Samstag, 23. August 2014

Head and shoulders


... buchstäblich auf die leichte Schulter genommen habe ich Ende Mai ein Ereignis, das nun weitgehend meinen Sommer bestimmt hat.  Der Herr Mufti ist bei seiner täglichen Fahrradausfahrt in  jugendlichem Leichtsinn spontan einem auffliegenden Vögelchen hinterhergeprescht, sodaß mein rechter Arm sich kurzzeitig über Gebühr verlängern musste.


 Eine Viertelstunde habe ich dagestanden und alle Vögelein und Engelein singen gehört, dann verringerte sich der Schmerz auf ein erträgliches Maß, und ich bin weitergeradelt. 

der Muften kann nix dafür !
In dem Bewusstsein, daß Menschen eine ganze Menge ab können, ohne kaputt zu gehen, verpasste ich mir die Diagnose "Zerrung" und hab einfach weitergemacht. Mit allem. 
Mitte Juli konnte ich nicht mehr ignorieren, daß meine "Zerrung" zu einer Riesenschulterproblematik angewachsen ist, und begab mich mehr oder weniger vertrauensvoll in die Hände der Schulmedizin. Naja !
Und nun kann ich mich in den nächsten Wochen oder Monaten damit beschäftigen, den ganzen Salat wieder aufzulösen, den der Muskelriss angerichtet hat. 
Impingement heisst der Mist... und er tut ordentlich weh !!!.. da heisst es üben, üben üben...  Bewegen ja, aber nicht zu viel, belasten ja, aber nicht über 5 Kilo.

In den ersten Wochen habe ich mich in erster Linie darüber geärgert, was ich nicht kann im Moment. Mittlerweile versuche ich mich daran zu orientieren, was geht.  Spinnen kann ich ( weil linkshändig möglich), ein wenig stricken oder häkeln, nähen mit der Nähmaschine, auch kein Problem. Und natürlich fotografieren, musikhören, schreiben...


 Fotos ordnen, was ich schon längst mal machen wollte......

Kranke pflegen  -  da wirds schon schwieriger, denn wenn die alte Dame zu mir sagt : "Schwester, heben se mich", dann kann ich nicht mal mit der Schulter zucken, denn auch das ist sehr schmerzhaft. 


Mit den im Moment fehlenden Möglichkeiten zu körperlich schwerer Arbeit verändern sich meine Ideen, meine Vorstellungwelt, und das ist eigentlich das Interessanteste daran. 

 Alte Möbel vom Sperrmüll ziehen, schleifen, streichen etc. geht nicht..., Garten umgraben ?, Wände streichen? no way... statt dessen habe ich tatsächlich mal ein wenig gelesen, mir Ruhe gegönnt und das eine oder andere Gespräch geführt, ohne nach 10 Minuten aufzuspringen und weiterzuackern .

 Und  zum Glück habe ich hier im Haus Helfer, die schwere Arbeiten übernehmen können.  Danke liebe Mirabellenpflücker/innen und Rasenmäher/innen, schön, daß es Euch gibt, und nicht nur deswegen !

 Ich finde es schon spannend wie sich unter so einer Einschränkung die eigene innere Topografie verändert, und ich mich nicht mehr als kräftige Landfrau erlebe, die ALLES schaffen kann, sondern sich meine Ideenwelt meiner körperlichen Leistungsfähigkeit anpasst .    
 Auch ist es recht lehrreich, die Schulmedizin mal von Patientenseite zu erleben.  Das wird sicher meine Vorgehensweise im weiteren Berufsalltag beeinflussen. Ich bin ja nicht gerade die garstigste Schwester, aber wie wichtig es ist, vernünftige Auskünfte zu Abläufen zu bekommen, oder überhaupt Antworten, das erlebe ich jetzt mal selbst. 


Letztlich muss ich auch noch Geduld lernen. Wenn man 3 Monate die eigene Schulter verrotten lässt, kann man nicht erwarten, daß in 2 Wochen alles wieder gut ist.
So genug nun, ich werd mich tapfer halten und ordentlich meine Krankengymnastik machen, dann kann ich bestimmt bald wieder Handstand machen. Ha ! 


 
Ganz gesund ist mittlerweile mein gutes, altes Stöpsi geworden. Springt wieder aus 2 Meter Höhe aus dem Gebälk, fängt Mäuse und ist guter Laune.  Ein bisschen dünner ist sie geworden, wahrscheinlich weil sie sich in den vergangenen Monaten nicht so viel Nagerbeikost hat fangen können. Aber dann gibts eben die eine oder andere zusätzliche Dose für den Winterspeck.  


 Ich freue mich sehr, daß die Miez wieder gesund geworden ist, ich hatte nicht gewagt zu hoffen,daß sie wieder so fit wird.....

 Ich glaube, daß die beiden Verletzungen, die ich in diesem Jahr hatte, etwas verändern werden. Sie haben mir beigebracht, Prioritäten zu setzen, mehr auf die eigenen Grenzen zu achten, aber auch Pläne umzusetzen und nicht alles auf "Später" zu verschieben !!!

Kommentare:

  1. Ich wünsche Dir gute Besserung, hoffentlich bist Du bald wieder ganz gesund.

    lg
    Maria

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  2. Liebe Gitta, ich wünsche dir, daß du mit entsprechenden Übungen und Geduld wieder uneingeschränkt die "Alte" wirst.

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  3. Erst einmal wünsche ich Dir eine rasche Genesung und nicht so arge Schmerzen. Auch eine vom Fach darf sich mal umsorgen lassen. Als ehemalige "Kollegin" unbekannterweise und mit persönlicher Krankheitserfahrung würde ich heute dafür plädieren, dass es für jede angehende Krankenschwester eine Pflichtübung sein sollte, den künftigen Beruf aus Sicht der Patienten kennen zu lernen. So als Schulungsmaßnahme sozusagen. Das verändert wirklich einiges.
    Herzliche Grüße Joona

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  4. Willkommen im Club. Bei mir war es auch ein unvorhersehbarer Ruck. Nach Verschleppen durch den Hausarzt, der das für Verspannungen hielt und 6 Wochen später einer Spritze ins Schultergelenk durch den Orthopäden hatte ich dann keine Schmerzen mehr aber einen steifen Arm der samt Schulterblatt 20 cm tiefer hing als der andere. Quasimodo sozusagen. Da ich weitere 9 Wochen auf den Termin beim Neurologen und die Diagnose "Nerv geschädigt" nicht warten wollte, habe ich mir im Internet die "Schulterhilfe" bestellt und durch tapferes Training den Arm wenigstens einigermaßen wieder brauchbar hingekriegt. Jeder Ruck löst aber erneut Beschwerden aus.
    Gute Besserung für Dich. und das Bild vom Kätzchen ist allerliebst. Ich freue mich mit Dir, dass es ihr wieder so gut geht.
    LG Christiane

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    1. Liebe Christiane... auch ich bin "Schulterhilfefan", nachdem ich vom ersten auf den 2. KG
      Termin 14 Tage verstreichen lassen sollte und auf die Frage, welche Übungen ich machen könnte, von der KG gesagt bekam, "da können sie gar nichts machen, das ist ja alles steif."
      Da hilft ja nur noch Selbsthilfe und ich finde das Gerät echt brauchbar..... LG Gitta

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  5. Hallo Gitta,
    oh Mann, da wünsch' ich Dir natürlich erst einmal gute Besserung und daß die Schulter ganz schnell wieder die alte wird. Für die Übungen wünsche ich Dir vieeeel Ausdauer - die fehlt mir nämlich dabei immer etwas :-(
    und weiterhin viele Helfelein, bei Dingen von denen Du lieber die Finger lassen solltest.
    Liebe Grüße
    Manu

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  6. Die Energie, die in Mufti steckt zeigt das Sprung-Bild mehr als deutlich und so ein Ruck geht durch. Ausgebremst zu sein, Ruhe zu haben, Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten kann aber eben auch viel Gutes bewirken. Schön, dass Helfer jetzt so um dich sind und auch, dass deine alte Katzendame wieder ganz auf dem Damm ist.
    Gute Besserung und ganz lieben Gruß, Birgit

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  7. Liebe Gitta,
    ich wünsche dir gute Besserung. Wie schön das du so fleißige Helfer hast. Ich drücke dir ganz fest die Daumen das dir die Krankengymnastik hilft und deine Schulter wieder richtig heil wird.
    Ich freue mich das dein Stöpsi wieder fit ist. Die Bilder sind sehr schön.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  8. Was sagt uns das? Auch Landfrauen sind nur Menschen ohne Superkräfte.
    Ich würde gerne mal so manchen Kollegen aus der Pflege als Bewohner/ Patient sehen. Gerade letzte Woche war das wieder mal so. Kaum ist ein Bewohner verstorben und der Nachlass wird auseinander genommen, da kommen so mancher Kollege als gieriger Geier angeflogen. Aber ich konnte ja ein paar Schätzchen für meine Schäfchen retten.
    Schon das des Stöpsi wieder gut geht.
    Gute Besserung
    Sandra

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  9. Hallo,
    da kann ich ein Lied von singen. Herr Strickkiste meinte auch schon mal sich eine Sehne fast abzureißen. Eine langwierige Sache und die solltest du auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich kann nur als mitleidende Ehefrau schreiben, aber das hat schon ausgereicht. Er ist auch ein Mensch der nicht still sitzen kann und das ist mehr als Strafe, das ist wie Gefängnis. Pass gut auf dich auf und kuriere dich richtig aus! Gute Besserung und knuddel Mufti von mir, er kann wirklich nichts dafür.
    LG Martina

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  10. Liebe Gitta,
    da hast du dir ja was eingefangen. Mit der Schulmedizin habe ich es auch nicht so, leider muss es wegen meiner Tochter sein. Auch manchmal, eher selten bei mir. Ich hoffe mit deiner Schulter wird es so langsam, hat ja "eigentlich" manchmal alles seinen Sinn, auch wenn wir das nicht einsehen wollen.
    Darf ich dich mal etwas zu seinen Katzen fragen? Wie fütterst du sie und vorallem wie päppelst du sie?
    Ich habe hier ja auch so eine Tierheimkatze die im Moment alles verweigert und irgendwie immer weniger wird. Tierarzt geht gar nicht, auch nicht mit Beruhigungstablette. Ersten frisst sie sie nicht, egal worin und 2. würde sie danach wieder wochenlang auf dem Schrank sitzen und erst recht nichts fressen. Habe einen riesen Vorrat an verschiedenen Futter, hochwertig bis misserabel, aber nichts ...

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  11. Gute Besserung, und wissendes Beileid! Das sich-neu- sortieren ist gewiss das einzig Gute, das Schulterweh schafft. Und vielleicht ist es auch das, was dem ganzen Sinn gibt. Wir Ollen müssen uns doch immer wieder zurechtruckeln. Und wenn wir das mal vergessen, zeigt uns unser Freund Körper schon, wo es lang geht. Gut wenn wir auf ihn hören. Und vor allem nicht allzuviel auf Orthopäden....
    Viele herzliche Grüße
    Lisa

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  12. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, denn auch ich hatte 6 Wochen eingeschränkte Möglichkeiten der Hände. Ich wünsche gute Besserung und weiterhin machbare Erlebnisse.
    Während meinem Armbruch hätte ich gerne mehr gelesen; dachte ich schaffe mehr (habe nicht die benötigte Ruhe gefunden). Im Nachhinein kommt es mir auch wie ein verlorener Sommer vor, wenn ich sehe, was ich gerne alles noch machen möchte.
    LG Ute

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  13. Hallo
    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen, und finde ihn richtig toll :)

    Schau doch mal auf meinem Blog vorbei.
    http://momentaufnahmenblog.blogspot.co.at/

    Vielleicht willst du mir ja Feedback dalassen?
    Ich freue mich auf deinen Besuch.
    Liebe Grüße

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  14. Liebe Gitta,

    was für eine Geschichte!! Auch ich weiss wie es ist, eingeschränkt zu sein. Da heisst es dann wohl, Kompromisse eingehen. Die einen Dinge funktionieren halt jetzt nicht so, dafür lernt man Anderes...
    Jetzt ist wohl wirklich Geduld gefragt ;-)
    Gute Besserung :-)

    Liebste Grüsse,
    Silvi

    P.S.: Stöpsi sieht seeeeeehr zufrieden aus :-)

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