolle erspinnen zu können, die so weich und komfortabel ist, daß man sie auf der Haut tragen kann, und die sich für kuschlige Mützen eignet. (Die sich auch noch schnell und handlich stricken lassen).
 Da gibt es schon eine Warteliste....
 Denn, das weiß die Ameise, wenns kalt wird, kann man was auf die Birne vertragen.


 Eindeutig in die Grillenabteilung gehörte am vergangene Wochende ein Ausflug zu zweit ins idyllische Besenhausen. Auf dem gleichnamigen Gut stellte Lisa ihre schönen, lichten Bilder und ihre wunderbaren Skulpturen aus
.( Leider war es mir nicht möglich, diesen Absatz in normal großer Schrift zu setzen. Blogger spinnt einfach manchmal. Also Lesebrille raus, Mädels !)


Das Gut Besenhausen , welches auch ohne Ausstellung einen Ausflug wert ist, ist ein idyllisch gelgener Ort in der Nähe des Aufnahmelagers in Friedland/ Göttingen. Einen Kaffee kann man dort immer trinken, Handwebkunst bewundern und einen Spaziergang zum dort noch sehr jungen Fluss Leine samt Fischtreppen unternehmen.
  Lisas Ausstellung ist leider für dieses Jahr schon zu Ende, aber im nächsten gibts ja vielleicht wieder eine. Sehenswert !

 
Auf dem samstäglichen Heimatflohmarkt fand ich Tags drauf für einen kleinen Obolus diese schöne Häkelarbeit, der ich nicht wiederstehen konnte, weil mich Grannies und Artverwandtes immer schon angezogen haben. 


 Auf den ersten Blick sah die Arbeit aus, als hätte man viele, verschiedene Reste verwendet, die bunten Blüten sind jedoch aus Strumpfwolle. Eine tolle Idee für kleine Reste dieser Garne mit dem netten Farbverlauf.(Schrift siehe oben..)

 
 
Also Granniesquares häkeln, Mützen stricken und spinnen.
Und bei so vielen Ideen und Plänen textiler Natur, freue ich mich schon auf die länger werdenen Abende, aufs Holzfeuerchen im Ofen.

Solange die Tage noch so heiss und sonnig sind wie zur Zeit, werde ich noch möglichst viel meiner Rohwollen waschen, denn im Moment dauert es kaum einen Tag, bis die Fasern getrocknet sind.


Dann wird umgeschichtet, sehr zum Verdruss von Emo, der sich hier auf dem "Suchbild mit Katze" sichtlich wohl fühlt.


 Es sind lebendige und warme Tage und ich komme  mir vor wie Frederik, die Maus aus dem Kinderbuch, die Farben , Wärme und Gerüche für den Winter sammelt.  Und ein wenig erstaunt mich das auf eine gute Art, da ich noch vor ganz kurzer Zeit das Gefühl von Reduktion und Verlust hatte.

   
Grille oder Ameise ? Schön, wenn man es einrichten kann, daß das Leben Beides bietet.


Dienstag, 30. August 2016

Hotter than july oder : Spinnst du noch ?


Dieser, für mich sehr wechselhafte August verabschiedet sich heute, am vorletzten seiner Tage mit wunderbarem, sozusagen traumhaftem Wetter.


Vorbei die komaauslösende Hitze der letzten Woche und wenns nach mir geht, braucht die auch nicht nochmal erscheinen.

 Gerupft hat er mich, dieser August. Nicht nur wegen der Hitze. Zwei meiner betagten Katzenladys sind verstorben, auch sonst jede Menge Veränderung und Arbeit und gestern ist dann noch überraschend mein kleiner Hahn Muttchen von uns gegangen.

Alles, aber auch alles, sieht nach Reduktion aus.

Diese schlafende Mieze ist unsere "Mütze", mit 14 Jahren im Moment unsere Dienstälteste.
Mütze geht es gut. 

Nicht so die Beschäftigung mit meinen Wollen. Obwohl das Wetter geradezu die Wollwäscherin in mit herausforderte, habe ich im vergangenen Monat etliche Meter aus ungewaschener Rohwolle ersponnen.

von links nach rechts: blue Texel, Rauhwoller ( auf meinem antiken Rad gesponnen,) ostfriesisches Milchschaf...

Ich wollte die Textur der sonnengebleichten Wollspitzen erhalten und nach kurzer Zeit hatte ich mich an die veränderten Bedingungen und auch an den Geruch ( it smells like sheep spirit !) gewöhnt.

herbstlich : trockene Dolde der wilden Möhre, verstricktes, wildes Schaf....

Ich finde, die ungewaschen gesponnene Wolle, ( die natürlich NACH dem Spinnen gewaschen wird) ist viel, viel weicher.

dieses verschwommen-weiche Gestrick wird eine Jacke....
  Deshalb werde ich, nach Vorsortierung der Vliese, auch weiterhin einiges an Wolle ungewaschen verspinnen.


Die alte Bank ist ein Fundstück der letzten Wochen. Im nächsten Jahr will ich sie ein wenig " aufpolieren".

Obwohl ich in diesem Gartenjahr nichts außer Tomaten angebaut habe, (auch das ist der allgemeinen Veränderung zum Opfer gefallen), wachsen mir im Moment von allen Seiten Obst- und Beerengeschenke entgegen.


 Unmöglich, daran vorbeizugehen, und so habe ich Glas für Glas, eine feine Auswahl umwerfend, leckerer Marmeladen herstellen können ( pur und einfach).

 Die überraschend ausgebrüteten Hühnchen entwickeln sich gerade zu putzmunteren Hühnerteenies, die,


unter Obhut Ihrer Mütter und des überaus freundlichen Hühnervaters schon seit einer Woche den gesamten Garten erforschen.


 
Besonders morgens, beim Öffnen des Hühnerstalls begeistern mich die Kleinen mit ihrer Lebensfreude und ihren Spässchen ( ja, auch kleine Hühner spielen).


Im kommenden September wird es für mich ein paar Tage Resturlaub geben, und die werde ich auf jeden Fall nutzen um  : den Herbst zu geniessen und meine Renovierungspläne im Haus umzusetzen.
 Tapetenrollen und neuer Teppich stehen schon bereit. Und mit 4 freien Wochen am Stück lässt sich schon was anfangen ! Jepp !


Ach so : Ich spinne noch. 
Spinnen ist großartig !