Mittwoch, 14. Mai 2014

Geduldsarbeit


.... Ideen zu entwickeln, das geht oft schnell, ist fast immer leicht und macht fast immer glücklich. Auch, Dinge auf dem Flohmarkt zu erstöbern, und begeistert nach Hause zu tragen.

Viele Ideen rauschen nur durch, sind flüchtige Blitze, werden nie verwirklicht.  Andere setzen sich fest, tauchen immer wieder auf.  Zeit und Raum braucht man zur Umsetzung fast aller Ideen. Ist beides nicht ausreichend vorhanden, tja, dann kann man entweder aufgeben, oder man schiebt alle möglichen Vorhaben vor sich her, und kann gar nicht unterscheiden, welche der Ideen wichtig, welche unwichtig, welche völlig überholt sind. 


Und plötzlich, nach langen Jahren, ist die Zeit da, Dinge umzusetzen und das große Sortieren geht los.
 Auf einmal werden langfristige Projekte möglich, ordnet sich das ganze Sammelsurium und eine Richtung ist erkennbar.  So geht es mir im Moment.


Nicht daß ich zu viel Ruhe habe. Anstelle einer relativen Überbelastung ist eine Menge Kommunikation getreten. Das Haus ist nicht leerer als zu Zeiten, in denen wir mit der ganzen Familie hier wohnten, eher im Gegenteil. 

Aber ich bin konzentrierter, kann Dinge, Ideen nacheinander umsetzen, statt alles gleichzeitig zu tun.  Das ist ungewohnt und schön !  

Aber ich bin mein ständiges Gewusel selber gewöhnt, sodaß ich mir in meinem kleinen Hirnkämmerlein ab und zu vorwerfe, nichts zu schaffen.  
Deshalb habe ich heute mal die bisher seit September gesponnenen Wolle zusammengetragen.

 Und nun bin ich sehr zufrieden !


All diese Wollstränge sind von Grund auf selbst gemacht. Vom kompletten Wollvlies, ungewaschen, wie es der Schäfer heruntergeschoren hat, bis zum gesponnenen und gefärbten Strang.  Zusammen mit der Weste und den beiden Pullovern), der dunkle der ganz oben liegt, ist noch in Arbeit, und den Restwollen im Korb sind das fast 5 Kilo Wolle.


Die allererste sehr grobe Wolle nicht mitgerechnet. Mittlerweile würde ich mich als geübte Anfängerin bezeichnen. Vieles gibt es noch zu lernen. Und ich bin fleissig dabei.

Die Pflanzenfärberei beschert mir nicht nur Erfolge. Aber ich sehe, daß ich etwas zustande bringe. Die Suche nach dem schnellen Ergebnis, der kleinen Häkelei,
dem raschen Bastelobjekt, lässt nach. 

Und auch die vielen Flohmarktbesuche, denn ich habe zu tun.  Beim Durchsehen der Dinge, die sich in meinem Besitz befinden, habe ich festgestellt, daß alles schon vorhanden ist, ich wunderbare alte Sachen besitze, Schätze, die mir etwas wert sind. Überrreichlich.  Ich bin also sehr wählerisch geworden.

 Diese beiden Gegenstände haben dennoch Einlass gefunden.


 Die tolle Thermoskanne habe ich von einer Freundin geschenkt bekommen.
 Die Kanne fasst mehr als 2 Liter Flüssigkeit.  Und Tee bleibt darin 24 Stunden  brühheiss. 

Brühheiss !!!


Die  alten Schlagbuchstaben sind vom letzten Flohmarkt, und haben meine Lust an Schriften angesprochen.  Ich werde irgendwann einmal versuchen, Leder oder Holz damit zu prägen. 


 Und  hier hat noch jemand Lust auf Wolle . Unser schöner Emo hat es sich dann zum Foto noch in meinen Gespinsten bequem gemacht. 


Wenn das keine Anerkennung  ist.



So, nun lassen wir mal den letzten Eisheiligen, und morgen die kalte Sophie hinter uns, und dann kann der liebliche Frühling wieder einkehren. Ich bin kein Wettermeckerer, aber die Gemüsepflanzen könnten langsam etwas Wärme gebrauchen. 

Kommentare:

  1. Hallo Gitta,
    Emo weiß halt, was wirklich gut ist;-).
    Die Thermoskanne ist nicht nur praktisch, sondern wunderschön!
    Auch ich hoffe auf eine baldige Wetterbesserung, da sonst meine Tomaten "schwimmen" lernen müssen...
    Viele Grüße,
    Petra

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  2. Hallo Gitta,
    ich bin voller Bewunderung über Deine "Gespinnste" ;-) Du bist wirklich fleissig wie eine Goldmarie. Ich konnte mir das erst gar nicht so richtig vorstellen , wie Du diese ganze Schafwolle verarbeiten willst, aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Wirklich genial wie Du das alles geschafft hast. Auch diese verschiedenen Farbschattierungen find ich ganz zauberhaft da könnten schöne Filztaschen oder Pantoffel draus werden.
    Ja das Wetter kann nun langsam auf Sommerzeit gestellt werden.
    Ich wünsche Dir weiterhin ein frohes Schaffen
    LG Conny

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  3. Du Fleißige! Und Schönfärberin!!Es ist so wichtig, ab und an mal innezuhalten und sich zu gönnen, zufrieden mit sich zu sein. Bestimmt hast Du gestrahlt, als Du entdeckt hast, was Du alles wunderbares in der Zeit geschafft hast.Erntezeit im Frühling:-)
    Viele herzliche Grüße
    Lisa

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  4. Liebe Gitta,
    Dein Eintrag hat so richtig mein Herz gewärmt. Kardierst Du die gewaschene Rohwolle zum Vlies und verspinnst es aus dem Batt oder kämmst Du? Ich bin mit den Hundekämmen so langsam, dass ich nur staunend auf die riesige Menge, die Du schon verarbeitet hast schauen kann. Von den unterschiedlichen Farben ganz zu schweigen. Unsere schwarzen Katzen lieben die Wolle auch.
    Alles Liebe
    edith

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