Mittwoch, 4. Juli 2018

Die Datsche

Seit wir hier auf dem Lande das alte Haus gekauft, und damit auf der ewigen Baustelle leben, wünsche ich mir einen Garten. 


Den Idealgarten meiner Kindheit, der nach warmem Sommerregen frisches Gemüse liefert und Beerenobst in Hülle und Fülle. Wo man in entspannten Stunden auf der Wiese lagernd den Insekten beim Summen zuhören kann und im Frühling in Jubel über die ersten Frühblüher ausbricht.


Hatte ich, so gesehen noch nie. Zu wenig Zeit, zu wenig Durchhaltevermögen, kein Plan ! 


Erstaunlicherweise ist dieses Jahr das erste Jahr dieser langen Reihe, in dem etwas Annäherndes gelingt. 


Und das Geheimnis eines Gartens erweist sich als gar nicht so geheimnisvoll und als gelüftet. 



Jeden Tag ein bisschen. Ein bisschen Unkraut zupfen, Ein Stück mähen. Die Pflanzen im Blick behalten. Kübelpflanzen  umstellen, wenn sie signalisieren, daß der Platz nicht richtig ist. Und dran bleiben !

Klar, die Gießerei in diesem trockenen Jahr, allein ungefähr 40 Tomatenpflanzen, braucht eine Menge Wasser und Zeit. 


Aber es klappt, Tomatenschwemmen liegen vor uns, die Salate sind schon gegessen, die Kartoffeln gedeihen prächtig und ein paar Zucchinipflanzen setzen ordentlich Früchte an....


Einzig die Bohnen wollen nicht so recht und von Fruchtfolgen habe ich auch noch keine Ahnung. So überlegte ich in den ersten, sonnigen Junitagen, an welcher Stelle des Grundstücks ich denn ein etwas sonnigeres Beet anlegen könnte, hatte schon Hühnerzäune bestellt, als unversehends ein Stück Gartenland an uns zurückfiel, das wir vor mehr als 10 Jahren verpachtet hatten.


Und da ist er, mein Garten : Sonnig, gut gepflegt, und das  allerschönste, mit einer kleine Laube darauf.
 Unsere Pächter waren heilfroh, die Hütte nicht abräumen zu müssen ( welch absurder Gedanke; die Laube abreißen !) Und ich bin seitdem in Planung begriffen.


Ein Garten von Grund auf, ohne die  jahrzehntealten Büsche drumherum und noch dazu mit der kleinen, schönen Hütte.., die als Sommerschlafplatz für Besucher dienen soll, und die alte Pläne hervorbuddelt.

Denn genau so etwas wollte ich zu Zeiten des Trubels, der vielen Besucher hier im Haus, immer haben. 
Ein Häuschen im Garten, etwas abgeschieden , überschaubar und gemütlich. Als die Kinder aus dem Haus waren, hat sich die Idee verflüchtigt, war auch einfach nicht mehr sooo nötig und so habe ich den Plan aufgegeben. 

Bis, ja, bis mir genau DIE Laube vor die Füße gefallen ist. Übrigens ist die Laube topfit, völlig in Ordnung, Dach ist dicht, die feststehenden Fenster werden noch gegen zu öffnende ausgetauscht, aber eigentlich ist die Hütte bezugsfertig.

Genauso wie der Neuanfang meiner Katzenhaltung....


Nun plane und überlege ich:  Ein Fenster ist schon gekauft und wird noch in diesem Jahr eingebaut, ich denke über die Gestaltung des Räumchens nach und das macht mir einen Heidenspaß. Richtig los geht es erst im nächsten Jahr, aber die Vorbereitungen treffen wir schon in diesem Sommer.

Zur Zeit haben wir Urlaub und schaffen allerlei in Haus und Garten. die muntere Sonnenkatze wächst weiter und entwickelt sich ganz prächtig.


Es ist rundum Positives zu tun. Ein Schulranzen für die kleine, syrische Schulanfängerin ist gekauft und ein paar nette Kleinigkeiten für die Schultüte sind auch schon vorhanden.(Danke, liebe Sabine und liebe Sandra)

Vieles fügt sich zum Guten und Produktiven und das Leben in der fassbaren Welt verhindert im Moment die Netzpräsenz.

 Macht Euch keine Gedanken, das wird auch wieder anders...

und weil der nächste Winter bestimmt kommt, habe ich ein wärmendes Strickprojekt auf den Nadeln. 

Blue Texel und hellbraune Skuddenwolle..( wunderbares Material !)

In Übergröße, wie alle meine Pullover. weil ich es locker mag... bisher ist das Vorderteil fertig und wie alle meine Pullover entwerfe ich das Stück sozusagen beim Stricken.


So, und nun muss ich in den Garten und die Tomaten gießen..... geniesst die Sonne, geniesst Euer Fleckchen Erde, auf dem hoffentlich Frieden herrscht und ihr habt, was ihr braucht.

Vielen ist dieses Glück nicht beschieden und wir tun gut daran, das nicht zu vergessen.

Wenn gute Dinge sich wiederholen, dann macht das gar nichts !

van Morrison : In the garden






Kommentare:

  1. Wie schön!
    :-)

    LG Elena

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  2. Miesi ist wirklich eine hübsche Katze.Die Zeichnung gefällt uns sehr gut. Und einen Garten hätten wir auch gerne. Geht aber nicht, und so bleibt uns der Balkon. Mama hat drei Bohnen in die Erde gesteckt. Tobias hat erst alle Blätter und Blüten gefressen. Und seit heute früh war auch nur noch die Hälfte der einzigen grünen Bohne am Stängel. Dann eben keinen Bohnensalat :-D
    Deine Tomaten sehen richtig prall und appetitlich aus.Guten Appetit beim Salat.
    Liebe Grüße aus Berlin
    von Amira, Luna, Tobias, Lakritze und Ingrid
    alias Lakritze & Co

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  3. Soso, Dir fällt eine Laube vor die Füße...:D:D
    das hört sich doch alles gut und entspannt und urlaubig an. Ich habe das mit dem Garten auch noch nicht raus. Auch eine Mischung von zu wenig Ahnung und zuwenig Disziplin.
    Frohes Schaffen, Planen und im Grase liegen wünscht
    Lisa

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  4. Das junge Kätzchen begeistert mich in diesem Beitrag und das alte, rostige Gartengerät vor frisch grüner Kulisse. Wunderschön.

    Herzliche Grüße vom Fahrrad-blog Dresden und aus egbert's Fenster-blog

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